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vonChristian Ihle 24.11.2011

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Der wahrscheinlich langlebigste Bitchfight im amerikanischen Indierock geht in eine neue Runde. Nur weil Stephen Malkmus mit seiner Band Pavement in den Mitt90ern im Song „Range Life“ („Out on tour with the Smashing Pumpkins / Nature kids, I/they don’t have no function / I don’t understand what they mean / And I could really give a fuck“) die wohl eher nicht so geilen Erfahrungen einer gemeinsamen Tour besang, hegt der gute Billy einen Groll, der in Interviews immer wieder geradezu aus ihm heraus bricht. So auch hier im Gespräch mit Fabian Soethof von der Teleschau, als Corgan geradezu darauf besteht, Malkmus noch beleidigen zu dürfen:

Stephen Malkmus sagte neulich, man könne grundsätzlich jedes Album vergessen, das eine Band nach ihrer Reunion herausbringt, weil sie nie mehr so gut wie früher klängen. Hat er recht?

Billy Corgan: Er sagt das, weil seine Band nicht imstande ist, neue Musik zu machen.

Er macht jetzt andere Musik mit The Jicks.

Billy Corgan: Ja, aber die will sich doch auch keiner anhören.

Verglichen mit den Verkaufszahlen, die Sie mal hatten, stimmt das wahrscheinlich sogar.

Billy Corgan: Verglichen mit mir in diesem Moment!

Ist das so? Ich kenne Ihre Download- und Verkaufszahlen nicht. Naja, jedenfalls…

Billy Corgan: Lassen Sie mich diese Frage beantworten, bitte.
Er ist der Typ von Musiker, der sich eine eigene Philosophie ausdenken muss, um sein eigenes Handeln zu rechtfertigen. Was er macht: Er negiert, was andere Leute tun, um seine Geschichte sinnvoller dastehen zu lassen. Er hat seine Band nur deshalb wieder zusammengebracht, um Kohle zu machen. Also muss er sich eine Geschichte ausdenken, damit es so aussieht, als wäre es cool, was er macht. Was er macht, ist nicht cool. Deine Band zusammenzubringen um alte Songs zu spielen und Geld zu machen ist nicht cool. Aber anstatt das zu sagen und es zuzugeben und ehrlich zu sein, denkt er sich eine Geschichte aus und macht damit andere Leute runter. Das macht mich verrückt, er ist ein Lügner.
Er hätte sagen sollen, dass er seine Band wieder am Start hat, um Geld zu machen. Ich hätte Respekt für einen Künstler, wenn er die Wahrheit sagen würde. Aber stattdessen denkt er sich eine Geschichte aus um Journalisten und Fans vorzugaukeln, er hätte Integrität. Er hat keine Integrität. Wenn er die hätte, hätte er seine Band nicht wieder zusammengetrommelt um Shows zu spielen um Geld zu machen.



Aber, Stephen, beware! Billy Corgan hat – in einem der bizarreren Karrieremoves der letzten Zeit – ein Wrestling-Team gegründet und tritt als deren Manager auf:


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(Billy Corgan im Interview mit Fabian Soethof)

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