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vonChristian Ihle 07.12.2011

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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1. Der Film in einem Satz:

Ich schmecke nichts, was du nicht schmeckst.
Ich rieche nichts, was du nicht riechst…

2. Darum geht‘s:

Es beginnt harmlos: Menschen überkommt aus dem Nichts eine tiefe Traurigkeit. Verschwindet die Traurigkeit nach ein paar Stunden, verabschiedet sich mit ihr auch der Geruchssinn. Wie eine Pandemie breitet sich das Phänomen aus bis keine Nase auf der Welt mehr ihrem ursprünglichen Verwendungszweck folgt. Ist dieser Schock überstanden, verabschiedet sich als nächstes der Geschmackssinn, wenig später dann auch die Fähigkeit zu hören…
Erzählt wird dieses Ende der Sinne mittels der Liebesgeschichte eines Kochs (Ewan McGregor, der wie immer Ewan McGregor spielt) und einer Biologin (Eva Green), die sich kurz vor Einsetzen des Phänomens verlieben und während ihrer Liebe einen Sinn nach dem nächsten verlieren.

„Perfect Sense“ ist ein seltsamer, ungewöhnlicher Film, benutzt er doch Bilder des Weltenendes um von der Überlebensfähigkeit der Liebe zu erzählen: Liebe als der perfekte Sinn, der nie verschwinden wird, egal wie dunkel es draußen in der Welt auch werden wird. So erzählt „Perfect Sense“ die Geschichte vom Ende der Welt im Mikrokosmos der Zweisamkeit als Hochglanzdystopie. „A Perfect Sense“ ist entweder ein bewegendes Manifest des britischen Keep Calm And Carry On – Spirits und ein Hohelied auf den Humanismus oder dermaßen deprimierend, dass man heulen möchte. Oder: beides.

3. Der beste Moment:

Wenn langsam die Gewissheit um sich greift, dass niemand verschont werden wird und dass die Sinne sich auf immer verabschieden.

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

„Perfect Sense“ hat eine schwierige Zielgruppe: den Endzeitfreunden wird er zu humanistisch und gefühlsbetont sein, den Liebesdramafetischisten zu endzeitlich hoffnungsvernichtend.
Was man auch am Trailer bemerken kann, der sein Bestes gibt, nur eine Hälfte der Geschichte zu erzählen:

YouTube Preview Image
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* Regie: David Mackenzie (Vorherige Großtat: Hallam Foe)
* imdb

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