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vonChristian Ihle 06.02.2012

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Song des Monats:


Kavinsky – Nightcall


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Das Wort „kongenial“ wird ja gerne überstrapaziert, aber wann hat man zuletzt eine so passende Hochzeit von Soundtracksong und Filmbildern gesehen als in den Opening Credits von „Drive“? Genau wie sich der Film auf einem emotionalen Ground Zero bewegt, ist Kavinskys „Nightcall“ pure Einsamkeit, eingefangen in den elektronischen Sounds der frühen 80er. Und doch: sowohl im Film wie im Song bleibt dieses kleine Glimmern an Hoffnung, an verbliebenen Gefühlen, das alles Eindimensionale verhindert.


Ebenfalls hörenswert:




Hospitality – Betty Wang


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Auf ein Debütalbum von Hospitality musste man seit der ersten Erwähnung nun auch gut zwei Jahre warten. Am 31. Januar kam das erste Album in den USA auf Merge Records heraus. Neu aufgenommen wurde auch „Betty Wang“, mit dem wir zum ersten Mal auf die New Yorker aufmerksam geworden sind. Nun richtig produziert entwickelt sich der Song etwas von seinen Antifolk-Anfängen weg hin zu einem großen, tollen Tweepop-Meisterstück: „Betty Wang wear your jeans, cut your hair and clean your sleeves“ (free download)




Tribes – Corner Of An English Field


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Dass das Debütalbum der Tribes eines der in letzter Zeit selten gewordenen britischen Gitarrenhitmaschinen ist, hatten wir bereits an anderer Stelle erwähnt. Neben den offensichtlichen Hits („When We Were Children“), die von Slade genauso wie von Oasis leben, überrascht vor allem „Corner Of An English Field“, ein Midetempo-Stück, dessen Bridge nicht mehr nach Prime-Time-Suede klingen könnte, wenn Bernanrd Butler und Brett Anderson als Gäste mitgespielt hätten.




Howler – Wailing (Making Out)


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Das Howler-Debütalbum gewinnt nicht nur den Preis für Album des Monats, sondern Sänger Jordan Gatesmith auch ohne Zweifel die Auszeichnung als Julian-Casablancas-Impersonator des Jahres. Das mag alles nicht neu sein, aber andererseits: wann zuletzt hat ein Strokes-Rip-Off dermaßen viel Spaß gemacht wie Howlers Debüt „America Give Up“? Von vielen, vielen guten Songs ist „Wailing (Making Out)“ wohl am nähesten an Casablancas & Co. orientiert und auch der größte Wurf.




Diametrics – Twat Circus


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Ein schön dissonantes Biest veröffentlichten Diametrics Ende letzten Jahres mit dem Album „options“. Zwischen gerade mal einer Minute („SchlimmeAugenWurst“) und beinah neun Minuten („Or What Is It?“) sind die Stücke lang, dementsprechend schwanken sie auch zwischen Noise-Pop- und Post-Rock-Ansätzen. Eindeutig auf der Noise-Pop-Schiene fährt das wunderbar betitelte „Twat Circus“, das uns spätestens mit seinem Mark-E-Smith-Shout nach gut zwei Minuten bekommen hatte.

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