Believe The Hype (7): UK Indie Pop mit This Many Boyfriends, Spector, Citizens, Zulu Winter u.a.

This Many Boyfriends


This Many Boyfriends sind ohne Frage unsere größte Hoffnung für Indierock britischer Prägung (auch wenn der Bandname einem Beat-Happening-Song entlehnt ist). Auf ihrer fantastischen ersten EP haben sie bewiesen, dass sie sowohl musikalisch als auch textlich das Erbe der Smiths antreten wollen (kann eine Zeile mehr Morrissey sein als „I should be a communist / I tried / I failed / I’m far too decadent“?) und mit der letztjährigen seven inch „Young Lovers Go Pop!“ gezeigt, dass sie auch Hits für die Indiedisco schreiben können. Das Debütalbum wird – passend! – von Ryan Jarman von den Cribs produziert, so dass wir guter Dinge sind, endlich wieder ein UK-Indie-Album zu hören, das durchgängig überzeugt!


YouTube Preview Image




Spector


Für den Sänger von Spector ist seine neue Band nun schon der dritte Versuch, endlich den Durchbruch zu schaffen. Während Vorgängercombo Ox.Eagle.Lion.Man nie so richtig zu überzeugen wusste, war seine allererste Band Les Incompetents einst ein großes Versprechen, das es leider nicht einmal bis zum Debütalbum geschafft hatte. Während die Incompetents wild-rauhe Libertines-Musik mit Ska-Einschlägen spielte, ist Spector dagegen ein großes Pop-Projekt, was bereits in der bemerkenswerten ersten Veröffentlichung Never Fade Away deutlich wurde:


YouTube Preview Image




Citizens!


Der Keyboarder von Citizens!, Lawrence Diamond, hält den inoffiziellen Jahresvorausschaurekord, ist er doch tatsächlich bereits zum dritten Mal in unserer Rubrik aufgeführt. Nach The Racket und Official Secrets Act hat er nun mit dem MGMT-Pop der Citizens! wahrscheinlich die größten Aussichten auf Erfolg. Alex Kapranos von Franz Ferdinand hat das Debütalbum produziert, der ebenfalls von Official Secrets Act zur neuen Band gewechselte Sänger hat immer noch mehr stimmliche Qualitäten als der Rest von Indiebritannien zusammen, die Trüffelschweine von Kitsune veröffentlichen die erste Single und ihr allererstes Video ist eine einzige Sensation. Was, bitte schön, soll da noch schief gehen können?


YouTube Preview Image




Zulu Winter


zulu winter

Zulu Winter spielen feinen Indiepop, der von Vampire Weekend sachte Tribal-Rhythmen aufnimmt und mit einer Stimme kombiniert, die man eher aus Richtung von Wild Beasts bisher vernommen hatte. Die erste Single „Let’s Move Back To The Front“ war ziemlich toll, nun wird es interessant sein, zu sehen, ob sich eher die gefühligen Big Rock Tendenzen Marke Coldplay oder eben doch die manirierten, verschrobenen Vampire-Weekend-Wild-Beasts-Hybriden durchsetzen werden.


YouTube Preview Image




Theme Park


theme park

Leichte Verwandtschaft zu Zulu Winter kann man Theme Park zugestehen, was aber wohl in erster Linie daran liegt, dass eben die Zulu Winter beeinflußenden Vampire Weekend ebenso viel Talking Heads gehört haben wie Theme Park selbst. Dabei ist diesmal ganz interessant, dass wir nicht die frühen Post-Punk-Heads im Zitat zu hören bekommen, sondern eher die mittlere, späte Phase, in der David Byrne rhythmusorientierten Pop spielen wollte. Das könnte durch die Decke gehen:


YouTube Preview Image




Bwani Junction


Bwani Junction

Die schottische Band Bwani Junction klingt zwar afrikanischer als Theme Park und Zulu Winter zusammen (na gut, letztere haben schon auch ein ordentliches Afrika-Thema im Titel…), aber im Gegensatz zu den beiden vorherigen Gruppen spielen Bwani Junction einen eher geradliningen Indiepop, der an die verlorenen Talente Larrikin Love erinnert.


YouTube Preview Image




Fixers


Fixers

Bei Fixers bin ich mir immer noch nicht sicher, ob mir das auf Albumlänge gefallen wird, sind doch schon die ersten Singles eher mit zu vielen durchschnittlichen Ideen gefüllt, als dass sie sofort überzeugen könnten – haben aber andererseits doch immer wieder diese eine Stelle, die einen sofort umbläst. Nach einigem Zögern bleibt dann doch nur zu konstatieren: ja, Songs wie „Crystals“ sind Hits.


YouTube Preview Image




Big Deal


Deutlich ruhiger und unaufgeregter lassen es Big Deal angehen, ein Mann/Frau-Duo, das an amerikanisierte Slow Club erinnert und ihre Folksongs mit elektrischen Gitarren verstärkt. Einen so hervorragenden ersten Eindruck hinterlässt „Chair“, dass es überraschen sollte, wenn die beiden, nun ja, ihrem Namen nicht alle Ehre machen würden in Zukunft:


YouTube Preview Image



The Cold One Hundred


Im letzten Jahr hatten wir ja The Heartbreaks präsentiert, die nun mit etwas Verspätung 2012 ihr Debütalbum veröffentlichen werden. Ähnlich wie The Heartbreaks sind auch The Cold One Hundred aus Manchester und – ein immer wieder kehrender Einfluß bei Bands aus dieser britischen Stadt – ebenfalls Smiths-Verehrer, was man ihren Songs deutlich anhört. So wundert es auch nicht, dass sie die erwähnten Heartbreaks bereits auf Tour begleiten durften – und auch schon vor den Vaccines und Brett Anderson auf der Bühne standen.





Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*