vonChristian Ihle 19.07.2012

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Zur Feier von „500 Folgen Schmähkritik“ sind wir tief ins Archiv gestiegen und haben die 25 schönsten Verrisse herausgekramt, die wir in den nächsten Wochen nun noch einmal präsentieren wollen.

“Urban Priol macht Kabarett auf dem kleinsten intellektuellen Nenner. Er ist ein entfesselter Keifer, eine affektierte Heulboje mit eingebautem Politikerhass, und seine komplett witzfreie Münchner Rede war von der eines im gerechten Zorn erstickenden Volkstribuns durch wenig zu unterscheiden. Hinsichtlich der Solidaritätsbekundungen für Karl-Theodor zu Guttenberg schäumte er: “Hier verteidigen adelsbesoffene obrigkeitshörige Untertanen-Würstchen auf Facebook die verlorene Ehre eines arroganten blasierten…”, und der Rest des von jeder Kunstanstrengung freien Idiosynkrasie-Gebrülls ging im Jubel der Menge unter, der endlich mal jemand die Augen geöffnet hat, wie widerwärtig die politische Klasse sei.
(…)
Aber Priol ist kein Provokateur, dazu fehlen ihm Geist und intellektuelle Kühnheit. In Wahrheit ist Urban Priol das Schießgewehr eines entfesselten Spießbürgertums, das alle Politiker an den Galgen wünscht, weil es sie grundsätzlich für verlogen, machtgierig und korrupt erachtet. (…) Witzig, klug und großartig – Urban Priol ist das Gegenteil von all dem. (…) Das politische Kabarett in Deutschland, es ist längst tot. Urban Priol ist der hausmeisterhafte Wiedergänger einer gewesenen Kultur.”


(Hilmar Klute in der Süddeutschen Zeitung über den Kabarettisten Urban Priol, ursprünglich im April 2011 als Schmähkritik veröffentlicht)


Bisherige Best-Of-Folgen:
# 25: Dietmar Dath über die Internetbemühungen etablierter Parteien

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