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vonChristian Ihle 22.07.2012

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Zur Feier von „500 Folgen Schmähkritik“ sind wir tief ins Archiv gestiegen und haben die 25 schönsten Verrisse herausgekramt, die wir in den nächsten Wochen nun noch einmal präsentieren wollen.

In der heutigen Folge ein Bericht von der Berlinale 2010, als Harald Martenstein der Premiere des Films „Henri 4“ von Jo Baier beiwohnte:



“Im Friedrichstadtpalast traf ich eine Kollegin, die in der Galapremiere von “Henri 4″ gewesen ist. Zum ersten Mal seit sie die Berlinale besuche, seien nach Ende einer Aufführung etliche Leute aufgestanden und hätten “Scheißfilm!” oder “Scheiße!” gerufen, es habe im Publikum eine ähnlich desillusionierte Stimmung geherrscht wie Ende 1989 in der DDR.

Ich traf einen anderen Kollegen, der dort war, und fragte: “Worum geht es überhaupt in Henri 4?” Er sagt, es sei seiner Ansicht nach, im Kern, ein Film über die Brüste der – mir unbekannten – Schauspielerin Chloé Stefani. “Ja sind die denn wirklich so furchtbar?” fragte ich. Keineswegs, antwortete er, aber mit 19 Millionen Produktionskosten und 155 Minuten Filmlänge habe der Regisseur bei der Behandlung dieses durchaus legitimen Themas jegliches Maß verloren.”



(Harald Martenstein im Berliner Tagesspiegel, im März 2010 ursprünglich als Schmähkritik veröffentlicht)



Bisherige Best-Of-Folgen:
# 25: Dietmar Dath über die Internetbemühungen etablierter Parteien
# 24: Die SZ über Urban Priol

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