James Bond – Skyfall (Regie: Sam Mendes)




1. Der Film in einem Satz:


James Bond & die Mutter aller Schlachten.


2. Darum geht‘s:


Eine Liste mit den Identitäten aller Undercoveragenten ist abhanden gekommen und Agent 007 soll sie wiederbeschaffen. Wie sich herausstellt, ist die Liste nicht aus Erpressungsgründen gestohlen worden, sondern wegen einer persönliche Vendetta: der ehemalige Agent Silver (Javier Bardem) wurde von seiner damaligen Vorgesetzten M aufgegeben und ist in chinesischer Gefangenschaft gefoltert worden. Nun will er mit einem ausgeklügelten Plan M zur Rechenschaft ziehen.


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Der dritte Bondfilm mit Daniel Craig beginnt ähnlich düster und freudlos wie seine ersten beiden Auftritte, doch als Bardem, der sich in der Flamboyanz seiner Figur geradezu suhlt, nach gut einer Stunde auf den Plan tritt, entwickelt sich der beste Film der Serie seit langem – auf jeden Fall der beste Bond der Craig-Ära. Weg sind die ärgerlichen Bourne-Kopie-Versuche, zurück ist der bondeigene Charme!

Auch wenn es immer noch einiges zu bekritteln gibt (ein Drehbuch, das die innere Logik ein wenig arg strapaziert, ein ödes Anfangsdrittel und ein Schlußdrittel, das wie eine Kreuzung aus MacGuyver und Apocalypse Now in den schottischen Highlands beginnt), kann man Sam Mendes (“American Beauty”) nur dazu gratulieren, dass sein Bond wieder den Blick in Richtung der Ursprünge lenkt. Passend für einen Film, der die Sünden wie die Wunden der Vergangenheit zu seinem Thema erhebt.


3. Der beste Moment:


Der erste Auftritt von Silver. Eine Konfrontation mit Bond, die man so noch nicht gesehen hat, gleichermaßen zärtlich wie wahnsinnig und potentiell tödlich.


4. Diese Menschen mögen diesen Film:


Wer tatsächlich lieber Bond als Bourne guckt, sich an einer etwas an den Haaren herbeigezogenen Logik nicht stört sowie gerne einen Actionfilm sehen möchte, an dessen Drehbuch Freud, Sigmund Freud, entscheidend mitgewirkt haben könnte.


* Regie: Sam Mendes
* imdb

Kommentare (3)

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  1. Ja, in meiner Vorstellung habe ich ähnliches mitbekommen. Das fand ich aber auch recht interessant, wie in der Szene gegen die klassischen Sehgewohnheiten bei Bond gearbeitet wird, wie bei dieser ultramännlichen Machofigur, die natürlich gerade auch von Männern bewundert wird, einmal etwas deutlicher der homoerotische Subtext betont wird.

  2. Und im an sich vielleicht wirklich “besten Moment” fing dann das ganze Kino an zu kichern. Hihi, der ist ja schwul und macht Bond an.

  3. …….also den armen sigmund freud würde ich da mal raushalten. auch wenn sein grosser name das ganze noch weiter hypen würde.
    natürlich geht`s im neuen bond reichlich um psychologie:
    tatsächliche, vermutete oder nur imaginierte “liebe”/zuneigung im mi16-milieu erfüllt ja eigentlich schon den tatbestand des inzestes.
    der showdown eines solchen dramas (zumal es um 2 geliebte söhne geht) in dunklen gemäuern in den düsteren schottischen highlands — wer denkt da nicht an d e n poeten und theatermann ihrer majestät (elizabeth 1st)?
    leider war`s das aber auch schon:
    “skyfall”, schon bei der wiederaufnahmeprüfung von 007 geheimnisvoll angedeutet, bleibt schlicht der name des düsteren gemäuers.
    007 hatte eltern, wie wir weiter erfahren. wer hätte das gedacht. und sie sind früh gestorben. auch dabei bleibt`s. wie, warum, was das für den kleinen 007 bedeutet hat…..da hätte man einiges mehr draus machen können.
    immerhin erfahren wir, dass er das finstere gemäuer nie leiden konnte.
    das allerdings können wir nachvollziehen.
    und das war`s eigentlich auch schon.

    immerhin hat “skyfall” das set entrümpelt:
    die alte m. wie auch der alte, “richtige” aston martin mussten gehen.
    beides voraussetzungen, dass es mit der 007-reihe weitergehen kann.

    vielleicht wird der nächste ja wirklich gut.