Reeperbahn Festival: welche Acts man nicht verpassen sollte (Fr)

Teil 2 unserer Reeperbahnfestival-Vorschau, erster Teil findet sich hier.


Außermusikalisches Programm findet traditionell ebenfalls statt, hervorzuheben der streitbare Berthold Seliger, der gerade seinen Insider-Bericht zum Musikbusiness vorgelegt hat und daraus lesen wird. Das darf gern auch mal polarisieren (Fr, 18.00 Uhr, Imperial Theater). Einen Roman hat dagegen Frank Spilker veröffentlicht, der mit „Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen“ auf den Popliteratur-Spuren von Rocko Schamoni et al wandelt (Fr, 18.00 Uhr, Nochtspeicher)


Bands am Freitag:


Johnny Flynn: einer der interessantesten Singer/Songwriter der Insel kehrt nach einiger Pause in diesem Jahr mit seinem dritten Album zurück. Das hervorragende Debüt war damals bei uns in den Alben des Jahres, mit Laura Marling hat Flynn schon vor Jahren Songs aufgenommen, die Mumfords auf ihrer Durchbruch-Tour in Deutschland begleitet und im französischen Film „Die wilde Zeit“ einen kleinen Gastauftritt als Phil Ochs spielender Protestsänger. (Fliegende Bauten, 23.20h)





Pete MacLeod: Ex-Creation-Chef Alan McGee ist überraschend zurück im Musikbusiness und hat ein neues Sub-Label. Eines der erstes Signings ist der britische Singer/Songwriter Pete MacLeod (Gruenspan, 20.00h)



The Strypes: ebenfalls britisch und zwar fast bis zur eigenen Karikatur sind The Strypes – auch wenn die blutjunge Band aus Irland kommt. Aber ihr Sound ist so dermaßen vom frühen 60er-Style der Beatles, dass ein Auftritt in Hamburg nur logisch erscheint. (Gruenspan, 0.00h)




Kommando Elefant: österreichische Indiepop-Band, die wir hier auch schon mal in unseren My Favourite Records zu Gast hatten (Spielbude, 15.00h)





Kreisky: die österreichischen The Fall. Bissige Texte, schmerzende Musik. Ein großer Tipp. (Molotow, 20.50h)





Mozes & The Firstborn: eine der erfrischendsten neuen Garagenrock, deren Debütalbum dieser Tage erscheint. Modern Lovers meets Black Lips. (Molotow, 21.40h)





Messer: Labelkollegen von Popblog-Lieblingen Die Nerven und fast genauso gut. Das Debüt war ebenfalls klar Fehlfarben beeinflusst, das neue Album soll dem Vernehmen nach eine Ecke waviger werden. Wir sind gespannt. (Indra, 20.00h)





Breton: ein Soundexperimentier-Kollektiv, das zusammen in einer verlassenen Bank in London lebt und mit ihrem letztjährigen Debütalbum aufhorchen ließ, vor allem mit dem Hit „Edward The Confessor“. (Mojo Club, 20.00h)





Dagobert: der Schnulzensänger aus den Alpen spielt morgen noch ein großes Konzert, aber vielleicht ist es reizvoller, den in der Zwischenzeit ZDF-Fernsehgarten gestählten Schweizer heute nachmittag im „Herz von St. Pauli“ zu sehen. (Herz von St. Pauli, 16.15h)





Eagulls: eine der kompromisslosesten jungen Indierockbands Englands, die sich nie so recht in eine Szene einordnen ließen und ihr Ding durchziehen. (Grüner Jäger, 21.40h)





CJ Ramone: wenn schon aus der Kernbesetzung keiner mehr unter uns weilt, dann muss man eben auf die Ersatzramones zurückgreifen. CJ ersetzte 1989 den Rocknroll-König der Ramones Dee Dee am Bass und hat nun ein Soloalbum eingespielt, das er live mit Social Distortion – Mitgliedern als Band präsentiert. (Docks, 19.50h)





Willis Earl Beal: der Auftritt von Willis Earl Beal dürfte ein Highlight werden. Auch wenn der DIY-Soulsänger mit Punkattitude bisher auf Platte nie so ganz die großen Vorschußlorbeeren einlösen konnte, hat er eine der besten Stimmen im modernen Soul und immer auch eine maliziöse Ausstrahlung, die dem Genre sonst leider oft abgeht. (Gruenspan, 22.30h)


http://www.youtube.com/watch?v=r9IbU1LM6B8


We Invented Paris: wer Lust auf poppigere Weakerthans hat, ist bei den Schweizer von We Invented Paris gut aufgehoben. (Indra, 0.30h)





The Royal Concept: Noch am Anfang der Karriere, aber nach den ersten Songs zu urteilen, könnte das in die Richtung Phoenix mit leichten Pop-Strokes-Einschlag gehen. Dürfte man in Zukunft deutlich mehr von hören. (Molotow, 0.10h)




1 Kommentar

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  1. Schön, dass die Veranstalter dafür gesorgt haben, dass zumindest ich mich rein logistisch zwischen Breton, Messer, Kreisky und Motorama entscheiden muss. Ichichich.