vonChristian Ihle 20.11.2013

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Es gibt wenige Fernsehserien, die so viel Augenmerk auf die Ausstattung und die kulturellen Referenzen legen, wie Mad Men. Will man die Essenz von Mad Men zusammenfassen, so stößt man schnell auf das Problem, dass es keinen wirklich nacherzählbaren, verhältnismäßig simplen Plot wie beispielsweise in „Breaking Bad“ gibt, sondern mehr ein Sittenbild eines Amerikas im Umbruch erzählt wird, eines Amerikas, das kriegsgeschädigt nach seinem Standpunkt in einer sich immer rascher verändernden Welt sucht, eines Amerika der Generationskonflikte, eines Amerikas der Kulturkonflikte.


Gerade die Spannung zwischen counter culture und Establishment bildet eine der wichtigsten Spielflächen, auf denen die tieferliegenden Themen wie Individualität, Selbstbestimmung und Existenzialismus verhandelt werden.

Wenig überraschend, dass Mad Men also immer wieder musikalische oder literarische Referenzen einstreut, um einen Resonanzboden für das Handeln der Figuren zu schaffen.


Die New York Public Library hat sich die Mühe gemacht und tatsächlich alle (!) je in Mad Men gelesenen bzw. zitierten Bücher zusammengestellt.

Wieviel Aufwand dabei betrieben wurde, illustriert die Episode, in der verzweifelt danach gefahndet wird, welches Kinderbuch die Tochter der Hauptfigur in einer bestimmten Szene liest:

I am a librarian. I like things to be in order. I like things to be complete, but I have been troubled for the past year. You see, Sally Draper was shown reading a book in Mad Men season four, episode five („The Chrysanthemum and the Sword“), and I could not for the life of me figure out what that book was. The Mad Men Reading List was incomplete and, as a librarian, that troubled me to my core. I made screen captures to get an image of the illustration. I checked the promotional still from AMC’s website to get an image of the cover. I pushed pixels to make the images clearer. I searched Google for hours with no luck.

I finally did what I should have done from the beginning and turned to the experts. I contacted NYPL children’s materials superstar and fellow ornithologically-surnamed coworker Betsy Bird. She put the request out to children’s librarians everywhere via her blog, and in a matter of minutes the mystery was solved. The Twenty-One Balloons, by William Pène Du Bois.

Mid-Manhattan Library happened to have a copy, so I went quickly downstairs to the children’s fiction section for confirmation. I thumbed through the pages. It didn’t take long. The illustration on page seven showing the explosion of Krakatoa matched the image from the show.

Links:

Die Mad Men Reading List

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http://blogs.taz.de/popblog/2013/11/20/die-mad-men-reading-list-alle-bucher-die-je-in-mad-men-gelesen-wurden/

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kommentare

  • Das Thema aus Dickins „Tales Of Two Cities“ wurde ja dann von The Residents auf ihrem 1982er-Album „The Tunes Of Two Cities“ aufgriffen. Herrlich, dieses nerdistische in Erinnerungen schwelgen. I love that.

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