vonChristian Ihle 21.11.2013

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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1. Der Film in einem Satz:


Pornos vermitteln ein eigenartiges Bild von Liebe und Sex – Hollywoodromanzen aber auch…


2. Darum geht‘s:


Man muss sich Jon, den Don (Joseph Gordon-Levitt) als Profiaufreißer vorstellen: Barkeeper, Prolet, Sauberkeitsneurotiker, Muskelprotz, Macho. Mit seinen Jungs steht er im immer gleichen Club, bewertet die anwesenden Frauen auf einer Skala von null bis zehn und nimmt alles über neun mit nach Hause. Bloß: der Sex mit diesen Frauen lässt Don Jon unbefriedigt, wahre Extase findet er nur vor einem Bildschirm, auf dem die stereotypischen Silikonbrüste immer geiler, junger Damen wild an den Oberkörper klatschen. Als er allerdings von Barbara (Scarlett Johansson) zurückgewiesen wird, lässt er sich ruckzuck domestizieren – keine Saufabende mehr, dafür aber Abendklassen um den Schulabschluss nachzuholen. Und keine Pornos mehr. Weil aber selbst der Sex mit Barbara nicht so klinisch rein und erholsam einsam ist wie die Masturbation vor dem Computer, klappt es mit dem neuen Lebenswandel nur bedingt. Aber auch Barbaras eher schlichte, Hollywood-gestützte Vorstellung von der Liebe sowie die verwegene, ältere Mitschülerin aus der Abendklasse sind nur bedingt stabilisierende Faktoren für die Liebe von Barbara und Jon.


3. Der beste Moment:


Wenn Jon und Barbara am Ende des Filmes im Café sitzen und über ihre Lieblingsliebesfilme und ihre Beziehung sprechen. Und die vielen, albernen Pointen aus dem Alltag eine verunsicherten Machos.


4. Diese Menschen mögen diesen Film:


Wer sich schon immer wünschte, eine Hollywood-Romanze aus der Sicht eines Machomännchens zu erleben.


* Regie: Joseph Gordon-Levitt
* imdb


Text: Daniel Erk

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