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vonChristian Ihle 13.12.2013

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Samstag, 14.12.

Der letzte Tango in Paris, ZDF, 0.30


Ein Klassiker in mehrfacher Hinsicht: trotz Filmen wie „Der letzte Kaiser“ womöglich immer noch Bertoluccis berühmtester Film, einer der Skandalfilme der 70er Jahre und ein Prototyp des Arthouse-Sex-Dramas – alle „9 Songs“ oder „Intimacy“s stammen hiervon ab.
Leise sei allerdings angemerkt, dass der tatsächliche Unterhaltungswert bei diesem Tango nicht der allerhöchste ist. Aus filmhistorischen Gründen sollte man Bertoluccis „einsam im Moloch Großstadt“ – Studie aber sicherlich gesehen haben.


Alternative: Mammut, ServusTV, 23.35


Lucas Moodyson ist dank „Lilja-4-ever“, „Raus aus Amal“ oder „Hole In The Heart“ das ein enfant terrible des skandinavischen Kunstkinos. Hier sein erster Ausflug ins große, starbesetzte Kino, der allerdings leider scheitert. Etwas zu glatt wird die globalisierungskritische Vielpersonengeschichte erzählt, eine Art skandinavisch kühle Version von Inarritus „Babel“.


Sonntag, 15.12.

Blutmond / Manhunter, ZDFkultur, 22.15





Michael Mann, der große Regisseur des kühlen Actionthrillers, verfilmte 1986 als erster eine Geschichte über Hannibal „Schweigen der Lämmer“ Lector. Die gleiche Buchvorlage von Thomas Harris wurde 15 Jahre später für „Roter Drache“ verwendet.



Alternative: Swimming Pool, EinsFestival, 20.15


Francois Ozons vielleicht bester Film: ein schwüler Psychothriller mit dezentem Mindfuck und brillanter Besetzung. Empfehlenswert.

Montag, 16.12.

R.E.D., ZDF, 23.55


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Das war mal ’ne Überraschung: eine Actionkomödie mit den großen Helden von yesteryear (Bruce Willis, Helen Mirren, John Malkovich, Morgan Freeman), verfilmt von einem Deutschen (Robert Schwenke) in Hollywood, die auch noch tatsächlich einfach irre Spaß macht. Ein durchwegs gelungener Popcornfilm mit der nötigen selbstironischen Distanz. Der wohl beste Bruce-Willis-Film der letzten fünf Jahre.


Alternative: Vorsicht Sehnsucht, Arte, 21.45


Ein Spätwerk des Regie-Genies Alain Resnais („Letztes Jahr in Marienbad“, „Hiroshima Mon Amour“) – nicht so mitreissend wie der ebenfalls kürzlich ausgestrahlte „Coeurs“/“Herzen“, weil etwas abstrakter, surrealer, aber dennoch sehenswert.

Dienstag, 17.12.

Mr Nice, ZDFkultur, 22.00



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Biographie über den Drogendealer und Counter Culture Hero Howard Marks, dessen Antlitz unter anderem das Cover des Super Furry Animals – Debütalbums zierte:





Die britische Komödie von 2010 ist mit Rhys Ifans und Chloe Sevigny zudem gut besetzt.



Alternative: Bang Boom Bang, Tele5, 20.15


Wenn’s das Genre „Ruhrpottkrimikomödie“ geben sollte, dann ist „Bang Boom Bang“ der Königsfilm. Ein schön an Tarantino – oder vielleicht eher an Guy Ritchies britische Gangsterversion von Tarantino-Filmen – angelehnter, kleiner, dreckiger Krimi, der überraschend lässig und unangestrengt gelingt.



Mittwoch, 18.12.

Der Mondmann, Arte, 20.15


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Jim Carreys Biographie über den großen Prankster der amerikanischen Unterhaltung, Andy Kaufman. Wie sehr es Kaufman gelang, mit seiner absurden, oft an die Grenzen des Erträglichen gehenden Komik die Öffentlichkeit zu verwirren und zu provozieren, hat gerade erst wieder sein Bruder gezeigt, der behauptete, Kaufman wäre gar nicht gestorben, sondern hätte sich nur aus der Öffentlichkeit zurückziehen wollen und würde jetzt wie ein Eremit irgendwo leben. War dann aber doch auch wieder nur ein sehr aufwändiger Scherz.



Alternative: Das Auge – Eye Of The Beholder, Tele5, 0.20


Kühler, schön anzuschauender Psychothriller mit einem jungen Ewan McGregor.


Donnerstag, 19.12.

Bad Santa, Pro7, 23.15


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Kurz vor den Festtagen eine der wenigen gelungenen Weihnachtskomödien, vor allem für Weihnachtshasser empfehlenswert. Billy Bob Thornton spielt – idealbesetzt – einen grummeligen Weihnachtsmanndarsteller, der die Verkleidung nutzt, um Kaufhäuser auszuplündern.


Alternative: Jenseits von Eden, MDR, 0.25


Das Kinodebüt von James Dean – und damit Anfang des ganzen Mythos.

Freitag, 20.12.

Collateral, Pro7, 22.30





Und noch mal Michael Mann (siehe „Blutmond“ am Sonntag), fast 20 Jahre später. Aber das Thema bleibt das Gleiche: die Großstadt, meisterhaft kühl in Szene gesetzt. „Collateral“ ist fast ein Zweipersonenstück, ein Kammerspiel in einem Auto, besetzt mit Tom Cruise und Jamie Foxx.


Alterntive: Rocco und seine Brüder, ServusTV, 23.50


Klassiker von Luchino Visconti, mit Alain Delon. Wie die New York Times meint: „Neither the neighborhood intimacy of „Mean Streets“ nor the grandeur of the „Godfather“ movies is imaginable without Visconti’s example.“

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