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vonChristian Ihle 14.09.2016

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Frida Gold haben ja gar nicht mal Unrecht. Irgendwas muss doch getan werden, um von dem eigenen Elektro-Schlager-Biedermeier und seinen Poesiealbum-Plattitüden abzulenken. Die Antwort der Band aus Bochum darauf: das freizügige Video „Langsam“. Durch diese erste Single des bald erscheinenden neuen Albums Alina verbreitet sich nun also die Kunde eines schweren Schicksals für den ohnehin gebeutelten deutschen Pop: Frida Gold sind wieder da! (…)
Als News-Wert zum Video funktioniert natürlich nur eins: „Alina Süggeler singt im neuen Frida-Gold-Video komplett nackt“. So etikettiert zum Beispiel stern.de seinen Beitrag zum reflexhaft wie stumpfen Voyeurimus der berichtenden Penis-Medien. Dabei sollte den meisten dieser Clickbait-Patienten bewusst sein, dass sich Frida Gold seit Anbeginn ihrer Karriere mit der nackten Haut ihrer Sängerin Wahrnehmung ertriggern. (…)

Die erste Zeile des Frida-Gold-Songs spricht den Hörer direkt an: „Du, ich glaub daran“. Das hat was von einem Straßenverkäufer, der bemüht ist, sein Gegenüber sofort in die eigene Geschichte einzubinden. Zudem wähnt man sich mit so einem (berechnend) vertrauensseligen „Du“ ebenfalls im Abenteuerland der esoterischen Sozialarbeiter: „Du, wo gibt’s denn hier was mit Batik?“ oder auch: „Du, ich finde, du hast eine ganz schlechte Aura, kannst du bitte von meinen Engelssteinen weggehen?!““

(Linus Volkmann bei Noisey über Frida Gold)


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