Netflix: „Lo & Behold – Reveries Of The Connected World“, Regie: Werner Herzog

Für den Werner-Herzog-Dokumentations-Newbie mag es bizarr wirken, wenn eine Doku über das Internet einen kritischen Exkurs zum Leben auf dem Mars und einen liebevollen Ausflug zu Robot #8, dem „Messi des Roboterfußballs“, vornimmt – aber hey, immerhin gibt es nirgendwo a propos of nothing at all Albino-Alligatoren zu sehen wie in „Cave Of Forgotten Dreams“.

Auch mit 74 Jahren nähert sich Herzog seinem Thema mit unbändiger Neugier und skurrilen Fragen, will wissen, ob das Internet denn von sich selbst träumen könne (manche sagen so, andere so) oder wann die Roboter endlich den Brasilianer im Fußball besiegen (2050), spricht mit Wissenschaftlern, Hackern (Kevin Mitnick), Entrepreneuren (Elon Musk) und wird bei all seinem grundlegenden humanistischen Pessimismus trotzdem weder zum Zyniker noch Angstmacher, sondern bleibt ein staunendes Kind, das doch so viel cleverer ist, als alle um ihn herum.

„Lo & Behold – Reveries Of The Connected World“ (was für ein herzoghaftirrer Titel wieder!) ist eine hervorragende Doku, wie eigentlich praktisch jede, die The Werner in den letzten 15 Jahren gedreht hat.

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