Filmtagebuch: „Zwei Tage, Eine Nacht“ mit Marion Cotillard

Marion Cotillard steht vor der Entlassung: die Kollegen aus ihrer Abteilung hatten die Wahl – entweder bleibt Cotillard in Lohn & Brot oder das eingesparte Gehalt wird aufgeteilt und jeder geht mit einem 1.000€-Bonus nach Hause. Cotillard hat ein Wochenende Zeit, die Mehrheit zu überzeugen, auf Geld zu verzichten, um ihr den Job zu lassen.

Die Ausgangslage des naturalistischen Dardenne-Dramas hat also, wenn man so will, mit dem Kampf gegen die Uhr eine gewisse Thrillerkomponente, was der Stringenz der Erzählung gut tut. „Zwei Tage, Eine Nacht“ ist ansonsten zumeist bedrückendes Sozialdrama und darin nicht unverwandt mit Ken Loachs letztjährigem Cannesgewinner „I, Daniel Blake“, aber ohne dessen Humanismus. Bei den Dardenne-Brüdern dominiert dagegen eine kühle Analyse von Solidarität in Zeiten der Not. Straff inszeniert, gut gespielt, aber vielleicht auch ein wenig zu repetitiv und schlussendlich simplifizierend in seiner Message.

* Regie: Jean-Pierre & Luc Dardenne
* Nominierung für Goldene Palme in Cannes (gewonnen hat „Winterschlaf“)
* Nominierung für Oscar / beste Hauptdarstellerin für Marion Cotillard

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