Song der Woche: LCD Soundsystem – American Dream

Das lange erwartete, erste richtige musikalische Lebenszeichen zu James Murphys Rückkehr mit LCD Soundsystem fällt auf den ersten Blick zwiespältig aus. Der Doppelsingle „Call The Police“ und „American Dream“ fehlt zunächst der Punch und vor allem die A-Seite „Call The Police“ wirkt wie LCD Soundsystem by the numbers, wie eine schwächere, an Bowie angelehnte Kopie seiner „Someone Great“ – Höhepunkte – also ein langsam und ruhig beginnender Track, der Soundschicht um Soundschicht anhäuft und am Ende im Überwältigungsmodus landen will. Inklusive Berlin-Referenz: „It moves like a virus and enters our skin / The first sign divides us, the second is moving to Berlin / But that’s not the state I’m in“.

Doch das eigentliche Goldstück liegt auf der B-Seite (oder besser der „AA-Seite“, sagt Murphy doch dazu: „i’m not doing “b-sides” for this, as this is, essentially, a “double A side” release“): „American Dream“. Selten war Murphy mehr in vollen Kraftwerk-Modus, liegt hier die Mensch-Maschine und „Neonlights“ doch als Vergleich auf der Hand. Murphys Lyrics gewinnen hier ein existentialistisches Grundthema („Find the place where you can be boring / Where you won’t need to explain / That you’re sick in the head and you wish you were dead“) und beschäftigen sich mit dem Hoffen auf eine Erlösung und den Momenten der Nacht, die der Jugend das Ziel versprechen und die im Alter als Situationen des vergeblichen Suchens erscheinen („Oh, the revolution was here / That would set you free from those bourgeoisie / In the morning everything’s clearer / When the sunlight exposes your age“):

So you kiss and you clutch but you can’t fight that feeling
That your one true love is just awaiting your big meeting
So you never even asked for names
You just look right through them as if you already came
It’s a drug of the heart and you can’t stop the shaking
‚Cause the body wants what it’s terrible at taking, oh

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