Colossal (Regie: Nacho Vigalondo) mit Anne Hathaway

Die Geschichte eines Rocknrollpartygirls, das den späten Nächten mit Biers in Bars nicht abgeneigt ist, weswegen sie von ihrem Freund vor die Wahl „get your shit together“ oder „getouttahere“ gestellt wird, und die scheinbar/anscheinend auf der anderen Seite der Weltkugel aus Versehen ein großes Monster erzeugt, das ferngesteuert durch Seoul godzillat, kann man entweder als große feministische Ode gegen das Patriarchat und passiv-aggressive männliche Arschlöcher lesen oder als großen Quatsch.

Für mich ist es ein schön absurdes Spiel, mit Mitteln des Genrefilms die Selbstbestimmung einer Frau zu inszenieren. Dass die Action wiederum in Asien stattfindet, ist da natürlich nur konsequent, denn solche Storylines und Absurditätshöhen kennt man aus dem westlichen Kino ja eher nicht, sondern findet man nur bei den asiatischen Kollegen – Tokyo wäre aber die noch konsequentere Schauplatzwahl als Seoul gewesen, denn einiges in dem Film sagt „unkontroverse Popcorn-Version von Sion Sono“.

Sehr gut ist übrigens Anne Hathaway, die die leicht verzaubernde Abgefucktheit besser transportiert als man ihr das mit Blick auf die bisherige Filmographie zugetraut hätte, und die Männer wie Dan Stevens ziemlich an die Wand spielt. Alles in allem ist „Colossal“ vor allem wegen seiner Originalität und seiner Attitude ein sehenswerter Film, auch wenn ihm im letzten Drittel etwas die Luft ausgeht.

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