vonChristian Ihle 16.02.2018

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Nach „Der fantastische Mr Fox“ ist „Isle Of Dogs“ (der in Deutschland leider den wirklich schlimm-nichtssagenden Titel „Ataris Reise“ bekommen wird) bereits der zweite Ausflug Wes Andersons in das Animationsgenre.

Das Kuriose dabei: wirkten die menschlichen Charaktere in Andersons hyperartifiziellen Filmen in den letzten Jahren oft wie karikatureske Abziehbilder, sind seine Animationsfiguren so fein geschrieben, dass sie sofort des Zuschauers Herz gewinnen und menschlicher wirken, als es Andersons Arthouse-Star-Parade in seinen Realfilmen gelingt. So auch in „Isle Of Dogs“, das die Geschichte einer japanischen Stadt in der nahen Zukunft erzählt, deren Bürgermeister des Menschen besten Freund aussortiert und samt und sonders auf eine Müllinsel deportiert.

„Isle Of Dogs“ ist trotz Setting und Thema kein Kinderfilm, sondern passt sich völlig in Andersons sonstigen Kanon ein. Auch in der Stopmotion-Welt ist die Ausstattung famos, wird auf jedes Detail geachtet, sich eifrig vor der Filmhistorie verneigt und ist Farbenpracht wie visueller Einfallsreichtum ein einziges Fest. Dazu sind die Hundecharaktere mit wenigen Strichen so fein herausgearbeitet, dass sich tatsächlich ein Ensemble-Cast-Gefühl ergibt, das durch den Film trägt.
„Isle Of Dogs“ ist Wes Andersons bester Film seit eben jenem tatsächlich fantastischen „Mr Fox“.

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