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vonChristian Ihle 02.03.2018

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Schwer zu sagen, ob man Darren Aronofskys „Noah“ als herrliches Fuck You! an alle Bibelkreise der Welt interpretieren oder als hanebüchenen Irrsinn verstehen soll. Arnonfsky („Black Swan“, „Wrestler“, „Mother!“) nimmt die alttestamentarische Geschichte um Noah und die Sintflut als Startrampe und entwickelt eine Welt, in der die Erben Kains über die Welt mit harter Hand herrschen, Anthony Hopkins als Methusalem den Großvater von Noah spielt und haushohe Kreaturen aus Fels („am zweiten Tag erschaffen“) als Gegenspieler zu den Menschen agieren – und sich dabei wie die Transformers bewegen, aber an den guten alten Steinbeisser aus der „Unendlichen Geschichte“ erinnern.

Sympathisch ist das schon, die „heilige Schrift“ als Storybuilding-Steinbruch zu verstehen und sich rosinenpickend an deren Legenden zu vergehen wie man das sonst aus dem Genre der Sandalenfilme kennt, in denen Hollywood den antiken Sagen im griechisch-römischen Stil Actionfilme abgerungen hat.

Aronofskys Bibelstreifen ist ein völlig bizarrer Film, der mit einer bemerkenswerten Selbstgewissheit die Absurditätshöhen von „Gods Of Egypt“ erklimmt und dabei wirkt, als hätte Terrence Malick ein neues Sequel der „Transformers“ verfilmt. Oder im Grunde eher, als hätten die Transformers höchstpersönlich Terrence Malick verfilmt.

* auf DVD erhältlich
* noch bis 12. März auf Amazon Prime

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