Archive for the ‘Believe The Hype’ Category

03.05.2011 von Christian Ihle
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Believe The Hype: Odd Future Wolf Gang Kill Them All

von Christian Ihle

Für neue Bands scheint 2011 eine Regel zu gelten: je absurder der Bandname, desto größer das Versprechen, desto brillanter die Lieder. Während die Songs der Kings-Of-Leon-Klons Mona so profan sind wie ihr Name, geben sich WU LYF aus Manchester keinen Deut weniger kryptisch als ihr Titel es vermuten lässt. Doch niemand führt einen ausgefalleneren Namen spazieren als die Odd Future Wolf Gang Kill Them All Crew aus Kalifornien – und niemand hat mehr Potenzial in den nächsten zwölf Monaten zur meist besprochenen Gruppe der Welt zu werden.

odd future

Odd Future und ihre beiden Hauptprotagonisten Tyler The Creator und Earl Sweatshirt machen Hip-Hop wie man ihn seit langer Zeit nicht mehr gehört hat. Die Älteren erinnern sich wehmütig an die Anfänge des Wu-Tang Clan, die Jüngeren beginnen zu verstehen, warum Eminem einst so eine kulturelle Wucht hatte. Der Hip-Hop-Mainstream, der Charts und Radios verstopft, ist meilenweit von der Punk-Attitude des Rap-Skater-Kollektivs aus Los Angeles entfernt, nicht umsonst bezeichnet Tyler – der 19 Jahre alte Kopf der Odd Future Gang – das Gros seiner Genregenossen als “40 year old rappers rapping about Gucci”. Was die jungen Skater allerdings auch in der Eminem-Schule gelernt haben, ist die vorherrschende Thematik ihrer Songs, die vor Homophobie, Gewalt und Misogynie nur so strotzen. Ein Augenzwinkern ist dabei nur schwer zu erkennen, aber dafür – wie in Eminems Anfangsjahren – der unbedingte Wille zur Provokation und Positionierung als Elternschreck. Ganz zufällig scheint die Verbindung von Odd Future zu Eminem auch nicht zu sein, war doch OFWGKTA-Manager Chris Clancy in seiner früheren Funktion federführend bei Eminems Marshall Mathers LP – und rappt Earl “I’m the reincarnation of ’98 Eminem”

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Gleich mitgedacht ist bei OFWGKTA auch immer die visuelle Umsetzung und so wundert es wenig, dass die beiden bisher bekanntesten Tracks … weiter lesen

11.04.2011 von Christian Ihle
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Believe The Hype, revisited: WU LYF – We never wanted to join any one else’s gang; we have our own gang.

von Christian Ihle

“The Lucifer Youth Foundation (World Unite) are kids that play heavy, lost brothers looking for a place to call home.”

Wenig Geheimnis haben wir daraus gemacht, dass wir WU LYF für die fantastischste neue Band des Erdenrundes halten und bereits letzten Sommer ausführlich versucht, die spärlichen Informationen zusammen zu tragen. Nachdem erste Liveauftritte außerhalb Manchesters nun absolviert und sogar Berlin zur Transmediale ein Besuch abgestattet wurde, lichtet sich langsam der situationistische Nebel um die Band.

We never wanted to join any one else’s gang;
we have our own gang.

Wir wissen nun, dess es WU LYF wirklich gibt (geil!), wie sie aussehen (eh, weniger geil als gedacht) und dass sie ohne Zweifel eine richtige Band und keine clevere Erfindung sind. Auch auf diese zynischen Einwände antworten WU LYF selbst übrigens in einer Art, vor der man nur den Hut ziehen kann:

It was never about anonymity, mystery. Narcissism seems to have become such a cultural norm that if a kid doesn’t care to publish his face, print his name and publish his biography then they pin you up for the easy way out. “Go Tell Fire” (das Debütalbum, Anm.) had a story, we just didn’t know how to tell it.

Und warum die Band nur in ihrem eigenen “Outlet” aufgespielt hatte, warum sie dann wiederum selbst jene Auftritte unterließ und für einige Zeit von der Bildfläche verschwand bis Anfang dieses Jahres die ersten Konzerte außerhalb Manchesters gegeben wurden, wird von WU LYF ebenfalls mit einer last gang in town – Attitude erklärt, wie man sie schon lange nicht mehr gesehen hat:

So we put all shit into establishing “Play Heavy Pop”, our monthly residency in an outlet café. It became our first attempt at creating an environment we felt ya couldn’t find in most night time dives, a place we call home. to pay top dollar to face expensive drink, real wild neo hipyipies (hipster; yuppies) worrying about their expensive shoes, their hair, real self conscious, you spend 3 years hanging around in it and it make you want to start spitting blood in their sterile faces. And then yr alternatives are meat heads in sparkly shirts groping tangerine queens or stinky lil dub step anarcho-punks squatting in their pants weighed down by all the bull shit that keeps talking out their asses. On another fucking level.

We killed “An Outlets PLAY HEAVY POP” because all the cats we were trying to escape from started turning up, pissing on our fire with their arms folded and their faces cynical.

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Von Anfang an taten wir uns sehr schwer damit, die Band in eine Schublade zu stecken, was doch eigentlich Lieblingshobby aller Popjournalisten ist. Wir können neben dem tomwaitsigen Gesang auf die Bedeutung der Rhythm Section verweisen, die neben Anklängen an die frühen Foals vor allem auch durch ihre offensichtliche Färbung via Hip-Hop-Vorlieben an jene beste Rhythm Section ever, Mani / Reni von den Stone Roses, denken lässt – was wohl letzten Endes tatsächlich der treffendste Vergleich für WU LYF sein mag, waren die Roses bei aller technischen Fertigkeit und Brillanz doch letzten Endes auch einfache Lads aus Manchester, die als Personen weit weniger clever/verkopft wirkten als man es aufgrund der Konstruktion ihrer Songs und der sie umgebende Aura vermutet hätte. “Spitting It Concrete Like The Golden Sun God” ist das “Fool’s Gold” der Fukushima-Generation.

We own everything.

We own everything. No record deal. No license. We own the rights to our recordings – the four baby boys of WU LYF. We control what we create and how we release it. And that’s all I got. Shit. The record drops on the 13th of June, attached is the opening track LYF, its yours to do what you want with, keep it good kids, because you know I love ya, I’ll always love you forever.

Nach jener legendären ersten Single, die auf 14 (!) Stück limitiert war und für 50 Pfund verkauft wurde steht nun die erste massenwirksame Veröffentlichung an. Am 13. Juni wird das heiß ersehnte Debütalbum “Go Tell Fire The Mountain” veröffentlicht werden – und tatsächlich machen WU LYF ihre Ankündigungen war und alles weiterhin auf eigene Faust, gründen sie doch extra dafür das Label LYF Recordings (für den weltweiten Vertrieb hat man sich allerdings etablierte Partner gesucht) und versuchen sich über die Lucifer Youth Foundation zu finanzieren:

The record will be released across the globe via L Y F recordings, the musical arm of the Lucifer youth foundation. Record labels are becoming more and more of an archaic concept; you can do everything they do with out them, if you use yr lil brain hard enough. The main thing they provide is cash flow and know how, and if you can source these elements from some where else and can retain total freedom and integrity, then you got the L Y F.

Vorab gibt es auch einen neuen Song, frei und einfach “LYF” betitelt, der aufhorchen lässt, weil WU LYF hier erstmals zeigen, dass sie nicht nur clever und gut können, sondern tatsächlich auch Refrains schreiben, die aus ihnen mehr als das Nischenphänomen 2011 machen könnten:

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Man darf also nur noch mehr gespannt sein, was das WU LYF … weiter lesen

24.02.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 10: Willkommen im Untergrund)

von Christian Ihle

Nachdem wir den Beschwerlichkeiten der Berlinale Tribut zollen und für einige Wochen unsere Jahresvorausschau unterbrechen mussten, wollen wir aber dennoch nicht darauf verzichten, unsere Lieblingskategorie noch zu präsentieren. Acts, denen wir in erster Linie fantastische Alben zutrauen, die aber in kommerzieller Hinsicht vielleicht Schwierigkeiten haben werden – mit WU LYF, Islet und dem Unknown Mortal Orchestra versuchen dabei gleich drei der vorgestellten Bands im Zeitalter von MySpace und Facebook wieder etwas Rätsel in die Musiklandschaft zurückzubringen:

WU LYF

wu lyf

Ohne Zweifel die interessanteste neue Band der Welt. Langsam lichtet sich der Nebel der Verwirrung, erste vermummungsfreie Bilder und die Namen der Bandmitglieder sind nun ebenso bekannt wie Auftritte außerhalb Manchesters absolviert. Noch immer wissen wir nicht wie wir WU LYF zutreffend beschreiben sollen und sind mit unserem Schubladenversuch Foals meets Tom Waits meets Hip-Hop-Sample-Leidenschaft meets Stone Roses dermaßen unzufrieden, dass wir kapitulieren und letzten Endes nur auf die Band selbst verweisen können:

“The Lucifer Youth Foundation (World Unite) are kids that play heavy, lost brothers looking for a place to call home.”

Verwiesen sei zudem auf unseren ersten Artikel über WU LYF und darauf, dass – ohne einen einzigen offiziell veröffentlichten Song – keine andere Band mehr Lieder in unsere 2010er Jahres-Top-50 gebracht hat wie Manchesters Finest, nämlich vier an der Zahl (Such A Sad Puppy, Heavy Pop, I Got Dem Wu Wu Busted Teef Spitting It Concrete Like The Golden Sun God, Concrete Gold).

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Anhören:
* I Got Dem Wu Wu Busted Teef Spitting It Concrete Like The Golden Sun God
* Heavy Pop
* Such A Sad Puppy
* Nic Cave

Chuckamuck

chuckamuck

Ich will nie mehr klagen, dass die Strokes, die Strange Boys, die Black Lips in Deutschland nicht möglich sind, dass das Rotzige heimischen Bands scheinbar schon von Beginn an ausgetrieben wird, denn Chuckamuck aus Berlin zeigen, dass ich ja doch falsch liege. Teenager sollten sich verlieben, betrinken, raufen und tanzen zu diesen Songs! Gröhlen, … weiter lesen

27.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 9: Gastautoren pt 2 – Vomit Heat, 206, Retro Stefson, Polyana Felbel, Penguin Prison)

von Christian Ihle

Anja Rützel vom Business Punk Magazin:

Peguin Prison (MySpace)

Ein Bandname, den man sofort auf T-Shirts krakeln will. Reichlich apokryphe Schnurren (im Gospelchor zusammen mit Alicia Keys, Sitzzwang auf der Bühne wegen beim Feuerlaufen verbrannter Fußsohlen, Formierung einer Fake-Boyband). Inspiration durch Prince und Michael Jackson. Ein leicht angekauztes Wunderkind, das alle Instrumente spielt – lauter Häkchen auf der großen Popquatsch-Checkliste von Penguin Prison. Die Musik: Dance-Pop mit Zwinkerpolitur und Neigung zum Oxymoron: So fidel die Musik tuckert und pluckert, so mildmelancholisch sind die Texte, falls jemand hinhören mag. “Animal Animal” zum Beispiel, eine Schnuffelnummer mit Howard-Jones-Erinnerungssynthies und Wham!-”aaahs”, handelt von ärgster Selbstentfremdung: “I wish Mike Tyson was my friend/Then I would tell him everything”. Who wouldn’t.

Anhören:

Golden Train (Radio Edit) by Penguin Prison

Uwe Viehmann, Ex-Chefredakteur der SPEX:

Retro Stefson (Homepage)

Das Intro von „Kimbabwe“, dem aktuellen Album von Retro Stefson, erinnert stark an den Beginn von „The Ides Of March“ vom 81er Iron-Maiden-Klassiker „Killers“. Was wirklich stimmt, aber auch auf die komplett falsche Fährte führt. Wie so viele andere Momente im Stilmix dieser blutjungen Band aus Island: Paul-Simon-Zitate; Vampire-Weekend-Paul-Simon-Zitat-Zitate; Rhythmen und Akkordfolgen also, die von Weißbroten gerne auch mal kollektiv unter Weltmusik subsummiert werden; hier ein kleines 8Bit-Elektro-Zwischenspiel, wie es Chilly Gonzales in seinen Teenager-Jahren auch gebastelt hätte; dort ein wenig 80er Rockpop – was für ein Unbegriff, ich weiß; großäugiger Funk; schön-schamlose Disco Licks; karibisches Orgelmarimba-Hüftkreisen, HipHop-Versatzbeats; Soul-Schwebeteilchen; Talking-Heads-Tricks; überraschende Breaks… eine insgesamt so dermaßen … weiter lesen

26.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 8: Hip-Hop/Pop)

von Christian Ihle

Nachdem wir vorgestern vier Punkhoffnungen für 2011 vorgestellt hatten, findet sich auch in unserer Hip-Hop-Runde ein junger Rapper bzw. ein junges Kollektiv, das eine Punk-Attitude mindestens ebenso lebt. Zumindest sind Tyler, The Creator und Kollegen wie Earl Sweatshirt bestens geeignet, Eltern zu verschrecken…

Tyler The Creator, Earl Sweatshirt und die Odd Future Wolf Gang Kill Them All crew (Tumblr)

odd future

Ein blutjunges Kollektiv aus Los Angeles schickt sich an, Hip-Hop wieder seine Härte zurückzugeben. Ganz unproblematisch ist es nicht, was die Odd Future Wolf Gang Kill Them All Crew (!) von sich gibt, Misogynie, Homophobie sind reichlich am Start und das Augenzwinkern schwer zu entdecken – wohl aber der Wille zur Provokation. Einen kleinen Riot wollen Odd Future starten und erzählen Mordsgeschichten, um Eltern zu erschrecken und die Hip-Hop-Altstars zu verstören, die Tyler (19 Jahre alt) nur als “40 year old rappers rapping about Gucci” disst.
Während Tyler, The Creator mit seinem ersten Mixtape “Bastard” für Aufsehen sorgte, ist es Kollege Earl Sweatshirts (17 Jahre alt) Video zu “Earl”, das bisher wohl die größten Wellen bisher schlug – hat sich doch jüngst erst Angus Andrew von den Liars als großer Fan geoutet. Von der Gruppe Skatepunk-Hiphoppern um Tyler und Earl wird man noch viel hören, bezeichnet sich doch Earl nicht zu Unrecht als “reincarnation of ’98 Eminem”.

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24.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 7: Punk)

von Christian Ihle

So wenig man The Exploited auch je ernst nehmen konnte, mit einem hatten sie wohl doch recht: Punk ist nicht tot, auch in diesem Jahr noch nicht. Vier Kandidaten für Punk, Abschlußklasse 2011.

Cerebral Ballzy (MySpace)

cerebral ballzy

In guter Punktradition zeugt der Bandname von schlechtem Geschmack. Aber Cerebral Ballzy wird man auch weder seinen Eltern vorspielen noch der Angebeteten als Hochzeitskapelle vorschlagen. Stattdessen wird man sich an das Prinzip Bierdusche erinnern, dem eigenen Alter nicht mehr gemäß auf Tanzflächen wild auf- und abspringen und Sätze wie “Don’t Tell Me What To Do!” brüllen. Kurz, wunderbar adoleszenter Neigungen nachgeben und den pubertären Punk genießen. Wenn das Debütalbum auch nur annähernd so gut ist wie A- und B-Seite der ersten Single, dann hat man endlich einen Nachfolger für Fucked Up gefunden, nachdem die Kanadier sich mit dem letzten Album ja etwas aus der wilden Brüllerei verabschiedet haben. Die größte Punkhoffnung des Jahres!

Anhören:
* Insufficient Fare
* Don’t Tell Me What To Do

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Flats (MySpace)

flats

Gut vernetzt ist die Punkband Flats aus London, die vor allem im dortigen Hipster-Bezirk Shoreditch ihre ersten Auftritte hatte. Die Debüt-EP wurde kurioserweise von Jamie Reynolds von den Klaxons produziert und ist eine klare Ansage hinsichtlich Kürze, Härte und Prägnanz. Für einen größeren Erfolg außerhalb der Punkzirkel fehlen den Flats bisher noch die Melodien, aber wie man hört, soll das Debütalbum weniger eindimensional werden und sich den einen oder anderen Trick von Comanechi … weiter lesen

18.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 6: Britische Gitarre)

von Christian Ihle

Dass wir mit Ausnahme der Heartbreaks den Brit-Pop-Epigonen für 2011 eher skeptisch gegenüberstehen, haben wir in unserer letzten Folge deutlich gemacht. Neben The Vaccines, die in unserer Lo-Fi-Folge bereits vorgestellt wurden, sind aber durchaus einige Künstler und Bands von der Insel interessant – auch oder gerade weil sie sich nicht an der Brit-Pop-Blaupause orientieren. Auch wenn die richtigen Knaller erst in der Underground-Folge vorgestellt werden, sind auch hier einige Perlen zu entdecken:

Anna Calvi (MySpace)

anna calvi

Bereits im Januar erscheint eines der interessantesten Alben für 2011. Anna Calvi, Ende 20, aus London und bereits Vorband bei Nick Caves Grinderman, ist eine der interessantesten neuen Stimmen. Für erstes Aufsehen sorgten eine Demo-Coverversion von Bowies “Sound & Vision” sowie ihre Single “Jezebel” – und das Album hält die früh gegebenen Versprechen auf eine neue PJ Harvey.
- Das Popblog präsentiert übrigens nach The Vaccines mit Anna Calvi auch gleich eine zweite Tour unserer I Predict A Riot – Tipps. Daten sind am Ende zu finden -

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Anhören:
* Blackout
* Jezebel

Fiction (MySpace)

Kein Zweifel, die Zeit der Post-Punk-Renaissance ist vorbei. Konnte man früher kaum auf den Dancefloor ohne einer Gang-Of-Four-Gitarre auf den Fuß zu treten, muss man 2011 schon lange suchen, bis man einen Franz-Ferdinand- / Bloc-Party- / Maximo-Park-Nachfolger entdeckt. Am ehesten tippen wir auf Fiction, deren Post-Punk dem Post-Everything-Everything-Goes-Geist entspricht. Hier wird sich nicht mehr sklavisch an der Blaupause von 1980 abgearbeitet, nein, es wird in den Topf geworfen, was einem vor der Nase herumtanzt. So dürfte auch spannend werden, welche Richtung das Debütalbum letztendlich … weiter lesen

13.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 5: Britpop)

von Christian Ihle

Kehrt da der klassische Britpop auf Samtpfötchen zurück? Nach den Golden Years der Libertines- und Franz-Ferdinand-Zeit war der britische Gitarrenrock in den letzten Jahren doch merklich leiser. Oasis Mk 2 aka Beady Eye und Konsorten wollen nun kommerziell zumindest wieder für Aufsehen sorgen – leider sind dabei nicht alle auch künstlerisch interessant…

Beady Eye (Homepage)

Ist das überhaupt eine neue Band? Vier Fünftel des letzten Oasis-Line-Ups und exakt die gleichen Inspirationen, die auch Manchesters Biggest hatten: die Stones, die Beatles und John Lennon. Nicht nur dass der Vorabdownload das Pianoriff aus „Let’s Spend The Night Together“ mehr oder minder einszueins ausleiht, nein, Liam nennt tatsächlich auch noch einen neuen Song auf dem Beady-Eye-Album „Beatles and Stones“. Immerhin kann ihm keiner vorwerfen, er würde seine Einflüsse verbergen…

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Anhören:
* Bring The Light

Brother

Es fällt schon sehr schwer, einer Combo ernsthafte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die aus der David-Brent-Stadt Slough kommt, deren Bandname dem Shirt-Aufdruck eines alten Oasis-Fotoshoots entspricht, die ihr erstes Pressefoto wie Gallagher für Arme gestaltet … weiter lesen

11.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot (Teil 4: We still heart MGMT)

von Christian Ihle

Nach dem nicht tot zu bringenden Megaerfolg von „Kids“ und der Weigerung MGMTs, einfach weiter Hits dieser Art zu schreiben, sucht man immer noch nach Nachfolgern. Einige Kandidaten neben den bereits in der Gastautorenfolge erwähnten Foster The People:

The Naked & The Famous (MySpace)

naked famous

Wann hat man schon mal Neuseeländer in dieser Rubrik zu Gast? Die Voraussetzungen, dass sie trotz eines mehr für Schafe als für Popstars bekanntem Mutterland für Aufsehen sorgen werden, sind auf jeden Fall vorhanden: noch etwas mehr Pop als MGMT und sogar schon einen Song zur Werbespot-Untermalung verkauft (aber gefährlich: frag Chairlift!). Dennoch: wird man noch häufiger hören, dieses Jahr.


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Anhören:
* Young Blood

Braids (MySpace)

braids

Irgendetwas gutes hat der Animal Collective – Hype also doch, zeigen die US-Amerikaner von Braids den Bloglieblingen wie man Folk, Singer/Songwriter-Tum, chillwavige Ansätze und eben Animal Collective – Einflüsse zu großem, zurückhaltenden Pop mischt. Mit „Lemonade“ ist ihnen einer der entspanntesten Hits des Jahres gelungen, der einem auch noch die schöne Hass-Strophe „I told him to get fucked and then get laid / Now what do you say to a man who’s got no taste, / who’s really got no potential / except to procreate so inessential” vorsingt. … weiter lesen

10.01.2011 von Christian Ihle
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2011 – I Predict A Riot: Teil 3 Gastautorentipps – Jai Paul, Katy B, High Quality Girls, Foster The People, Champions

von Christian Ihle

Wie im letzten Jahr haben wir auch diesmal wieder eine Handvoll Gastautoren eingeladen, in die heimischen Redaktions-Glaskugeln zu schauen. Hier die erste Hälfte, mit Dank an Rolling Stone, Zeit, MotorFM, Fidel Bastro und Spreeblick!

Joachim Hentschel für den Rolling Stone:

Jai Paul

Wie schön, es gibt tatsächlich erst ein einziges komplettes Stück von Jai Paul, und man kann damit ganz großartig die üblichen, fröhlichen Listening-Sessions mit saisonalen Blog-Frühstücksbrot-Sardellencreme-Hypes simulieren (er selbst ist freilich auch einer):
die exakt dreieinhalb Minuten von „BTSTU“ einfach immer wieder hintereinander laufen lassen, nochmal und nochmal, bis die Zeit vergeht und man über das Anfangsstadium hinauskommt. Bis man soweit ist, dass man den Widerhall von Prince und meinetwegen D’Angelo und noch meinetwegener Pharrell Williams zwar noch hört und den Minimal- R’n’B-Kick-und-Klick. Bis man aber auch endlich eingenudelt wird von dieser ständig von vorn beginnenden Hasenpfoten-Melodie, die ebenso esoterisch ist wie unbändig versaut, von Laserkanonen beschossen, von Bratzwürmern auf dem Rücken getragen und weißen Handschuhen gestriegelt. Jai Paul, der Daddler und Fistler, ist eben 22 geworden, hat noch nie vor fremden Leuten gespielt, bekam für seine MySpace-Schnipsel einen Plattenvertrag, lehnte ein Interview mit dem „NME“ ab, weil er und seine Freunde ihn uncool finden, arbeitet im Moment in seiner Londoner Küche am ersten bezahlten Werk. Wenn das Vorspiel nicht täuscht, wird es ein Abenteuer. (Joachim Hentschel, Rolling Stone Magazin)

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Anhören:
* BTSTU

Anne Wizorek für Spreeblick:

Katy B … weiter lesen