Archive for the ‘Die Bücher zum Thema’ Category

26.03.2013 von Christian Ihle
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Aus der Fanzine-Welt: “Schinken-Omi” und “Transzendieren Exzess Pop”

von Christian Ihle

Weiter auseinander könnten zwei Fanzines kaum noch sein als die beiden jüngst auf unserem Schreibtisch gelandeten “Schinken Omi” und “Transzendieren Exzess Pop” – was sich auch schon im Titel widerspiegelt.




“Schinken Omi” wird von Intro-Kollegen um Linus Volkmann herausgegeben und liefert herrlichsten Quatsch mit einer Punkattitude. Zur Grundidee wird erhoben, dass die gute alte Oma, die – bei allen Altersgebrechen – die Zeiten des Deutschen Reichs noch gut in Erinnerung hat, die Popwelt des Jahres 2012 erlebt und kommentiert. Ausflüge ins Berghain und auf den Piraten-Parteitag werden dabei ebenso imaginiert wie Bewerbungsschreiben an Unternehmen verschickt, in denen sich die Titelheldin aufgrund ihres gesegneten Alters als prädestiniert für einen Job als “Senior Developer Java” vorstellt oder die “Treppenlifta-Rockliga” präsentiert, bei der Silbermond, Revolverheld und Konsorten in schönstem Marketingdeutsch für Pseudohipsterzielgruppen vorgestellt werden.


Das ist oft absurd, manchmal albern und… weiter lesen

27.02.2013 von Christian Ihle
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Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters von Tilman Rammstedt

von Christian Ihle

“Sehr geehrter Bruce Willis,
es tut mir leid, Sie noch einmal belästigen zu müssen. Es ist das letzte Mal, versprochen. Nun soll mein Roman tatsächlich erscheinen und ich wollte mich herzlich bedanken. Ohne Sie hätte mein Bankberater das nie geschafft, ohne Sie wäre es nie zu einem einigermaßen glücklichen Ende gekommen. Ich hoffe es ist nicht zu viel verlangt, wenn ich noch um ein kurzes Zitat für den Buchumschlag bitte. So etwas wie


“Dieses Buch ist besser als all meine Filme” – BRUCE WILLIS



“Ich konnte nicht aufhören zu lachen. Und ich lache bekanntlich nie.” – BRUCE WILLIS


Suchen Sie sich einfach eines aus. Schön wäre es, noch heute von Ihnen zu hören. Der Umschlag wird nämlich morgen gedruckt. Vielen Dank im Voraus,
Ihr Tilman Rammstedt”





Auf einer faszinierenden Grundidee basiert… weiter lesen

08.01.2013 von Christian Ihle
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Peter Neururer: Aus dem Leben eines Bundesligatrainers

von Christian Ihle

Die Peter-Neururer-Biographie beginnt, wie man sich den Anfang einer Geschichte über den alten Ruhrpotthund immer gewünscht hatte: verrauchte Hinterzimmer, Laissez-faire-Lebensweise, Pokertische, hohe Wetteinsätze, kleine & große Katastrophen, aber vor allem: Aufstehen, wenn man auf die Fresse geflogen ist.




So nimmt die Geschichte des Bundesligatrainers Peter Neururer ihren Anfang mit einer sechsstelligen Summe an Wettschulden, die Neururer in den 80ern an einem einzigen Abend anhäufte, als er die Quartalseinnahmen aus seinen beiden Tennisschulen auf den Wetttisch gelegt hatte (wobei ein kurzes Überschlagen der Summen nach all den Informationen, die im Text gegeben sind, einen rätseln lassen, wieviele Stunden der Tennistrainertag des Studenten Neururers gehabt haben möge – oder welch astronomischen Summen im Ruhrpott vor dreißig Jahren für eine Stunde Tennistraining gezahlt worden sind… Auch wenn man mit einiger Überraschung liest, dass Neururer ein so talentierter Tennisspieler war, dass er tatsächlich… weiter lesen

10.10.2012 von Christian Ihle
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Reynolds & Clover: Retromania & 1989 – Bob Dylan Didn’t Have This To Sing About

von Christian Ihle

REYNOLDS UND CLOVER


von Moritz Baßler
aus: POP. Kultur und Kritik ◆ Heft 1 Herbst 2012 ◆ S. 81-85 ◆ © transcript




You say you want a revolution. Well, you know… (The Beatles)

I said Baby relax, it’s bigger than that! (Giant Sand)

Tonight – tonight, tonight (Kings of Leon)


We Were Promised Jetpacks heißt eine dieser Jungsbands – zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug –, die konstant ihr Indie-Publikum finden, im intellektuellen Diskurs über Pop aber inzwischen als hoffnungslos retro gelten. Simon Reynolds’ »Retromania« ist seit dem letzten Jahr die Bibel dieses Diskurses; in seinem viel besprochenen Buch über »Pop Culture’s Addiction to Its Own Past« beklagt der Musikkritiker, die Zukunft, die die Popmusik uns einst verheißen habe, sei nie eingetroffen, das Versprechen selbst trage inzwischen nostalgische Züge – mit anderen Worten: Man hat… weiter lesen

31.05.2012 von Christian Ihle
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Mandels Büro (Autor: Berni Mayer)

von Christian Ihle

Die Rock’n'Roll Detektive legen los. Eben noch arbeiteten Max Mandel und Sigi Singer als Musikjournalisten beim Rock’n'Roll Express und interviewten Popstars. Jetzt sind sie arbeitslos. Mandel und Singer beschließen ein Detektivbüro zu übernehmen und belegen bei der IHK einen Kurs, um das Zertifikat “staatlich geprüfter Detektiv zu erhalten”…



mandels büro


Ganz ehrlich, was einleitende Promotexte zu Büchern angeht, steht obiger auf der Skala von “sofort zum Buch greifen!” zu “erst wenn mein letztes TKKG – Buch gelesen ist” schon sehr klar in der TKKG-Ecke. Aber damit tut man “Mandels Büro” tatsächlich unrecht, handelt es sich doch bei Berni Mayers Debütroman um einen lakonischen, gut zu lesenden, kleinen Krimi, der in der Musikindustrie spielt und mit schönen, eingeschobenen Slayer-Analysen aufwartet.

Mayer, früher Chefredakteur bei MTV, spielt schön mit den Rock-Klischees und versucht sich an einem Wolf Haas’schen Tonfall, auch wenn sein Mandel sicher… weiter lesen

22.01.2012 von Christian Ihle
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Daniel Erk: So viel Hitler war selten – Die Banalisierung des Bösen oder Warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist

von Christian Ihle

erk


„Denn die Quoten sind im Keller
es ist längst nicht mehr schön
und “Der Stern” gibt uns:
’Hitler – menschlich gesehen’“


…sang Bernd Begemann schon vor etlichen Jahren und es hat sich immer noch nichts daran geändert, dass Hitler auf Spiegel- und Stern-Titelbildern seinen Stammplatz hat, dass Guido Knopp auch noch die xte Nazi-Doku im ZDF unterbringt. Ja, „Hitler’s in the charts again“, um es mit The Exploited zu sagen. Daniel Erk, Autor des Hitlerblogs der TAZ, hat nun sein erstes Buch veröffentlicht und analysiert die mediale Faszination und „warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist“ (so der Buchuntertitel, natürlich eine Anspielung auf Jan Delays Song www.hitler.de). Dabei gelingt es ihm einerseits, Kuriositäten und Fundstücke rund um Hitler zu präsentieren, diese aber immer mit klarer Meinung zu kommentieren, um gerade die Verharmlosung der Geschichte, die dabei unweigerlich geschieht, in den Mittelpunkt… weiter lesen

10.11.2011 von Christian Ihle
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Die irrsten Bücher der Welt: the weird book room.

von Christian Ihle

Die verrücktesten Bücher der Welt?
Der Internetbuchladen abebooks.com versammelt all die bizarrsten Buchtitel wie “The Bible & Flying Saucers”, “Teach your wife how to be a widow” oder den Klassiker “How to avoid huge ships” in einer Extra-Abteilung.

Auch praktische Tipps wie “Anybody can be cool …but awesome takes practice” oder “People with long ears – the pratical guide to donkey keeping” finden sich im weird book room ebenso wie all die Lexika und Nachschlagewerke die man schon immer vermisst hat, zum Beispiel “101 more uses for a Dead Cat” oder das “Who’s who of british beheadings”:

02.11.2011 von Christian Ihle
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WHO’S THAT GRRRL? – Eine Einleitung zu RIOT GRRRL REVISITED

von Christian Ihle

Als der amerikanische Rolling Stone im Jahr 2003 in einem Sonderheft die »100 besten Gitarristen aller Zeiten« kürte, befanden sich unter den Auserwählten gerade einmal zwei Frauen (mit Joan Jett war wenigstens ein Vorbild der Riot-Grrrl-Bewegung dabei). Carrie Brownstein von Sleater-Kinney gelang zwar vier Jahre später der Sprung in die Rolling Stone-Liste der 25 am meisten unterbewerteten Gitarristen aller Zeiten – jedoch als einzige Frau inmitten der üblichen männlichen Verdächtigen. Die niedrige Frauenquote stimmt traurig, weil es eindeutig mehr als zwei Frauen gibt, die ihre Instrumente beherrschen.

So haben sich Kathleen Hanna & Co. die musikalische Revolution mit Sicherheit nicht vorgestellt, als sie 1991 in einem kleinen Kaff namens Olympia an der Westküste der USA zur Revolution Girl Style Now aufgerufen haben. Das in der zweiten Ausgabe des Bikini Kill-Zines veröffentlichte, legendäre Riot-Grrrl-Manifest gilt als symbolischer Auftakt der feministischen Musikbewegung, an deren Spitze Bands wie Bikini Kill, Bratmobile oder Heavens to Betsy standen. Das Manifest forderte Mädchen und junge Frauen dazu auf, nicht mehr länger den Mund zu halten und war eine harsche Antwort auf den Postfeminismus und Backlash der Achtzigerjahre, der Frauen in den USA suggerierte, in der Berufswelt alles erreicht zu haben und weibliche Mitglieder von Indierockbands dazu verdonnerte, wenn überhaupt, dann höchstens
Bass spielen zu dürfen. Schon 1978 hatte Poly Styrene, die kürzlich verstorbene feministische Ikone aller Riot Grrrls, im Intro ihres größten Hits »Oh Bondage Up Yours« verkündet: »Some people think that little girls should be seen and not heard.«

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Zwar gab es im Punk einzelne weibliche Stimmen, wie die der X-Ray-Spex-Sängerin, die durchaus gehört wurden, doch waren diese Stimmen bis zu Beginn der Neun -ziger an den Rand gedrängt worden. Erst dann erstürmte eine Horde wütender Mädchen energisch die Rockbühnen dieser Welt, um sich endlich Gehör zu verschaffen.
»I want to be the Girl with the most Cake«, sang Courtney Love zu Beginn der Neunziger, als sie noch mit der Riot-Grrrl-Bewegung sympathisierte, wie das Treffen zwischen ihr und Martin Büsser in unserem Reader zeigt. Riot Grrrls wollten die ganze Bäckerei gleich mit dazu.

In den Neunzigern ereignete sich etwas in der Popkultur, das es so vorher noch nicht gegeben hatte: Frauen machten in der Öffentlichkeit Lärm, der einem heute, zwanzig Jahre später, weit weg vorkommt. Riot Grrrls machten sogar derart viel Radau, dass selbst die Mainstream-Medien von ihnen Notiz nahmen und kurzzeitig versuchten, sie in den Pop-Olymp zu katapultieren. Wütende Musik von Frauen die in den Achtzigern noch rigoros in den Underground verbannt worden wäre, lief plötzlich im Radio, oder wie Bikini Kill sogar in einer Folge der erfolgreichen Familien-Sitcom Roseanne, in der Jackie und Roseanne eine jugendliche Anhalterin auflesen und mit ihr volle acht Minuten über Riot Grrrl diskutieren.

Riot Grrrl vollbrachte, was zuvor noch keiner popkulturellen Bewegung gelingen wollte, und transportierte feministische Issues in den Mainstream. Musik war plötzlich nicht nur Teil einer Bewegung, sondern führte sie sogar maßgeblich an. Zum
ersten Mal in der Musikgeschichte waren Frauen die Anführerinnen einer popkulturellen Bewegung. Und zwar nicht als Einzelkämpferinnen, wie zuvor noch im Punk, sondern als Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Denn: Every Girl is a Riot Grrrl!
Auch wenn wir beide während der Hochphase von Riot Grrrl noch zu jung waren, um diese Revolution der amerikanischen Subkultur selbst miterleben zu können (im Prä-Internetzeitalter mahlten die Mühlen eben langsamer), hat uns die von Riot Grrrl formulierte Gesellschaftskritik zu einem späteren Zeitpunkt unseres Lebens tief geprägt. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Popkultur und feministischer Kritik wurde Teil unseres Alltags, und hat so nicht nur einenentscheidenden Einfluss auf unsere Plattensammlungen und politische Sozialisation ausgeübt, sondern bis in die Gegenwart einen zentralen Stellenwert in unseren Leben beibehalten.

Durch Riot Grrrl war es auf einmal wieder cool, sich mit Feminismus auseinanderzusetzen. Das mag aus heutiger Sicht banal klingen, aber ein feministisches Kollektiv, das ohne Angst vor Ablehnung das F-Wort ganz plakativ an die große Glocke
hängte und in kämpferische Songs über Missbrauchsängste und Schönheitsterror verpackte, die trotzdem im Radio liefen, war ein Traum, der in den Neunzigerjahren kurz in Erfüllung ging. Riot Grrrls sangen über Frauenthemen, die in der Rockmusik lange Zeit ignoriert oder in die lahme Liedermacherinnen-Ecke der Womyn’s Music verbannt worden.
Aus den Womyn der Siebzigerjahre wurden Girls. Oder eben Rebel Girls. Riot Grrrl war der Startschuss der sogenannten dritten Welle, eines neuen Feminismus’, der die Zweite Welle einer notwendigen Verjüngungskur unterzog und die feministischen Debatten der Mütter auf einmal wieder für die Töchter interessanter machte.

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Auch hierzulande wurde die Girlism-Debatte aufgegriffen (wenn auch mit einigen Jahren Verzögerung). Doch während sich in den USA junge Frauen in anarchistischen Schulmädchenoutfits trotzig zu Grrrls zusammenschlossen und »Suck My Left One« skandierten, griffen die deutschen Medien die feministische Subkultur aus den Staaten nur in seiner verwässerten Form auf und feierten lieber die Geburtsstunde des Girlies. Statt Songs wie »Rebel Girl« plärrte hierzulande nur Lucilectrics »Weil ich ein Mädchen bin« aus dem Radio. Immerhin existierte mit Parole Trixi wenigstens eine Band in deutschen Gefilden, die angetreten war um das Erbe der Riot Grrrls auch hier zu verbreiten. Ein Gespräch mit der ehemaligen Sängerin und dem Gründungsmitglied Sandra Grether darf aus diesem Grund im ersten hierzulande veröffentlichten Reader über Riot Grrrls deshalb genauso wenig fehlen wie eine Analyse möglicher Gründe dafür, warum Riot Grrrl in Deutschland nie so richtig Fuß fassen konnte.

Riot Grrrl Revisited will keine verklärte Nineties-Nostalgie heraufbeschwören (okay, vielleicht ein bisschen) und auch nicht den Eindruck erwecken, es, als würden an dieser Stelle Veteraninnen vom Krieg erzählen. Wir wissen, dass in der Retrospektive vieles besser erscheinen kann, als es tatsächlich vielleicht gewesen ist. Und schon allein aufgrund unserer persönlichen Verbundenheit mit dem Thema soll dieses Buch weniger der Versuch sein, eine objektive Geschichts-schreibung von Riot Grrrl abzubilden, viel wichtiger ist uns die Frage: Was ist von der Revolution übrig geblieben?
Wo sind die Rebel Girls von heute? Denn: Geblieben ist einiges, verändert hat sich für Frauen im Musikgeschäft eher … weiter lesen

12.07.2011 von Christian Ihle
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Roger Ebert: Your Movie Sucks

von Christian Ihle


„1000 Filme, die Sie sehen sollten bevor das Leben vorbei ist!“
oder „Die besten Filme der 80er!“ – das Angebot auf dem Filmbuchmarkt liest sich zuweilen wie ein Werbeslogan eines beliebigen Formatradios: das Beste von gestern bis heute!

Wie erfrischend ist es da, ein Buch mit dem einfachen Titel „Your Movie sucks!“ in die Hand zu bekommen, auf dessen Cover Dir ein grimmiger alter Mann entgegen starrt. Wenn es sich bei jenem grimmigen Typ auch noch um Roger Ebert, den großen alten Mann der amerikanischen Filmkritik handelt, ist stundenlanges Vergnügen garantiert.

Ebert veröffentlicht in „Your Movie sucks“ gesammelte Rezensionen der letzten Jahre und zwar ausschließlich Kritiken über Filme, die vor seinen Augen keine Gnade fanden. Den Anti-Kanon, wenn man so will.

Das schöne an Ebert ist dabei, dass er weder Verrisse der Verrisse … weiter lesen

27.06.2011 von Christian Ihle
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Ansgar Brinkmann: Der weisse Brasilianer

von Christian Ihle

Wenn ein Fußballprofi nach dem Ende seiner Karriere eine Biographie veröffentlicht, hat er normalerweise eine Weltmeisterschaft gewonnen (Franz Beckenbauer) oder wenigstens eigenhändig eine WM verloren (Oliver Kahn). Ansgar Brinkmanns größter Erfolg ist dagegen eine deutsche Jugendmeisterschaft mit selig Bayer Uerdingen.

ansgar brinkmann

Dass Brinkmann dennoch interessant genug erscheint, sein Leben erzählen zu dürfen, liegt daran, einer der oft vermissten “Typen” im deutschen Fußball zu sein. Dass er dazu noch stolz seinen Spitznamen “Der weiße Brasilianer” trägt und zu Zeiten, als die Zweite Liga noch unter dem Kosenamen “Klopperliga” firmierte, spielerischen Glanz in die unwahrscheinlichsten Ecken Deutschlands brachte – Osnabrück! Gütersloh! – macht ihn tatsächlich zu einem bemerkenswerten Fall.

Aber sind wir ehrlich: der einzige Grund, warum Brinkmann seine Karriere in Buchform präsentieren darf, ist seine außergewöhnliche Eskapadenschlagzahl. … weiter lesen