Archive for the ‘Ich kenne das Leben, ich bin im Kino gewesen’ Category

16.05.2013 von Christian Ihle
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Paradies: Hoffnung (Regie: Ulrich Seidl)

von Christian Ihle



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1. Der Film in einem Satz:


If you’re happy and you know it, clap your fat!


2. Darum geht‘s:


Die 14jährige, übergewichtigte Melanie wird von ihrer Mutter in den Sommerferien in ein Diätcamp abgeschoben. Mit 15 anderen dicken Kindern soll sie dort Disziplin, Abnehmen und gesunde Ernährung lernen. Doch genauso lernt sie auch das Feiern, die Freundschaft und die erste Liebe kennen. Doof nur dass letztere ausgerechnet der 50jährige Internatsarzt sein muss…

Mit seiner “Paradies”-Trilogie ist Ulrich Seidel etwas außergewöhnliches gelungen: mit jedem der drei Teilen war er bei einem der drei großen Filmfestivals vertreten: “Paradies:Liebe” um Sextourismus alter deutscher Frauen in Afrika lief in Cannes, “Paradies:Glauben” hatte dank einer Kruzifix-Masturbationsszene einen ordentlichen Skandal im italienischen Venedig verursacht und “Paradies:Hoffnung” lief als Abschluss des Seidel’schen Tryptichons im Wettbewerb der Berlinale.

Wie… weiter lesen

25.04.2013 von Christian Ihle
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Side Effects (Regie: Steven Soderbergh)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


Dieser Film hat Nebenwirkungen: Plottwists bis einem schwindelig wird.


2. Darum geht‘s:


Die depressive und selbstmordgefährdete Emily (Rooney Mara aus “Verblendung”) sucht den Psychiater Dr. Banks (Jude Law) auf. Banks gelingt es nicht völlig, Emilys Gemütsschwankungen zu beseitigen und verschreibt ihr verschiedene Arzneimittel. Wenig später ersticht Emily ihren Mann.
Hat sich Banks schuldig gemacht? War die Medizin verantwortlich? Ist Emily nicht nur eine Mörderin – sondern auch eine schuldige Mörderin, war sie also überhaupt zurechnungsfähig?


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Das sind die Fragen, um die sich “Side Effects” zunächst zu drehen scheint bevor sich in der letzten halben Stunde alles noch zwei mal auf den Kopf stellt (und der Film von Twist zu Twist unglaubwürdiger wird). Bei “Side Effects” handelt es sich… weiter lesen

22.04.2013 von Christian Ihle
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Formentera (Regie: Ann-Kristin Reyels)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


“Es gleicht sich alles aus. Wenn nicht rechnerisch, dann kosmisch.”



2. Darum geht‘s:


Ein Pärchen um die 30 besucht im Urlaub die kleine Hippie-Kommune seiner Eltern auf Formentera. Während sie sich nur schwer überwinden kann, überhaupt auf die Insel zu fahren und ihr gemeinsames Kind für die Urlaubszeit bei ihrer Mutter in Berlin zu lassen, will er aus dem Alltagstrott der heimischen vier Wände ausbrechen und sehnt sich nach einem neuen Leben auf der spanischen Insel. Als die beiden gemeinsam mit einer bei den Eltern kennengelernten Freundin schwimmen gehen und das andere Mädchen verschwindet, spitzt sich die Szenerie zu und all die verborgen gehaltenen Animositäten brechen auf.


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“Formentera” liegt also tief im “Alle Anderen”-Land und leidet auch unter diesem offensichtlichen Referenzpunkt. Während… weiter lesen

17.04.2013 von Christian Ihle
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The Broken Circle (Regie: Felix Van Groeningen)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


Life & Death in einer Bluegrassband.


2. Darum geht‘s:


Didier, Ex-Punk & Sänger einer Bluegrass-Band, verliebt sich in die Tattookünstlerin Elise. Die beiden gehen gemeinsam auf Tour, bekommen ein Kind und sind so ziemlich die glücklichsten, unangepassten Menschen in Flandern. Doch als nach sieben glücklichen Jahren das Unheil hereinbricht, zeigt sich das Leben in der größtmöglichen Härte: die kleine Tochter erkrankt an Krebs, die beiden Liebenden entzweien sich in Kampf, Furcht und Trauer.


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The Broken Circle ist ein intensives Drama um Leben und Tod – wie man mit beidem umgeht und wie zerstörerisch das Leben auf die Liebe wirken kann. Man kann es The Broken Circle gar nicht hoch genug anrechnen, dass er ein Tränenzieher allererster Klasse ist und… weiter lesen

12.04.2013 von Christian Ihle
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Oslo, 31. August (Regie: Joachim Trier)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


24 Stunden Oslo. 24 Stunden auf der Suche nach einem Grund zu leben.


2. Darum geht‘s:


Anders steht kurz vor dem Ende seiner Zeit in einer Entzugsklinik. Er ist seit zehn Monaten clean, kein Kokain, kein Heroin mehr, nicht einmal ein Bier. Heute kann er seinen ersten Tag ohne Betreuung in Oslo verbringen, ein Vorstellungsgespräch für einen Job als Journalist ist der Grund.
Anders fährt nach Oslo, besucht einen alten Freund, absolviert das Vorstellungsgespräch, hat eine Verabredung mit seiner Schwester, geht auf eine Feier, trifft alte Kumpels und junge Studentinnen, bricht mit ihnen zu den ersten Sonnenstrahlen ins Olsoer Schwimmbad ein, kehrt in das verlassene Haus seiner Eltern zurück.





Ein Tag im Leben eines ehemaligen Drogensüchtigen. Aber “Oslo,… weiter lesen

03.04.2013 von Christian Ihle
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FFFnights: Stoker (Regie: Chan-Wook Park)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


Coming-of-Age einer jungen Psychopatin.



2. Darum geht‘s:


Der südkoreanische Regisseur Chan-wook Park ist seit „Oldboy“ eine Genre-Legende. Sein neuer Film ist seine erste englischsprachige Arbeit und wurde aufgeregt erwartet – und trotz des Titels geht es nicht um Vampire.

Die 18jährige India Stoker (Mia Wasikowska) verliert an ihrem Geburtstag ihren Vater bei einem Autounfall. Auf der Beerdigung taucht überraschend Indias Onkel Charlie (Matthew Goode) auf, von dem sie bis dato nichts wusste. Der charmante junge Mann zieht zu den beiden zurückgebliebenen Frauen. Charlie ist undurchsichtig und unheimlich, aber mit einer besonderen Verbindung zu der jungen Frau. Und auch zu ihrer Mutter Evie (Nicole Kidman), die in Charlie eine jüngere Version ihres verstorbenen Mannes sieht.


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India fühlt sich zu Charlie hingezogen… weiter lesen

21.03.2013 von Christian Ihle
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Herr wirf Geschmack vom Himmel: Fußballer und ihre Lieblingslieder

von Christian Ihle

Da ist mir die WELT jetzt tatsächlich zuvor gekommen, wollte ich doch einen derartigen Text auch schon ewig mal zusammenfassen: Fußballer und ihre Lieblingslieder!




Dass der Musikgeschmack “unserer” Fußballstars diesseits von Mehmet Scholl fürchterlich sein würde, hatten wir schon immer geahnt. Scholl ist in der Zwischenzeit ein respektabler Radio-DJ geworden und ließ einst auf seinem Abschiedsspiel die kanadische Queercore-Band Hidden Cameras auftreten, was gerade im ultra-homophoben Kontext der Fußballszene schon ein sehr schönes Fuck You war. Zum Hidden-Cameras-Hit “Golden Streams” existiert im übrigen auch ein, nun ja, sehenswertes Video:


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Der Rest dagegen: The Bad, The Bad & The Ugly



(Marcell Jansen und der Ärger, wenn der Tätowierer sich bei der Lieblingsband verschreibt! ScorpionS, ffs!)


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11.03.2013 von Christian Ihle
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The Crime (Regie: Nick Love)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


“The Shield” meets “Heat” mit Plan B.
(…den Rapper Plan B, nicht dass noch jemand denkt, The Crime hätte mehr als eine Idee!)


2. Darum geht‘s:


Polizist Jack Reagan ist einer der alten Sorte: wenn’s die Richtigen trifft, kann man auch erst schlagen und dann fragen! Er leitet die Sondereinheit “The Sweeney” (so auch der Originaltitel), die in der Unterwelt mit rauhen Methoden aufräumt und sich so dort etliche Feinde macht. Dass auch die Internal Affairs Abteilung der Polizei nicht glücklich mit Reagans Methoden ist, liegt sicher an seiner unkonventionellen Art – aber eben auch daran, dass Reagan mit der Frau des Internal-Affairs-Chefs ins Bett steigt. Als die Sonderabteilung wieder einmal einen Bankraub unterbinden will, bemerken sie, dass sie in einen Hinterhalt gelockt wurden. Eine große Schießerei an Londons… weiter lesen

05.03.2013 von Christian Ihle
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Sightseers (Regie: Ben Wheatley)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:

Natural Born Killers in der britischen Countryside.



2. Darum geht‘s:

Topf und Deckel: der wegen seiner Rothaarigkeit als Kind gehänselte Chris und die von ihrer Mutter unterdrückte Tina sind ein frisch verliebtes Paar. Mitte 30 und erstmals so richtig in einer Beziehung – das feiert man natürlich mit einem akribisch durchgeplanten Wohnwagenausflug durch das englische Hinterland. Vor allem Chris erweist sich dabei schnell als passiv-aggressiv, wenig später auch als aktiv-aggressiv, wenn Umweltverschmutzer, Ignoranten und Daily-Mail-Leser ihm über den Weg laufen. So pflastert Blut ihren Wohnwagenweg quer durch England. Es trifft selten den Falschen, aber die Allmachtsfantasien des in der Jugend unterdrückten Paares werden von Mord zu Mord größer.

“Sightseers” ist, gelinde gesagt, ein ungewöhnlicher Film. Zwei nun wirklich gänzlich unsympathische Hauptdarsteller und eine doch recht realistische Abbildung eines unerfüllten Lebens bietet weder Identifikations- noch Eskapismuspotential. Dennoch gelingt es Regisseur… weiter lesen

22.02.2013 von Christian Ihle
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Stirb Langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben (Regie: John Moore)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


Die Stallonisierung des Bruce Willis.


2. Darum geht‘s:


John McClane, alter Recke der New Yorker Polizei, muss entdecken, dass sein Sohn wegen eines Attentatsversuchs in einem russischen Gefängnis einsitzt. Flugs macht sich McClane auf den Weg nach Moskau, um der Gerichtsverhandlung beizuwohnen. Da neben dem Junior auch ein milliardenschwerer Oligarch angeklagt ist, kommt es zu einem Zwischenfall: das Gerichtsgebäude wird bebombt, um die Aussage des Oligarchen zu verhindern, die den Innenminister belasten könnte. McClane rettet Sohn und Oligarch und auf geht’s – warum auch nicht – nach Tschernobyl, wo Herr Oligarch eine Akte mit belastendem Material versteckt hält…


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“Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben” ist nun die vierte Fortsetzung des besten Actionfilms aller Zeiten, jenes epochalen Werkes… weiter lesen