Archive for the ‘Ich kenne das Leben, ich bin im Kino gewesen’ Category

19.03.2012 von Christian Ihle
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Viva Riva! (Regie: Djo Tunda Wa Munga)

von Christian Ihle

viva riva


1. Der Film in einem Satz:


Money. That’s what I want.


2. Darum geht‘s:


Riva schmuggelt Benzin von Angola nach Kinshasa. Der dortige Treibstoff-Notstand macht ihn zu einem reichen Mann – was er sich anmerken lässt und Neid, Begierde und Verfolgung nach sich zieht.


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Der kongolesische Film Viva Riva! ist klassisches Genre-Kino, ein Actionthriller mit vielen Wendungen, der immer abwechslungsreich bleibt. Aufgrund des Fehlens einer übergreifenden Vision sicherlich kein großer Wurf wie beispielsweise “City Of God” ist “Viva Riva!” aber kompetentes Actionkino, das im Vorübergehen den Zerfall von menschlichen Beziehungen und die Erosion jeglichen Vertrauens durch die Gier nach Geld in einem armen Land ohne soziales Netz dokumentiert. An Wucht verliert “Viva Riva!” aber durch das zu irrationale Verhalten seiner Hauptfigur, dessen devil-may-care-Attitude in Anbetracht… weiter lesen

20.02.2012 von Christian Ihle
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Berlinale (7): This Ain’t California über die Skateboard-Szene der DDR und Young & Wild aus Chile

von Christian Ihle

This Ain’t California

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1. Der Film in einem Satz:

Skate Or Die.


2. Darum geht‘s:

Unbemerkt von der westlichen Öffentlichkeit hatte sich auch in der DDR in den 80ern eine kleine, aber feine Skateboard-Szene etabliert. Mehr noch als ihre Sportskameraden im Westen war Skaten ein subversiver Akt, mit dem der kommunistische Staat so seine Probleme hatte. Erst versuchte man die Skater zu verbieten, später zu domestizieren – beides gelang nie wirklich. This Ain’t California erzählt die Geschichte der DDR-Skate-Szene und entwickelt sich von einem generellen Überblick zu einem sehr persönlichen Portrait des Skaters mit dem Spitznamen “Panik”.
Als er – nach verschlungenen Nach-Wende-Wegen – in Afghanistan als Bundeswehrsoldat stirbt und sich die ehemaligen Skate-Kumpels auf seiner Beerdigung wieder treffen, bietet das den Rahmen, um die Geschichte von Panik und des DDR-Rollbrettfahrens nachzuerzählen.

This Ain’t California beeindruckt nicht nur mit seinen skurillen,… weiter lesen

18.02.2012 von Christian Ihle
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Berlinale (6): Haywire von Steven Soderbergh

von Christian Ihle

Haywire (Regie: Steven Soderbergh)

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1. Der Film in einem Satz:

Eine neue Lara Croft ward uns geboren.



2. Darum geht‘s:

Die hübsche Privatagentin Mallory muss nach einem Einsatz in Barcelona feststellen, dass ein Komplott gegen sie läuft und sich nun selbst verteidigen um hinter die Drahtzieher der Verschwörung gegen sie zu kommen.
So weit, so Bourne. Und tatsächlich überrascht der Genre-Derrwisch Steven Soderbergh diesmal mit einem lupenreinen Actionfilm! Haywire will Action sein, soll Action sein. Nicht mehr, nicht weniger – und genau das gelingt ihm auch. Zwar mag die Verschwörungsgeschichte etwas zu dick aufgetragen sein, aber Soderbergh choreographiert einige schöne Faustkämpfe und legt seinen Schwerpunkt ganz darauf, Gina Carano als Hauptdarstellerin eine Plattform zu bieten. Wohl auch der Hauptgrund, dass Haywire auf Explosionen und Technikoverkill verzichtet, sondern am liebsten Mann gegen, eh, Frau kämpfen lässt – und das auf imposante Weise,… weiter lesen

17.02.2012 von Christian Ihle
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Berlinale (5): Young Adult von Jason Reitman und Was bleibt von Hans-Christian Schmid

von Christian Ihle

Young Adult (Regie: Jason Reitman)


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1. Der Film in einem Satz:

Was Charlizechen nicht lernt, lernt Charlize nimmermehr.


2. Darum geht‘s:

Die 37jährige Mavis ist hübsch, lebt in der Großstadt, schreibt Kinderbücher und liebt Party, Sex und Alkohol. Mit Abscheu schaut sie auf ihr ehemaliges Kleinstadtleben zurück – bis sie eine e-Mail ihres Exfreundes bekommt, der ein Bild seines Neugeborenen verschickt. Noch bevor der letzte Onenightstand aus der Wohnung geworfen wurde, packt Mavis ihren Koffer und fährt ins verschlafene Heimatnest mit dem festen Ziel, die alte Flamme zurückzubekommen…

Young Adult ist die erste Zusammenarbeit von Jason Reitman (Regie) und Diablo Cody (Buch) seit Juno – und nach diesem Goldstück der US-Indie-Komödie mit großer Spannung erwartet worden. Young Adult enttäuscht nicht – ohne je die Höhen von Juno zu erklimmen.
Die ersten zwei Drittel des Films… weiter lesen

15.02.2012 von Christian Ihle
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Berlinale (4): Die eiserne Lady über Margaret Thatcher und Shadow Dancer mit Clive Owen

von Christian Ihle

Die eiserne Lady (Regie: Phyllida Lloyd)

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1. Der Film in einem Satz:

Aufstieg und Alter der Margaret Thatcher.



2. Darum geht‘s:

Die in der Zwischenzeit schwer vom Alter geplagte ehemalige britische Prime Ministerin Margaret Thatcher rekapituliert ihr Leben und führt demente Diskussionen mit ihrem verstorbenen Ehemann.

Eingebettet in die Rahmenhandlung einer kaum noch allein lebensfähigen und zunehmend verwirrten Margaret Thatcher (eine zwar überzeugende, sich aber doch vor allem in der Imitation beweisende Meryl Streep) wirft “The Iron Lady” einen Blick zurück auf wichtige Stationen ihrer Karriere. Dabei wird Thatchers Weg nach oben immer auch als einer der Emanzipation gezeigt. Die Geschichte einer Frau, die sich gegen missgünstige Männerzirkel durchsetzen muss, dann aber mit all ihrer Härte zur ewigen Prime Ministerin wurde. Die fragwürdigen Entscheidungen Thatchers in der Innenpolitik werden dabei eher ausgespart und nur angedeutet, lediglich der Falkland-Krieg wird einer tiefergehenden skeptischen Würdigung unterzogen –… weiter lesen

13.02.2012 von Christian Ihle
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Berlinale (3): Philippinisches Kino – Captive von Brillante Mendoza und The Girl In The Septic Tank

von Christian Ihle



Captive (Regie: Brillante Mendoza)


1. Der Film in einem Satz:

The Thin Red Line als Geiseldrama



2. Darum geht‘s:

Anfang 2001 werden Touristen auf den Philippinen von einer islamistischen Terror-Organisation entführt. Bis sie letztendlich befreit werden, ziehen mehr als 370 Tage ins Land.

Brillante Mendoza, das Enfant Terrible der philippinischen Kinoszene und zuletzt mit seinem Skandalfilm “Kinatay” in Cannes aufgefallen, erzählt diese Geschichte auf den ersten Blick überraschend einfach und direkt nach. Doch nach und nach wird die Umgebung selbst Hauptdarsteller, wirkt der Urwald, in den die Geiseln verschleppt werden, mindestens so unheimlich und gefährlich wie die Terroristen selbst.
Dafür bleiben leider aber die meisten Charaktere Leerstellen, Mit kaum einer Figur, egal ob Geisel oder Geiselnehmer, kann der Zuschauer eine Beziehung aufbauen, alle wirken austauschbar. Mendoza scheint mehr am generellen Beziehungsgeflecht zwischen Geisel und Entführer interessiert zu sein als an… weiter lesen

12.02.2012 von Christian Ihle
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Berlinale (2): Formentera von Ann-Kristin Reyels und Mondnazis in Iron Sky

von Christian Ihle

Iron Sky (Regie: Timo Vuorensola)

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1. Der Film in einem Satz:

Stillgestanden, die Mond-Nazis kommen!



2. Darum geht‘s:

1945 gründeten die verbliebenen Nazis eine Kolonie “on the dark side of the moon”. Nachdem sie eine Mond-Expedition von US-Präsidentin Sarah Palin als Angriff verstanden haben, entsenden sie einen Expeditionstrupp auf die Erde. Die PR-Beraterin von Palin weiß natürlich, dass nichts so sehr eine Wiederwahl sichert, wie ein zünftiger Krieg – am besten noch gegen Nazis, waren die doch “die Einzigen, die wir Amerikaner jemals in einem fairen Kampf besiegt haben”.

Die Skandinavier haben ein Faible für kuriose Nazigeschichten, man denke nur an den Nazizombiehorrorfilm “Dead Snow”. Das Beste an “Iron Sky” ist tatsächlich auch die Absurdität der Grundgeschichte. Ansonsten ist er eigentlich schon zu gut gemacht, um noch den Trash-Connaisseur in uns anzusprechen. Die Lacher sind dann doch eher dünn gesät und die Zeichnung der… weiter lesen

07.02.2012 von Christian Ihle
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Drive (Regie: Nicolas Winding Refn)

von Christian Ihle




1. Der Film in einem Satz:


“I drive”.



2. Darum geht‘s:

Der namenslose “Driver” ist Stuntman, Automechaniker – und Fluchtfahrzeugpilot. Obwohl emotional verschlossen, beginnt er Gefühle für seine Nachbarin zu entwickeln, die letzten Endes sogar so weit gehen, sich ihrem frisch aus der Haft entlassenen Ehemann bei einem Überfall als Fluchthelfer zur Verfügung zu stellen. Ist der Driver sonst kühl, präzise und emotionslos, ergeben sich prompt Verwicklungen als er zum ersten Mal einen Job aus Gefühlsgründen annimmt – und alles geht so sehr schief, dass Davonfahren diesmal keine Option mehr ist. Der Driver muss sich seinen Gegner stellen.


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Die Nacherzählung des Plots mag fürchterlich platt klingen und kann auch nicht annähernd die Faszination wiedergeben, die von diesem außergewöhnlichen Film ausgeht. Der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn baut eine Stadt, die selbst… weiter lesen

19.01.2012 von Christian Ihle
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Quentin Tarantinos Lieblingsfilme 2011

von Christian Ihle

Quentin Tarantino ist nicht nur Regisseur, sondern vor allem auch Filmfan. Das ist einer der Gründe, warum Filmempfehlungen von Tarantino immer zu den interessantesten der Filmindustrie gehören. Ein zweiter Aspekt ist seine scheuklappenfreie Herangehensweise: aufgewachsen mit b-Movies, Nouvelle Vague, asiatischem Kino und dem New Hollywood der 70er kann sich Tarantino für Action wie Arthouse gleichermaßen begeistern.

Seine 2011er Top-Ten-Liste ist allerdings tatsächlich in Teilen verblüffend. Wer hätte erwartet, dass Tarantino tatsächlich die beiden allseits verrissenen grünen Superheldenfilme Green Lantern & Green Hornet zumindest lobend erwähnt? Ansonsten finden sich Altmeister (Woody Allen), Brüder im Geiste (Kevin Smith), Superhelden (X-Men) und, ja, b-Movies neuerer Machart (Attack The Block, Planet Der Affen) wild durchmischt in Quentins Filmwelt wieder. Während man bei seinem Hass-Filmen durchaus das eine oder andere mal zustimmen kann, wundert doch die Nennung von Francoise Ozons “Das Schmückstück” und des allseits gefeierten Feministen-Western “Meek’s Cutoff”.


Die Topweiter lesen

05.01.2012 von Christian Ihle
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Sherlock Holmes 2 – Spiel im Schatten (Regie: Guy Ritchie)

von Christian Ihle

1. Der Film in einem Satz:


Holmes, Sherlock Holmes.
Die Steampunk-Edition.


2. Darum geht‘s:


Och! Na, um sinistre Machenschaften des Herrn Moriarty, die der clevere Sherlock und sein tapferer Watson aufklären wollen. Moriarty instrumentalisiert dabei die europäischen Anarchisten der Vorweltkriegszeit für leider erschreckend profane Ziele, wie sich später herausstellt. Alles in Allem reicht zu wissen: Moriarty böse und verschlagen, Holmes kämpft dagegen an. Der Rest ist viel Krach und Bums und Schlag.
Erstaunlicherweise ist der zweite Sherlock Holmes des britischen Regisseurs Guy Ritchie aber erstaunlich unterhaltsam geworden – was man weder über den ersten Teil noch die letzten James-Bond-Filme sagen konnte. Ritchie ist sich der Lächerlichkeit seiner Geschichte immer bewusst, kann aber hier dank seines selbstverliebten Inszenierungsstils, der wie schon in seinen frühesten Indieproduktionen gerne immer noch einen cleveren Dreh auf den nächsten cleveren Dreh setzt (Zeitlupe!… weiter lesen