Archive for the ‘It’s a dirty business, but someone’s got to do it’ Category

06.10.2009 von Christian Ihle
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Major-Plattenfirmen versus Indie-Blogs. Die Anwälte sprechen.

von Christian Ihle

Wir wollen doch gar nicht auf die großen Plattenfirmen eindreschen, denn wir wissen ja: ihr habt es schwer genug. Aber die Frage sei schon erlaubt: was wollt Ihr damit erreichen? Welchen Zweck verfolgen? Welche Nachricht ins Internet senden?

Zur Erklärung: einige kleinere Blogs haben deutschlandweit in den letzten Wochen von Anwälten großer Plattenfirmen Post bekommen, in denen verlangt wurde, bestimmte Links zu mp3s von ihrer Seite zu entfernen – natürlich verbunden mit einem Aufwandsersatzbetrag in drei- bis vierstelliger Höhe und der Aufforderung zu einer Unterlassungserklärung. Im ersten Moment denkt man natürlich: klar, böse Filesharer, wir sind ganz bei Lily Allen (Fuck You) und das wird schon seinen Sinn haben – bis wir feststellen mussten, dass die Links nicht etwa zu hochgeladenen oder illegal veröffentlichten Songs führen, sondern viel mehr selbst von den Künstlern und/oder deren Plattenfirmen (in anderen Ländern) kostenlos veröffentlicht wurden.

Lesen wir nun die Antworten von… weiter lesen

19.01.2009 von Christian Ihle
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Das Konjunkturpaket für Plattenkäufer

von Christian Ihle

Die Zeiten der großen Krise machen einfallsreich. Da die Musikindustrie ja schon vor Finanzkrisen und Aktienblasen ihr Mühlsteinchen zu schleppen hatte, wundert es natürlich nicht, wenn dort besonders gern auf andernorts entwickelte Ideen zurückgegriffen wird.

Vor einigen Monaten hatten wir bereits über den Versuch der Band Angelika Express berichtet, mittels “Aktienausgabe” ihr neues Album zu finanzieren und nun übersetzt das schöne Independent-Label Glitterhouse, Heimat von Pere Ubu zu 16 Horsepower, die Abwrackprämie der Kanzlerin für alte Autos in Plattendeutsch: 2,50 € schreibt Glitterhouse dem Käufer einer neuen CD gut, wenn er eine mindestens neun Jahre alte Platte der Bestellung beilegt, wie Ueberzahl zu berichten weiß:
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05.01.2009 von Christian Ihle
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Verkaufscharts England vs. Deutschland

von Christian Ihle

Die ersten Tage des neuen Jahres sind immer eine gute Gelegenheit, die alte Mär zu überprüfen, dass die Briten einen besseren Musikgeschmack als die deutschen Plattenkäufer haben: die Gegenüberstellung der Verkaufscharts des abgelaufenen Jahres. Generell kann man zumeist bestätigen, dass in England immer wieder kredible Gitarrenbands tatsächlich im Millionenbereich Platten verkaufen, während sich in Deutschland überraschend häufig Altstars bei den Topalben tummeln.

Und in diesem Jahr?
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23.09.2008 von Christian Ihle
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Auf zur Indie-Wallstreet mit Angelika Express

von Christian Ihle

Ja, es mag vielleicht gewagt sein, ausgerechnet dieser Tage mit einer – zumindest für den deutschen Markt – revolutionären Idee aufzutreten, die das bandeigene Album finanzieren soll und sich des Aktienmarkt-Vokabulars bedient.

Angelika Express
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02.04.2008 von Christian Ihle
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Schmähkritik (74): Patrick Wagner (Louisville Records) über die Musikindustrie

von Christian Ihle

“Verzweiflung pur – jetzt müssen wir das Navel Album verschenken, damit es gehört wird – denn so wie´s aussieht verkaufen wir grad mal 10 000 – 20 000 Stück und darauf können wir angesichts der Qualität dieses Albums durchaus verzichten. Natürlich ist uns das komplett gleichgültig, was nervt an diesem Geschäft, ist weniger die Tatsache, dass man sich komplett verschuldet, sondern dass man auf allen Ebenen mit komplett überlasteten und unfähigen Vollidioten zu tun hat, die einem offen ins Gesicht lügen.

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29.02.2008 von Christian Ihle & Horst Motor
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Die schlechtesten Charts der deutschen Musikgeschichte

von Christian Ihle & Horst Motor

Es ist kein großes Geheimnis, dass die deutschen Single-Charts selten ein Paradies des guten Geschmacks sind, aber die letzte Woche der deutschen Top 100 war erschreckend.
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28.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Morrissey vs. NME: Die Rassismus-Debatte reloaded

von Christian Ihle & Horst Motor

Der neue NME produziert einen handfesten Skandal und man fragt sich, ob denn schon wieder 1992 ist.

Die Vorgeschichte

Als Morrissey in den 80ern als Sänger der Smiths Indiepop auf die britische Kulturkarte setze, war der NME einer seiner größten Unterstützer und Bewunderer. Nachdem – der sicher streitbare – Morrissey auf Solopfaden wandelte, ereigneten sich einige Zwischenfälle, die in einem berühmten Artikel des NME gipfelten, der Morrissey Nationalismus und/oder rassistische Tendenzen vorwarf. Gründe waren einerseits Morrisseys romantisierendes Englandbild verbunden mit fragwürdigen Songtiteln (National Front Disco, Bengali In Platforms) sowie als letztendlicher Auslöser ein Konzert als Support von Madness, die bekanntermaßen eine starke rechte Gefolgschaft hatten, während dem Morrissey sich in eine England-Flagge wickelte.

Morrissey beendete daraufhin jeglichen Kontakt mit dem NME und erst seit dem Comeback-Album „You’re The Quarry“ 2004, das vom NME begeistert aufgenommen wurde, schien sich das Verhältnis langsam zu entspannen und so fand nach über einem Jahrzehnt Pause sogar das erste Morrissey-Interview mit dem NME statt.

Rassismus-Vorwürfe, reloaded

NME vs Morrissey
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21.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Popcast (1): Download kills the indiestar. Das Ende von Indie wie wir es kennen?

von Christian Ihle & Horst Motor

In einer neuen Reihe gibt es mehrmals monatlich aktuelle Podcasts des Popvier-Teams zu aktuellen Themen rund um Musik und Popkultur.

Die Teilnehmer sind:
- Anja: schreibt für den Rolling Stone
- Christian: taz-popblog, Indiepedia
- Horst Motor: Gründer von Indiepedia und der Community motorhorst.de
- Säm: DJ, taz-popblog-Schreiber und Bayern2-Zündfunk-Regionalreporter

unter der Moderation von Björn Szostak.

Die aktuelle Folge:
behandelt die Probleme, die gerade in Pop-Nischen entstehen, wenn die Verkaufszahlen einbrechen und die wirtschaftliche Realität ein Verfolgen des Popstar-Traums verbietet: Popvier-Podcast 002

24.10.2007 von Christian Ihle
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Radiohead: Die Relevanz erstreckt sich auf den Marketingsektor.

von Christian Ihle

Am Ende des Regenbogens findet sich ein Töpfchen Gold, sagt die Legende. Radiohead beweisen dank geschicktem Marketing mit “In Rainbows” wie wahr dieser Satz auch für das Musikbusiness 2007 sein kann.

Dank einer Reihe unumstrittener Albummeisterwerke (von The Bends bis Amnesiac) erreichten Radiohead eine sakrosankte Stellung in der heutigen Musikszene. Sänger Thom Yorke gerierte sich dabei immer als Vorkämpfer für eine bessere Welt, als ein thinking man’s Bono, gegen das eigentlich auch nichts einzuwenden ist.
Doch das grundsätzliche Radiohead-Problem lag darin, dass sie nie bereit waren den gleichen Weg zu gehen, den sie predigten – zumindest nicht bis zum Ende. Jede Radiohead-Aktion, die ihr politisches Gewissen offen legen sollte, hatte immer den Ruch eines Marketing-Gimmicks. Als ein schlagendes Beispiel soll nur Radioheads „Zelttour“ durch England genannt werden, bei der peinlich genau darauf geachtet wurde, dass keine „großen“, bösen Firmen ihre Produkte verkaufen, sondern alle Lizenzen an mit Naomi-Klein-Unbedenklichkeits-Siegel versehene Unternehmen ging. Prinzipiell eine lobenswerte Sache, wird sie aber doch völlig entwertet, wenn Radiohead sich auf der anderen Seite nicht scheuen, für eine horrende Summe den Headlining-Slot bei Rock im Park zu übernehmen, dem durchkommerzialisiertesten Festival auf deutschem Boden.
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01.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Radiohead verändern heute die Regeln des Musikmarktes. Schauen wir, ob der Markt nach den Radioheadregeln spielen wird!

von Christian Ihle & Horst Motor

Man kann Radiohead durchaus kritisch gegenüberstehen, denn oftmals waren die Aussagen und Handlungen der Oxforder Bands zu weit auseinander. Einerseits das Antiglobalisierungsgewissen der Popmusik, andererseits bei weltweiten Majorfirmen unter Vertrag, in England mit einem Zelt auf werbefreier Tour bei der keine großen, bösen Marken ihre Produkte verkauft durften, in Deutschland aber problemlos Headliner beim personifizierten Kommerz, dem Rock im Park – Festival.

Der Weg in die Zukunft

Doch wenn man die heutige Meldung richtig versteht, haben Radiohead endlich ihre Macht und Fanbasis genutzt, um der Plattenindustrie den erhobenen Mittelfinger zu zeigen und einen originellen Weg für die Distribution ihres siebten Albums zu bestreiten:
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