Archive for the ‘Nachrichten aus dem Pogokreis’ Category

13.09.2011 von Christian Ihle
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Berlin Festival 2011: new generation.

von Christian Ihle

Im dritten Jahr an der Location des alten Flugplatzes Tempelhof hat das Berlin Festival nun all seine organisatorischen Problemchen konsequent angegangen und behoben. Wir erinnern uns: vor zwei Jahren schrien wir lost in sound!”, weil der Hall in den Hangars jedes vernünftige Konzert zerstörte. Letztes Jahr wurden wir frühzeitig nach Hause geschickt, weil die Polizei sich nach der Love-Parade-Katastrophe in Überkompensation übte.

Dieses Jahr dagegen konnten einige Bands mit geradezu brillantem Sound glänzen. Erstaunlicherweise traf das besonders auf die Künstler zu, die besonders komplexe Klanggebilde auf Platte präsentieren. James Blake – was für ein Festival-Eröffnungsact – konnte seinen delikaten Post-Dubstep-Singer/Songwriter-Soul ohne Verluste auf die Bühne bringen. Wummern, Klimpern, alles da. Am anderen Ende des Lautstärkenspektrums beeindruckten die amerikanischen Avantgarde-Rocker von HEALTH mit einem phänomenal gut abgemischten Klang, der all die verschiedenen Schichten aus Gitarre, irrer Percussion und darüber flirrendem Gesang perfekt wieder gab. Besser als HEALTH sollte kein Auftritt an diesem Wochenende werden – und das bei einer Band, die nun wirklich weder zu den großen Namen des Festivals zählte noch als besonders leicht zugänglich zu gelten hat. Dennoch: selbst mit dem Band-Repertoire gänzlich unvertraute Zuschauer waren hingerissen von einer Performance, die Wucht und Kunst vereinte wie niemand sonst auf diesem Festival.

Primal Scream und The Rapture haben gemeinsam, dass beide sowohl im Dance-Genre als auch im Indiebereich Fans gewinnen konnten – auch wenn die Musik selbst natürlich unterschiedlich ist und verschiedene Wurzeln hat. Kurioserweise ähnelten sich auch die Auftritte: beide Bands benötigten eine längere Zeit, um zu zünden, ihr Publikum … weiter lesen

30.08.2011 von Christian Ihle
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Haldern Festival 2011: Eine Wand aus Lärm.

von Christian Ihle

Oberhausen, Duisburg, Leverkusen,… die Schreckgespenster entlang der A3 sind zahlreich. Umso größer ist die Freude, wenn man dann nach einigen Stunden Fahrt endlich die Ausfahrt Richtung Haldern nehmen darf. Zumal man ja in so einem Fall nicht nur die Autobahn verlässt, sondern auch den dunklen Alltagstrott.

Haldern-Greenhorns, die wir sind, lassen wir dann erst mal den Container mit den Presseakkreditierungen rechts liegen. Auch am Bierstand outen wir uns wenig später als Festival-Neulinge: Unser Geld will man nicht, wir sollen es in Pop-Taler umtauschen. Kurzzeitig hatten wir schon gedacht, der Euro sei gar nichts mehr wert. Apokalypse an den Börsen und in der Eurozone, während wir gemütlich auf der A3 im Stau standen und zur aktuellen David Hasselhoff in die Hände klatschten. Dies ist nicht der Fall, das Haldern hat einfach nur seine eigenen Gesetze, wie wir mit einem Blick auf die Schlange vor dem Spiegelzelt feststellen. Da ist ordentlich Frust-Potential in der ca. 300 Meter langen Menschenkette. Weil wir dekadente Presseheinis sind, dürfen wir uns an der Schlange vorbeimogeln und flüchten somit vor den ersten Regentropfen. Genug der Anekdoten, erzählen wir lieber von den musikalischen Höhen und Tiefen des Haldern Pop Festivals 2011.

Alle, die am Donnerstag frühzeitig angereist sind, können um 17 Uhr mit dem Auftritt von Isbells die Festivaleröffnung in der St. Georg Kirche erleben. Wer es etwas langsamer angeht und dennoch rechtzeitig einen Platz im prachtvollen Spiegelzelt ergattert, kann Ben Howard und jede Menge offene Münder begutachten. Liegt es daran, dass man bei Festivalbeginn noch aufmerksamer ist oder mehr Bock auf Live-Musik? Könnte man soziologische Studien darüber abhalten, Fakt ist, dass man auch am Samstagabend noch Menschen trifft, die ihrer Begeisterung über Ben Howard Ausdruck verleihen können. Den behalten wir im Auge. Yuck wiederum haben wir schon lange auf dem Zettel. Fantastischer amerikanischer 90er-Indierock, der aber überraschenderweise aus Großbritannien kommt. Nach anfänglichen Soundproblemen kämpft sich das Quintett in ein schön kantiges Set, das scheinbar nur aus Hits zu bestehen scheint. „Trying to make it through the wall“, nölen sie in die Mikros und hauen zum Schluss eben eine solche Wand aus Lärm raus. Da stimmt alles. Ganz im Gegensatz zu Julia Marcell. Die Polin, die vor wenigen Wochen ihr zweites Album auf dem Haldern Pop Label veröffentlicht hat, nervt mit einem esoterischen Auftritt, der weder ihrem von Moses Schneider produzierten Sound auf Platte gerecht wird, noch den Vergleichen mit Björk und Konsorten standhalten kann. Dabei klang die Single „Matrioszka“ durchaus vielversprechend. Anna Calvi macht das später an selber Stelle deutlich besser. Markante Stimme, durchdringendes Gitarrenspiel, keine große Show, einfach nur ein Gespür für große Songs und dafür, wie Blues auch im Jahr 2011 noch spannend klingen kann. Schade, dass das Brandt Brauer Frick Ensemble trotz des spannenden Ansatzes, nämlich Techno mit klassischen Instrumenten zu kombinieren, zu sehr in der eigenen Mathematik verhaftet bleibt. Das war in der entschlackten Technoversion auf dem Immergut Festival deutlich unterhaltsamer.

Am Freitag müssen wir leider einige spannende Bands und Künstler an uns vorbeiziehen lassen: Bodi Bill, Golden Kanine, Socalled, selbst bei Dry The River verpassen wir den Anfang. Lediglich The Antlers nehmen wir voll und ganz mit. Passt auch, denn den Herren um Songwriter Peter Silberman geht es ähnlich wie uns: am Abend zuvor etwas zu lange mit den Thekenkräften geplaudert. „Ihr wisst gar nicht, wie beschissen es mir geht“, gibt der sonnenbebrillte Silberman zu Protokoll und fügt mit einem Lachen hinzu: „Aber ich habe es nur für euch getan.“ Macht aber gar nichts, die Antlers holen trotzdem alles aus ihrem etwas frühen Slot um 16:30 Uhr raus. Zeitlupenpop mit ergreifenden Geschichten über den Tod und alles davor und danach. Bekräftigt einen nochmal darin, das aktuelle Album „Burst Apart“ überall abzufeiern. Über das aktuelle Werk von Okkervil River lässt sich dagegen noch streiten. Die waren doch mal mitreißender und warum spielen die denn live alle Hits kaputt? „Aber darin liegt doch gerade der Charme“, erklärt der Kollege. Wir werden uns da nicht einig, müssen wir ja auch nicht. Halten wir lieber fest, dass Nils Frahm und Anne Müller im Rahmen des Erased Tapes Special einen fantastischen Auftritt hinlegen. Feinstes Kopfkino für Fans von Klavier, Streichern und Elektrogefrickel. Zufriedener kann man sich kaum ins Zelt verabschieden, nicht mal die Springerstiefel-tragenden Zeltplatzhooligans, die gerade das benachbarte Auto zerstören wollen, können einem da die Laune verderben.

Der Samstag beginnt mit der Info, dass wir mit Other Lives … weiter lesen

09.08.2011 von Christian Ihle
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Haldern Festival: von 14 Messdienern zu 5 Fleet Foxes

von Christian Ihle

Haldern Pop. Den Anfang machten 14 Messdiener und zwei Oberministranten. Das war 1981. Inzwischen steht der Name für eine der geschmackvollsten musikalischen Zusammenstellungen in der deutschen Open-Air-Landschaft. Warum das auch in diesem Jahr so ist, lässt sich bereits mit einem kurzen Blick aufs Line-Up feststellen.

Fleet Foxes, James Blake, Okkervil River, Yuck, The Antlers sind … weiter lesen

16.06.2011 von Christian Ihle
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Immergut Festival 2011

von Christian Ihle

Am letzten Maiwochenende wurde in Neustrelitz der alljährliche Start der Festivalsaison mit viel Musik, Lesungen und allerlei anderem gefeiert. Nur die Sonne lies noch ein wenig auf sich warten.

Freitag, 27.05.

Als erster musikalischer Beitrag eröffnete Gisbert zu Knyphausen mit seiner ganz persönlichen Mixtur aus Melancholie und Pop das diesjährige Immergut Festival. Ein spitzes Zeltdach streichelte über ihm die Haufenwolken und spendete dem Singer-Songwriter Schatten – der wiederum sorgte für strahlende Herzen vor dem gut besuchten Rund der kleinsten Bühne auf dem … weiter lesen

11.05.2011 von Christian Ihle
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Odd Future Wolf Gang Kill Them All in Berlin

von Christian Ihle

tyler creator

Dem Vernehmen nach erreichten die Kartenverkaufsstellen Anrufe aus dem ganzen Bundesgebiet, aus München, Stuttgart, Hamburg, mit flehentlichen Bitten um Einlass zum ersten Deutschland-Konzert von Odd Future Wolf Gang Kill Them All, was im normalerweise recht hyperesistenten Deutschland doch bemerkenswert ist.
Aber keine andere Band hat in den letzten Monaten für derart viel Aufsehen gesorgt. Waren Odd Future – Kopf Tyler, The Creator und die Wolf Gang Ende des letzten Jahres noch ein kleiner Geheimtipp für Autotune-Hasser, benötigte es gerade einmal eine offizielle Single („Yonkers“) und einen bereits jetzt sagenumwobenen Auftritt in der US-Late-Night-Show Jimmy Fallon um Odd Future als DIE Gruppe des Jahres zu positionieren. Selbst die Blätter für weiße Jungs in alt (der deutsche Rolling Stone) und jung (NME) ziehen mit ein- bis mehrseitigen Geschichten über Tyler, The Creator nach.

Odd Futures US-TV-Debüt bei Jimmy Fallon:

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Das Konzert beginnt mit einem eher lauen DJ-Set von Syd, dem einzigen weiblichen Mitglied und der Hausproduzentin von OFWGKTA, in das sie aber bereits immer wieder Odd Future – Schnipsel droppt, was das Publikum im kleinen Keller des Cassiopeia-Clubs in Berlin zu euphorischer „Wolf Gang! Wolf Gang!“ – Skandierung verleitet. Wenn sich dann aus dem Nichts Tyler und Konsorten den Weg durch das Publikum auf die Bühne bahnen, ist mayhem tatsächlich nicht mehr weit und die folgende Stunde eine Demonstration jugendlicher Energie.
Unterstützt von Left Brain und HodgyBeats rappt sich Tyler durch sein an diesem Freitag erscheinendes offizielles „Debüt“ „Goblin“ (insgesamt elf Alben der verschiedenen Wolf Gang – Mitglieder finden sich aber bereits auf der Odd Future – Homepage zum kostenlosen Download). Frühe Höhepunkte mögen „Sandwitches“ und „Yonkers“ sein, doch seinen Kulminationspunkt findet das Konzert ohne Zweifel in „Radical“, das mit seinem „KILL PEOPLE! BURN SHIT! FUCK SCHOOL!“ – Refrain auch einer Punkband, die zum Systemumsturz aufruft, gut zu Gesicht stehen würde und nicht zuletzt an das alte MC5-Mantra „Dope, Guns and fucking in the streets“ erinnert.

Odd Future Wolf Gang – Radical, Berlin 6.5.2011:
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Dass kurze Zeit später eine Stage-Invasion zum Abbruch des Konzertes führt, ist dann auch nur logische Folge, signalisiert diese doch gleich … weiter lesen

25.04.2011 von Christian Ihle
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Kristof Schreuf und das Publikum

von Christian Ihle

Die Liveauftritte von Kristof Schreuf, ehemals Kolossale Jugend & Brüllen, erweisen sich von Zeit zu Zeit als Variation einer Schmähperformance, so auch in Köln als er einen mehrminütigen Dialog mit einem rätsellustigen Zuschauer auf der Bühne führte (ab ca. 1:00):

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21.04.2011 von Christian Ihle
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Konzerttip: Chuckamuck in Berlin und Dresden

von Christian Ihle

chuckamuck

Bei der Frage nach dem nächsten großen Ding, der neuen Band, die alle mitreißen und begeistern kann, landet man immer wieder bei jungen Briten oder frischen Amerikanern. Dass wir nur alle Jubeljahre vor der eigenen Haustür Kandidaten finden, liegt auch daran, dass hiesige Gruppen oft bereits bei ihrer ersten Platte als glattgebügelte, karrieregeile Rockvolontäre und Pseudorevolverhelden auftreten und schon gleich mit ihren ersten Schritten in die Arme einer Plattenfirma vergessen haben, warum man als Junge oder Mädchen damals Rock’n’Roll machen wollte: weil es kracht und lärmt, Spaß macht und wild ist! Und eben nicht, um Geld damit zu verdienen oder eine Celebrity zu werden.

Chuckamuck – Caroline by Christian76

Gerade deshalb sind die blutjungen Berliner Burschen von Chuckamuck eine solche Offenbarung. Hier ist die Proberaum-Unfertigkeit jedem Song anzumerken und die Unbekümmertheit der Jugend zu spüren wie sich das für Unter-20-Jährige gehört. Als würde man die… weiter lesen

13.04.2011 von Christian Ihle
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Days of being sober. Pete Doherty in Berlin.

von Christian Ihle

Nachdem der Ex-Libertine und Teilzeitbabyshamble Pete Doherty die letzten Wochen in Regensburg verbracht hat, um dort an den Aufnahmen für sein Spielfilm-Debüt an der Seite von Charlotte Gainsbourg und August Diehl zu arbeiten, ist er diese Woche wieder in seiner Rolle als Solokünstler mit Akustikgitarre unterwegs. A propos Gitarre! mag der boulevarderfahrene Popblogleser denken und sich sofort an den Zwischenfall während der Regensburg-Dreharbeiten zurückerinnern, als Doherty von Kollege August Diehl bei einer nächtlichen Sauftour angestiftet wurde, ein Schaufenster zu zerschlagen und eine Gitarre zu klauen (rechtlicher Hinweis: Scherz. Natürlich hat Diehl nicht den Doherty angestiftet, offiziell waren beide nur “dabei” und ein ominöser Dritter hat den eigentlichen Raub vollzogen) – das klingt natürlich wie eine Bestätigung aller Doherty-Vorurteile und lässt keineswegs einen nüchternen, pünktlichen, professionellen Pete auf der Bühne erwarten.

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Und doch kommt Doherty kurz nach 22 Uhr auf die Bühne, wie immer in den drogenabstinenteren Zeiten mit dem einen oder anderen Pfündchen mehr auf den Rippen und stimmt gut gelaunt seine Solo-Single “Last Of The English Roses” vor einem überraschend enthusiastischen und wohlwollenden Publikum im Berliner Postbahnhof an. Scheinbar hat das Abebben des Hütchenträgerhypes in der Post-Kate-Moss-Zeit den Vorteil, dass die wildesten Hipster zuhause bleiben und auch die Junkietrainspotter das Interesse verloren haben. Es bleibt bei der alten Regel, dass Hypereduktion ein Absinken der Arschlochdichte im Publikum nach sich zieht. … weiter lesen

18.09.2010 von Christian Ihle
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Berlin Festival 2010: Gang Of Four und Edwyn Collins

von Christian Ihle

It took me something under five minutes to decide that these left-wing former university students from Leeds were the most interesting band I’d seen since the Sex Pistols – and the most exciting.

…so der große Greil Marcus 1978 in seinem ersten Artikel über die britischen Postpunks von Gang Of Four, die nach langer langer Zeit in Deutschland wieder einen Auftritt absolvierten.
Mit alten Punks, insbesondere solchen, die gerade für Innovationen und musikalische Revolutionen bekannt waren, ist es ja immer so eine Sache: will man das überhaupt live noch einmal sehen? Kann das auch nur eine grobe Annäherung an das werden, was es einmal war?

Doch nach den beiden begeisternden Auftritten von den Stooges wie Specials vor einigen Wochen geben wir auch Gang Of Four einen Vertrauensvorschuß und werden trotz eines in Teilen recht polarisierenden Auftretens keine Sekunde enttäuscht. Musikalisch sind Gang Of Four 2010 die Definition von tight. Die neu besetzte Rhythmusfraktion trägt die Songs und Gitarrist Andy Gill hat immer noch die beeindruckendsten Gitarren-Licks im Punkiversum. Während Sänger Jon King etwas irritierend beinah manisch die Bühne auf und ab tigert und nur kurz davor scheint, jede Sekunde in “I’ve Been Looking For Freedom” auszubrechen, steht Gill wie eh und je mit zusammengekniffenen Augen, das Publikum in den Höllengrund stierend, da und spielt diese Riffs, die Post-Punk definierten wie niemand sonst. “He holds himself as he has seen it all and expects worse” schrieb Greil Marcus damals über Gill und nichts hat sich seitdem geändert. Eine wunderbare Setlist, die noch dazu sich den Luxus leisten konnte, Hits wie “I Love A Man In Uniform” oder “At Home He’s A Tourist” wegzulassen und ein brillant gespielter Auftritt. Ein Höhepunkt. Entertainment, fürwahr!

Überhaupt mussten nach einem recht katastrophalen ersten Festivaltag mit unterkühlten Performances und … weiter lesen

30.08.2010 von Christian Ihle
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What Became Of The Likely Lads? Bericht aus den Frontreihen der Libertines-Reunion-Gigs

von Christian Ihle
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Let’s say goodbye with a smile, dear,
Just for a while, dear, we must part.
Don’t let the parting upset you,
I’ll not forget you, sweetheart.

We’ll meet again, don’t know where, don’t know when,
But I know we’ll meet again, some sunny day.
Keep smiling through, just like you always do,
‘Til the blue skies drive the dark clouds far away.

Libertines

Als ich 2002 oder 2003 die Libertines das erste Mal in Originalbesetzung sah, wusste ich noch nicht, dass es auch das eigentlich letzte Mal sein würde. Aber auch so hatte der damalige Gig eine Bedeutung wie kein zweiter, hatte ich noch nie zuvor (und leider auch nie mehr danach) soviel Mensch gewordene Energie gesehen, ein so raues, pures, wildes, energetisches Spiel. Selbst wenn die Libertines damals zwei Stunden zu spät auf die Bühne kamen und nur etwas über eine halbe Stunde spielten, war das Erlebnis dermaßen überwältigend, dass ich – als mit 77s-Punkrock sozialisierter Indiejunge – das Gefühl bekam, dass sich so womöglich damals die Punk-Gigs angefühlt haben mögen, die ersten Auftritte von The Clash, der Pistols, der Ramones.

Die Band erst nach acht langen Jahre später wieder zu sehen ist unter diesen Voraussetzungen natürlich durchaus schwierig. Und um es vorwegzunehmen: nein, es ist nicht mehr das Gleiche. Barat und Doherty sind acht Jahre älter geworden, all ihre Geschichte hat Spuren hinterlassen. Die in den Himmel reichenden, unmöglich zu erfüllenden Erwartungen schienen ihnen schwer auf den Schultern zu liegen, beinah eine gewisse Schüchternheit durchzuschimmern. Auf der anderen Seite hat die Band selten tighter, konsequenter geklungen, musikalisch sicherlich um ein vielfaches versierter als in den frühen Jahren. Pete strahlt zwar nur noch selten jenes unwerfende Charisma aus, das uns Dohertyans ihm immer all den Scheiß hat verzeihen lassen, aber dafür sieht er so gesund und sauber aus wie seit vielen Jahren nicht mehr.

But I know that we’ll meet again…

Der erste Auftritt der Libertines, eine Art „secret gig“, findet in der wunderschönen 2000-Mann-Location „Forum“ in Kentish Town, London, statt. Einige Verrenkungen waren nötig um sich letztendlich doch Zutritt zu verschaffen, aber, oh Boy, hat sich das gelohnt! Dank einer äußerst strikten Kartenvergabe-Politik (das … weiter lesen