Archive for the ‘Nachrichten aus dem Pogokreis’ Category

13.08.2010 von Christian Ihle
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Oya-Festival Tag 1: Iggy comes to life.

von Christian Ihle

Iggy: “Do you wanna take a trip with me?”
Publikum: “YEEEEEAAAAH!”
Iggy: “Alright! It’s a DEATH TRIP!”

Iggy

Iggy & The Stooges? Die kommen doch bestimmt schon mit Kruecken auf die Buehne!
Ehm, ja. Mike Watt, ehemaliger Minuteman und nun Teilzeit-Stooge kommt tatsaechlich mit Kruecken und einer dicken Knie-Bandage auf die Buehne gehumpelt. Erstaunlich genug dass er in breitbeiniger Haltung die folgenden 90 Minuten ohne Wehklagen durchsteht. Sein Arzt moechte man nicht sein…
Aber so sehr die Band auch mit dem laedierten Mike Watt und dem schmiergelpapierhaeutigen Iggy nach einem schlechten Filmscherz aussehen mag, so wenig aendert das am beeindruckenden Spiel. Wer in Song zwei “Search & Destroy” heraushaut, bei Song drei die erste Stageinvasion hinter sich bringt, bei Song fuenf der reichlich versammelten Rock-Aristokratie (Pavement, Gaslight Anthem,…) am Buehnenrand den Mittelfinger zeigt und das Konzert mit “No Fun” beendet, darf aussehen wie er will.
Neben einer beeindrucken Praesentation von “Open Up And Bleed” (waehrend derer tatsaechlich ein Fan in der ersten Reihe den Rainald Goetz gibt und sich die Stirn aufschneidet!) ist es dann aber doch “I Wanna Be Your Dog” vorbehalten, den Sethoehepunkt zu geben. Immer noch eines der besten Intros der Musikgeschichte, das von all seiner Malizioesitaet nichts verloren hat.

A propos “Aufschneiden”. Pink Eyes, Saenger von Fucked Up, blutet … weiter lesen

11.08.2010 von Christian Ihle
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Oya-Festival Tag 0: Meshes Of The Afternoon

von Christian Ihle

Eine schoene Idee: bevor der ganze Festival-Open-Air-Wahnsinn mit atemberaubenden Headlinern (Iggy & The Stooges! Pavement! The Specials! LCD Soundsystem! M.I.A.!) ueber uns hereinbricht, fuehrt uns das Oya Festival in der Nacht zuvor in die kleinen Clubs des beschaulichen Oslo und stellt uns norwegische Acts vor.

Traditionell wird das Festival aber von einer Stummfilmvorfuehrung eroeffnet, die in jedem Jahr eine andere Band live beschallen darf. 2010 wurde diese Ehre Aethenor zuteil, einer Supergroup um Sunn O))) – Mastermind Stephen O’Malley mit Daniel O’Sullivan (Guapo), Kristoffer Rygg (Ulver) und Freejazz-Drummer Steve Noble.

Meshes Of The Afternoon

Noch sensationeller war aber der eigentliche Stummfilm, der aufgefuehrt wurde, handelte es sich dabei doch mitnichten um eine norwegische Nosferatu-Variante aus den 20ern, sondern vielmehr um den sagenumwobenen (“Maya Deren’s 18-minute feminist classic is one of the most important and influential experimental films of the 20th century” – All Movie Guide) “Meshes Of The Afternoon” von Maya Deren, der als Hauptinspiration fuer “Inland Empire” von David Lynch gilt. Und tatsaechlich: hinsichtlich der Bildsprache ist kaum ein anderer Film so nahe an dem spaeten Lynch (“Mulholland Drive”, “Lost Highway” oder eben “Inland Empire”) wie Derens surrealer Avantgarde-Film aus den 40ern, ein schwer zu entschluesselnder Albtraum um Identitaet, Spiegelung, Mord und Paranoia. … weiter lesen

05.08.2010 von Christian Ihle
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The best festival in the world? 5 Tage noch…

von Christian Ihle

Generell ist das Oya Festival in Oslo das angenehmste Festival, das man sich vorstellen kann. Sauber, ordentlich, nicht zu überfüllt, in einem wunderbaren Park – und dabei doch sehr zentral – gelegen, perfekt organisiert, mit grünem Gewissen. Und doch gibt das diesjährige Festivals, aller Sonic Youths, Sonics und My Bloody Valentines aus den letzten Jahren zum Trotz, doch noch einige Gründe mehr, sich zu freuen! Denn das sowieso schon immer gute Lineup ist 2010 himmlisch. Wenn ich dazu noch berücksichtige, dass ich in jedem Jahr immer eine handvoll fantastischer Liveacts neu entdeckt habe (No Age, The Mae-Shi, Girl Talk, Monotonix, Katzenjammer, Sunn O)))…), dann weiß ich schon gar nicht mehr, wie ich all diese wunderbaren Bands in jenen vier Tagen unterbringen soll. Ein kleiner Vorgeschmack:

1. Die Reunions, für die Reunions erfunden wurden:

* Iggy & The Stooges:

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* The Specials:

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04.08.2010 von Christian Ihle
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The Pogues in concert. Fall! Grace. God?

von Christian Ihle

The Pogues in der Zitadelle Spandau, 4. August 2010

“I’m not searching for an answer. I haven’t even got a question.”

(Shane MacGowan, Q Magazine, März 2010)

Es ist ja immer eine Gratwanderung, ein Konzert der Herren Mark E. Smith, Pete Doherty oder Dan Treacy zu besuchen, auf dass man sich nicht in die Riegen derer einreiht, die nur kommen, um andere fallen zu sehen. Für niemanden gilt der Satz mehr als für den nun wieder mit den Pogues auf Tour befindlichen Shane MacGowan, dessen Alkoholkonsum in den letzten Jahrzehnten godzillahafte Ausmaße angenommen hat. Und, frei von der Leber weg, der erste Blick ist erschreckend. Shane MacGowan ist der weißeste, bleicheste Mensch auf dem Erdenrund. Nachdem Shane – euphorisch vom trotz miserablen Wetter zahlreich erschienenen Berliner Publikum begrüßt – auch noch die ersten Sätze zu sprechen versucht, ist es ein regelrechter Kampf, noch ein Konzert zu erwarten und nicht an die eine oder andere Szene wie diese zu denken:

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Zum Glück ist die versiert aufspielende Band jederzeit in der Lage, Shane MacGowan ein musikalisches Rückgrat … weiter lesen

20.05.2010 von Christian Ihle
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Spex Live Night: Robyn im Berghain

von Christian Ihle

Als sie zwölf Jahre alt war, sang Robyn den Titelsong für eine schwedische Kindersportsendung. Der Songtitel: „Du kannst immer Nummer eins sein.“ Nummer eins will Robyn auch heute noch sein. Sonst hätte die Stockholmerin ganz bestimmt nicht die Studioaufnahmen zu einem ihrer drei geplanten Alben für 2010 unterbrochen, um im Berliner Berghain aufzutreten. Als bekanntester Act des Abends ist sie definitiv Nummer eins der Spex Live Night – und dessen ist sie sich durchaus bewusst. „Ihr könnt euch geehrt fühlen, dass wir heute hier sind“, leitete Robyn mit bescheidenen Worten ihren Auftritt ein. … weiter lesen

09.05.2010 von Christian Ihle
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Tourtagebuch (3): We Were Promised Jetpacks

von Christian Ihle

Day 6 – Dresden (Beatpol)

We had a real good van day today. A nasty 6 hour drive was helped with 2 great films. First we watched Just Friends, a classic rom-com that was enjoyed by everyone. I’d give it a solid 8.5. Then we went a bit more serious and watched Hannibal. Sean had wanted that film for days so we thought it would be a good one to watch.

When we arrived we were met with, by far, the best selection of cheese and ham on the entire tour. So says James anyway. We had been telling the Dupec boys about the banquet that the Beatpol puts on for bands. The last time we played in Dresden there was only 5 of us and the venue had made enough food for about 15 people. After wolfing down as much food as we possibly could some of the plates still hadn’t even been touched. This time we were determined to do better with the 10 of us. They made us all sorts of fantastic food and thankfully we did a lot better this time round. … weiter lesen

29.04.2010 von Christian Ihle
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Tourtagebuch (2): We Were Promised Jetpacks

von Christian Ihle

Nach ihren ersten Erfahrungen in Hamburg besuchten unsere Lieblingsschotten von We Were Promised Jetpacks Münster, Köln und Wiesbaden…

DAY 3 – Münster (Gleiss 22)

Today’s drive from Hamburg to Münster was quite a long one so we all got settled into the back of the van and watched a few movies. The layout of our van means that only 5 or 6 people can see the TV. Unfortunately I got to the van a wee bit late and had to sit in the rubbish seats with no telly. While the rest of the people in the back watched Eternal Sunshine of the Spotless Mind, I set up the laptop and watched Law Abiding Citizen. A bit of a ridiculous film but it was an entertaining watch! When that was done, I took control of my Leeds … weiter lesen

24.04.2010 von Christian Ihle
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Tourtagebuch (1): We Were Promised Jetpacks

von Christian Ihle

Firstly I’m going to introduce everyone on the tour to you before you read this so you know who everyone is. There are 2 bands on the tour, Dupec and We Were Promised Jetpacks. In WWPJ we have myself (Darren Lackie), Adam Thompson, Sean Smith and Michael Palmer. Dupec consists of James Yuill, Jamie Steel and Paul Bannon. Stuart Burnside is our merchandise man with the plan and in charge of us all is Andrew Bush a.k.a. big anders.

Day 1 – Hamburg (Knust)

After a night off spent in Cologne, which involved karaoke bars, big zombie cocktails and failed attempts to get a DürumDöner Kebab, we headed for Hamburg.

Upon arrival we were greeted with big trays of cheese and ham, and a lovely little basket of rolls. They know how to please us in Germany.
After soundcheck we went across to a little restaurant with Dupec and our promoter Phillip, where I had spaghetti with pesto… which wasn’t … weiter lesen

23.04.2010 von Christian Ihle
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Crystal Castles live in concert: Violent Dreams.

von Christian Ihle

Alice Castles 1

Berlin, 22. April 2010, Ritter Butzke.

Muss man auch erst einmal schaffen: mit quietschig-krachig-bunter Popmusik, bei der kein einziges Wort zu verstehen ist, derart zu polarisieren. Auf der einen Seite die Zyniker, die mit verschränkten Armen weit hinten stehen, sich das Spektakel Alice Castles anschauen und natürlich alles schon einmal so gehört und gesehen haben. Die das Abkupfern in der Musik erkennen und die Falschheit der Performance unterstellen. Andererseits die Jünger in der ersten Reihe, die mit fassungsloser Faszination Alice bei ihrer Einmannperformance zusehen.

Alice Castles 2

Zwar mag Ethan Castles die Songs „schreiben“ oder ein Schlagzeuger irgendwo im dunklen Nichts auf der Bühne zu verorten sein, eine Liveperformance im Stroboskopfeuer bietet nur Alice – und das obwohl sie der eigentlich überflüssigste Part wäre: ihre Vocals sind schon auf den Alben kaum zu verstehen, live könnte man ihr auch das Mikrofon wegnehmen und im Soundwall wäre kaum ein Unterschied zu merken.
Und doch ist es ihre Präsenz, dieses unglaubliche Charisma und der Wille, sich – und hier wirklich buchstäblich – in diese Songs zu werfen, die Crystal Castles derzeit zum besten Live Performance Act weltweit machen.

Alice Castles 4

In diese kohlschwarzen Augen zu sehen, während sie auf dem Gitter steht, während sie über die Hände der Zuschauer rollt, während sie unverständliches Kauderwelsch in ihr Mikrofon schreit – es ist nicht in Worte zu fassen, was natürlich die Idee, ein Review über ein Crystal Castles – Konzert zu schreiben, von vornherein zum Scheitern verurteilt. In diesen Augen und ihrer Performance findet sich eine Faszination des Kaputten, dieses Paradox von dystopischer Schönheit – vergleichbar vielleicht mit den ersten Szenen aus Blade Runner, wenn wir in eine Welt des Verfalls und der Unmenschlichkeit geführt werden und uns trotz der Leere und Hoffnungslosigkeit, die diese Bilder bereits vermitteln, nicht des erhebenden Gefühls von „Schönheit“ erwehren können.

Alice Castles 5

Auch die alte Frage der realness, der credibility von Crystal Castles kann man mit einem Rückgriff auf die Vergangenheit beantworten: wie bei den Sex Pistols und Johnny Rotten kann man natürlich problemlos aus sicherer Distanz Songs und Auftreten als fake und gesteuert abheften.

Alice Castles 6

Geht man aber wirklich in der Masse auf, erfasst einen die Aggression und Energie, die in dieser Direktheit von Performance steckt. Crystal Castles gelingt dann nämlich etwas ganz erstaunliches, zumindest bei mir: sie können mir all die Theorie, das Denken über Musik komplett aus dem Kopf blasen und nur noch über kinetische Energie und pure Wucht funktionieren – und das alles ohne Drugs und Trunkenheit.

Alice Castles 4

Angesichts der beinah messianischen Verehrung, die Alice Glass aus den ersten Reihen widerfährt, und ihrer Fähigkeit, wenn schon nicht über Wasser, so doch über nasse, schwitzende Körper zu laufen, möchte ich mir gerne einen Platz beim Abendmahl reservieren.

Alice Castles 3

(Text & Fotos: Christian Ihle)
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19.04.2010 von Christian Ihle
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Das Popblog präsentiert: We Were Promised Jetpacks, Dum Dum Girls, Best Coast und The Smith Westerns

von Christian Ihle

Unsere letzte Tourpräsentation waren umjubelte Auftritte der Drums, die spätestens mit ihrer Albumveröffentlichung im Juni noch für mehr Aufsehen sorgen werden.

Bis dahin präsentieren und empfehlen wir noch eine Handvoll weiterer Bands und können Euch versichern: allesamt Pflichttermine!

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Den Anfang machen dieser Tage We Were Promised Jetpacks, deren erste Deutschlandtour wir im letzten Jahr bereits präsentiert hatten. Die Schotten im tighten Indierock waren so etwas wie die “Blogband” des Jahres hierzulande, was sich auch in der guten Platzierung der deutschen Blogjahrescharts zeigte. WWPJP werden auch eine nur auf dieser Tournee erhältliche neue EP dabei haben!

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Weiter geht es mit gleich drei Bands, die in unserer derzeit liebsten Stilrichtung aufspielen: Lofi-Garagen-Indiepop! … weiter lesen