Archive for the ‘Retrospektive’ Category

23.11.2011 von Christian Ihle
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Wer sind eigentlich diese Gallaghers? Ein Vergleich in Wort und Bild.

von Christian Ihle




Die Brüder Gallagher waren Mitte der 90er-Jahre für die aufregendste Musik des Planeten verantwortlich und schon damals selten einer Meinung. Nach der schmutzigen Trennung von Oasis haben sie sich noch weiter auseinanderentwickelt – nicht nur optisch.


Wo Noel immer noch die Frisur eines Playmobilmännchens aufträgt, orientiert sich Liam an einem Irish Setter (Noel dazu: „Ob Liam durchgeknallt ist? Natürlich. Schau dir seine Frisur an.“). Während Liam dem Oasis-Debütalbum von 1994 nachtrauert und mit seiner neuen Band Beady Eye versucht, den wilden Rock ’n’ Roll seiner Jugend zu kopieren, klingt Noel Gallaghers neue Platte (veröffentlicht unter dem Namen „Noel Gallagher’s High Flying Birds“) mehr wie die späten Oasis. Das Einzige, was beide derzeit noch zu verbinden scheint, ist ihre Fußball- Liebe zu Manchester City – und dass sich beide nicht leiden können.

Während Noel, der große Aphoristiker der britischen Popkultur, eher feine… weiter lesen

22.11.2011 von Christian Ihle
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Der John-Peel-Player!

von Christian Ihle

John Peel war die große Legende unter den Radiomoderatoren und für die musikalische Erziehung von mehr als einer Generation verantwortlich. Neben seinen regulären Sendungen waren immer die Festive Top 50, die Peel-Jahrescharts zu Weihnachten, mit besonderer Spannung erwartet worden.

Nun hat jemand YouTube und die Peel Festive Top 50 zusammengezählt und als Ergebnis den Peel Player erhalten, womit alle Musiknerds und -archäologen nun ihre komplette Freizeit bis Weihnachten gefüllt haben dürften, um Kleinode wie zum Beispiel Male Nurses “My Own Private Patrick Swayze” zu entdecken, einer mir unbekannten, fallesquen “Hymne” auf den Dirty Dancing – Star, die bei Peels Festive Top 50 den 32. Platz im Jahr 1998 belegt hatte.

Und so geht es dank der Shuffle-Funktion des Peelplayers durch die Jahre, von Ashs “Kung Fu” (Platz 6, 1995) über den Postpunk der Mo-Dettes “White Mice” (Platz 56, 1980) zur Undertones-Nachfolgeband That Petrol Emotions “Big Decision” (Nummer 4, 1987).

Das beste Internetding seit geschnittenem Brot.

Der Peelplayer





Hier übrigens (via Indiepedia) die Jahressieger in den Festive Top 50:


1976 Led Zeppelin – “Stairway to Heaven”
1977 The Motors – “Dancing the Night away”
1978 Sex Pistols – “Anarchy in the UK” … weiter lesen

02.11.2011 von Christian Ihle
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WHO’S THAT GRRRL? – Eine Einleitung zu RIOT GRRRL REVISITED

von Christian Ihle

Als der amerikanische Rolling Stone im Jahr 2003 in einem Sonderheft die »100 besten Gitarristen aller Zeiten« kürte, befanden sich unter den Auserwählten gerade einmal zwei Frauen (mit Joan Jett war wenigstens ein Vorbild der Riot-Grrrl-Bewegung dabei). Carrie Brownstein von Sleater-Kinney gelang zwar vier Jahre später der Sprung in die Rolling Stone-Liste der 25 am meisten unterbewerteten Gitarristen aller Zeiten – jedoch als einzige Frau inmitten der üblichen männlichen Verdächtigen. Die niedrige Frauenquote stimmt traurig, weil es eindeutig mehr als zwei Frauen gibt, die ihre Instrumente beherrschen.

So haben sich Kathleen Hanna & Co. die musikalische Revolution mit Sicherheit nicht vorgestellt, als sie 1991 in einem kleinen Kaff namens Olympia an der Westküste der USA zur Revolution Girl Style Now aufgerufen haben. Das in der zweiten Ausgabe des Bikini Kill-Zines veröffentlichte, legendäre Riot-Grrrl-Manifest gilt als symbolischer Auftakt der feministischen Musikbewegung, an deren Spitze Bands wie Bikini Kill, Bratmobile oder Heavens to Betsy standen. Das Manifest forderte Mädchen und junge Frauen dazu auf, nicht mehr länger den Mund zu halten und war eine harsche Antwort auf den Postfeminismus und Backlash der Achtzigerjahre, der Frauen in den USA suggerierte, in der Berufswelt alles erreicht zu haben und weibliche Mitglieder von Indierockbands dazu verdonnerte, wenn überhaupt, dann höchstens
Bass spielen zu dürfen. Schon 1978 hatte Poly Styrene, die kürzlich verstorbene feministische Ikone aller Riot Grrrls, im Intro ihres größten Hits »Oh Bondage Up Yours« verkündet: »Some people think that little girls should be seen and not heard.«

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Zwar gab es im Punk einzelne weibliche Stimmen, wie die der X-Ray-Spex-Sängerin, die durchaus gehört wurden, doch waren diese Stimmen bis zu Beginn der Neun -ziger an den Rand gedrängt worden. Erst dann erstürmte eine Horde wütender Mädchen energisch die Rockbühnen dieser Welt, um sich endlich Gehör zu verschaffen.
»I want to be the Girl with the most Cake«, sang Courtney Love zu Beginn der Neunziger, als sie noch mit der Riot-Grrrl-Bewegung sympathisierte, wie das Treffen zwischen ihr und Martin Büsser in unserem Reader zeigt. Riot Grrrls wollten die ganze Bäckerei gleich mit dazu.

In den Neunzigern ereignete sich etwas in der Popkultur, das es so vorher noch nicht gegeben hatte: Frauen machten in der Öffentlichkeit Lärm, der einem heute, zwanzig Jahre später, weit weg vorkommt. Riot Grrrls machten sogar derart viel Radau, dass selbst die Mainstream-Medien von ihnen Notiz nahmen und kurzzeitig versuchten, sie in den Pop-Olymp zu katapultieren. Wütende Musik von Frauen die in den Achtzigern noch rigoros in den Underground verbannt worden wäre, lief plötzlich im Radio, oder wie Bikini Kill sogar in einer Folge der erfolgreichen Familien-Sitcom Roseanne, in der Jackie und Roseanne eine jugendliche Anhalterin auflesen und mit ihr volle acht Minuten über Riot Grrrl diskutieren.

Riot Grrrl vollbrachte, was zuvor noch keiner popkulturellen Bewegung gelingen wollte, und transportierte feministische Issues in den Mainstream. Musik war plötzlich nicht nur Teil einer Bewegung, sondern führte sie sogar maßgeblich an. Zum
ersten Mal in der Musikgeschichte waren Frauen die Anführerinnen einer popkulturellen Bewegung. Und zwar nicht als Einzelkämpferinnen, wie zuvor noch im Punk, sondern als Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Denn: Every Girl is a Riot Grrrl!
Auch wenn wir beide während der Hochphase von Riot Grrrl noch zu jung waren, um diese Revolution der amerikanischen Subkultur selbst miterleben zu können (im Prä-Internetzeitalter mahlten die Mühlen eben langsamer), hat uns die von Riot Grrrl formulierte Gesellschaftskritik zu einem späteren Zeitpunkt unseres Lebens tief geprägt. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Popkultur und feministischer Kritik wurde Teil unseres Alltags, und hat so nicht nur einenentscheidenden Einfluss auf unsere Plattensammlungen und politische Sozialisation ausgeübt, sondern bis in die Gegenwart einen zentralen Stellenwert in unseren Leben beibehalten.

Durch Riot Grrrl war es auf einmal wieder cool, sich mit Feminismus auseinanderzusetzen. Das mag aus heutiger Sicht banal klingen, aber ein feministisches Kollektiv, das ohne Angst vor Ablehnung das F-Wort ganz plakativ an die große Glocke
hängte und in kämpferische Songs über Missbrauchsängste und Schönheitsterror verpackte, die trotzdem im Radio liefen, war ein Traum, der in den Neunzigerjahren kurz in Erfüllung ging. Riot Grrrls sangen über Frauenthemen, die in der Rockmusik lange Zeit ignoriert oder in die lahme Liedermacherinnen-Ecke der Womyn’s Music verbannt worden.
Aus den Womyn der Siebzigerjahre wurden Girls. Oder eben Rebel Girls. Riot Grrrl war der Startschuss der sogenannten dritten Welle, eines neuen Feminismus’, der die Zweite Welle einer notwendigen Verjüngungskur unterzog und die feministischen Debatten der Mütter auf einmal wieder für die Töchter interessanter machte.

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Auch hierzulande wurde die Girlism-Debatte aufgegriffen (wenn auch mit einigen Jahren Verzögerung). Doch während sich in den USA junge Frauen in anarchistischen Schulmädchenoutfits trotzig zu Grrrls zusammenschlossen und »Suck My Left One« skandierten, griffen die deutschen Medien die feministische Subkultur aus den Staaten nur in seiner verwässerten Form auf und feierten lieber die Geburtsstunde des Girlies. Statt Songs wie »Rebel Girl« plärrte hierzulande nur Lucilectrics »Weil ich ein Mädchen bin« aus dem Radio. Immerhin existierte mit Parole Trixi wenigstens eine Band in deutschen Gefilden, die angetreten war um das Erbe der Riot Grrrls auch hier zu verbreiten. Ein Gespräch mit der ehemaligen Sängerin und dem Gründungsmitglied Sandra Grether darf aus diesem Grund im ersten hierzulande veröffentlichten Reader über Riot Grrrls deshalb genauso wenig fehlen wie eine Analyse möglicher Gründe dafür, warum Riot Grrrl in Deutschland nie so richtig Fuß fassen konnte.

Riot Grrrl Revisited will keine verklärte Nineties-Nostalgie heraufbeschwören (okay, vielleicht ein bisschen) und auch nicht den Eindruck erwecken, es, als würden an dieser Stelle Veteraninnen vom Krieg erzählen. Wir wissen, dass in der Retrospektive vieles besser erscheinen kann, als es tatsächlich vielleicht gewesen ist. Und schon allein aufgrund unserer persönlichen Verbundenheit mit dem Thema soll dieses Buch weniger der Versuch sein, eine objektive Geschichts-schreibung von Riot Grrrl abzubilden, viel wichtiger ist uns die Frage: Was ist von der Revolution übrig geblieben?
Wo sind die Rebel Girls von heute? Denn: Geblieben ist einiges, verändert hat sich für Frauen im Musikgeschäft eher … weiter lesen

31.07.2011 von Christian Ihle
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10 Jahre “Is This It”

von Christian Ihle

Am 30. Juli 2001 wurde das Debütalbum der Strokes veröffentlicht.

A band like The Strokes only comes along once in a lifetime. You should be grateful that they’ve come along in yours. Auch abgesehen von persönlichen Vorlieben: es kann nur eine Platte des Jahrzehnts geben. “Is This It” war eine Sensation, ein Erdbeben.

is this it

1999, 2000 war die Euphorie des Britpop längst gewichen, in den USA regierte mit Nu-Metal eine der grässlichsten Musikrichtungen die sich der Herrgott bis heute ausgedacht hat und niemand schien der guten alten Tante Rock’n'Roll wieder Leben einhauchen zu können. Dann hörte – so erzählt es zumindest die Legende – Geoff Travis, der Chef von Rough Trade Records, die erste Minute eines Demobandes einer New Yorker Gruppe, die noch nichts veröffentlicht, bis dato nur eine handvoll Liveauftritte absolvierte hatte und war sofort so hingerissen, dass er zum Telefonhörer griff und die Band unter Vertrag nahm. Exakt jenes Demotape sollte unverändert dann als “The Modern Age EP” veröffentlicht werden und von nun an war nichts mehr wie zuvor.


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Kurios genug, da die Strokes ja nun wahrlich nichts neues machten, sondern vielmehr Lou Reeds Velvet Underground, Richard Hells “Blank Generation” und den Minimalismus der Ramones für eine neue Generation, eine neue Zeit übersetzten – und dennoch war der Weg in die Reduktion, in das absolut ornamentfreie eine Bombe. Beinahe jede relevante Gitarrenband der nächsten Jahre war in der einen oder anderen Weise nur denkbar, weil die Strokes mit “Modern Age” und dem Album “Is This It” das rulebook of rock neu schrieben und 2001 zum neuen 1977 machten.

Der NME – und das muss man ihm auch einmal anrechnen, so oft er wegen des Anwerfens der Hypemaschine auch kritisiert wird – hob die Strokes noch vor der Veröffentlichung des Debütalbums auf ihr Titelbild, ließ Pennie “London Calling” Smith die fünf New Yorker im last gang in town Style schwarz-weiß fotografieren und titelte: “The Strokes – Why New Yorks finest will change your life. Forever.” Und ja: die Strokes veränderten Leben.

Als am 30. Juli 2001 das Debüt in den Läden stand, war die Erwartung so groß wie bei keinem anderen Album seit vielen vielen Jahren. In England hielten ausgerechnet die Clowns von Slipknot das Album vom verdienten Platz 1 ab, … weiter lesen

29.06.2011 von Christian Ihle
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5 Songs mit den Arctic Monkeys

von Christian Ihle

arctic monkeys

Vor ein paar Wochen ist das vierte Album der Arctic Monkeys, der einst größten Band Englands, erschienen.

Ein guter Anlaß, auf die Monkeys-Karriere zurückzublicken, und die Top-5-Songs der Band aus Sheffield zu wählen:

5. Cornerstone

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Album Nummer 3, “Humbug”, war der Sound einer Band, die in ihrem eigenen Allerwertesten verschwindet. Als wäre es nicht genug, die größte Band des Landes zu sein, musste man auch noch von der Rock-Aristokratie auf der anderen Seite des Atlantik Anerkennung abholen. Das von Josh Homme produzierte Album ist sicherlich ein statthafter Versuch, eine Weiterentwicklung zu zeigen – aber leider auch über weite Strecken öde und beraubt die Arctic Monkeys ihrer beiden größten Stärke: der Dringlichkeit in der Musik und des Witzes in den Texten. Cornerstone war dennoch ein Highlight, das aufgezeigt hat, dass auch die neuen Arctic Monkleys noch künstlerisch relevant sein können – auch wenn die Single mit der desaströsen Chartperformance von Platz 94 in der britischen Hitparade ein böser Flop war.

4. Bet You Look Good On The Dancefloor

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Bet You Look Good On The Dancefloor ist vielleicht nicht ihr bester Song (selbst auf dem Debüt sind “Mardy Bum” und “When The Sun Goes Down” sicherlich mindestens gleichwertig), … weiter lesen

12.05.2011 von Christian Ihle
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Nieder mit den Umständen: JETZT! – Liebe in GROSSEN Städten auf soundcloud

von Christian Ihle

nieder mit den umständen

Ich habe mich schon an anderer Stelle darüber ausgelassen, dass ich Jetzt! für die beste deutsche Band halte, die nie ein Album veröffentlicht hat.

(ausführliches dazu: hier und hier)

Heute morgen hat Frank Werner, Fast Weltweit – Labelgründer, nun das legendäre Jetzt!-Tape “Liebe in GROSSEN Städten” offiziell und in Absprache mit dem aus dem Musikbusiness völlig verschwundenen Jetzt!-Mastermind-Michael Girke auf Soundcloud hochgeladen.

Jetzt! – Liebe in GROSSEN Städten by fastweltweit

Das “Liebe in GROSSEN Städten” – Tape war “nur” ein Demo und wurde nie veröffentlicht, auch wenn am Bass der spätere Techno-DJ Mijk van Dijk spielte, Blumfeld einen Song des Tapes, “Kommst Du Mit In Den Alltag”, auf ihrem epochalen “Old Nobody” – Album coverten (mit leichten Textunterschieden, ausführliche Analyse hier), und in den backing vocals selbst ein junger Jochen Distelmeyer sowie die bezaubernde Bernadette La Hengst sangen.

bernadette la hengst

Das Tape stellt circa ein Viertel des gesamten Jetzt!-Outputs dar und ist vor allem … weiter lesen

04.04.2011 von Christian Ihle
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New York I Love But You Are Bringing Me Down – LCD Soundsystems letzter Song

von Christian Ihle

Now that’s a way to say goodbye…

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Direktlink

03.04.2011 von Christian Ihle
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Auf Wiedersehen, LCD Soundsystem!

von Christian Ihle

Eine der wichtigsten Bands des letzten Jahrzehnts hat gestern nacht im New Yorker Madison Square Garden sein Abschlusskonzert gegeben. Nicht nur hat James Murphy via seines DFA-Labels Anfang bis Mitte der Nullerjahre mit den dort unter Vertrag genommenen und selbst produzierten Bands (The Rapture, Radio 4, !!!) den Sound der letzten Dekade geprägt wie niemand diesseits der Strokes, nein, er hat mit seiner eigenen Band LCD Soundsystem bewiesen, dass Club und Punk, Intelligenz und Nerdwissen, Lyrics und Beats auch auf Albumlänge funktionieren können.

Doch trotz des Jahrzehntalbums “Sound Of Silver” ist es immer noch die Debütsingle Murphys, die exemplarisch für alles steht, was LCD Soundsystem erreicht haben. Sollte Nerdland eine Nationalhymne besitzen, sie könnte nur “Losing My Edge” heißen:

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Yeah, I’m losing my edge.
I’m losing my edge.
The kids are coming up from behind.
I’m losing my edge.
I’m losing my edge to the kids from France and from London.
But I was there.

I was there in 1968.
I was there at the first Can show in Cologne. … weiter lesen

31.03.2011 von Christian Ihle
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400 Folgen Schmähkritik: Teil 2 – Sport, Politik, Film & Fernsehen

von Christian Ihle

Im zweiten Teil unseres großen Schmähkritik-Archivs finden wir die schönsten Verrisse, Beleidigungen und Affronts aus der Welt des Sport, der Politik sowie Film & Fernsehen. Teil 1 (Musik & Literatur) hier.

4. Sport:

“Den kann nicht mal Gott ausstehen.”

(Ein Präsidiumsmitglied von Real Madrid über den deutschen Real-Trainer Bernd Schuster in der Süddeutschen Zeitung)

1. FC Köln
1860 München
Arminia Bielefeld
Bayern München
Bernd Schuster
Borussia Dortmund
Die britische Premier League
Christian Lell
Christoph Daum (1)
Christoph Daum (2)

…»Was macht eigentlich… Cristiano Ronaldo?« Keine Ahnung. Spielt der Peinsack mit?” Das Schönste an diesem Treffer (für Spanien, Anm.) ist ja tatsächlich, dass dieser Ronaldo uns jetzt nicht mehr so megaloman entgegen penissen kann wie sonst immer. Tschüss, ihr Partys mit Paris Hilton, ihr Blingblings, du Champagner aus fliederfarbenen Fußballschuhen. Hallo, Aus im Achtelfinale.”…

Cristiano Ronaldo
Daniele De Rossi
David Beckham
Diego Armando Maradona
Frank Lampard
Günther Netzer

“Schon wieder kommt Hertha BSC so schlecht weg, allmählich kann man wirklich Mitleid bekommen. Wann gab es eigentlich die letzte gute Nachricht von der Hertha? Immer ist irgendwas, seltsame Mannschaft, riesige Schulden, fiese Fans, Umbruch klappt auch nicht, und jetzt auch noch das: Die Trikots der Hertha taugen nichts. Das ist vielleicht die schlechteste Nachricht von allen, denn man kann viel Schlimmes in Würde ertragen, wenn man dabei wenigstens gut aussieht.”

Hertha BSC Berlin
Italienische Fußballnationalmannschaft
Jens Lehmann
Karl-Heinz Rummenigge
Lothar Matthäus (1)

“Ich weiß nicht, was er in Bulgarien will. Das Maximum, das er rausholen kann, ist, nochmal zu heiraten.”

Lothar Matthäus (2)
Louis van Gaal
Mario Gomez

“In einer Schülermannschaft würde man sagen: ‘Spiel Klavier oder Flöte, aber nicht Fußball’. Ich dachte, ich bin in der Sendung “Verstehen Sie Spaß?””

Martin Demichelis (1)
Martin Demichelis (2)
Nationalmannschaftsstürmer
Oliver Bierhoff
Piotr Trochowski
Radsportweltverband UCI
Raymond Domenech (ehemaliger französischer Nationaltrainer)
Stefan Effenberg
Tim Wiese (Werder Bremen) (1)

“Zwischendurch schien die Sonne so stark, dass die Bronzepaste auf den Wangen schmolz und dann, als die Sonne wieder verschwand, abblätterte und sich wie Konfetti im Fünfmeterraum verteilte. Unschön. Wäre Tim Wiese ein Tier, er wäre der Kater am Neujahrsmorgen.”

Tim Wiese (2)

“Was willst mit einem, der bei 30 Grad im Schatten Handschuhe trägt.“

Torhüter
VFB Stuttgart
WM-Spiel: Dänemark – Niederlande
Jubelnde Fußballspieler

5. Filme:

“Mit einem frauenfeindlichen Fickfilm unterster Kajüte ist am Freitagnachmittag der Wettbewerb der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin zu Ende gegangen. In seinem neuen Werk “The Killer Inside Me” erzählt Michael Winterbottom in schön gestalteten Retrobildern und zu heiter dahingesungenen Honkytonkschlagern die Geschichte eines psychopathischen Vergewaltigers und Frauenquälers, der nebenbei auch noch als Polizist in einer texanischen Kleinstadt der Fünfzigerjahre arbeitet. (…)
“The Killer Inside Me” ist ein Vergewaltigungsporno unter dünnem Arthouse-Mäntelchen. Wie konnte ein derart selbstgefälliger, kunstloser und unreflektierter sexistischer Dreck bloß in den Wettbewerb der Berlinale gelangen? Es ist ein kaum noch zu entschuldigender Fehlgriff, der geeignet ist, den Ruf dieses Festivals und der verantwortlichen Auswahlkommission dauerhaft zu lädieren.”

(Jens Balzer in der Berliner Zeitung)

Australia
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Babylon A.D.
Batman – The Dark Knight
Burlesque
Control & Joy Division
Das Haus am See

“Im Friedrichstadtpalast traf ich eine Kollegin, die in der Galapremiere von “Henri 4″ gewesen ist. Zum ersten Mal seit sie die Berlinale besuche, seien nach Ende einer Aufführung etliche Leute aufgestanden und hätten “Scheißfilm!” oder “Scheiße!” gerufen, es habe im Publikum eine ähnlich desillusionierte Stimmung geherrscht wie Ende 1989 in der DDR.
Ich traf einen anderen Kollegen, der dort war, und fragte: “Worum geht es überhaupt in Henri 4?” Er sagt, es sei seiner Ansicht nach, im Kern, ein Film über die Brüste der – mir unbekannten – Schauspielerin Chloé Stefani. “Ja sind die denn wirklich so furchtbar?” fragte ich. Keineswegs, antwortete er, aber mit 19 Millionen Produktionskosten und 155 Minuten Filmlänge habe der Regisseur bei der Behandlung dieses durchaus legitimen Themas jegliches Maß verloren.”

Henri 4
Das Herz ist kein dunkler Wald
Deutschland 09 … weiter lesen

17.03.2011 von Christian Ihle
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400 Folgen Schmähkritik: Teil 1 – Musik, Bands, Literatur

von Christian Ihle

Und wieder sind 100 Schmähkritiken ins Land gezogen! Zeit das Archiv zu öffnen und die Schatztruhe der ersten 400 Folgen Schmähungen, Verrisse und Kritiken zu bestaunen.

Heute in Teil 1 unser liebstes Schmähobjekt: Bands, Künstler, Musiker, ja die ganze Industrie! Dazu noch eine handvoll Buchverrisse und Autorenschmähungen, von denen eine mit der wunderbaren Beleidigung “revanchistisches Samenstaugewinsel” glänzt.

1. Musiker und Bands:

“Gäbe man Grönemeyers Lyrik einer Newcomer-Band zur Vertonung – alle würden sich vor Lachen auf die Schenkel klopfen. Bei Grönemeyer lacht nur die eine Hälfte, die andere kauft seine Platten. Auch das ist natürlich eine Kunst.”

(Friedrich Pohl, Welt am Sonntag, über das Grönemeyer-Album “12″)

50 Cent
1000 Robota (1)
1000 Robota (2)
Adam Green
Amy Winehouse
Andre Rieu
Andy Bell (Oasis)

“Fucking jugglers’ music”
(Nicky Wire, Manic Street Preachers, über Arcade Fire)

Arcade Fire (1)
Arcade Fire (2)
Arcade Fire (3)
Arctic Monkeys (1)
Arctic Monkeys (2)
The Automatic
Bauhaus
The Beatles (1)
The Beatles (2)
Beady Eye
Bloc Party

“….I can’t stand the guy. If I wanted to listen to the sound of a cat strangled and dragged backwards through a hedge, then I’d buy a cat, strangle it and drag it backwards through a hedge…”

Bob Dylan (1)
Bob Dylan (2)
Bonaparte (1)

“…Die Berliner Zirkusclowns haben auf ihrem zweiten Album – immerhin konsequent – quasi keine gute Idee. Dieser auf Kunst getrimmte Vollschrott, “Dada” für die geistig Armen, die ganze Weirdness, die man gerne für sich in Anspruch nähme, verpufft in den ärmlichen Liedchen, die lieblos durch die gesamte Platte hopsen…”

Bonaparte (2)
Brandon Flowers (The Killers) … weiter lesen