Archive for the ‘Retrospektive’ Category

26.04.2012 von Christian Ihle
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Die besten Filme der Dekade: Platz 10 – 1

von Christian Ihle

Nachdem alle in hektischer Aufregung ihre Jahrzehntcharts zusammenstellten, zog sich das Popblog in ein einsames Programmkino zurück und tüftelte einige Monate an seiner definitiven “Die besten 50 Filme der letzten zehn Jahre” – Liste. Ausgiebiges Debattieren und Abstimmen später ist die “besten Filme des Jahrzehnt”- Liste nun vollständig.


(Die bisherigen Folgen Platz 50 – 35, Platz 34 – 21 und Platz 20-11 verbergen sich hinter den jeweiligen Links)


Der Countdown kann beginnen:

10. Oldboy (Regie: Chan-Wook Park, Südkorea, 2003)


oldboy


“Oldboy” war ein Ungetüm. Auf den ersten Blick war der koreanische Cannes-Sieger nur ein Genrefilm, ein Vengeancemovie, ein Rachestreifen. Doch als uns Chan-Wook Park nach 40 Minuten mit der Auflösung des “wer?” zum ersten Mal den Boden unter den Füßen weggezogen hatte, dämmerte uns, dass wir hier keinem Film, sondern einem Ereignis beiwohnen – in dem (selten genug!) nach einem “warum?” gefragt wird. Und der koreanische Meisterregisseur, vielleicht der talentierteste Bilder-Arrangeur seiner Generation, hat auch in den kommenden eineinhalb Stunden seiner Geschichte von shakespear’schen Ausmaßen nicht nachgelassen, uns zu überraschen, zu überwältigen und – wie die Hauptfigur selbst – sprachlos zurückzulassen, weil uns das offene Ende, nach allen möglichen Brutalitäten zuvor, aus dem Kino hinauslächelte und wir nicht wussten, ob wir gerade tatsächlich das letzte verbliebene Tabu gut heißen sollten. (CI)



9. 28 Days Later… (Regie: Danny Boyle, UK 2002)


28 days later


Das letzte Jahrzehnt läutete in mehrfacher Hinsicht das furiose Comeback des britischen Regisseurs Danny Boyle ein, der mit “The Beach” nach Hollywood ausgezogen war, nur um dann mit der … weiter lesen

25.04.2012 von Christian Ihle
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Die besten Filme der Dekade: Platz 20 – 11

von Christian Ihle

Der dritte und vorletzte Teil unserer die besten Filme der letzten Dekade – Liste. (Teil 1: Plätze 50 – 35 und Teil 2: Plätze 34 – 21)



20. Der Knochenmann (Regie: Wolfgang Murnberger, Österreich 2009)


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Jetzt ist schon wieder was passiert. Und immer wenn es passiert, ist zufälligerweise der Brenner in der Nähe, um als muffiger, lebensmüder und bis an die Schmerzgrenze zynischer Privatdetektiv den Mörder zu finden. Wie ist die Kinowelt eigentlich bis zum Jahr 2000 ohne das österreichische Dreiergespann Wolf Haas (von ihm stammen die Buchvorlagen), Wolfgang Murnberger (Regisseur) und Josef Hader (spielt den Brenner) ausgekommen? Mit seinem dritten Brenner-Film hat das Trio dem Ganzen die Krone des schwarzen Humors aufgesetzt. „Der Knochenmann“, gespielt von Josef Bierbichler, bringt um, was ihm nicht in den Kram passt und lässt die Leichen praktischerweise… weiter lesen

24.04.2012 von Christian Ihle
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Die besten Filme der Dekade: Platz 34 – 21

von Christian Ihle

Der zweite Teil unserer definitiven Dekadenfilmliste, die Plätze 21 bis 34. (Teil 1: Plätze 35-50)


34. The Tracey Fragments (Regie: Bruce McDonald, Kanada 2007)





Die zwei Gesichter der Ellen Page: die Nachwuchs-Hoffnung pendelt seit einigen Jahren schon zwischen niveaulosen Blockbustern (“X-Men”), erfolgreichen Feel-Good-Indiefilmchen (“Juno”) und brutalen Arthouse-Movies (“Hard Candy”). “The Tracey Fragments” ist der letzteren Rubrik zuzuordnen und zeigt eine Ellen Page in teils bis zu 15 verschiedenen Splitscenes auf der Kinoleinwand.


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Sie zetert und weint, schreit oder sitzt apathisch auf der Rückbank eines Busses und sucht ihren kleinen Bruder Sonny – von dem nicht klar ist, ob er weggelaufen oder Opfer eines Verbrechens geworden ist. Die Tour-de-Force, der Ellen Page da ausgesetzt wird, ist Oscar-verdächtig. Aufgrund der wirklich bitteren und desillusionierenden… weiter lesen

23.04.2012 von Christian Ihle
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Die besten Filme der Dekade: Platz 50 – 35

von Christian Ihle

Nachdem alle in hektischer Aufregung ihre Jahrzehntcharts zusammenstellten, zog sich das Popblog in ein einsames Programmkino zurück und tüftelte einige Monate an seiner definitiven “Die besten 50 Filme der letzten zehn Jahre” – Liste. Dabei wurde diesmal auch nicht der Egomanie Vorzug gegeben, sondern eine Jury einberufen. Katja Peglow (Missy Magazin u.a.), Robert Heldner (Sellfish Fanzine u.a.) und Silvia Weber (Vanity Fair Online u.a.) durften ihre Top-Filme nominieren und die der anderen bewerten, so dass wir eine ausgewogene, unbestechliche Top-50-Liste letzen Endes zusammen stellen konnten. Nominierbar waren alle Filme, die laut imdb in den Jahren 2000 – 2009 gedreht wurden bzw. innerhalb dieser Dekade ihre Erstaufführung in deutschen Kinos feierten:


Heute Teil 1, die Plätze 50 – 35:


35. There Will Be Blood (Regie: Paul Thomas Anderson, USA 2007)




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27.03.2012 von Christian Ihle
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We begin bombing in five minutes: Ronald Reagen, Bootsy Collins und die Talking Heads. Bonustrack: Ramones.

von Christian Ihle

Aufgrund der Mikrofonpanne von Obama sei mal wieder an Ronnie Reagens augenzwinkernde Atomkriegsankündigung von 1984 erinnert. Aus dem Sample “My fellow Americans, I’m pleased to tell you today that I’ve signed legislation that will outlaw Russia forever. We begin bombing in five minutes” haben einst Bootsy Collins und Jerry Harrison von den Talking Heads (und vorher Modern Lovers) einen schönen Funk/Postpunk-Song unter dem Namen Bonzo Goes To Washington gebastelt:


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Der “Bonzo” im Projektnamen “Bonzo Goes To Washington” ist übrigens ein Spitzname von Ronald Reagan, der sich auf seinen Film “Bedtime For Bonzo” bezieht – in jenem Film spielt Reagan zwar mit, der gute Bonzo ist aber ein Schimpanse…





Den Spitznamen “Bonzo” griffen auch die Ramones in ihrem Song “Bonzo Goes To Bitburg”… weiter lesen

23.11.2011 von Christian Ihle
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Wer sind eigentlich diese Gallaghers? Ein Vergleich in Wort und Bild.

von Christian Ihle




Die Brüder Gallagher waren Mitte der 90er-Jahre für die aufregendste Musik des Planeten verantwortlich und schon damals selten einer Meinung. Nach der schmutzigen Trennung von Oasis haben sie sich noch weiter auseinanderentwickelt – nicht nur optisch.


Wo Noel immer noch die Frisur eines Playmobilmännchens aufträgt, orientiert sich Liam an einem Irish Setter (Noel dazu: „Ob Liam durchgeknallt ist? Natürlich. Schau dir seine Frisur an.“). Während Liam dem Oasis-Debütalbum von 1994 nachtrauert und mit seiner neuen Band Beady Eye versucht, den wilden Rock ’n’ Roll seiner Jugend zu kopieren, klingt Noel Gallaghers neue Platte (veröffentlicht unter dem Namen „Noel Gallagher’s High Flying Birds“) mehr wie die späten Oasis. Das Einzige, was beide derzeit noch zu verbinden scheint, ist ihre Fußball- Liebe zu Manchester City – und dass sich beide nicht leiden können.

Während Noel, der große Aphoristiker der britischen Popkultur, eher feine… weiter lesen

22.11.2011 von Christian Ihle
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Der John-Peel-Player!

von Christian Ihle

John Peel war die große Legende unter den Radiomoderatoren und für die musikalische Erziehung von mehr als einer Generation verantwortlich. Neben seinen regulären Sendungen waren immer die Festive Top 50, die Peel-Jahrescharts zu Weihnachten, mit besonderer Spannung erwartet worden.

Nun hat jemand YouTube und die Peel Festive Top 50 zusammengezählt und als Ergebnis den Peel Player erhalten, womit alle Musiknerds und -archäologen nun ihre komplette Freizeit bis Weihnachten gefüllt haben dürften, um Kleinode wie zum Beispiel Male Nurses “My Own Private Patrick Swayze” zu entdecken, einer mir unbekannten, fallesquen “Hymne” auf den Dirty Dancing – Star, die bei Peels Festive Top 50 den 32. Platz im Jahr 1998 belegt hatte.

Und so geht es dank der Shuffle-Funktion des Peelplayers durch die Jahre, von Ashs “Kung Fu” (Platz 6, 1995) über den Postpunk der Mo-Dettes “White Mice” (Platz 56, 1980) zur Undertones-Nachfolgeband That Petrol Emotions “Big Decision” (Nummer 4, 1987).

Das beste Internetding seit geschnittenem Brot.

Der Peelplayer





Hier übrigens (via Indiepedia) die Jahressieger in den Festive Top 50:


1976 Led Zeppelin – “Stairway to Heaven”
1977 The Motors – “Dancing the Night away”
1978 Sex Pistols – “Anarchy in the UK” … weiter lesen

02.11.2011 von Christian Ihle
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WHO’S THAT GRRRL? – Eine Einleitung zu RIOT GRRRL REVISITED

von Christian Ihle

Als der amerikanische Rolling Stone im Jahr 2003 in einem Sonderheft die »100 besten Gitarristen aller Zeiten« kürte, befanden sich unter den Auserwählten gerade einmal zwei Frauen (mit Joan Jett war wenigstens ein Vorbild der Riot-Grrrl-Bewegung dabei). Carrie Brownstein von Sleater-Kinney gelang zwar vier Jahre später der Sprung in die Rolling Stone-Liste der 25 am meisten unterbewerteten Gitarristen aller Zeiten – jedoch als einzige Frau inmitten der üblichen männlichen Verdächtigen. Die niedrige Frauenquote stimmt traurig, weil es eindeutig mehr als zwei Frauen gibt, die ihre Instrumente beherrschen.

So haben sich Kathleen Hanna & Co. die musikalische Revolution mit Sicherheit nicht vorgestellt, als sie 1991 in einem kleinen Kaff namens Olympia an der Westküste der USA zur Revolution Girl Style Now aufgerufen haben. Das in der zweiten Ausgabe des Bikini Kill-Zines veröffentlichte, legendäre Riot-Grrrl-Manifest gilt als symbolischer Auftakt der feministischen Musikbewegung, an deren Spitze Bands wie Bikini Kill, Bratmobile oder Heavens to Betsy standen. Das Manifest forderte Mädchen und junge Frauen dazu auf, nicht mehr länger den Mund zu halten und war eine harsche Antwort auf den Postfeminismus und Backlash der Achtzigerjahre, der Frauen in den USA suggerierte, in der Berufswelt alles erreicht zu haben und weibliche Mitglieder von Indierockbands dazu verdonnerte, wenn überhaupt, dann höchstens
Bass spielen zu dürfen. Schon 1978 hatte Poly Styrene, die kürzlich verstorbene feministische Ikone aller Riot Grrrls, im Intro ihres größten Hits »Oh Bondage Up Yours« verkündet: »Some people think that little girls should be seen and not heard.«

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Zwar gab es im Punk einzelne weibliche Stimmen, wie die der X-Ray-Spex-Sängerin, die durchaus gehört wurden, doch waren diese Stimmen bis zu Beginn der Neun -ziger an den Rand gedrängt worden. Erst dann erstürmte eine Horde wütender Mädchen energisch die Rockbühnen dieser Welt, um sich endlich Gehör zu verschaffen.
»I want to be the Girl with the most Cake«, sang Courtney Love zu Beginn der Neunziger, als sie noch mit der Riot-Grrrl-Bewegung sympathisierte, wie das Treffen zwischen ihr und Martin Büsser in unserem Reader zeigt. Riot Grrrls wollten die ganze Bäckerei gleich mit dazu.

In den Neunzigern ereignete sich etwas in der Popkultur, das es so vorher noch nicht gegeben hatte: Frauen machten in der Öffentlichkeit Lärm, der einem heute, zwanzig Jahre später, weit weg vorkommt. Riot Grrrls machten sogar derart viel Radau, dass selbst die Mainstream-Medien von ihnen Notiz nahmen und kurzzeitig versuchten, sie in den Pop-Olymp zu katapultieren. Wütende Musik von Frauen die in den Achtzigern noch rigoros in den Underground verbannt worden wäre, lief plötzlich im Radio, oder wie Bikini Kill sogar in einer Folge der erfolgreichen Familien-Sitcom Roseanne, in der Jackie und Roseanne eine jugendliche Anhalterin auflesen und mit ihr volle acht Minuten über Riot Grrrl diskutieren.

Riot Grrrl vollbrachte, was zuvor noch keiner popkulturellen Bewegung gelingen wollte, und transportierte feministische Issues in den Mainstream. Musik war plötzlich nicht nur Teil einer Bewegung, sondern führte sie sogar maßgeblich an. Zum
ersten Mal in der Musikgeschichte waren Frauen die Anführerinnen einer popkulturellen Bewegung. Und zwar nicht als Einzelkämpferinnen, wie zuvor noch im Punk, sondern als Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Denn: Every Girl is a Riot Grrrl!
Auch wenn wir beide während der Hochphase von Riot Grrrl noch zu jung waren, um diese Revolution der amerikanischen Subkultur selbst miterleben zu können (im Prä-Internetzeitalter mahlten die Mühlen eben langsamer), hat uns die von Riot Grrrl formulierte Gesellschaftskritik zu einem späteren Zeitpunkt unseres Lebens tief geprägt. Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Popkultur und feministischer Kritik wurde Teil unseres Alltags, und hat so nicht nur einenentscheidenden Einfluss auf unsere Plattensammlungen und politische Sozialisation ausgeübt, sondern bis in die Gegenwart einen zentralen Stellenwert in unseren Leben beibehalten.

Durch Riot Grrrl war es auf einmal wieder cool, sich mit Feminismus auseinanderzusetzen. Das mag aus heutiger Sicht banal klingen, aber ein feministisches Kollektiv, das ohne Angst vor Ablehnung das F-Wort ganz plakativ an die große Glocke
hängte und in kämpferische Songs über Missbrauchsängste und Schönheitsterror verpackte, die trotzdem im Radio liefen, war ein Traum, der in den Neunzigerjahren kurz in Erfüllung ging. Riot Grrrls sangen über Frauenthemen, die in der Rockmusik lange Zeit ignoriert oder in die lahme Liedermacherinnen-Ecke der Womyn’s Music verbannt worden.
Aus den Womyn der Siebzigerjahre wurden Girls. Oder eben Rebel Girls. Riot Grrrl war der Startschuss der sogenannten dritten Welle, eines neuen Feminismus’, der die Zweite Welle einer notwendigen Verjüngungskur unterzog und die feministischen Debatten der Mütter auf einmal wieder für die Töchter interessanter machte.

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Auch hierzulande wurde die Girlism-Debatte aufgegriffen (wenn auch mit einigen Jahren Verzögerung). Doch während sich in den USA junge Frauen in anarchistischen Schulmädchenoutfits trotzig zu Grrrls zusammenschlossen und »Suck My Left One« skandierten, griffen die deutschen Medien die feministische Subkultur aus den Staaten nur in seiner verwässerten Form auf und feierten lieber die Geburtsstunde des Girlies. Statt Songs wie »Rebel Girl« plärrte hierzulande nur Lucilectrics »Weil ich ein Mädchen bin« aus dem Radio. Immerhin existierte mit Parole Trixi wenigstens eine Band in deutschen Gefilden, die angetreten war um das Erbe der Riot Grrrls auch hier zu verbreiten. Ein Gespräch mit der ehemaligen Sängerin und dem Gründungsmitglied Sandra Grether darf aus diesem Grund im ersten hierzulande veröffentlichten Reader über Riot Grrrls deshalb genauso wenig fehlen wie eine Analyse möglicher Gründe dafür, warum Riot Grrrl in Deutschland nie so richtig Fuß fassen konnte.

Riot Grrrl Revisited will keine verklärte Nineties-Nostalgie heraufbeschwören (okay, vielleicht ein bisschen) und auch nicht den Eindruck erwecken, es, als würden an dieser Stelle Veteraninnen vom Krieg erzählen. Wir wissen, dass in der Retrospektive vieles besser erscheinen kann, als es tatsächlich vielleicht gewesen ist. Und schon allein aufgrund unserer persönlichen Verbundenheit mit dem Thema soll dieses Buch weniger der Versuch sein, eine objektive Geschichts-schreibung von Riot Grrrl abzubilden, viel wichtiger ist uns die Frage: Was ist von der Revolution übrig geblieben?
Wo sind die Rebel Girls von heute? Denn: Geblieben ist einiges, verändert hat sich für Frauen im Musikgeschäft eher … weiter lesen

31.07.2011 von Christian Ihle
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10 Jahre “Is This It”

von Christian Ihle

Am 30. Juli 2001 wurde das Debütalbum der Strokes veröffentlicht.

A band like The Strokes only comes along once in a lifetime. You should be grateful that they’ve come along in yours. Auch abgesehen von persönlichen Vorlieben: es kann nur eine Platte des Jahrzehnts geben. “Is This It” war eine Sensation, ein Erdbeben.

is this it

1999, 2000 war die Euphorie des Britpop längst gewichen, in den USA regierte mit Nu-Metal eine der grässlichsten Musikrichtungen die sich der Herrgott bis heute ausgedacht hat und niemand schien der guten alten Tante Rock’n'Roll wieder Leben einhauchen zu können. Dann hörte – so erzählt es zumindest die Legende – Geoff Travis, der Chef von Rough Trade Records, die erste Minute eines Demobandes einer New Yorker Gruppe, die noch nichts veröffentlicht, bis dato nur eine handvoll Liveauftritte absolvierte hatte und war sofort so hingerissen, dass er zum Telefonhörer griff und die Band unter Vertrag nahm. Exakt jenes Demotape sollte unverändert dann als “The Modern Age EP” veröffentlicht werden und von nun an war nichts mehr wie zuvor.


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Kurios genug, da die Strokes ja nun wahrlich nichts neues machten, sondern vielmehr Lou Reeds Velvet Underground, Richard Hells “Blank Generation” und den Minimalismus der Ramones für eine neue Generation, eine neue Zeit übersetzten – und dennoch war der Weg in die Reduktion, in das absolut ornamentfreie eine Bombe. Beinahe jede relevante Gitarrenband der nächsten Jahre war in der einen oder anderen Weise nur denkbar, weil die Strokes mit “Modern Age” und dem Album “Is This It” das rulebook of rock neu schrieben und 2001 zum neuen 1977 machten.

Der NME – und das muss man ihm auch einmal anrechnen, so oft er wegen des Anwerfens der Hypemaschine auch kritisiert wird – hob die Strokes noch vor der Veröffentlichung des Debütalbums auf ihr Titelbild, ließ Pennie “London Calling” Smith die fünf New Yorker im last gang in town Style schwarz-weiß fotografieren und titelte: “The Strokes – Why New Yorks finest will change your life. Forever.” Und ja: die Strokes veränderten Leben.

Als am 30. Juli 2001 das Debüt in den Läden stand, war die Erwartung so groß wie bei keinem anderen Album seit vielen vielen Jahren. In England hielten ausgerechnet die Clowns von Slipknot das Album vom verdienten Platz 1 ab, … weiter lesen

29.06.2011 von Christian Ihle
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5 Songs mit den Arctic Monkeys

von Christian Ihle

arctic monkeys

Vor ein paar Wochen ist das vierte Album der Arctic Monkeys, der einst größten Band Englands, erschienen.

Ein guter Anlaß, auf die Monkeys-Karriere zurückzublicken, und die Top-5-Songs der Band aus Sheffield zu wählen:

5. Cornerstone

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Album Nummer 3, “Humbug”, war der Sound einer Band, die in ihrem eigenen Allerwertesten verschwindet. Als wäre es nicht genug, die größte Band des Landes zu sein, musste man auch noch von der Rock-Aristokratie auf der anderen Seite des Atlantik Anerkennung abholen. Das von Josh Homme produzierte Album ist sicherlich ein statthafter Versuch, eine Weiterentwicklung zu zeigen – aber leider auch über weite Strecken öde und beraubt die Arctic Monkeys ihrer beiden größten Stärke: der Dringlichkeit in der Musik und des Witzes in den Texten. Cornerstone war dennoch ein Highlight, das aufgezeigt hat, dass auch die neuen Arctic Monkleys noch künstlerisch relevant sein können – auch wenn die Single mit der desaströsen Chartperformance von Platz 94 in der britischen Hitparade ein böser Flop war.

4. Bet You Look Good On The Dancefloor

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Bet You Look Good On The Dancefloor ist vielleicht nicht ihr bester Song (selbst auf dem Debüt sind “Mardy Bum” und “When The Sun Goes Down” sicherlich mindestens gleichwertig), … weiter lesen