Archive for the ‘Television Personalities’ Category

13.10.2008 von Christian Ihle
blogavatar

Schmähkritik (122): Elke Heidenreich über den Deutschen Fernsehpreis und Thomas Gottschalk

von Christian Ihle

“Ein Bühnenbild, das den Namen nicht verdient. Eine Halle, die kaum auszuhalten ist, Coloneum heißt die Scheußlichkeit am Stadtrand, ist man einmal da, 17 km vom Zentrum entfernt, kommt man leider so leicht nicht mehr weg. Als wir kamen, lief die Veranstaltung schon etwa eine Stunde. Das sieht so aus, dass der Moderator Thomas Gottschalk über die Bühne schreitet und routiniert und ohne einen Funken von Witz oder Geist „Moderationen“ herunterhudelt, die er so oder anders schon tausendmal gemacht hat. (…) ach, endloser Unsinn, man will Hollywood sein und ist eben doch Köln-Ossendorf. … weiter lesen

05.10.2008 von Christian Ihle
blogavatar

Schmähkritik (117): Die Brücke (TV-Film Remake)

von Christian Ihle

“(…) Groeske, der beeindruckend den sensiblen Albert spielt, ist am wenigsten vorzuwerfen, dass diese “Brücke” so grässlich missglückt ist. (…) Es ist Regisseur Wolfgang Panzer, der seine jungen Akteure hat schießen und hechten lassen wie Helden in “The Dark Knight” oder “The Departed”. Er war es, der zuließ, dass Michael Lott als Standartenführer belfert wie die Karikatur einer Hitlerkarikatur und dass Franka Potente ihre Studienrätin, die so verzweifelt der Anklage wegen Verführung Abhängiger zu entgehen sucht, wie sie ihre Schüler retten will, lau und farblos wie in einer ersten Textprobe abliefert.
Was sie bietet ist nicht einmal mehr Routine, sondern grenzt an Dilettantismus. … weiter lesen

08.09.2008 von Christian Ihle
blogavatar

MTV, der Antikapitalismus und das Internet

von Christian Ihle

MTV Internet
(wenn nicht lesbar, hier klicken)

Gestern fand sich auf der MTV.de Seite diese bizarre Fehlermeldung. Sollte man nach jahrelangem Suchen doch noch Humor bei der alten Dame MTV entdeckt haben?
… weiter lesen

06.09.2008 von Christian Ihle
blogavatar

Schmähkritik (106): Die Lindenstrasse

von Christian Ihle

“Da mögen Fans noch so sehr darauf schwören, die “Lindenstraße” sei heute ja eine ganze andere als vor 20 Jahren. Humorvoll, selbstironisch und dergleichen. In Wahrheit ist die Kleinbürger-Soap immer noch ein Panoptikum der Piefigkeit. Wie fast alle Soaps sind ihre Kulissen vollgestellt mit uninspirierten Charakteren und zugeschüttet mit grauenhaften Dialogzeilen der Sorte: “Ah, meine Umweltplakette, endlich!”
… weiter lesen

04.06.2008 von Christian Ihle
blogavatar

Schmähkritik (89): ARD-Show “Ich weiss, wer gut für dich ist”

von Christian Ihle

“Da dachte man schon, schlimmer als die total vermurkste Styling-Grütze mit dem armen Bruce kann die peinliche Privatsender-Anbiederei der ARD gar nicht werden. Aber Irrtum: Mit “Ich weiss, wer gut für dich ist” konnte man sich doch glatt noch eine größere Wurst vor die eigene Tür legen. … weiter lesen

11.03.2008 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Welcome To Twin Peaks, Population 51.204

von Christian Ihle & Horst Motor

Douglastannen, Kirschkuchen, verdammt guter Kaffee und die schönste Wasserleiche der Weltgeschichte: Welcome To Twin Peaks, Population 51.204

Der 10. September 1991 ist ein historisches Datum in der deutschen Fernsehgeschichte: die Erstausstrahlung von Twin Peaks auf RTLplus. Nicht nur markiert Twin Peaks einen der ersten Gehversuche der damals noch recht herumflegelnden Privatsender in dem Reich des Seriösen, sondern auch den ersten Medienhype um eine noch nicht gestartete Serie, der sogar so weit ging, dass Sat1 den Mörder der zentralen Figur Laura Palmer veröffentlichte, um RTL zu schaden.
Aus einer relativ normalen Krimi-Exposition bildet sich über 31 Episoden der von David Lynch erfundenen Serie eine immer seltsamer werdende Welt heraus, die bis zum heutigen Tag in Film & Fernsehen oft nachgeahmt, doch leider nie mehr erreicht wurde.
… weiter lesen

30.01.2008 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (63): “Das Wunder von Berlin”

von Christian Ihle & Horst Motor

“Der Unterschied zwischen Filmen über die DDR und Indianerfilmen ist, dass an Indianderfilmen zwar wenig stimmt, dass sie aber trotzdem spannend sind. Außerdem sind ihre Zielgruppe keine Indianer.
Welche Zielgruppe haben Filme über die DDR? “Das Wunder von Berlin”, das an diesem Sonntagabend zu sehen sein wird, könnte nicht absurder wirken, wenn die Schauspieler durch Indianer ersetzt würden.”
… weiter lesen

01.12.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (49): Schmidt & Pocher

von Christian Ihle & Horst Motor

“Hatte man früher den Eindruck, man schaue einem müden Mann dabei zu, wie er sich langweilt, sieht man jetzt, wie ein jüngerer Mann versucht, den älteren durch Witze, die nur sie beide verstehen, vom Wegnicken abzuhalten.
Die einzigen Themen, die in der Sendung vorkommen: Fernsehen und Fußball. Es sind halt die einzigen Themen, bei denen Oliver Pocher mitreden kann.
(…)
Und dann noch diese Sprüche über Gags, die nicht zünden, über eine Pointe, die versandet ist, wo sie aber doch neulich in der Soundso-Halle noch so gut kam, haha. Lustiger wär’s, wenn’s lustiger wär’. Alles, alles an dieser Sendung ist furchtbar.
(…)
Und dieser blöde Hass auf Stefan Raab neuerdings. Warum denn jetzt das eigentlich? (…) Dabei macht Raab seine Sendungen tausendmal professioneller und mit mehr Leidenschaft, oder sagen wir einfach: Interesse als Pat und Patachon der ARD.
Schmidt war schon immmer ein Zyniker,… weiter lesen

02.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (40): MTV European Music Awards (EMA)

von Christian Ihle & Horst Motor

“Doch verbal wollte keine Pointe von Snoop Dogg zünden; vielleicht auch deshalb, weil keiner so recht den für seine Wortschöpfungen bekannten US-Rapper verstand. Nach und nach jedenfalls verlor der Künstler, der sich gerne als Pimp feiern lässt, an Geschmeidigkeit. Insgesamt war seine Performance so lässig, wie man sich die Geschäftsführer der Bordell-Kette Pascha bei der Steuerprüfung vorstellt.

Aber immerhin: Snoop Doggs fast schon bürokratisch anmutender Sexismus ist immer noch eine kleine Freude gegen das heillos verkorkste Machotum, was hierzulande so Erfolge feiert. Unappetitlich war es zum Beispiel, mitansehen zu müssen, wie sich deutsche Prominenz um die notorisch leicht bekleidete Nicole Scherzinger, ehemals Tänzerin bei den Pussycat Dolls, balgte.

Die physisch großzügig ausgestattete, aber stimmlich ziemlich unterversorgte Sängerin lieferte mit ihrer leichten Bekleidung so was wie den roten Faden eines Abends, der immer wieder auseinander zu brechen drohte und gefühlte 50 Werbeblöcke beinhaltete. So unternahmen ausgerechnet der grobe Bushido und… weiter lesen

25.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Schmähkritik (38): Oliver Pocher und Manuel Andrack

von Christian Ihle & Horst Motor

“Guckt mal, wie er sich freut! Da vergluckst er wieder die halbe Pointe, weil er so sensationell lustig findet, was er gleich sagen wird. In seinem Bühnenprogramm wirft ihn sein eigenes Gekicher regelmäßig aus der Rolle, die er gerade spielt. Und als er bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises auf der Bühne steht und alle im Saal abwatscht, die abgewatscht gehören, müssen sich die guten bösen Worte mühsam einen Weg durch eine Art Schluckauf aus Aufregung und Begeisterung bahnen. Das ist erstmal eine feine Sache, wenn jemandem die eigene Arbeit offenkundig so viel Vergnügen bereitet wie Oliver Pocher.

(…)

Und selbst das merkwürdig pubertäre Dauergegluckse hat sein Gutes: Weil Pocher die ganze Zeit selber über sich lacht, braucht er keinen Manuel Andrack, der es für ihn tut.”

(Stefan Niggemeier, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)