Prinz Pi: Indierock ist dumm! Was die singen, ist oft einfach Quatsch. Die verstecken sich hinter ihren Formulierungen. Bands wie Tocotronic oder Blumfeld finde ich richtig doof. Nicht schlimm dumm, aber definitv auch nicht so schlau wie sie tun. Trotzdem wird das in der Spex dann als gehaltvolle, tiefe Musik verhandelt.
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SZ: Anfang der Nullerjahre warst Du schon beim inzwischen legendären Label Royal Bunker, als die Konkurrenz bei Aggro Berlin mit Sido große Erfolge feierte.
Prinz Pi: Ja, das war furchtbar. Die Dominanz der Dummen. In Deutschland gibt es sehr viele Musikhörer, die sich für platte Sachen begeistern: Rammsteim, Unheilig, Xavier Naidoo. Was die machen sind Schwarz-Weiß-Gemälde, die an Plattheit und Pathos kaum zu übertreffen sind. Leute, die schöne Bilder malen, gibt es auch, aber die sind halt dann nicht so erfolgreich.
(Der deutsche Rapper Prinz Pi grüßt vom Platz 1 der Albumcharts die Kollegen in… weiter lesen
LIARS, everybody’s favourite weirdos, spielen an diesem Sonntag abend in der Volksbühne in Berlin und veröffentlich ihr neues Album “WIXIW”(nein, wir auch nicht). Da die Band um Sänger Angus Andrew Mitte der letzten Dekade auch einige Jahre in Berlin verlebte, bietet es sich natürlich an, sie zu einem German Blind Date einzuladen – und erstaunlicherweise hören Liars auch tatsächlich die Fehlfarben-DAF-Verwandtschaft heraus, chapeau!
Fehlfarben – Apokalypse (1980)
My first impression of this was that of a more sentimental/poetic, less vivid version of DAF, one of my favorite artists on Mute. Upon further research I found that they started only a year after DAF, and seemed to have shared a bass player. Admittedly a shallow reason, it made me like it a bit more, though I would rather listen to DAF. While I… weiter lesen
Nach Los Campesinos! und den Walkabouts haben wir nun die schottischen Indierocker We Were Promised Jetpacks genötigt, sich fünf deutsche Songs anzuhören und um ihre Meinung gebeten:
1. Tocotronic – Let There Be Rock (1999):
Oh they’ve used the final countdown riff. they clearly want everyone to talk about that or they wouldn’t have bothered, so let’s do that: that’s a weird thing to do. But it doesn’t make the song interesting at all, it just makes me want to pretend i’m Gob Bluth or watch old Bryan Danielson matches:
2. Ja, Panik – Nevermind (2011):
Slow start but that’s a nice reverb sound on the guitar so it’ll do for now. Unfortunately I’ve no idea what… weiter lesen
Eine neue Rubrik im Popblog! “German Blind Date” – ausländische Bands wagen sich auf deutsches Soundterrain und sprechen aufgrund ihrer gänzlichen Unkenntnis der deutschen Musikszene frei von Vorwissensbalast über heimische Bands!
In der ersten Folge die walisischen Tweecore-Heroen Los Campesinos! über tocotronic, blumfeld und andere!
1. Tocotronic – Let There Be Rock
Besides the slightly incongruous ‘Final Countdown’ synth part that threatens to ruin the song, I quite like this. Sounds like Pavement covering Green Day’s ‘When I Come Around’ or something, and the brass in the chorus is rather lovely. There should be more vocoders in pop music too. Hopefully there’s a version without the Europe riff, somewhere…
Heute morgen hat Frank Werner, Fast Weltweit – Labelgründer, nun das legendäre Jetzt!-Tape “Liebe in GROSSEN Städten” offiziell und in Absprache mit dem aus dem Musikbusiness völlig verschwundenen Jetzt!-Mastermind-Michael Girke auf Soundcloud hochgeladen.
Das “Liebe in GROSSEN Städten” – Tape war “nur” ein Demo und wurde nie veröffentlicht, auch wenn am Bass der spätere Techno-DJ Mijk van Dijk spielte, Blumfeld einen Song des Tapes, “Kommst Du Mit In Den Alltag”, auf ihrem epochalen “Old Nobody” – Album coverten (mit leichten Textunterschieden, ausführliche Analyse hier), und in den backing vocals selbst ein junger Jochen Distelmeyer sowie die bezaubernde Bernadette La Hengst sangen.
Das Tape stellt circa ein Viertel des gesamten Jetzt!-Outputs dar und ist vor allem … weiter lesen
Es war eine Sensation als vor etlichen Monaten unter den Fanatikern der vergessenen Band Jetzt! ein Link die Runde machte, der das für alle Zeiten verschollen geglaubte Tape „Liebe in GROSSEN Städten“ zugänglich machte.
Die deutsche Musik ist tot
Warum Freudenschreie durch die entlegenen Winkel des Netzes hallten, wird vielleicht klar, wenn wir einen kleinen Blick zurück auf die Band und ihr Umfeld werfen. Es ist Mitte der 80er Jahre und nachdem die deutsche Popmusik Ende der 70er, Anfang der 80er in Düsseldorf, Berlin und Hannover eine eigene Sprache und die wilde Lust am Experiment gefunden hatte, wartet man vergeblich auf Nachfahren der Fehlfarben und anderer großer Bands.
Das Dorf am Ende der Welt
Die nächste Generation findet sich ausgerechnet in dem kleinen Örtchen Bad Salzuflen unter dem Dach des Fast Weltweit Labels zusammen. Fast Weltweit veröffentlichte Kassettensampler und Bandtapes von Künstlern, die das folgende Jahrzehnt beeinflussen sollten wie niemand sonst: eine frühe Inkarnation der Sterne um Frank Spilker, Bernadette La Hengst, Bernd Begemann und Jochen Distelmeyers Blumfeld-Vorgänger-Band Die Bienenjäger haben alle bei Fast Weltweit eine Heimat gefunden. Später stehen sie exemplarisch für die Hamburger Schule, die zum ersten Mal seit der Düsseldorfer Ratinger Hof Szene wieder in deutscher Sprache Politik und Liebe besingen wird.
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Liebe in kleinen Städten
Doch trotz eines Spilker, Begemann oder Distelmeyer ist es die Stimme von Michael Girke, … weiter lesen
denn da ist nichts über das glück, das wir suchen
an vergessenen orten in den häuserschluchten
und nichts über die lügen, die wir finden
und nichts über das leben, das wir leben
Wenn mir jemals eine meiner monatlichen Radiosendungen bei ByteFM am Herzen lag, dann diese. Eine Stunde über die größte verlorene Band, die dieses Land zu bieten hat: Michael Girkes Jetzt! … weiter lesen
Eine neue Reihe: ab und an wollen wir aus dem weiten Feld der Videoclips im Netz das eine oder andere bemerkenswerte Filmchen in unserer neuen Kategorie “YouTube Makes Me Want To Smoke Crack” vorstellen.
Heute: als Blumfeld und Pavement gemeinsam auf der Bühne standen.
In unserem Schwesterblog Abenteuer & Freiheit befassen wir uns heute mit einer kleinen Sensation: der Wiederentdeckung eines verschollen geglaubten Jetzt!-Tapes, das Grundlage für Jochen Distelmeyers Blumfeld wurde.
Am heutigen Montag verkünden Blumfeld auf ihrer Homepage die Auflösung der wohl wichtigsten deutschsprachigen Band der letzten zwei Jahrzehnte:
“Ein Kreis schließt sich. Nach sechzehn Jahren Blumfeld hat Autor, Sänger und Gitarrist Jochen Distelmeyer in Absprache mit den übrigen Bandmitgliedern Andre Rattay (Schlagzeug), Vredeber Albrecht (Keyboards) und Lars Precht (Bass) beschlossen, die Band aufzulösen.
Die zur Veröffentlichung von Ein Lied mehr – The Anthology Archives Vol.1 angekündigte Tournee im April/Mai wird somit die letzte Blumfeld-Tour sein.
Hiermit möchten sich Blumfeld bei allen Fans und Freunden für die gemeinsamen Jahre bedanken.” … weiter lesen