Im Plattenladen im Mai (3): Manic Street Preachers, Pigeon Detectives, Von Südenfed, The Audience
von Christian Ihle & Horst MotorManic Street Preachers – Send Away The Tigers
Hätte man 1991 in England eine Umfrage gestartet, welche von den heißen Newcomerbands wohl in 16 Jahren immer noch unbeirrt weitermarschieren würde, keiner hätte auf die Manic Street Preachers gesetzt. Zu sehr jetzt, jung, wild, destruktiv, nihilistisch und prätentiös waren die vier Waliser, als dass man ihnen eine Karriere jenseits der 30 hätte prophezeien können.
Viel Wasser ist unter allen Selbstmordbrücken geflossen seit die vier als Clash-Wannabes für erstes Aufsehen (1991) sorgten. Danach waren sie eine britisch-intellektuelle Guns’n’Roses-Kopie (1992), eine Joy Division Wiederkehr (1994), die stolzesten Trauernden der Welt (1996), Brit-Pops elder statesmen (1998) und Punks in der midlifecrisis (2001). Ihr komtemplatives, aber schwächstes Album „Lifeblood“ veröffentlichten sie vor drei Jahren, im vergangen Jahr traten sowohl Sänger James Dean Bradfield als auch Bassist und Texter Nicky Wire mit Soloalben vor die Musikwelt: eines davon war gut (Bradfield), eines versponnen, aber fantastisch (Wire). … weiter lesen