16.05.2011 von Christian Ihle
Dass der Sänger der britischen Band The Horrors einen nuancierten Musikgeschmack besitzt und die Rundumbegeisterung eines wahren Nerds aufbringen kann, war schon bei den ersten beiden Alben seiner Band nicht zu überhören. Das Debüt plünderte obskure Garagenrock – Höhepunkte der 60er charmant und behände, Album Nummer zwei mischte dann noch Krautrock der Marke Neu! und britischen Post-Punk von Joy Division bis Teardrop Explodes bei.

Nicht ausgelastet damit, eine der besten britischen Bands derzeit anzuführen, hat sich Faris Badwan während der Aufnahmen zu Horrors-Album Nummer Drei noch ein Nebenprojekt zugelegt, das sich weder als selbstgefälliges Egoding noch als Spaßnummer erweist.

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Im Gegenteil: schlüssig kann man im „Cat’s Eyes“ – Projekt, das Badwan mit der kanadischen Sängerin Rachel Zeffira gegründet hat, Einflüsse heraushören, die im Soundgefüge seiner Hauptband bereits vorhanden waren, aber im Horrors-Kosmos eben keinen allzu großen Platz einnehmen können. War im Horrors-Song… weiter lesen
06.05.2011 von Christian Ihle

Dass wir die Entwicklung der britischen Band The Horrors für eine erstaunliche halten, haben wir bereits ausführlich in diversen Jahrescharts dargelegt. Um unser Lob zu bestätigen setzt Horrors-Mastermind Faris Badwan nun in der Wartezeit bis zum Horrors-Album-Nummer-3 gleich noch ein Nebenprojekt an, das die bisher latent vorhandenen Girl-Group-Einflüsse der Horrors (“Who Can Say”) auf Albumlänge auslebt. Faris Badwan ist demnach eine Idealbesetzung für unseren Lieblingsplattenfragebogen:
* A record that will make you dance?
The Prats – Bored
* The best song last year?

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Memory Tapes – Asleep at a Party
* Your favourite 60s Garage Rock song?

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Denise & Company – Boy What’ll You Do Then?
* Your favourite song by the Shangri-Las? … weiter lesen
31.12.2009 von Christian Ihle
10. Felice Brothers: “Penn Station”

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So muss es klingen, drückte man dem Dylan von “Positively 4th Street” eine Flasche Whiskey in die Hand und ließe ihn mit einer räudigeren Band trunken closing time – Songs aufspielen. In gewisser Weise sind die Felice Brothers damit auch ein New Yorker Äquivalent zu den Pogues (man achte übrigens bei obigem Video unbedingt auf das Ende!).
9. Fehlfarben: “Nichts erreicht meine Welt” (live)
Im Großen und Ganzen bleibt zu konstatieren: die nun auch schon sieben (!) Jahre andauernde Fehlfarben-Reunion hat mehr Gutes als Schlechtes gebracht. Und das allein ist schon bewundernswert bei einer Band, die ein so großes Denkmal wie “Monarchie & Alltag” zur freien Beschädigung vor sich hätte. In diesem Jahr erschien kein reguläres Album, aber ein eigenwilliges Livedokument der aktuellen Tour, auf dem ausgerechnet einer der Songs aus der “blinden” Fehlfarben-Phase (also jener Zeit Anfang der 90er als eine erste Fehlfarben-Reunion völlig unbeachtet blieb) alle anderen turmhoch überstrahlt: “Nichts erreicht meine Welt”.
8. Julian Casablancas: “11th Dimension”

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Vielleicht hat man Julian Casablancas Solo-Debüt doch nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit versehen … weiter lesen
27.12.2009 von Christian Ihle
10. Peter Doherty: “Grace/Wastelands” (Indiepedia)

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Der erste Eindruck war zwiespältig und die Gorillaz-on-H-Hymne “Last Of The English Roses” tat auch nicht viel, um ihn zu zerstreuen. Nein, “Grace/Wastelands” war nicht die ersehnte kreative – oder gar kommerzielle! – Wiedergeburt des verlorenen Goldenboys Britanniens, aber wie die Monate so ins Land zogen, klopfte doch Song um Song deutlicher an die Jahresendcharttür, so dass wir spätestens bei den bezaubernden Solokonzerten Anfang Dezember wieder wussten, warum wir uns noch einmal so nach dem Herrn allein mit einer Akustikgitarre gesehnt hatten. Deshalb ist auch der herausragende Song des Albums der reduzierteste: “Lady Don’t Fall Backwards”, der auch wieder eine jener Textstellen bereithielt wegen der man Doherty einst verehrte – “and I will love you forever / Or at least ’til morning comes”
Höhepunkte:
* Lady Don’t Fall Backwards
* The Sweet By & By
* Der Übergang von A Little Death Around The Eyes in Salome
Charts:
D: 20 / UK: 17
9. La Roux: “La Roux” (Indiepedia)

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Was für ein Popalbum! … weiter lesen
02.11.2009 von Christian Ihle
Ein besonderes Schmankerl bereiten Robocop Kraus im Berliner West Germany heute und morgen zu: schön in zwei Häppchen geteilt spielen die Franken heute zunächst ausschließlich Songs bis 2004 um morgen dann hallo zur Gegenwart zu sagen und das Set mit Liedern ab 2004 zu bestücken. Insbesondere Tag 1 sollte etwas besonderes werden!

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Eine der besten Platten des Jahres präsentieren The Horrors im November auf deutschen Bühnen. Selten ist eine so mit Hype überschüttete Band, die kommerziell derart abgestunken hat, mit einem selbstbewussteren Album Nummer Zwei zurückgekommen. Ein Pflichttermin, fraglos
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18.06.2009 von Christian Ihle
Als die Horrors vor gut zwei, drei Jahren zum ersten Mal ins Blickfeld rückten, geschah zweierlei: zunächst war man sich – auch hier – bewusst, dass diese Band enormes Potential hat, andererseits aber auch verunsichert, wie Außendarstellung und Soundkostüm eigentlich zusammen passten. Denn auch schon auf dem Debütalbum (und vor allem live!) spielten die Horrors einen sehr kompromisslosen, obskure Legenden verehrenden Garagenpunk, der so gar nicht zu dem Image als Gothic-Herzensbrecher schwarzgekleideter 14jähriger passen wollte. Dass das erste, selten dämliche NME-Coverbild jeglicher Credibility den Garaus machte, war da nur folgerichtig.
Dennoch! Auf der Habenseite waren nun einmal eine hervorragende Debütsingle, ein gutes Album und überraschend beeindruckende Liveshows zu verzeichnen, so dass sich das Popblog noch nicht dem allgemeinen Horrors-Verdammen hingeben wollte. Wie gut, wie gut! Denn mit „Primary Colours“ gelingt den Londonern um Faris Rotter (falls er den Künstlernamen heute noch trägt?) etwas ganz, ganz erstaunliches – wann ist es zuletzt einer klassische „Hype-Band“ gelungen, die kommerziell gnadenlos gefloppt war und von ihrem Label geworfen wurde, mit Album Nummer Zwei derart selbstbewusst, stilsicher und, ja, besser, größer, wichtiger zurückzukommen?

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12.06.2009 von Christian Ihle
Das Popblog war mal wieder Gastmoderator beim schönen Untergrundfernsehen von Undertube. Diesmal reden wir uns in positive Rage über The Horrors, die Manics, die Pet Shop Boys, wie man erkennt, welche Drogen Pete Doherty gerade nimmt und interviewen die angenehm muffigen Mittekill. Endlich mal ne Band, die nicht den Wasserfall mimt! Schweigen is the new schreien.
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29.04.2009 von Christian Ihle
Was dreht sich eigentlich so auf den Plattentellern des Popblogs, losgelöst von allen Release-Notwendigkeiten? On My Stereo:
Manic Street Preachers – Jackie Collins Existential Question Time
Interessiert es eigentlich noch jemanden, dass die Manic Street Preachers immer noch weiterspielen? Wenn nicht: jammerschade. Die verbliebenen drei Waliser haben die Gedichtbüchlein des auf immer verschollenen ehemaligen Bandmitglieds Richey Edwards geplündert und veröffentlichen im Mai ein kompromissloses, raues Werk, das begeistert wie kein Manics-Album seit Jahre mehr.
The Kinks – Harry Rag
Aus der Reihe: deutsche Punkgrößen bennen sich nach englischen Songs – Harry Rag, Sänger und Gitarrist von S.Y.P.H., nahm sich die britischste aller britischen Bands zum Vorbild und nannte sich nach dem zu Unrecht weniger bekannten Kinks-Song “Harry Rag” aus dem Album “Something Else”.
The Clash – Janie Jones
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15.01.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
The Horrors
Oh mein Gott, Goth ist zurück? Lange nicht mehr gesehen, alter Freund. Nun, The Horrors werden polarisieren wie vielleicht nur die Klaxons, denn diese Frisuren, die Bono und dem Ozonloch unter Garantie nicht gefallen, wie die vollkommene Außenseiter-Stilisierung provoziert genauso potentielle Verachtung wie die Tatsache, dass die Horrors genauso früh in Stil- wie in Musikmagazine zu finden waren. Bisher produzieren The Horrors geschickt eine Hypeschicht auf der nächsten: die EPs sind streng limitiert, die Konzerte in heillos überfüllten Miniclubs (enden standesgemäß in kleinem Aufruhr) und als Wirbel-Meisterwerk konnten sie für ihr Debütvideo „Sheena Is A Parasite“ den Cliphelden Chris Cunningham (Aphex Twin!) nach sieben Jahren aus dem Video-Ruhestand zurückholen, der auch noch gleich die mehrfach oscarnominierte, beste Schauspielerin ihrer Generation, Samantha Morton mitbrachte.
Ach ja, Musik, ja die gibt’s auch noch: das Angenehme, Unerwartete ist, dass The Horrors kompromisslosen 60er Jahre Garagen-Rock spielen. Harte, schnelle, kurze Stücke, die hauptsächlich von Drums und Orgel getragen werden und über die Sänger Farris Rotter unverständliche Texte intoniert. Die Referenzen sind offensichtlich eine bis zum Exzess durchgehörte Nuggets-Compilation, die Ramones. die Cramps und Velvet Undergrounds „Sister Ray“.
Man muss nur über die oben genannten Widrigkeiten hinwegsehen können und findet eine sich mit Liebe und Hingabe gezielt in einer kleinen Nische befindende Band. Viel besser, als alle oberflächlichen Hypeskeptiker glauben machen wollen. Ob es auch für mehr als zwei, drei gute Singles reicht, das muss die Zeit zeigen.
Hören: Death At The Chapel, Sheena Is A Parasite
Schauen: http://www.thehorrors.co.uk/
The Bishops
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