Posts Tagged ‘The Libertines’

26.11.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Im Plattenregal im Oktober (2): The Libertines, Rilo Kiley, Scout Niblett

von Christian Ihle & Horst Motor

The Libertines – Time For Heroes: The Best Of

2002. Zwei Jungs und ihre beiden Freunde veröffentlichen endlich ihre Debütsingle auf dem hochgeschätzten Rough Trade Label, der Mutter aller Independent-Firmen Englands, erzählen in Interviews herrlichen, undruckbaren Unsinn über gay sex und rent boys, albion und arcadia, verhindern dank des Ausdrucks „two bob cunt“ jegliches Radioairplay ihrer Debütsingle und spielen bei ihrem ersten Vorband-Gig bei den in England zur damaligen Zeit enorm erfolgreichen The Vines statt ihrer Songs einen einzigen 20-minütigen-Jazz-Jam bis sie von der Bühne gebuht werden.
2007. Der ehemalige Sänger der oben genannten Band steht an Bekanntheit Elton John nicht nach, hatte das berühmteste Model der Welt zur Beinahefrau, veröffentlicht zum ersten Mal auf einem Majorlabel ein Album, das niemanden erschreckt, wirkt bei den MTV EMA Awards wie der nüchternste und vernünftigste Musiker in einem Panoptikum an zugedröhnten Rockgestalten und seine vormalige Band, die Retter der Romantik des… weiter lesen

16.10.2007 von Christian Ihle
blogavatar

Pete Doherty Woche (7): Das Ende des Konjunktivs

von Christian Ihle

Die Libertines waren eine „was wäre wenn“ – Band wie keine zuvor. Dohertys Vermögen, kurz vor der Ziellinie immer zu stolpern oder einfach stehen zu bleiben, war enorm. „Snatching defeat from the jaws of victory“ ist für Dohertys Werdegang der letzten Jahre sprichwörtlich.
Immer, wenn man dachte, jetzt, ja, jetzt, ist das größte Talent der Insel – ach was! Der Welt! – kurz davor, die für ihn reservierten Lorbeeren abzuholen, kamen Tourabsagen, Gefängnisaufenthalte, Bandrauswürfe, Drogen und Blut per Karacho vorbei und überfuhren all die bereits hübsch geflochtenen Lorbeerkränze.

a list of things we said we’d do tomorrow

Die Libertines sind die if-Arctic-Monkeys. Die Band, die eigentlich da stehen sollte, wo die Monkeys waren: die größte Band des Hier und Jetzt, zumindest für einen kurzen, kleinen Augenblick. Der Herzschrittmacher der Musikwelt. Wenn nur, wenn sie damals nicht…
Die Libertines und die Babyshambles sind aber noch viel mehr der eigentliche… weiter lesen

15.10.2007 von Christian Ihle
blogavatar

Pete Doherty Woche (6): König wider Willen

von Christian Ihle

Dass von allen Zeitschriften ausgerechnet GQ zu Beginn 2007 bei mir anfragte, ob ich nicht einen Text über Doherty “jenseits aller Junkie-Klischees” schreiben könne, verwundert dann doch. Nächste Woche: Warum Twin Peaks die beste Fernsehserie ever (EVER!) ist – in der Men’s Health…
Später wurde dieser Text im leichten Remixgewand auch in einem kleinen, aber feinen Leipziger Fanzine veröffentlicht.

König wider Willen

„What a waster“ und „The man who would be king?” sind die Titel zweier Songs, die das Yellow Press-Phänomen Peter Doherty in einer Zeit schrieb, als er noch nicht mit Kate Moss liiert und der Hatz der Revolverblätter preisgegeben war. Beide spiegeln auch heute noch wieder, was Doherty ausmacht: Er ist die wichtigste Figur in der britischen Musikszene. Der Mann, dem alle zu Füßen liegen würden, wenn er nur nicht den Hang hätte, alles wieder aufs Neue zu versauen. Der Mann, der König sein könnte.… weiter lesen

14.10.2007 von Christian Ihle
blogavatar

Pete Doherty Woche (5): Anywhere In Albion

von Christian Ihle

Heute: Anywhere In Albion, im September 2005 im Online-Fanzine Motorhorst veröffentlicht, als die Presse Kate Moss’ Kokaineskapaden durch das Dorf jagte….

Drogen und Musik beherrschen die Wochen in Dohertytown, nichts neues soweit…
Doch diesmal ist nicht der gute Peter im Pressewirbelsturm ob seiner Drogenverkostungen, sondern the girl an seiner Seite, Supermodel Kate Moss.

Stop The Press! Tiere, Sensationen, Neuigkeiten! Supermodel nimmt Kokain! liest man auf den boulevardesken Steintafeln unter dem gelben Regenbogen. Dass tatsächlich keiner mit den Schultern zuckt und „so what?“ vor sich hinmurmelt, erstaunt dann doch. Was ist passiert? Kate Moss wurde im Studio der Babyshambles von einem von Peters entfernten „Freunden“ mit dem Handy gefilmt, als sie mehrere Lines Kokain zog (wenn Peter etwas das Genick bricht, dann sind es nicht die Drogen, sondern seine Offenheit Menschen gegenüber – dass er mehr oder weniger Fremde im Laufe eines Abends in sein Herz schließt und ohne Ansehen… weiter lesen

11.10.2007 von Christian Ihle
blogavatar

Pete Doherty Woche (4): Why Did You Break My Heart?

von Christian Ihle

Heute: Why Did You Break My Heart? Ursprünglich erschienen im Online-Fanzine Motorhorst im Mai 2006.

Eine Betrachtung über den Libertines-Fan: die Rock’n’Roll-Geschichte in a nutshell.

Blood Thirsty Bastards

Im allgemeinen herrscht ja der Eindruck, der Libertines-Fan wäre ein fanatischer Jünger, der kritiklos all die dohertyschen Dummheiten abzufeiern vermag. Nimmt man die Teenage-Fanboys aus, die erst nach der Implosion der Libertines hinzugekommen sind, könnte nichts weiter von der Wahrheit weg sein. Welches Idol muss sich nach einem Eintrag im Fan-Forum als erste Antwort anhören: „sort yourself out, you fucking cunt“?

Die Entwicklung der Libertines durchschritt all die Fragen, die Rock’n’Roll als Ganzes in den letzten Jahrzehnten aufgeworfen hat.
Wir hatten die Richey Edwards Frage:
sind die Libertines 4Real?
Den Sid Vicious Komplex:
Wieviel Mythos Rock’n’Roll überlebt ein Mensch?
Die Punk Problematik:
Ist der Wille, mit seiner Musik Geld zu verdienen sellout?
Das Libertines Vermächtnis:
weiter lesen

10.10.2007 von Christian Ihle
blogavatar

Pete Doherty Woche (3): The Gang Of Gin. And Milk.

von Christian Ihle

Heute: Der andere Libertine taucht erstmals ohne Doherty auf. Wie bei Doherty bleibt zu konstatieren: nur eine Seite der Medaille. Erstmals erschienen im April 2006 im Online-Fanzine Motorhorst.

The Gang of Gin. And Milk.
Eine Geschichte auf dem Weg von Waterloo nach Albion

What I Like Most About You, Pete, Is Your Girlfriend And Your Shoes.

Im Herbst letzten Jahres erschien das erste Post-Libertines-Werk, Dohertys Down In Albion. Wie zu erwarten war, konnte es nie an überzogene kommerzielle Erwartungen anknüpfen, hatte aber gerade durch seine Unzugänglichkeit, seine Brüche einen Charme und eine holprige Qualität, die nur allzu selten von Plattenfirmen glatt gebügelten Releases erreicht wird.

Ladiiies and Gentlemen! Mister Carlos Barat!

Ein halbes Jahr später steht die Ankunft des zweiten Libertine bevor: Carl Barat hat mit dem Libertines-Stamm-Drummer Gary Powell und dem Doherty-Tour-Ersatz Anthony Rossamondo seine Dirty Pretty Things gegründet, die von Didz Hammond vervollständigt werden, der für Carls Band… weiter lesen

09.10.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
blogavatar

Pete Doherty Woche (2): Up The Bracket

von Christian Ihle & Horst Motor

Heute der erste Kontakt: Up The Bracket, die Plattenrezension des Debütalbums, erstmals im Alternakid Fanzine im Oktober 2002 erschienen:

The Libertines – Up The Bracket

Jungs und Mädels, holt das Geld aus den Taschen, kauft dieses Album. Eine Band wie dafür geboren auf Buttons nah am Herzen getragen zu werden und urenglischen Zuschnitts zudem: wie blur zu Parklife-Zeiten, die Beatles kurz nach dem Starclub, The Kinks in den 60ern, The Jam bei Going Underground, The Clash bei ihrem Garage-Punk-Debut. Gäbe es den Union Jack nicht, für die Libertines müsste man ihn erfinden. Mit Up The Bracket haben die Briten endlich wieder einen Contender in der heißesten Szene unserer Zeit, was ja auch dringend notwendig war.
Musikalisch sind die vier Libertines knietief in der britischen Punk-School of ’77 verwurzelt.
Wunderbar trifft es sich da, dass Up The Bracket von Mick Jones, der einen Hälfte des Clash- Songwriter-Duos, produziert wurde.… weiter lesen

08.10.2007 von Christian Ihle
blogavatar

Pete Doherty Woche (1): Time For Heroes

von Christian Ihle

Die Zweifel, ob Mr Peter Doherty noch eine weitere Platte veröffentlichen würde, begleitet ihn ja bereits seit Jahren. Noch länger beschäftige ich mich mit dem Phänomen Doherty – genau genommen seit der Veröffentlichung der Libertines-Debütsingle im Jahr 2002.
Über die Jahre sammelten sich für verschiedene Publikationen immer wieder Texte an, die versuchten, den Doherty-Problemkreis zu erörtern. Da nun die dritte Phase des Doherty-Schaffens mit der Veröffentlichung des neuen Albums beginnt (das erste ohne Stammproduzent Mick Jones, das erste bei einem Major-Label, das erste, das tatsächlich in erster Linie erfolgreich sein will), in dieser Woche eine kleine Rückschau auf frühere Texte.

Heute eine Hymne: Time For Heroes, erstmals im Pittiplatsch Fanzine Anfang 2005 erschienen:

Time For Heroes

Why The Libertines are the most important band of our generation rief der NME vor gut einem halben Jahr in die Welt hinein. And the world was listening, wenigstens dieses eine… weiter lesen