vonSigrid Deitelhoff 31.07.2012

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Unterschiedlicher konnte der Gesichtsausdruck der jeweiligen Freundinnen von Paul Biedermann und Helge Meeuw  nach dessen Wettkämpfe nicht sein.

Antje Buschschulte (selbst ehemalige Leistungsschwimmerin), freute sich über den 6. Platz ihres Ehemanns Helge Meeuw beim Finale der 100 m Rücken. Matt Grevers (USA) holte sich hier Gold mit 52:16 Sek. Antje Buschschulte erklärte bereitwillig vor laufender Kamera, Helge sei oft krank gewesen, ist im letzten Jahr Vater geworden … Helge hätte aber noch eine Rechnung mit Olympia zu begleichen und wäre deshalb nochmal angetreten. Mein lieber „Herr Gesangs-Schwimmverein“, was ist denn das für ein Argument. „Eine Rechnung offen mit Olympia“ – soll das ein Kriterium sein, um an Olympia teilzunehmen? Da gibt es doch bestimmt so einige, die noch eine Rechnung offen haben, wenn die alle deshalb bei Olympia antreten sollten, könnte in den nächsten Jahren noch so einiges auf uns zukommen. Oder hat jeder in der derzeitigen deutschen Olympia-Mann- und Frauschaft einfach nur eine Rechnung offen? Das würde erklären, dass alle nur die hinteren Plätze belegen. Alle wollen nur eine Rechnung begleichen – sonst nichts? Da können wir ja froh sein, dass eine Sekunde im Fechten länger ist als im Schwimmen.
(Nein, Fechten und das Fecht-Desaster von gestern interessiert uns nicht…)

 

Den finsteren Blick von Britta Steffen, nachdem ihr Freund Paul Biedermann beim Finale 200 m Freistil den 5. Platz belegte, gefiel mir auch nicht besser. Schließlich ist er eine gute Zeit geschwommen. Gut, er war nicht zufrieden mit seiner Leistung, aber es war ein verdammt schnelles Rennen. Yannick Agnel (Frankreich) belegte mit 1:43,14 Min. den ersten Platz. Yannick Agnel sieht groß und schmächtig aus, so als habe er kaum Muskeln. Vermutlich holt der seine Schnelligkeit allein aus seiner Schwimmtechnik heraus. Auch interessant!

 

Und jetzt zu Missy Franklin! Super Super Super!
Mit 58:33 Sek. schaffte sie vor Emily Seebohm beim Finale 100 m Rücken den ersten Platz. Wow! Auch deshalb Wow!, weil sie diese Leistung nach nur 17 Minuten Erholungspause nach dem Halbfinale 200 m Freistil erbrachte. Im Halbfinale qualifizierte sie sich mal eben für das Finale 200 m Freistil. Kurze Pause. Gold in 100 m Rücken. Bumm! Missy Franklin ist schon ein Phänomen. Ihre ungewöhnlichen Körpermaße, z.B. Schuhgröße 45, sollen einiges zu diesen Wahnsinns-Schwimmleistungen beitragen.

 

Die 100 m Brust entschied Ruta Meilutyte (Litauen) mit 1:05,47 Min. für sich. Komisch finde ich das schon, dass es SchwimmerInnen gibt, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen und sofort auf Weltspitzen-Niveau schwimmen.
Ebenso die chinesischen SchwimmerInnen. Aber vielleicht sind die alle mit einem speziellen Schwimm-Gen ausgestattet. So eine Art High-Tech-Schwimmanzug-Gen. Nein, das Thema Schwimmanzüge ist durch. Das ist das Erfreulichste an dieser ganzen Olympiade für mich. Endlich wird nicht mehr über Schwimmanzüge diskutiert.

 

Und hier noch Tipps für das Rückenschwimmen. Übrigens: Profis üben eine stabile Rückenlage, in dem sie während des Rückenschwimmens einen Joghurtbecher auf der Stirn transportieren.

Youtube: Schwimmkurs – Perfekt Schmetterling-Stil lernen mit FIT FOR FUN, Hochgeladen am 14.04.2011

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=9N48sTH8wcU&feature=results_video&playnext=1&list=PL5FD206231C6ACDDD[/youtube]

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https://blogs.taz.de/prinzenbad/2012/07/31/schwimmen-in-london-3-2/

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