vonSigrid Deitelhoff 13.06.2018

Prinzenbad-Blog

Freibad-Wetter, gefühlte Wassertemperatur, Gespräche und Gedanken unter der Dusche – der Blog über Deutschlands berühmteste Badeanstalt.

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Seit einigen Tagen sind im Sportbecken drei statt zwei Wettkampfleinen gespannt.
Unter der Dusche, am Beckenrand und in der Cafeteria diskutieren die Badegäste, wie diese drei Sportbahnen zukünftig genutzt werden könnten.

Einige PrinzenbadlerInnen sind für die Aufteilung der Bahnen in eine schnelle, eine mittelschnelle und eine Technik-Bahn, auf der auch Handpaddles und Schwimmflossen eingesetzt werden dürfen. Andere plädieren für eine Rückenschwimmbahn. Einig sind sich jedoch alle darin, dass die Bahnbestimmung gut sichtbar angebracht werden sollte, z.B. an den Startblöcken oder am Beckenrand bzw. auf den Beckenrandstufen.

Aber wer ist schnell, mittelschnell oder langsam. Die Selbsteinschätzung der Schwimmfähigkeit ist in diesem Zusammenhang jedoch eine durchaus schwierige Angelegenheit, wobei Schnelligkeit auch immer in Relation zu den übrigen SchwimmerInnen auf der Bahn, aber auch zu der jeweiligen Schwimmart gesehen werden muss. Zum einen wird nicht jede Lage gleich schnell geschwommen. Zum anderen gibt es Schwimmart-SpezialistInnen, die z.B. super schnell kraulen, aber sehr langsam Rückenschwimmen. Darüber hinaus wechselt die Zusammensetzung der SchwimmerInnen auf einer Bahn täglich, eigentlich sogar stündlich. Um 7 Uhr in der Früh bedeutet „schnell“ ein anderes Tempo als um 9 Uhr. Ich will damit sagen, dass ich mich nie um 7 Uhr auf eine schnelle Bahn trauen würde, weil da wirklich die Schwimmprofis unterwegs sind. Um 9 Uhr hingegen sind auf der schnelleren Bahn mehr langsame SchwimmerInnen unterwegs. Da bin ich dann auf einer schnellen Bahn gut aufgehoben und für die langsamere Bahn zu schnell. Wer jetzt mutmaßt, dass ich genau aus diesem Grund immer erst später schwimmen gehe… Na, lassen wir das…

Vielleicht läßt sich das Thema „Verschiedene Tempi auf einer Bahn“ und das damit verbundene Dilemma so lösen, dass per Info-Schild langsame SchwimmerInnen aufgefordert werden, den flotteren SchwimmerInnen bei der Wende am Beckenrand den Vortritt zu lassen. Das ist vielen – trotz des inzwischen einwandfrei funktionierenden Schwimm-Kreisverkehrs – immer noch nicht klar. So wäre das Zusammentreffen von langsamen und schnellen PrinzenbadlerInnen auf einer Bahn vielleicht nicht mehr so problematisch. In diesem Zusammenhang muss sich aber jedeR von uns die Frage nach der eigenen Schwimmfähigkeit ehrlich beantworten. Sonst nützt so ein Schild rein gar nichts.

Aber, wie auch immer:  Eine weitere – also vierte Bahn – mit Wettkampfleine wäre natürlich noch besser. Dann könnten wir die folgende Einteilung vornehmen (so als Vorschlag): Eine Bahn für das schnelle Schwimmen, eine für mittelschnelle PrinzenbadlerInnen, eine für Technikübungen und eine für die RückenschwimmerInnen. Die langsamen SchwimmerInnen hätten dann das ungeleinte restliche Becken zur Verfügung, wären aber immer noch Teil der Sportbecken-Gemeinde des Prinzenbades. Letzteres ist durchaus ernst gemeint, denn es gehört eindeutig zur Prinzenbad-Philosophie, dass es verschiedene Schwimmbeckentypen gibt, wie z.B. die EisbadlerInnen, die Teichschwimmer und die SportschwimmerInnen. Aber das ist ein anderes Thema und würde hier zu weit führen…

Foto oben: ©Sigrid Deitelhoff

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https://blogs.taz.de/prinzenbad/2018/06/13/drei-sind-eine-zu-wenig/

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kommentare

  • Seit Jahren wird es im SSE an der Landsberger Allee erflogreich praktiziert Bahnen besonders zu kennzeichnen bzw. einzuteilen. Die hier genannte „Technik-Bahn“, auf der auch Handpaddles und Schwimmflossen eingesetzt werden dürfen, nennt sich dort übrigends „Bahn für schnelle Schwimmer“ und obwohl sich da natürlich auch des öfteren sehr langsame Schwimmer verirren (oder Menschen, die die deutschen Hinweise nicht verstehen) bedarf es sehr selten weiterer Aufforderungen des Badepersonals. Meistens merken die Leute es selbst schon nach ein paar Bahnen, dass sie da evtl. falsch sind wenn sie permanent überholt werden oder auf der Bahn unruhigeres Wasser vorfinden.

  • Wir sind voll dagegen und wir schwimmen hier schon seit Hausbesetzerzeiten. Mag sein, dass letztes Jahr
    mehr gestörte Zombies neben den üblichen Patienten im Bad unterwegs waren, aber sobald der Ferienpass gilt, muss auch bei schlechtem Wetter noch Schwimmen ohne Showeinlage möglich sein, ohne dass man/frau sich Erfrierungen im Bergsee holt.
    Ok, im Meer muss man auch allerhand Störungen umkreisen, aber es muss auch noch Platz sein, um den
    Problempatienten überhaupt ausweichen zu können.
    Die meisten schwimmen doch wie sie Auto- oder Fahrradfahren. Voll gestört ist doch heute voll normal.

  • Ich bin ausschließlich Abendschwimmer und habe bisher selten Probleme auf den Bahnen erlebt.

    Die dritte geleinte Bahn ist mir natürlich auch willkommen, aber entscheidender fürs entspannte Schwimmen empfinde ich, dass seitens des Personals dieses Jahr tatsächlich darauf geachtet wurde, dass Spaßbader_innen des abgeleinten Bereichs verwiesen werden. Ein dickes Dankeschön dafür!

    Unter den Bahnenschwimmer_innen schuckelt sich meiner Erfahrung nach alles in der Regel halbwegs freundschaftlich zurecht. Einzig Brustschwimmer_innen, die nicht darauf achten, möglichst rechts zu schwimmen, erschweren meiner Erfahrung nach gelegentlich das entspannte Überholen.

    Wenn also Segregation angestrebt würde, wäre ich für eine Bahn Brustschwimmen, zwei Bahnen frei. Aber ohne strikte Regeln wäre es mir allemal lieber, auch wenn es hie und da mal zu einem Mini-Konflikt kommt.

  • Also eine 4. Bahn fände ich zuviel. Würde mich nicht als Langsam-Schwimmer bezeichnen und bin auch nur per Kraul unterwegs. Schwimme trotzdem immer im ungeleinten Bereich. Da ist man flexibler und das Überholen ist entspannter, weils mehr Ausweichmöglichkeit gibt (zumindest wenn es nicht allzu voll ist).

  • Mir wird schwindelig ;-))
    Da bleibe ich doch lieber in meiner Küche und belege Brötchen! Da gibts nur eine Geschwindigkeit!
    Meine!
    Seid alle gegrüßt,
    Daggi

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