taz logo klein
logo taz.de logo tazblogs

Beiträge für die Kategorie ‘Gedankensplitter unter der Dusche’

11.09.2009

Handtuchnotstand? Nehmt Bettwäsche!

von Sigrid Deitelhoff

Im Frauenduschbereich können die unterschiedlichsten Badetücher tagtäglich bewundert werden. Handtücher in verschiedenen Größen, Farben und Formen. Einfarbige, bunte oder mit Motiven bedruckte Badetücher (nicht selten kitschige Sonnenuntergangsbilder in quietschenden Neonfarben). Hin und wieder gibt es auch diese Handtücher mit den Siebziger-Jahre-Retro-Sprüchen wie z.B. “Liebe ist ein Bad zu Zweit” oder ähnliches mehr. Die älteren unter uns PrinzenbadlerInnen erinnern sich?! Aber auch diese blau-gemusterten Aldi-Logo-Saunatücher sind zu sehen.

In den letzten Tagen wurde jedoch von uns regelmäßig ein Bettlaken als Handtuchersatz im Duschbereich gesichtet. Und heute war sogar ein Bettbezug zu sehen. Ja, sicher das ist bestimmt schon ein wenig gewöhnungsbedürftig – aber trotzdem, bei näherer Betrachtung, gar keine so schlechte Idee. Immerhin läßt sich so ein Bettbezug im Prinzenbad auch noch anderweitig nutzen:
z.B. als Kinder-Hüpfsack, als Familien-Picknickdecke, zum Laub- und Mülleinsammeln auf der Liegewiese, als Sonnenschutz, als Kälteschutz, als Familientransport-Tasche, als Schlafsack, als Zelt, als Versteck oder als Traumfänger. Einfach hineinspringen und den Reißverschluss zuziehen und sich vorstellen, nicht das Ende, sondern der Beginn der Freibadsaison stünde unmittelbar bevor. Den Reißverschluss nach dem 27. September wieder aufziehen und im Sportbecken schwimmen gehen als sei es Anfang Mai.

Also – Bettbezüge sind vielseitig verwendbar, ausser als Neoprenanzug.

25.08.2009

Zukunft für das Prinzenbad

von Sigrid Deitelhoff

Die Berliner Bäderbetriebe überlegen, einen Teil der Prinzenbad-Liegewiese zukünftig anders zu nutzen. Die Besucherzahlen sind auch hier – ebenso wie in anderen Freibädern – zurückgegangen. Es wird also zu überlegen sein, welche Vermarktungsmöglichkeiten es nun für so ein Grundstück gibt. Der  Badebetrieb muß natürlich weiterhin gewährleistet sein. Möglicherweise könnte er sogar ganzjährig ausgeweitet werden. Es gibt bereits einige Anfragen, wie in der “Berliner Woche” (Lokalausgabe für Kreuzberg) am 5.8.09 zu lesen war – z.B. für Supermärkte, Fitness-Studios und Wohnflächen.

Hier nun mein Vorschlag:

Es könnte ein kleines Prinzenbad-Wellness-Hotel gebaut werden, natürlich mit freiem Eintritt für die Hotelgäste ins Prinzenbad. Das Hotel hätte ein Prinzenbad-Fitness-Studio mit Sauna und einem Sportangebot, daß eher Reha-Maßnahmen und fernöstliche Bewegungskünste anbietet, wie z.B. Yoga, Tai-Chi, Qi Gong und Pilates. Außerdem könnten Wassergymnastik-Kurse in einem der Prinzenbadbecken realisiert werden. Wenn das Mehrzweckbecken (im Winter mobil überdacht) ansonsten in ein kleines Hallenbad umgewandelt werden könnte mit einem Extra-Eingang zum Kanal-Ufer hin, gäbe es sogar die Möglichkeit, dort ganzjährig zu schwimmen sowie Aquakurse anzubieten. Die im Winter entstehenden Kosten könnten teilweise durch das Winterschwimmen und die Kursgebühren sowie durch den Hotelbetrieb gedeckt werden.

Desweiteren haben Mitglieder der Genossenschaft “Autofreies Wohnen” den Vorschlag gemacht, aus dem Miet- bzw. Pachterlös für das Prinzenbad die baulichen Voraussetzungen für eine Saisonverlängerung zu schaffen. Z.B. würde ein Schiebedach für das Mehrzweckbecken helfen, in den Übergangszeiten und nachts Energie zu sparen.

Darüber hinaus plädiere ich für einen kleinen Bioladen in dem Hotel, ebenso wie für Büroräume mit Internetanschluß (Workstations), die frei vermietet werden könnten, z.B. an Menschen, die nur vorübergehend in Berlin sind und für diese Zeit einen Arbeitsplatz mit der entsprechenden Infrastruktur brauchen, auch zusammen buchbar mit einer Unterkunft im Prinzenbad-Wellnesshotel. Oder aber auch für PrinzenbadlerInnen, die nach einigen Schwimmrunden ein paar Stunden im Freibad arbeiten wollen und dafür einen Computerarbeitsplatz benötigen.

Aber egal, was dann wirklich realisiert werden soll, der Bezirk muß zustimmen. Die Verantwortlichen in Friedrichshain-Kreuzberg reagieren auf die bisherigen offiziellen Vorschläge sehr zurückhaltend, teilweise ablehnend. Als Begründung wird angeführt, daß dann eine Umwidmung der bisherigen Grün- und Sportfläche notwendig sei. Darüber hinaus wird ein unzureichender Zugang für die Müllabfuhr oder Rettungswagen angeführt. Aber da müßte sich doch eine Lösung finden!!!

10.07.2009

Der Sonderzug nach Pankow fährt nicht mehr

von Sigrid Deitelhoff

Den Berliner Bäderbetrieben sei dank wird unser schönes Prinzenbad endlich einmal ordentlich saniert. Das kommt dann hoffentlich auch seiner finanziellen Situation zugute, indem die Einnahmen wieder steigen. Zugegeben: Mir würden noch viele andere Maßnahmen einfallen, um das Bad noch mehr zu modernisieren und renovieren, aber was jetzt gemacht wird, ist doch schon mal sehr ordentlich! Es führt bestimmt dazu, dass man noch lieber hingeht als im letztes Jahr. Allerdings müßte wohl noch etwas getan werden, damit auch mehr Leute mitbekommen, dass unser Prinzenbad jetzt noch attraktiver wird. Werbung im U-Bahn-Fernsehen oder in den Stadtteil-Postillen wäre eine Möglichkeit.
Apropos U-Bahn: Das Prinzenbad ist nun auch wieder mit der U-Bahn zu erreichen, denn der BVG ist es endlich gelungen, die Reparaturarbeiten auf der Strecke rund um das Prinzenbad zum Abschluß zu bringen. Welch ein Freibad hat schon den U-Bahn-Anschluß direkt daneben und ist auch noch so schön!
Also, liebe Pankower Sommerbadfans, nicht traurig sein. Die U2 zwischen der Schönhauser Allee und Pankow ist noch bis zum Ende der Freibadsaison gesperrt. Der Sonderzug nach Pankow fährt nicht mehr. Aber wir freuen uns auf Euch in der nächsten Saison. Dann werden die Bauarbeiten der BVG wohl hoffentlich abgeschlossen sein.

12.06.2009

Nur dreimal im Monat

von Sigrid Deitelhoff

Während ich unter der Dusche stehe, höre ich ein Gespräch, das vom Männerduschbereich zu uns herübertönt:

“Morgen soll das Wetter schön werden.”

“Nein, morgen nicht. Nur dreimal im Monat. Morgen ist es noch nicht wieder so weit!”

10.06.2009

Sakrale Gesänge

von Sigrid Deitelhoff

In der letzten Zeit ist zu früher Stunde im Frauenduschbereich das Ave-Maria in einer Endlosschleife zu hören. Ein ambitionierter, aber uns unbekannter Sänger (Bariton) singt im Männerdusch-Bereich so laut, daß es bis zu uns Frauen herüber schallt. Die Stimme klingt nicht schlecht und die Dusch-Räumlichkeiten mit ihren spitz-zulaufenden Dächern aus Glas tragen zu einem sakralen Klangerlebnis bei.

Seit einigen Jahren gibt es gerade hier in Berlin ständig einen “Langen Tag der…” oder “Eine lange Nacht der…” (Klassik, Opern, Wissenschaften, Museen, Kirchen etc.)
Warum eigentlich nicht einen “Langen Tag der Prinzenbade-Musik, die dann eventuell zu einigen Mehreinnahmen für die Berliner Bäderbetriebe beitragen könnten.
Im Repertoire sollten jedoch auch Schafshirtenlieder (falls es die gibt) aufgenommen werden. Zur Besänftigung der Schafe, weil die Schafskälte uns inzwischen ziemlich auf den heiligen Geist geht.

17.09.2008

Wahre Prinzenbadfans (4)

von Sigrid Deitelhoff

Und nun beginnt die Saison der “wahren Prinzenbadfans”. Zu erkennen sind sie an der Guten-Laune, der Schwärmerei über die wenig frequentierten Schwimmbecken und das warme Wasser – letztendlich natürlich, daß sie sich überhaupt bei diesen Temperaturen ins Prinzenbad trauen.
Die Pullbuoy-Dichte nimmt rasant zu und im Frauenduschbereich sind nur noch kleine praktische Duschutensilien zu sehen. Auch ein Indiz für die Vielschwimmerinnen bzw. die “wahre Prinzenbadfan”-Dichte.
Auch wenn wir morgens verfroren durch die Kälte zum Prinzenbad radeln, versichern wir uns doch jedesmal gegenseitig, das dies nun das eigentliche Prinzenbadfan-Wetter ist. Einige PrinzenbadlerInnen sind schon etwas weiter. Sie haben sich inzwischen mit Handschuhen, Mütze und Schal ausgerüstet. Es ist bitter-kalt! Aber wir beabsichtigen bis zum 28.9.08 durchzuhalten!

11.09.2008

Wahre Prinzenbadfans (3)

von Sigrid Deitelhoff

Neulich unterhielt ich mich im Duschbereich mit einer Frau, die gerade zu Besuch in Berlin war. Normalerweise schwimmt sie jeden Tag in der Nordsee in der Nähe von Cuxhaven. Einmal das Prinzenbad entdeckt, kam sie dann regelmäßig jeden Morgen bis zu ihrem Urlaubsende ins Prinzenbad.
Natürlich bevorzugte sie das Sportbecken, da es der Nordseetemperatur am Nächsten kommt.

07.09.2008

24 h Prinzenbad-Projekt

von Sigrid Deitelhoff

Am letzten Freitag drehten 80 Film-Teams (Laien und Profis) 24 Stunden lang an verschiedenen Orten in Berlin, um das Leben in der Großstadt festzuhalten. Aus dem ganzen Filmmaterial soll ein 24-stündiges TV-Programm entstehen. Gesendet wird der Film dann in genau einem Jahr, also am 5.9.09.

Ich finde dieses Projekt klasse. Im Prinzenbad war auch eine Fotografin, die das frühmorgendliche normale Freibadgeschehen dokumentierte.

Schade nur, daß das Prinzenbad nicht zu einem Talkpoint gehörte. Das hätte bedeutet, 24 Stunden Filmaufnahmen im Prinzenbad. Das wäre doch interessant gewesen: Von morgens um 7 bis abends zur Freibadschließung die Freibad-Gäste zu unterschiedlichen Tageszeiten zu begleiten. Interessant auch gerade im Hinblick auf das sehr heterogene Prinzenbad-Publikum, das sich durch verschiedene Schichten, Berufe, Nationalitäten, Weltanschauungen, Schwimmgewohnheiten und Lebensformen auszeichnet. Meines Erachtens ein Mikrokosmos, der anschaulich Berlin in seinen unterschiedlichen Facetten repräsentiert.

Später dann könnte der neue “24 h Prinzenbad”-Film digitalisiert und zu einem Second-Life-Spiel im Internet umfunktioniert werden – für die Prinzenbad-Stammgäste im Winter.

25.08.2008

Klippenspringen in Hamburg

von Sigrid Deitelhoff

Am letzten Samstag sprang in Hamburg die deutsche Klippenspringerin Anna Bader aus einer Höhe von 30 Metern vom Museumsschiff “Rickmer Rickmers” in die Elbe. Sie und ihre MitsteiterInnen beschleunigten innerhalb von 2,5 Sekunden von Null auf 90 Stundenkilometer.
Wie kommt man bzw. frau nur auf die Idee, diese Extremsportart zu betreiben? Ganz einfach – die Prinzenbad-Schwimmmeister zeigen uns den Weg:

Weitere Informationen zum Klippenspringen:
taz-Nord vom 23.8.2008
taz-Nord vom 25.8.2008

08.08.2008

Diverse Sportmöglichkeiten im Prinzenbad

von Sigrid Deitelhoff

Heute morgen habe ich eine Salsa-Tänzerin im Nichtschwimmerbecken gesehen. Gestern eine Joggerin, die durch das Mehrzweckbecken lief.

Beim Zuschauen kam mir die Idee, daß die Berliner Bäderbetriebe auch diverse Prinzenbad-Sportkurse anbieten könnten. Z.B. Wasserpaartanzkurse oder Tai Chi. Aufgrund des Wasserauftriebs dürfte es jedoch nicht so einfach sein, Tai Chi-Schitte präzise zu setzen, ohne die Balance zu verlieren. Macht aber bestimmt Spaß.

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, daß es in Hamburg Aqua-Golf gibt. GolfspielerInnen, die auch bei schlechtem Wetter nicht auf ihr Golftraining verzichten wollen, können im Hallenbad mit einem speziell entwickelten Aluminium-Schläger den perfekten Abschlag üben. Beim gelenkschonenden Aqua-Golf sollen vor allem Koordination, Kraft und Beweglichkeit trainiert werden.

Was es nicht so alles gibt! Da fühlt man sich schon fast ein bißchen uncool beim einfachen Hin- und Herschwimmen im Mehrzweckbecken des Prinzenbades.