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Ein morgentliches Ritual der Stamm-PrinzenbadlerInnen besteht darin, nach dem Schwimmen einen Cafe zu trinken und ein bißchen zu plaudern. Da unter den PrinzenbadlerInnen viele JournalistInnen die Freibad-Cafeteria frequentieren, ist es darüberhinaus üblich, daß viele Badegäste dieser Berufssparte die aktuelle Tagespresse sichten. Gelesene Zeitungen werden dabei oftmals für die nachfolgenden Gäste liegengelassen – also gespendet.
Heute morgen ließ ich nach der Zeitungs-Lektüre meine taz-Ausgabe auf dem Cafeteria-Tisch zurück. Der Bademeister, der gerade vorbei ging, rief mir doch tatsächlich hinterher:
“Wer taz liest, der besetzt auch Häuser!“
Ich schaute mir die illustre Runde meiner Prinzenbad-MitstreiterInnen so an: Der Tagesspiegel ist täglich ebenso vertreten wie die Berliner Zeitung oder die Berliner Morgenpost, die Washington Post, aber auch die Financial Times und andere mehr. Die habe ich alle hier schon taz lesen gesehen.
Na, das hatte ich doch immer schon geahnt – alles Hausbesetzer….
Aber mal im Ernst. Die taz hat doch seit… weiter lesen
Nun ist es wieder so weit. Die Jung-Spatzen machen im Prinzenbad ihre Flugübungen, aber sie verfeinern auch nach und nach ihre Angriffstechniken, eben wie alle Halbstarken im Prinzenbad.
Von Jahr zu Jahr wird die jeweilige Generation mutiger beim Wegschnappen von Croissants und sonstigem Gebäck, das wir uns zuvor in der Cafeteria gekauft haben.
Anscheinend werden sie nicht mehr von ihren Eltern gefüttert und müßten sich eigentlich selbst um Nahrung kümmern. Faul wie diese Kreuzberger Generation ist, bemühen sie sich jedoch nicht um artgerechte Ernährung wie z.B. Döner, Burger und Doppel-Whopper, sondern warten auf die Fütterung durch die Badegäste.
Besonders Mutige stürzen sich aus dem freien Flug auf unser Frühstück und werden noch nicht einmal auf die Hausverbotsliste der für das Prinzenbad zuständigen Security-Firma gesetzt.
Foto: Sigrid Deitelhoff
Im Prinzenbad geht es ab heute wieder sehr laut zu – wegen brüllender Hitze.




