Heute morgen erwartete uns PrinzenbadlerInnen am Eingang ein böse Überraschung in Form einer Mitteilung, dass das Sport- und das NichtschwimmerInnenbecken seit 7 Uhr gesperrt ist. Für wie lange, wußte niemand. So langsam erinnern mich die Zustände im Prinzenbad an die öffentlichen Berliner Nahverkehrsbetriebe. Entweder die Schwimmbecken können nicht wirklich genutzt werden, weil das Wasser zu kalt ist oder die Schwimmbecken kaputt sind oder aber es wird gestreikt. Letzteres wurde heute gerüchteweise unter den Badegästen kommuniziert. Der Grund sollen die personellen Engpässe im Prinzenbad sein. Wie nannte einer meiner Schwimm-Kollegen den Streik: funktionaler Streik. Das Bade-Personal ist zwar da und sitzt auf dem Schwimmmeisterturm, aber zwei Becken mit wundervoll warmen Wasser dürfen nicht benutzt werden. Im Mehrzweckbecken war es natürlich knüppeldickevoll. Warum aber das Prinzenbad nicht offensiver mit dem Streik und der personellen Engpass-Situation umgeht, erschließt sich mir nicht. Auf dem Mitteilungsschild steht nicht Streik und über die Gründe der Schließung… weiter lesen
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Eine unserer taffsten PrinzenbadlerInnen hat mich auf einen interessanten Schwimmblog aufmerksam gemacht. Bruno Baumgartner, Schwimmer und Blogger, trainiert für eine besondere Art der Freiwassersaison. Er hat sich nichts Geringeres vorgenommen als den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Mal ehrlich, wer will das schon von uns. Die Temperaturen im Prinzenbad-Bergsee reichen gerade mal so aus, um unsere 1000 bis 2000 m ohne Neoprenanzug zu schaffen.
Interessant ist die SchwimmerInnen-Typologie, die Bruno Baumgartner in seinem Schwimmsport-Blog auflistet.
Wer von uns kennt sie nicht auch: die TriathletInnen, die Seerosen, SeniorInnen, LinienschwimmerInnen, die PlatzvernichterInnen, GeschichtenerzählerInnen und die SchlägerInnen. Sie alle gibt es auch im Prinzenbad. Allerdings haben wir noch einige weitere Spezies zu bieten, die es nur im Sommerbad Kreuzberg und nicht in den Schweizer Freibädern gibt.
Z.B. die Pinguin-Schwimmer, die fröstelnd mit eng am Körper anliegenden Armen am Beckenrand stehen und zweifelnd auf das kalte Sportbecken schauen. Mindestens 5… weiter lesen
Das Prinzenbad ist voll, voll, voll – megavoll.
Ich mutiere bei diesen Temperaturen vom Mehrzweckbecken- zum Bergsee-Fan. Nein, ich schwimme nicht fremd, obwohl mir das zunehmend schwerer fällt (nicht nur, aber auch) in Anbetracht der Berliner Schulklassen, die inzwischen schon früh morgens unser Freibad frequentieren.
Der Bergsee ist kein wirklicher See, sondern das wunderbar kalte vordere Sportbecken im Prinzenbad. Allerdings nähert sich die Wassertemperatur recht zügig der Lufttemperatur an. Glücklich ist, der diesen Temperaturen entfliehen kann. Die “Nicht-PrinzenbadlerInnen” sind da oftmals geschickter in ihrer Freizeitgestaltung. Z.B. Angela Merkel flog vorgestern nacht ins kühle Kapstadt (nur 16 Grad Temperatur), angeblich um als Bundeskanzlerin das WM-Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien zu sehen. Vermutlich gibt es aber eine ganz simple Erklärung: Sie wollte sich in Kapstadt bei angenehmen Temperaturen vom heißen Sommer in Berlin erholen.
Nun gut. Unser Kiez-Public-Viewing in einem Kreuzberger Lokal namens Locus war wahrscheinlich lustiger – und ohne Kamera-Aufzeichnung. Ab der… weiter lesen
Die Popularität des Prinzenbades ist nicht immer von Vorteil. Schon wieder mußte Deutschlands berühmteste Badeanstalt für eine Filmkulisse herhalten. Am Dienstag morgen waren schon jede Menge Sitzbänke zwischen dem Sport- und dem Nichtschwimmerbecken aufgebaut worden. Die Prinzenbad-Parkplätze waren gesperrt und die Gerüchteküche besagte, daß am Nachmittag sogar das Sportbecken gesperrt werden sollte. Das wäre bei 31 Grad natürlich überhaupt nicht mehr lustig, zumal das Mehrzweckbecken inzwischen auch schon wieder aus technischen Gründen gesperrt ist. Bliebe also nur noch das Nichtschwimmer- und das Planschbecken zum Schwimmen übrig. Ob das Sportbecken den PrinzenbadlerInnen nun wirklich nachmittags nicht zur Verfügung stand, konnte ich nicht mehr in Erfahrung bringen.
Aber wie auch immer: Diese ganze Filmerei im Prinzenbad ist mehr als nervig.
Da die Berliner Bäderbetriebe momentan darüber nachdenken, einen Teil der Liegewiese anderweitig zu nutzen, hätte ich noch folgende Zusatzidee:
Auf einem Teil-Grundstück könnte ein gedoubeltes Prinzenbad aufgebaut und an eine… weiter lesen
… und das Mehrzweck- zum Sportbecken. Verrückte Welt!
Im Sportbecken ist es jetzt so warm wie früher im Mehrzweckbecken. Letzteres wird nun von den “Kalt”-SchwimmerInnen frequentiert. Im warmen Sportbecken geht es nun “sportlich” zu. Dort sind die “Kopf-über-Wasser”-BrustschwimmerInnen, die Kraul-Stehschwimmer, die Duftbojen und die tollen Rückenschwimmer, die das Becken diagonal durchqueren.
Juni wird Juli: Das Mehrzweckbecken wird erst Mitte Juli wieder eröffnet. So steht es nun auf der Mitteilungstafel am Eingang. Hoffentlich wird es in den nächsten Tagen nicht zu warm, es passen nicht noch mehr SchwimmerInnen ins Sportbecken. Und dann gibt es doch tatsächlich so Bekloppte, die dort mit Paddles mittenmang schwimmen. Das ist dann nur eine Frage der Zeit, bis jemand verletzt wird.
Momentan entwickelt sich das Prinzenbadschwimmen zu einer Extremsportart.
Die immer noch permanent anhaltende Kälte erfordert viel Mut, alle Schweinehunde morgens zu vertreiben, die sich uns in den Weg stellen.
Wenn wir das dann geschafft haben, zwingt uns die Baustelle auf der Baerwaldbrücke, die neue Trendsportart “Parkour” zu trainieren. Hierbei ist es angesagt, sämtliche gefährliche Hindernisse wie freiliegende Rohre, lose Bodenbretter mit rostigen Nägeln, klaffende Schlaglöcher und hupende Autos auf dem schnellsten und effizientesten Wege zu umgehen. Auf diese Weise gestählt stürzen wir uns in die kalten Fluten des Sportbeckens und beginnen mit dem Primärtraining, wobei die ausladenen Schwimmbewegungen der MitschwimmerInnen gegen die stark fallenden Körpertemperaturen an ein Boxcamp erinnern.
Noch ein paar Wassergrade weniger und wir können einen Eiscurling-Wettbewerb veranstalten.
Nach einem Pyramidenschwimmen im Sportbecken (50m Brust, 100m Kraul, 150m Rücken, 100m Kraul, 50m Brust) machte ich eine Pause am Beckenrand und hörte, wie sich dort am Rand festklammernd, zwei Frauen über die Wassertemperatur unterhielten:
“Schwimmst Du auch immer hier im Sportbecken oder manchmal auch im Nichtschwimmerbecken?”
“Seitdem das Mehrzweckbecken saniert wird eigentlich immer im Sportbecken. Die Wassertemperatur ist ja in beiden Becken gleich. Aber die gefühlte Temperatur ist hier im Sportbecken höher als im Nichtschwimmerbecken.”
“Wie denn das?”
“Ich glaube, das liegt am Publikum”
“Ach, so. Kann schon sein!”
Mit der Sanierung des hinteren Schwimmbeckens müssen sich die Mehrzweckbecken-BadlerInnen (was für ein Wort!) neu sortieren. Das ist gar nicht so einfach! In der Prinzenbad-Cafeteria treibt die Stammkundschaft nur noch diese Frage um: Wo schwimmst Du jetzt, im Nichtschwimmer- oder im Sportbecken? Nichts ist entscheidener als die Klärung dieser existenziellen Frage. Die Anwort offenbart, wo jeder einzelne wirklich in Sachen Fitness und Weltanschauung steht. Es wird verglichen, diskutiert und abgewogen. Es werden gefühlte Wassertemperaturen, individuelle Schwimmbefindlichkeiten, Beckenlängen und -breiten, die Wasserqualitäten und die Schwimmbecken-Frequentierungen miteinander verglichen.
Diejenigen, die in der letzten Saison jeden Tag kontinuierlich ihr leichtes Schwimmprogramm absolvierten, aber keinesfalls ein Wettkampfniveau anstebten, trainierten eher im Mehrzweckbecken. Sie zeichneten sich durch ein zügiges und diszipliniertes Schwimmverhalten aus (auf und ab – nicht kreuz und quer!).
Die NutzerInnen des Sportbeckens haben unter den sportiven PrinzenbadlerInnen den besten Ruf. Sie gelten als besonders tough und und stehen meist kurz vor dem… weiter lesen