Die Geheimpapiere der Atomlobby

Von Martin Kaul und Sebastian Heiser

Download: Teil 1 von Ende 2008 (PDF, 9 MB)

Download: Teil 2 von Herbst 2009 (PDF, 8 MB)

atomlobbyIn der Wochenendausgabe der taz berichten wir ausführlich über eine Kampagne, die die Düsseldorfer Kommunikationsagentur Deekeling Arndt Advisors (DAA) von Mai 2008 bis zur Bundestagswahl im September 2009 im Auftrag des Deutschen Atomforums durchgeführt hat. Im Atomforum sind die vier Betreiber der Kernkraftwerke in Deutschland – RWE, Vattenfall, Eon und EnBW – zusammengeschlossen. Als der Auftrag erteilt wurde, galt der von Rot-Grün durchgesetzte Atomkonsens, wonach die Laufzeit deutscher Kernkraftwerke endgültig begrenzt ist. Das Atomforum beauftragte die Agentur DAA zu einer Kampagne mit dem Slogan “Energieverantwortung für Deutschland”. Das Ziel laut den Unterlagen: “Bis zur Bundestagswahl 2009 Grundstimmung pro Laufzeitverlängerung herstellen.” Bei dieser Wahl erhielt Schwarz-Gelb eine parlamentarische Mehrheit. Vor genau einem Jahr, am 28. Oktober 2010, beschloss der Bundestag die Laufzeitverlängerung.

Ergänzend zu unserer Berichterstattung veröffentlichen wir an dieser Stelle die oben verlinkten Dokumente. Es handelt sich dabei um interne Firmenunterlagen der Agentur DAA. Sie geben detailliert Aufschluss über die Pläne und Instrumente der Kampagne. Sie dokumentieren aber auch, welche Maßnahmen nicht gewirkt oder durchgesetzt wurden. Die Agentur skizziert darin gegenüber ihrem Kunden, dem Atomforum, die Strategie der Kampagne und aller einzelnen Maßnahmen. Nichts davon ist verboten, einiges ist anrüchig. Das meiste ist profane, handwerklich gut umgesetzte Öffentlichkeitsarbeit. Aber zusammengenommen zeigen die Dokumente auf deutliche Weise, wie Konzerne in Deutschland vorgehen, wenn sie Einfluss auf Medien, Politik und Öffentlichkeit nehmen.

In der ersten Präsentation vom Dezember 2008 beschreibt die Agentur die seit Mai umgesetzten Maßnahmen und gibt einen Ausblick auf das folgende Jahr. Wer sich die aufschlussreichen Dokumente besieht, findet etwa auf Seite 19 einen ersten Hinweis auf den Zweck einer Studie, die bei dem Berliner Professor Joachim Schwalbach in Auftrag gegeben werden sollte, und über die wir ebenfalls detailliert im Wochenendmagazin der taz berichten. Hinweise auf die Ansprache von Journalisten geben etwa die Seiten 24 oder 29. Doch auch zahlreiche andere Details sind interessant.

Das zweite Papier stammt vom Herbst 2009, also vom Ende der Kampagne. In diesem Papier wird Bilanz gezogen. Hierin wird dargestellt, welche Maßnahmen der Kampagne erfolgreich verliefen und welche Maßnahmen scheiterten oder nicht durchgeführt wurden. Aufschlussreich ist etwa die Seite 5, die Auswertung der Pressekontakte. Auf Seite 11 werden “Sondierungsgespräche” mit einer Reihe von Politikern aufgeführt. Und auf Seite 22 steht, dass es gelang, in der BILD-Zeitung wohlwollende Berichterstattung zu platzieren. Auch die Bilanz auf Seite 23 ist interessant: Im Rahmen unserer Recherchen überprüften wir, ob es stimmt, dass die Düsseldorfer Agentur den bekannten Zeithistoriker Arnulf Baring bei einer Atomveranstaltung als unparteiischen Gastredner in Szene setzte, dann seinen Beitrag in der FAZ platzierte. Es war mehr noch: Baring ließ sich bei der Rede von der Agentur DAA auch inhaltlich zuarbeiten und vom Atomforum bezahlen.

Im folgenden dokumentieren wir noch ein weiteres Recherchedokument, das aufschlussreich ist. Es ergänzt unsere Berichterstattung über den Berliner Professor Joachim Schwalbach in der sonntaz.

Im Rahmen unserer Recherche haben wir uns unter anderem umfassend mit einer Studie zur “Gesellschaftsrendite der Kernenergie” beschäftigt, die der Berliner Ökonom von der renommierten Humboldt Universität Berlin für das Atomforum anfertigen sollte. In unserem Gespräch mit Herrn Schwalbach, dessen Position wir in unserem Artikel wiedergeben, betont der Wissenschaftler, er habe die Studie nicht fertiggestellt, weil er nicht bereit gewesen sein, ein “Gefälligkeitsgutachten” zu schreiben. Allerdings stellen sich dazu einige Fragen: Denn Schwalbach hatte das Mitspracherecht des Atomforums von vornherein in Kauf genommen. Das Projekt war nicht an seiner Universität angedockt, sondern lief über die Kasse der Firma seiner Ehefrau. Gegenüber der taz sagte Schwalbach, nichts von dem Geld sei an ihn geflossen, er sei allein an den wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert gewesen.

Das Atomforum verwehrt sich dennoch gegen den Vorwurf, ein Gefälligkeitsgutachten bestellt zu haben. Dieter Marx, Generalbevollmächtigter des Atomforums:, schrieb der taz: “Ein Abstract enthielt eine Aneinanderreihung von bekannten energiewirtschaftlichen Zusammenhängen, Erkenntnissen und Fakten, die durchaus pro Kernenergie waren. Nur entsprach dieser Ansatz nicht der breiteren und völlig neuen Aufgabenstellung, sodass das avisierte Thema verfehlt wurde.”

Die Agentur DAA reagierte gegenüber der taz auf die Aussagen Schwalbachs empört. In einer ausführlichen Stellungnahme antwortet Olaf Arndt, einer der Mitbesitzer der Düsseldorfer Agentur, ausführlich auf unsere Anfrage. Ihn hatten wir gefragt, ob es stimmt, dass die Agentur wissenschaftliche Gefälligkeitsgutachten in Auftrag gebe. Darüber hinaus hatten wir Herrn Arndt gebeten, uns zu unserer Recherche Informationen über Art, Umfang und Details der Kampagne zur Verfügung zu stellen, die seine Agentur im Auftrag des Deutschen Atomforums koordiniert hatte.

Zur Kampagne für das Atomforum äußert sich Arndt in seiner Stellungnahme nur allgemein. Weitere Angaben, heißt es darin, könne er dazu nicht machen. Zum Fall Schwalbach teilt Arndt dagegen einige interessante Details mit: Etwa, dass der Auftrag an Schwalbach erst auf dessen Wunsch hin über das Unternehmen seiner Frau abgewickelt wurde.

Die komplette Stellungnahme von Deekeling Arndt Advisors zum Download (PDF) finden sie hier.

Unsere Artikel über die Kampagne der Atomlobby und das Gutachten eines ehrbaren Professors erscheinen an diesem Samstag auch im Wochenendmagazin der taz.

Kommentare (58)

  1. Es ist nicht einfach gute Quellen im Internet zu finden. Dafür findet man dann doch immer wieder solche Perlen wie diese Seite hier. Ich hoffe das sich die Qualität der Informatioen auf Dauer hält. Weiter so!

  2. It’s truly a great and useful piece of information. I am happy that you just shared this helpful info with us. Please keep us up to date like this. Thank you for sharing.

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  4. And die TAZ:

    Tiefgreifende Korruption in der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO)

    http://www.jm-rico.at/default-Deutsch.htm

  5. I Got some true Infos hier. Ich glaube, wenn mehr Menschen Gedanken über das so, würden sie eine bessere Zeit haben den Dreh raus ofing das Problem.

  6. pak RT : judul ini merupakan hasil rekayasa dari komentar om deking di sini . Terima kasih pak deking, salam hangat buat keluarga di Belanda. Filed under: Ocehan Ngaco

  7. Mahlzeit, ich bin mal so frei und schreibe was im Blog. Sieht schick aus! Ich nutze seit kurzem auch WordPress kapiere aber noch nicht alles. Dein Blog ist mir da immer eine willkommene Anregung. Danke!

  8. Pingback: Die Süddeutsche Zeitung und die Kinderkrebsstudie at Rechercheblog

  9. Pingback: Morgenlinks mit Altkleidern, Lobbykratie und Ja! | netzfeuilleton.de

  10. danke für die Aufklärungsarbeit.

    @Kayser: es geht nicht darum ob irgendwann Atomkraft beherrschabr ist, sondern dass wir heute Lösungen brauchen und uns das morgen damitnicht vrbauen.

    @Kayser ee an 3. Stelle zusetzten bedeutet nicht verstanden zu haben,
    dass ee nicht wegen Stromerzeugung sondern wegen Substitution fossiler energie nötig ist.

    Im übrigen gibt es ee genuge für alle und die Technik ist einfach und dezentrel und niemand kann sie uns wegnehmen oder uns abhängig machen.

    last but not least:
    reden ist (maximal) silber,
    Handeln ist besser noch als Gold
    was tun sie selbst konkret?

    lG Fr!tz

  11. Pingback: Kommunikationskampagne der Atomindustrie – Dokumente auf dem TAZ-Recherche-Blog « Employment Relations

  12. Betreff: Stellvertreter-Krieg, Max-Havelaar-Uran & Green Wonderland

    Liebe Leute

    Trotz Kritik freut es mich ja, wenn ich etwas zur Belebung der Debatte beitragen kann. Aber ist es überhaupt denkbar, dass ich NICHT eine “ferngesteuerte PR-Drohne der Atomindustrie” bin ? Dass jemand im Sinne von Kant “sich ohne Anleitung dritter des eigenen Verstandes bedient” und so zu ABWEICHENDEN Schlüssen kommt ???

    Es reicht einfach nicht, sich nur gegen etwas zu ereifern – sondern man muss etwas tun! Frei nach dem Bob-Dylan-Motto: Action speaks louder than words! Obwohl es nicht in den grünen (deutschsprachigen) Mainstream passt:

    Wenn die Chinesen (ja, ich mag autoritäre Regimes auch nicht – von keiner Seite!) 80 GW nuklear hinstellen, so heisst dass immerhin, dass sie für diese Menge Kohlekraft NICHT hinstellen – was bei deren gigantischem Energiehunger bereits eine beträchtliche Verbesserung ist. Fakt ist, dass weltweit 60 AKW oder KKW neu in Planung und Bau sind – und nicht nur bei autoritären Regimes. 90 – 350 neue KKW werden mittelfristig gebaut werden. Und die Lehren aus Fukushima werden integriert sein.

    Siehe auch hier: http://www.reuters.com/article/2011/09/12/us-nuclear-iaea-growth-idUSTRE78B1P320110912 .

    Ein Gigawattjahr Kohleelektrisch eingespart ergibt etwa 8-10 Millionen Tonnen CO2 NICHT in der Atmosphäre. Wenn also 80 GW nuklear in China am Netz sein werden (grob 4 x mehr als Deutschland in 2022 abgeschafft haben wird), dies während 10 Jahren, so sind dies ca. 8 Milliarden Tonnen nicht emittiertes CO2. Das ist eine ganz gewaltige Menge – genügt aber immer noch nicht!

    Beim Spiegel (heute) zur Klimasituation nachlesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,795806,00.html

    Im Gegensatz zu all den bloggenden Gutmenschen TUT China wenigstens konkret etwas – statt sich nur aufzuregen und sich moralisch ungerechtfertigt über andere zu stellen.

    Was Uran aus Afrika anbelangt: Wenn Areva/Frankreich dort Uran unter inakzeptablen, ja skandalösen Umständen abbaut, so ist doch denkbar, dass man das abstellt, ja für Kernbrennstoffe eine Art Zertifizierung einführt. So was geht bei andern Rohstoffen auch. So eine Art Max-Havelaar Uran. Regierungen (Frankreich) können durchaus auf moralischen Druck reagieren – siehe deren Atomtests. Diese und allfällige relierte Missstände lassen sich doch abstellen!

    Das kostest sehr wenig und bringt viel – da Kernbrennstoffe im Verhältnis zur Energie sehr billig sind, teuer sind vor allem die Kapitalkosten für AKW.

    Zur behaupteten Uranknappheit:

    In USA gibt es 700’000 Tonnen ABGEREICHERTES Uran auf Halde, (muss also nicht mehr abgebaut werden!) welches man mit neuen Reaktortypen (wie TWR/TerraPower) CO2-emissionsfrei zur Energiegewinnung nützen kann!
    Video: http://www.ted.com/talks/lang/eng/bill_gates.html (Ja, ich würde Bill Gates hier auch lieber “draussen” haben!)

    Das reicht für Tausend Jahre Elektrität weltweit. Einfach mal ein bisschen googeln und sich selber schlau machen – ich erfinde diese Fakten ja nicht! http://www.ne.doe.gov/pdfFiles/inventory_plan_unclassified.pdf

    Die Kernenergiedebatte ist für mich eine Art psychologischer Stellvertreter-Krieg:

    Alle politischen und idealistischen Energien werden auf ein Risiko fokussiert, dass zwar besteht (LOKAL in der Grössenordnung von hunderstel oder zehntel Promille) damit die wirklich grossen Herausforderungen (Klimawandel, Risiko GLOBAL im zweistelligen Prozentbereich!) nicht wahrgenommen werden müssen statt alle, aber wirklich ALLE Energien darauf zu fokussieren.

    Aber bei vielen wird dieses Riesenproblem verdeckt durch die Obsession mit Kernenergie bzw. dem heiligen Krieg dagegen.

    Mein Credo ist: Wir brauchen (in dieser Reihenfolge)

    1) grosse Einsparungen,
    2) Ersatz von Kohle durch CO2-frei Technologien im Grossmassstab (DESERTEC, Clean Coal, aber auch sichere nukleare),
    3) Erneuerbare Energie.

    So sieht das auch Steven Chu (Physik Nobelpreisträger) und jahrzehntelang in der Forschung für Erneuerbare tätig – somit für mich recht “unverdächtig”. MATRIX-like: Die ROTE statt die blaue (bzw. grüne) Pille nehmen. Einfach mal nachdenken und möglicherweise aufwachen – und Empörungspotential umlenken auf lohnendere, wichtigere Ziele – statt im grünen Wunderland zu bleiben. Zur Generationengerechtigkeit gehört bestimmt auch, dass wir unsern Kindern einen Planeten ohne Klimakatastrophe hinterlassen.

  13. Pingback: Is that… lobbying? « The influence of resources

  14. Danke für diese Publikation!

    Vielleicht sollte man sich in Erinnerung rufen, dass diese Kampagne des Jahres 2008/2009 nicht nur die “Renaissance der Atomenergie” heraufbeschwören wollte, sondern dies vorallem durch ein Anschwärzen der dezentralen Erneuerbaren Energien und einem strukturerhaltenden Vereinnahmen der Regenerativen Großtechnologien erreichen wollte.
    All diese Absurditäten, die durch die Kampagne, die ja erst einen Sinn mit den wachsenden Erfolg der EE bekamen, sitzen noch heute im Bewusstsein vieler Menschen, sogar Vieler, die in der EE-Branche arbeiten.

    Als Beispiele: Steigende Energiepreise seien dem wachsenden Anteil der Erneuerbaren geschuldet. Windkraftanlagen seien landschaftszerstörend. Desertec könne einen Beitrag zur deutschen Energieversorgung leisten. EE-Einspeisetarife müssten schnell und drastisch gesenkt werden. Unsere Netze können den ganzen EE-Strom nichttransportieren. Windanlagen gehören aufs Meer. Kleinwasserkraftanlagen vernichten Fischbestände. Häuser mit PV-Anlagen können nicht gelöscht werden. Der Hartz-4-Empfänger zahlt die Solaranlage des Zahnarztes…

    Diese Materialsammlung und noch viel mehr, kann als Ergebnis eines einzigen Workshops des Atomforums, bzw. der beauftragten Agentur -und nicht zu vergessen des RWI- begriffen werden, und, Hand aufs Herz, wieviel davon haben wir bewusst oder unbewusst akzeptiert? Die Kampagne war also in ihrem Sinne nicht erfolglos, nur weil sie ihr vordergründiges Ziel, die Laufzeitverlängerung für AKW nicht erreicht hat. Sie hat Deutschland auf dem Weg zu Erneuerbaren Energien massiv geschadet.

    Mit sonnigen Grüßen

    Claus Scheuber

  15. Ergänzend zur obigen @Kaiser-Propaganda: Über 2/3 der Länder der Erde kommen ganz ohne Atom aus!In den meisten großen, einflußreichen Industrie-Ländern, die (noch?) ATOMEnergie betreiben, wie China, Japan, Rußland, USA herrschen extrem einseitige, zentralistische Macht-und Medienverhältnisse und es gibt schlecht (wenig) informierte Menschen. Selbst Herr @Kaiser wird kaum bestreiten können, dass dies für Rußland und China gilt; denn die dort Herrschenden haben ein Medienmonopol. Auch in Japan war/ist die Atomlobby/ Tepco derart mit den Herrschenden Clans samt Kaiser u Medienzaren versippt, das neutrale , wahre Informationen nur sehr spärlich fließen; hinzukommt die kulturbedingte restfeudale Autoritätshörigkeit der Japaner; diese Mentalität wurde in Europa/Deutschland allerspätestens seit den 68zigern abgeschüttelt. In USA u England hat man grad durch den Murdoch-Skandal beobachten können, wie sehr, einige wenige Medienzaren, wie Murdoch (in USA zB durch den populären FOX-(Hetz-)Sender u das Wallstreet-Journal) die Politlandschaft manipulieren u beeinflussen; dem steht in US-und England keine ausreichende echte, durchsetzungsfähige Gegenöffentlichkeit entgegen! Unterstellt, die Atomlobby arbeitet dort ebenso clandestin, amoralisch und mit brutal soviel Geld und Lobby-Pressure, wie hier in D von der TAZ belegt, dann verwundert die Uninformiertheit/ Verblödung der anglo-amerikanischen Massen bzgl Atom nicht; hinzukommt, das diese Nationen ungebrochen nationalistisch denken, beide Weltkriege, zuletzt 45 auch mittels Atombombe in Hiroshima ua gewonnen haben (bis heute dazu keine mehrheitl.-ethische Ablehnung existiert) und daher auch aus einem falsch-pragmatischen Nationalstolz ATOM von den Eliten bis zum kleinen Mann eher befürwortet wird (der Preis samt Risiko wird verdrängt). Ähnliches gilt auch für das zentralistische Frankreich; hier könnte es aber im kommenden Jahr bei den Präsidentschaftswahlen einen Umschwung geben (da der sozialist. Kandidat für seinen Sieg über Sarkozzy auf die Zustimmung der wachsenden franz. GRÜNEN samt starker franz. Öko-Bewegung angewiesen sein dürfte)! Kurz: des kaiser s obiges Argument: Andere bauten auf ATOM, ist kein echtes Argument, sondern Lobbysprache, die die Unwissenheit der Menschen in diesen Ländern als (falsches) Argument benutzt und so tut, als ob dies dort auch immer so bleiben würde. Wir werden sehen, wie sich die Atomlobby auch mit diesem Argument zunehmend blamiert, so zB baut sich jetzt gerade in Japan allmählich ein politisch gewolltes Ausstiegsszenario auf! S

  16. Dank an die TAZ für diesen lehrreichen Blick auf den Informations- “Krieg” der Atomlobby: illegitim und amoralisch!
    Wie verlogen und subversiv diese Lobby arbeitet beweist uns hier (oben) @Kaiser: er gibt sich “neutral” und “vernünftig”! Behauptet frech, es gäb nur 3 Probleme (Sicherheit, Proliferation,Abfälle), die er baggatellisiert und als künftig lösbar darstellt. Nix ist wahr. Total “vergessen” hat Lobbyist Kaiser: 4. die Endlichkeit/Knappheit von Uran u die “Umwelt-Schweinerei” beim Uranabbau zB in Africa, wo riesige Gebiete verseucht werden 5. Den PREIS: Selbst wenn Atom mit Uran “sauber, richtig risikoversichert, mit neuesten Technologien noch in 20/30 Jahren laufen sollte UND all der alte/neue Atomabfalldreck sauber u sicher entsorgt werden sollte, wäre dies ein Preis von ca 2-3 Euro pro AtomKW-Stunde, wenn ALLES eingepreist wird und nix auf Staat/Gesellschaft abgeschoben wird, wie jetzt wieder Tepco in Japan. 6. Dieses unendlich viele Geld für Atom samt endlos teuren Forschungen/Subventionen würde den Ausbau der Öko-Energien total blockieren; jedoch Öko, dh Energie aus Wind , Wasser, Sonne, Erdwärme, Meeresströmung, Gas, Bioenergie usw ist a) als Technik in Kern schon ausgereift da b) schafft Stärkung der Regionen u Dezentralisierung der Energiegewinnung c) schafft das 10 fache an Arbeitsplätzen d) bringt uns langfristig auf wirtschaftl. Siegerstraße, weil langfristig dt. Industrie wettbewerbsfähiger ist (braucht kein Geld für immer knapper u teureres Uran oder fossile Energie ins Ausland transferieren; Naturstrom fließt -abgesehen von Aufbau u Wartung der Anlagen – ewig, kostenfrei, krisenfrei; es ist sehr risikoarm und das Geld bleibt in heimischer Wirtschaft u Handwerk u fließt nicht ab zu den wenigen Konzerneignern der Atomstromer. Da der deutschsprachige Raum samt Schweiz u Österreich auch aus histor. Gründen auch wg Lehren aus Faschismus, wg Förderalismus und wegen einer breiten ausdifferenzierten vielfältigen Medienlandschaft zu den best-und breitestinformirten Kulturräumen der WELT gehört, ist nicht verwunderlich, dass hier die Einsicht in den ökolog. Umbau der Industriegesellschaft am Stärksten verbreitet ist! Aber Andere werden folgen: Italien hat den Atomausstieg gegen Berlusconi per Volksentscheid mit fast 80% beschlossen…eine verheerende Niederlage für die Atomlobby. Polen stoppt und prüft. Belgien hat den Ausstieg schon endgültig beschlossen. Andere werden spät. dann folgen, wenn wir in ein paar Jahren nach dem nächsten ERD-BEBEN in California das amerikanische “Fukushima” betrauern dürfen.

  17. @meine Kritiker:

    Um nochmals meine Position zu verdeutlichen:

    1) ich plädiere NICHT für den unkritischen Einsatz HEUTIGER Kerntechnologie, aber FORTGESCHRITTENER

    2) genau wie bei den EE halte ich es für sehr gut möglich, dass auch diese relativ neue Technologien (ca. 70 Jahre) über grosse Entwicklungspotetiale verfügt. Sie ist nicht fertigentwickelt, deshalb gibt es so grosse Probleme damit – siehe unten.

    3) Es gibt drei grosse Problemkreise mit der heutigen Kernenergie:

    a) Proliferations-Risiko
    b) Sicherheit
    c) radioaktive Abfälle

    Diese Probleme sind zwar noch nicht gelöst, aber es werden Lösungsansätze sichtbar – z.B. können dritte-Generation Reaktoren und MYRRHA die Abfälle der heutigen verbrennen und weitgehend unschädlich machen. Wenn diese drei Probleme UEBERZEUGEND gelöst werden, gibt es keine Gründe mehr (ausser ev. politischen) dagegen.

    Was die “Dreckstechnologie” anbelangt: Es ist reichlich naiv zu glauben, dass es eine “unschuldige Energieerzeugungsart” im grosstechnischen Massstab (GW) existiert. Bsp. Wasserkraft: Dammbruch 1963 in Longarone, ca. 2000 Tote.

    Deshalb gibt es nur nüchterne, aber faktenbasierte Güterabwägungen. Emotionen allein helfen nicht weiter. Es gibt aber belastbare, wissenschaftliche Untersuchungen zur Anzahl Toter pro erzeugter Gigawattstunde Elektrizität – und da schneidet die Kernenergie in den letzten dreissig Jahren einfach sehr gut ab (trotz Tschernobyl!). Was die erwähnte Kinderkrebs- und ähnliche Studien anbelangt: Selbstverständlich sollte man die publizieren wenn etwas dran ist.

    @ATOMLOBBY und andere Kritiker: Natürlich wären “fette Krebsgeschwüre mit 30″ nicht akzeptabel! Jedoch das Gedankenkrebs-Argument (in anderem Posting) ist ein bisschen gefährlich – offenbar haben ja immer nur die andern diesen Krebs. Dazu kommt die Knarre im Handgepäck von Ulrike Meinhof…(im Subtext). Weltweit (mit oder ohne KKW) sterben etwa 30 % aller Leute an Krebs weil dies nach Kreislauferkrankungen schlicht und einfach eine der häufigsten Todesursachen ist – in allen Ländern – auch “grünen”.

    @JAN DARK: Woher sie meine Wut gegen die Menschen herauslesen, ist mir schleierhaft.: Was der von mir zitierte Gilding befürwortet, ist eine “kriegsähnliche” also ein sehr grosse globale Anstrengung – welche wohl im Billionen-Euro bereich (wie WWII) anzusiedeln ist. Die Toten des WWII braucht es nicht, aber eine Anstrengung in dieser Grössenordnung. Woher wissen sie, dass eine Technologie auf alle Zeiten nicht beherrschbar sein wird, ist mir auch schleierhaft. Sind Sie vom Fach? Oder beten sie einfach das Mantra ihrer Vorbeter nach? Wenn bisher Mist gebaut wurde, heisst das nicht automatisch, dass dies die nächsten 1000 Jahre so weitergehen muss.

    Diese Technologie ist vielleicht im Moment in dieser Form hier am Ende, aber weltweit eben trotz Wunschdenken hierzulande bei weitem nicht. China beabsichtigt, die gegenwärtige Kapazit von etwa heute 11 GW installiert bis 2020 auf 80 Gigawatt (!) hochzufahren. Zum Nachlesen: http://spectrum.ieee.org/energy/nuclear/china-doubles-down-on-nuclear-power

    Die Chinesen haben sehr ambitiöse CO2-Reduktionsziele – Kohlekraft und KKW konkurrenzieren sich dort direkt.
    Indien plant ähnliches. Bei den USA, Kanada, Grossbritannien und Frankreich ist der Fall auch klar.

    Statt sich immer nur wohlfeil und faktenresistant zu ereifern, vielleicht mal die Klima-Wandel-DVD von Mark Lynas (u.a. BBC-Journalist), linksliberal, “The Age of Stupid” anschauen oder wenigstens Rezensionen dazu lesen. Die Wirklichkeit ist einfach etwas komplexer als sich einige Beitragsschreiber sich hier diese vorstellen – siehe auch die Diskussion zu Thorium als Alternative.

    Vielleicht bin ich ja wirklich naiv und bin der “Propaganda-Abteilung” der Nuklearindustrie auf den Leim gegangen – ich glaube es aber nicht, da ich auf beide Seiten (pro- und kontra) etwa gleich kritisch bin und ziemlich viel dazu gelesen habe – ebenfalls von beiden Seiten.

  18. Sehr gut, daß man das mal ungefiltert zu lesen bekommt, wie generalstabsmäßig die Atomlobby die Beeinflussung der Gesellschaft und Polituk und ihrer Entscheidungsträger plant und umsetzt.

  19. Pingback: Geheimpapiere der Atomlobby | Kopflast

  20. Wunderbar, dass die Öffentlichkeitsarbeit so genau geschildert wird. Wie die Dokumente von Deekeling durchgesickert sind, will man ja besser nicht fragen. Wahrscheinlich hat sie ein Praktikant mitgehen lassen.

    Trotzdem sollte man sich eher das andere Ende der gesamten Laufzeitverlängerung mal anschauen: die Politik. Dass das Deutsche Atomforum und die Großkonzerne alle Mittel der PR und Öffentlichkeitsarbeit nutzen würden, um positive Stimmung für Kernenergie zu machen, dürfte wohl kaum überraschen (bei einem nicht unerheblichen Teil wirkt das ja auch immer noch). Viel schlimmer ist, dass Politiker sich von diesem Lobbyismus derart beeinflussen ließen, um über viele Jahre für die Mehrheit der Bevölkerung schwere nachteilige Entscheidungen zu treffen. Es gibt immer noch eine Reihe von Leuten in der CDU/CSU und FDP, die für Atomkraft eintreten, obwohl man die Japan-Katastrophe erlebt hat, die genau wissen, dass wir kein Endlager haben, die genauso wissen, dass Kernenergie den Einstieg in erneuerbare Energien erschwerrt und die auch wissen, dass man sich mit Kernenergie einem großen Risiko als Gesellschaft aussetzt. Diese Politiker gilt es zu entlarven und auch den Ämtern zu entfernen, da sowohl Ignoranz und Dummheit nicht tragbar sind.

  21. Das friedlich mordende Atom.
    wer kennt sie nicht, die vielen Krebsfälle in der Bekannt- oder Verwanschaft.

    Hier kommen sie hier:

    Nach den Berechnungsgrundlagen der Internationalen Strahlenschutzkommission akzeptiert die EU mit ihren aktuellen Grenzwerten alleine für Deutschland eine Zahl von mindestens 150.000 zusätzliche Todesfällen pro Jahr durch Krebs in Folge der Strahlenbelastung von Lebensmitteln: http://foodwatch.de/kampagnen__themen/radioaktivitaet/report_grenzwerte/index_ger.html

    Da habt ihrs.

    Ist keine einfache Lobby.

    Sondern Krieg.

  22. Pingback: News und aktuelle Meldungen

  23. Heute, seit September 2008 und Lehman Brothers,
    – Ziel der privaten Europäischen Bankenkonzerne: 2000 Milliarden euros von öffentlichen Geld um retten zu werden. Das ist ihr einziges Ziel, notwendig um zu überleben, wie die Verlängerung notwendig für die Atomkonzerne war.
    – Methoden der privaten Europäischen Bankenkonzerne:: die selbe PR als die Atomkonzerne.
    – Epilog der privaten Bankenkonzerne: Ein Unfall weit entfernt der Tatsachen erklärt. Es geschah schon in Japan es gab zwanzig Jahren als die Japanischen Zombiebanken von der Regierungen gerettet wurden. Ereignis: eine Japanische Wirtschaft im Stillstand seit zwangig Jahren trotz eine starke Industrie. Die letzte Unfall geschah in September 2007 im Groß Britannien (Northern Rock) und im USA in März 2008 (Bear Stearn). Kernorte: City of London und Wall Street. Ereignis: Central Banken – Bank of England und Fed – haben die privaten Banken mit “Money printing Press” gerettet. Bis den nächsten 23 November 2011 im Washington.
    Taz hat viel seit März 2011 über das Leben um Fukushima geschrieben.
    Die Tatsachen über das Leben der Bevölkerung um die Kernorte City of London und Wall Street, im Amerika und UK, sind stärker als die PR Kampagne der privaten Bankenkonzerne.
    Um die PR Kampagne der privaten Europäischen Bankenkonzerne zu verstehen, muss man zuerst das Unterschied zwischen “Europäischenen” und “eurozone” Bankenkonzerne machen. Das heißt mit oder ohne City of London. Die organisierte Hauptverwirrung der PR Kampagne ist da.
    Fukushima hat Biblis erklärt. Wall Street und City of London sind notwendig um Bankenkonzerne in Frankfurt, Paris, Madrid und Milano zu erklären.
    Taz muss uns mehr in Washington und London reisen machen. Herzlichen Dank.

  24. Pingback: So macht man sogar Atomkraft beliebt » Independence

  25. liebe kollegen,
    respekt! und vielen dank für die veröffentlichung!

  26. mames = names, sorry

  27. Pingback: Die Geheimpapiere der Atomlobby at Rechercheblog | Wespennest

  28. Chernobyl, Majak, Harrisburg & Fukushima … forgotten
    Obama:”Atom = necessary, because of Co2″
    Egal ob Kommunisten oder Kapitalisten, AKW sind mörderisch aber eine grosse Versuchung vor allem für Politiker jeden Coleurs die Probleme ihrer Länder kurzfristig zu verbessern, bis zum Super-Gau:”Chernobyl, Majak, Harrisburg & Fukushima again with differnt mames and locations

  29. Gerade noch das hier gefunden, SPON 2009. Zitat:
    “Eine Liste mit vermeintlich wohlgesinnten Journalisten, Argumentationshilfe für Union und FDP, eine U-Boot-Strategie für die SPD: Die Atomlobby hat den Wahlkampf bis ins Detail vorbereitet – um ihn aktiv zu steuern. Das belegt ein internes Strategiepapier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.”
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,650172,00.html

  30. Pingback: Lügenmärchen der Atomlobby. taz veröffentlicht Geheimpapiere. | beste-stadt.net (test-phase Niebüll)

  31. Zum Artikel: Vielen Dank!

    Zu Peter Kayser
    Wir haben die klassische überteibende Zweiteilung, wie sie auch von Neoliberalen gerne benutzt wird:
    Er und seine Meinungen sind rational, offen usw. und Probleme werden selbstverständlich, man ist ja offen und rational, lol, angesprochen. Denn das macht einen ja so glaubwürdig.
    Obwohl rationales Verhalten für sich beansprucht wird, gibt es zum politischen Gegner genau das Gegenteilige Verhalten, indem Irrationales wie Dogmen usw. unterstellt werden und sie zudem noch bspw. als “Oeko-Fundis” gemobbt werden.
    So läuft das den ganzen Text durch, mal mehr mal weniger abgestuft. Die aalglatte “Argumentation” entlarvt sich als Propaganda Text irgendeiner, in diesem Falle der Atomlobby.

    Und der absolute – langweile – Klassiker fehlt auch nicht in diesen Texten: “Das Gegenteil von Gut gemeint ist gut gemacht”

  32. @Peter Kayser:
    “man kann davon ausgehen, dass solche “verdeckten Aktionen” auch auf der Gegenseite vorkommen”

    Die TAZ hat Fakten geliefert. Warum diskreditieren Sie den Diskurs nun mit Verschwörungstheorien?

    Ihre Spekulationen, dass Atomenergie doch beherrschbar sind, sind genauso solche Verschwörungstheorien. Wollen Sie erst Ruhe geben, wenn die ganze Erde von Unglücken wie Three Miles Island, Tschernobyl oder Japan.

    Die Party ist vorbei. Atomenergie ist nicht beherrschbar. Sie ist eine menschenverachtende Dreckstechnologie. Ihre Anspielungen auf Weltkriege zeigt ihre irrationale Wut gegen Menschen. Wir haben auch das Internet weltweit installiert, ohne dass es Ihrer Krieger bedurfte. Die Windmühlen an Borkum Riff kommen, Desertec kommt auch ab 2012: es gib keinen rationalen Grund für hysterisches Gegackere oder die “soziale Frage”, die die Mietmäuler erratisch zur Volksverdummung formuliert haben. Es gibt nur eine Atomlobby, die seit 60 Jahren den Fortschritt behindert. Mit brutalen Methoden, gegen die Interessen der globalen Staatsvölker.

    Für Ihre Verschwörungstheorien ist kein Platz mehr. Niemand wird mher hereinfallen. Man sieht an Mappus wie weit man die Volksschädlinge der Atomenergie entsorgen muss. Und Grossmann fliegt auch raus.

  33. Wo ist denn jetzt das Problem. Eine sehr sauber aufgearbeitete Werbekampagne für ein für Deutschland, seine Industrie und seine Bürger ungeheuer wichtiges Produkt – sicherer und wirtschaftlicher Strom. Und es wird uns hier ja nicht in betrügerischer Weise eins übergezogen oder untergejubelt, sondern Ziel ist (bzw. war) doch lediglich, die Vorteile einer Technologie hervorzuheben.

    Wir werden doch mit derartigen Werbekampagnen tagaus, tagein überflutet. Und wenn ich mir ansehe, was die Lebensmittel- und Pharmaindustrie uns verkaufen will, oder gar Greenpeace und WWF – da wird mir so richtig schlecht! Nicht bei der Informationskampagne des deutschen Atomforums.

  34. Noch etwas Zum TAZ-Artikel selber: Ja, diese bekannt gewordene verdeckte Beeinflussung der öffentlichen Meinung ist recht unappetlich, jedoch ist dies wohl nur die Spitze des Eisberges – und man kann davon ausgehen, dass solche “verdeckten Aktionen” auch auf der Gegenseite vorkommen. Schlimmer: der durch die TAZ bekanntgemachte Fall hat wohl leider Modellcharakter, d.h. verdeckte Einflussnahmen oder Lobbying gibt es auch bei vielen anderen wichtigen Themen. Deshalb ist die mit diesem Artikel geschaffene Transparenz grundsätzlich zu begrüssen.

  35. @trollwächter, atomlobby

    Ich werde NICHT von der Atomlobby bezahlt, noch betreibe ich “Astroturfing”. Im übrigen sind die Entscheidung dazu sowohl in Deutschland als auch bei uns in der Schweiz gefallen. Ich bin bloss vom Spiegel-Online kommend (berichtete ebenfalls über diese Geheimpapiere) auf die taz-Seite rübergesurft – und seit Fukushima interessiert mich das Thema halt, aber ich bin beruflich NICHT mit der Energiebranche verbandelt.

    Weiter bin ich auch nicht so naiv zu glauben, dass ein Professoren- oder Doktortitel genügt um IMMER RECHT zu haben. Natürlich nicht – professorale Irrtümer gibt es zur genüge. Jedoch sind die von mir zitierten Personen nicht einfach einige leichtgläubige Spinner, sondern haben in ihrem Feld durchaus sehr Credentials, wissenschaftliches Standing und Verdienste vorzuweisen. Mindestens die beiden von mir im andern Posting zitierten haben genug intellektuelles Format, dass man sich (ohne blind grünen oder andere politischen Vorbetern zu folgen) einmal mit deren Argumenten auseinandersetzt – beide haben es nicht nötig, einer hidden-agenda zu folgen.

    Wenn heute in einer Sonntagszeitung ein früherer Greenpeace-Chef und Oekoaktivist (Paul Gilding in Berlin, aus Australien kommend) mahnt, dass die Umweltprobleme mit CO2 eine kriegsähnliche Anstrengung (wie WW II) zur Lösung erfordern, so sollte man alle Lösungmöglichkeiten mindestens prüfen – so schlägt dies auch Andrew C. Revkin (ein renommierter Umwelt-Journalist, KEIN Professor) von der N.Y. Times vor, und Revkin ist gewiss nicht rechts-gesteuert oder von einer Lobby abhängig. Der Mann ist sehr gut informiert und alles andere als pro-nuklear.

    Kernenergie gibt es seit 2 Generationen, die meisten anderen Energieformen schon sehr viel länger – deshalb sind wir den Umgang damit (damit ist nicht die technische Ebene gemeint) viel besser gewöhnt als mit dieser neuen Energieform – welche ein 10 Millionen mal höhere Energiedichte hat als alles was Menschen vorher kannten.

    Natürlich ist klar, dass dies ein gigantisches Potential zum Destruktiven beinhaltet – aber dass muss ja nicht für die nächsten hundert Menschheits-Generationen so sein. Transmutation (gegen radioaktive Abfälle) funktioniert bereits im Labor, die EU hat ein Milliardenprojekt (MYRRHA) in Belgien laufen – wo genau dieses Abfallproblem langfristig möglicherweise einer Lösung zugeführt wird.

    Immerhin denkbar ist es, dass es auch für komplexe Theman einmal LOESUNGEN geben wird – statt nur dieses ewige, problem-fixierte zirkuläre Denken. Natürlich ist sehr viel falsch gelaufen bisher, natürlich ist/war die Nuklearindustrie mit der Waffen-Lobby verbandelt, natürlich hätte Asse so nie passieren dürfen – aber Fehler müssen ja nicht auf ewige Zeiten wie in einer griechischen Tragödie wiederholt werden. Vielleicht sind ja auch in diesem sehr sensiblen Bereich gesellschaftliche Lernprozesse denkbar – vielleicht braucht es halt noch 2-3 Generationen.

    Weil mal einige Oeko-Fundis dekretiert haben, dass die Kernenergie prinzipiell und für alle Zeiten des Teufels ist, ein neues Dogma, etwa so sinnvoll wie gewisse religiöse Dogmen, heulen alle Atomenenergie-Gegner reflexartig auf, statt INHALTLICH auf die Argumente einzugehen. Wenn sie bessere haben, können sie diese ja einbringen – das ist der Sinn einer Debatte.

    Dazu kommt halt auch, dass ich glaube, dass es nicht nur in Deutschland, der Schweiz und Oesterreich kluge Köpfe gibt – und mich einfach interessiert, weshalb im angelsächsischen Sprachraum (e.g. George Monbiot, Mark Lynas, The Guardian, BBC) die Diskussion anders läuft als bei uns.

    Weiter möcht ich einfach einmal belastbare Fakten sehen für all die vielen Behauptungen sehen, Fakten welche wissenschaftlich anerkannt sind und nicht nur Glaubensartikel in einem Religionskrieg sind.

    Ich habe einfach etwas gegen Denkverbote – von rechts, von links, – woher auch immer kommend. Zumindest in der Klimapolitik dürfen uns nicht mehr allzuviel Irrationalität leisten.

    Noch was zum Agentur-Spin: Wenn Spin-Doctors zufällig auch mal ein richtiges Argument aufgreifen – nebst vielen falschen – so macht dies ja dieses Argument nicht automatisch ungültig.

  36. Pingback: Strahlende “Journalisten” | Dürre

  37. Herzlichen Dank an die taz für die Veröffentlichung dieser Dokumente.

    Ich finde es sehr gut, dass die Strategie und die einzelnen Maßnahmen der Atomlobby an die Öffentlichkeit kommen und sich jeder selbst ein Bild von der Art und Reichweite der Einflussnahme der Lobby machen kann.

    Bitte an ähnlichen Themen dranbleiben.

  38. Hallo Herr Kayser,

    vielen Dank für die sinvolle Zusammenstellung guter Argumente für Kernenergie als saubere Zukunftsenergie.
    Selten habe ich so komprimiert alle wichtigen Hinweise lesen können, die darauf hindeuten, dass eventuell ja doch die in Deutschland verteufelte (und 100 Staaten dieser Welt verschmähte) Kernkraft ein ganz kleines bisschen vielleicht eventuell sicher genug sein könnte, wenn man denn alles anders (und sicherer) macht, als bisher, das Weltklima zu retten.

    “Sie” kann es! Bestimmt. Wir müssen alle nur klug genug sein, ihre in den obigen Beiträgen aufgeworfenen (natürlich rein rhetorischen) Fragen zu mehr oder weniger umstrittenen “Klimawissenschaftlern” und “herausragenden Professoren” korrekt zu beantworten (Denktipp: “Die haben IMMER Recht”) und schon wird auch uns der erleuchtende Strahl treffen und wir können mit Ihnen, Herr Kayser, gegen den Mainstream andenken.
    Und gegen solches spöttische Geschwätz von Gewinnen auf Kosten der Allgemeinheit und Endlagerbetroffenen, von Erkrankten und Toten.
    Aber das sind ja nur ein paar wenige Neider und Abergläubische, die eben im bisher eigentlich noch nie dagewesenen Katastrophenfall (sie zählten freundlicherweise einige bemerkenswert unbekannte Ausnahme-GAUS auf) eben nicht in der Lage sein wollen, sich einfach mit den fröhlichen Enrgien und Geldflüssen aus den AKWs genau dorthin zu begeben, wo man gut (über-)leben kann.

    Herr Kayser, Sie haben sich wirklich in Ihren Postings hier stets aufrichtig bemüht, alle vorhandenen Phrasen und jedes noch so tiefgefrorene Argument aus der kalten Mottenkiste mit möglichst viel heißer Luft aufzuwärmen.

    Es ist Ihnen gelungen, mich zu überzeugen: ich lasse mir morgen einen Plutonium-Heiligenschein in die Kopfhaut implantieren und werden allen Menschen die frohe Botschaft von der Kernenergie verkünden:
    Sie macht Müll, der nur eine Million Jahre gefährlich ist…
    Sie verwendet zur Energieerzeugung Stoffe, die man aus großen scönen Tagebaulöchern ausbuddeln muss: das schafft viele Arbeitsplätze in Afrika!
    Der “Stoff” ist in Händen von Terroristen, wenn sie ihn falsch verwenden (z.B. in den Pazifik schmeißen), fast gänzlich ungefährlich.
    Wenn wir noch ganz viele KKW’s bauen, können wir mit der dann (in 15-30 Jahren) hergestellten “sauberen Energie” vielleicht noch das Klima retten.
    Sollte mal ein schlimmer Unfall passieren: in Sibirien ist noch Wohnraum frei (und dort gibts auch tolle Bodenschätze, die man schürfen kann).
    WIr können Kernkraft eventuell noch viel viel sicherer und ungefährlicher machen als jetzt: wir müssen dafür nur noch einige hundert Milliarden in die Forschung stecken und werden dann vielleicht in 20 Jahren das sicherste neue KKW der Welt bauen können. (Aber diese “erneuerbare Energien”-Forschung klaut uns das ganze Forschungsgeld).

    Danke, Herr Kayser, für Ihre aufrichtige Hilfe bei der Verbesserung des Ansehens der Kernenergie. Ich hoffe, sie werden zumindest anständig dafür bezahlt.

  39. @Peter Kayser: Deine Posts sind randvoll mit den talking points der Atom-Lobby der letzten zwei Jahre. Das bedeutet, dass Du entweder dazu gehörst oder der Spin bei dir echt gut funktioniert hat.

  40. @Thorsten:
    Billiger Zynismus hilft uns nicht weiter, eine rationale, aufgeklärte und vor allem beidseits konstruktive Debatte über Energie- und Klimapolitik schon. Wir brauchen Lösungen, welche die abgenützten, unergiebigen Schemas und Denkschablonen des Schlagabtausches zwischen links und rechts, zwischen grün, rot, gelb, schwarz, zwischen “progressiv” und “konservativ” transzendieren; zugunsten einer intelligenteren Politik, welche dem Bürger informierte Entscheidungen auch zu komplexen Themen ermöglicht.

  41. Was für eine große Überraschung… Das macht doch jede Lobby, egal ob links oder rechts, Atom oder Solar usw. Interessant ist nur, dass die Solar-Lobby es geschafft hat und die Atom-Lobby gescheitert ist… Alle Medien sind infiltriert von Politik und Wirtschaft, ja auch ARD, ZDF etc.

  42. Schade halt für die Krebskinder.

  43. Gut, dass die Atom-Lobby den Menschen in Bangladesh eine Stimme gibt!

  44. Pingback: Protokoll vom 29. Oktober 2011beiTrackback

  45. At ATOMLOBBY:

    Ich versuch es mal mit etwas Rationalität:

    1) Ja – sowohl Atommmüll als auch CO2-Berge in der Luft sind tatsächlich asozial
    2) Ich bin NICHT von einer Spin-Agentur beeinflusst, sondern bin einfach zu anderen Schlüssen als der Mainstream gekommen.
    3) Selbstverständlich wäre die Krebsgefahr unakzeptabel, aber so klar bewiesen sind diese Zusammenhänge nicht.

    Uebrigens akzeptieren wir defacto in Gesamteuropa eine “Grosstechnologie” welche über 30’000 Tote pro Jahr fordert – uns fällt wohl nicht mal auf Anhieb ein, welche (der Strassenverkehr).

    In einem englischsprachigen Wissenschaftsmagazin gab es kürzlich eine interessante Story über eine Kerntechnologie, welche pro Gigawattjahr 100 x weniger radioaktiven Abfall produziert, welcher dazu noch durch
    Transmutationseffekte 1000 mal kürzere Halbwertszeit hat, d.h. konkret ist das Zeug
    nur 300 gefährlich.

    Anders: Statt 25 Tonnen hochradioaktiven Abfall pro Gigawattjahr elektrisch werden einige hundert Kilo erzeugt. In einem Kohlekraft werden für die gleiche Energiemenge 10 Millionen Tonne CO2 erzeugt und in unsere Atmosphäre entsorgt, wo es sich über Jahrhunderte hält. Atomkraftwerke können im Katastrophenfall einige Tausend Menschenleben fordern (Ein Uno-Report zu Tschernobyl spricht von 4000 STATISTISCHEN Krebstoten und ca. 50 realen), im Normalbetrieb keine. Kohle jedoch fordert im Katastrophenfall wohl keine oder nur wenige, dafür aber im REGULAEREN Betrieb mehrere Tausend pro Jahr. UNO, WHO, ein grosses Gremium von internationalen Strahlenexperten, die russische, ukrainische, weissrussische Regierung, welche auch am Tschernobyl-Report mitgearbeitet haben: Alle bestochen, gekauft, beinflusst, korrumpiert etc. etc. ?

    Und wir hier in Deutschland und der Schweiz wissen alles besser? Was ist mit Dr. James Lovelock, (“Gaia-Hypothese”), Dr. James Hansen (Klimatologe) – alle falsch herum gewickelt, irregeleitet oder im besten Fall senil etc. etc. ? Das ist mir zu einfach gestrickt und vor allem zu selbstgerecht! Weder Majak, Three-Mile-Island, Tschernobyl, Fukushima und wohl noch weitere hätten nie passieren dürfen. Vielleicht wäre es aber ja auch ein Ansatz, diese weitgehende CO2-freie Technologie so sicher zu machen, dass man als Bürger guten Gewissens dahinter stehen kann? Konzepte dafür gibt es schon lange! Man muss diese Dinger nicht in Ballungszentren bauen.

    Muss ich einfach alles, was die grünen Politkommissare von Greenpeace dekretieren ungeprüft übernehmen, oder kann man mit einer naturwissenschaftlichen Vorbildung auch zu eigenen Schlüssen kommen, welche nicht notwendigerseise mainstream-wohlfühl-kompatibel sind? Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint!

    Die grösste Menschheitsbedrohung ist nicht eine (trotz allem lokale) Atomkatastrophe, sondern ein run-away-climate Change, welcher GLOBALE Ausmasse hat und nicht hundertausende, sondern MILLIARDEN von Menschen betrifft. Konkret: wenn wir hier in Europa noch mehr Kohle verbrennen, tragen wir durchaus substantiell dazu bei, dass z.B. in Bangladesh Küstengebiete grossflächig überflutet werden und damit Millionen von Menschen die Lebensgrundlagen entzogen werden. Im Gegensatz zu Anti-Atom-Lobby können diese Menschen sich leider nicht adäquat artikulieren.

  46. Kayser: die Befürwortung von Atomenergie ist völlig indiskutabel, weil die grundsätzlichen Probleme dieser Technologie nicht gelöst sind – es ist einfach asozial, unseren Nachkommen Berge von Atommüll zu hinterlassen.

    Die Argumentation “Klimarettung mit Atomkraft” ist ebenfalls ein übler Agentur-Spin und entbehrt jeglicher Grundlage oder Logik – dass diese Gedanken übernommen werden, zeigt aber deutlich, welche Gefahr diese Freisetzer von Gedanken-Krebs darstellen – allerdings lohnt es sich genauer hinzusehen, wer denn da vermeintlich “umkippt” – es spricht nicht für einen besonders ausgeprägten intellektuellen Eingangsfilter, ausgerechnet “Klimaforscher” und Journalisten als Meinungsmacher zu akzeptieren!

    Denk mal lieber selber – würdest DU achselzuckend akzeptieren, dass Deine Kinder spätestens mit 30 fette Krebsgeschwüre haben, weil DU unbedingt jeden Abend Grossbild-TV gucken musstest?

    Regenerative Energien in Verbindung mit SPAREN – nur so können wir dauerhaft 10 Mrd Menschen auf er Erde mit Energie versorgen – wobei sehr fragwürdig ist, ob tatsächlich jeder einzelne Haushalt einen TV, einen Kühlschrank und eine Waschmaschine benötigt – nur damit eine kleine Gruppe von Verkäufern und Produzenten dieser Waren Ihre Villa am Meer bezahlen können.

    Atomkraft ist überflüssig und das sollten endlich auch Linke in Frankreich kapieren – dort hat es die Atomlobby ja bereits vor Jahren geschafft, mit Hilfe genau solcher Gedankenkrebs produzierender Agenturen eine Akzeptanz für diese kranke Technologie zu erzeugen – was nur wiederum aufzeigt, wie gefährlich diese Spin-Doktoren sind.

    Wenn man anfängt sich selber dabei zu ertappen, dass man möglicherweise gerade beginnt, die scheinbaren Argumente der Pro-Atom-Lobby ernsthaft abzuwägen, hilft vielleicht ein kleiner Besuch in der ASSE oder in einem beliebigen Endlager, oder vielleicht ein kleiner Wellnes-Urlaub in Majak im Südural – nach kurzer Zeit wird die dort herrschende Energie die Gedanken wieder ordnen helfen!

    Überhaupt sollte mal jemand einen grossen Pro-Atom-Kongress am besten in Majak abhalten, auf einem Anwesen mitten im angenehm strahlenden See, damit wir diese Psychopathen endlich mal los werden…

  47. EKELHAFT – diese Agentur-Typen müssen doch Ausschlag bekommen aus Ekel vor sich selbst. Warum macht man solche Jobs, nur wegen dem Geld?

    Wir müssen dringend Mechanismen entwickeln, um diese Leute, die in unserer Gesellschaft nur Schaden anrichten, irgendwie zu resozialisieren – das ist ja nur die Spitze des Eisbergs, wenn auch ein sehr plakatives Beispiel – in den Agenturen sind noch viel zu viele solcher “Kommunikationsberater” unterwegs, die Ihr Geld damit verdienen, alltäglich Manipulation vom übelsten zu betreiben.

    Wir sollten das professionelle Produzieren von Lügen, sei es, um sinnlose, aber umweltzerstörende Produkte zu verkaufen oder um politische Ziele durchzusetzen, als eines der wesentlichen Probleme unserer Gesellschaft und als höchste Gefahr für die Demokratie erkennen.

    Interessant ist, dass diese Produktion von fabrizierter Wirklichkeit, die man normalerweise im “Ministerium für Wahrheit” der klassischen Diktatur vermuten würde, von der Wirtschaft übernommen werden, meist auch noch von sogenannten “FREI-Beruflern” – ein Paradoxon, welches wir näher untersuchen müssen.

    Warum erklären sich Menschen bereit, solche Aufgaben auszuführen? Warum wird das von einem Volk geduldet? Warum gibt es eine so hohe Bereitschaft, im Job alle Grenzen von Moral und oft auch den gesunden Menschenverstand beiseite zu legen und sich auf die übelste aller Arten, nämlich geistig und seelisch zu prostituieren?

    Warum sind so viele Menschen bereit, Ihr Geld damit zu verdienen, sich zu gedanken- und gewissenlosen Dienern zu machen?

    Wenn diese Menschen schon von sich aus keine Grenzen spüren, weil sie so abgestumpft sind, wäre es nicht sinnvoll, Ihnen von aussen sehr deutlich aufzuzeigen, dass sie sich falsch verhalten und dass dieses Verhalten in einer menschlichen Gemeinschaft nicht gewünscht ist?

    Ist es tatsächlich ein Zeichen von Zivilisiertheit, wenn solche Menschen Ihre Arbeit ungestört weiterführen können?

    Wäre es nicht eher ein Zeichen einer zivilierten Gesellschaft, solche zerstörerischen Individuuen, die zudem nur aus Geldgier handeln, mit allen Mitteln zu stoppen, bevor Sie noch grösseren Schaden anrichten können?

    Es fehlt in dieser Gesellschaft nicht nur an Mut, sich dieser übelsten Form von Prostitution zu entziehen, es fehlt auch an Radikalität, diejenigen, welche alle Grenzen überschreiten und auch noch Freiheitsrechte dafür in Anspruch nehmen, zu stoppen.

    Ein Zitat möge daran erinnern, dass es auch anders geht:

    “Protest ist, wenn ich sage das oder das passt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, dass das, was mir nicht passt, nicht länger geschieht.” – Ulrike Meinhof

  48. Im angelsächsischen Sprachraum – im Gegensatz zum deutschsprachigen – läuft die Debatte völlig anders. Dort schlagen sich mittlerweile trotz Fukushima ausgewiesene Persönlichkeiten (renommierte Klimaforscher, Journalisten (Lynas, Monbiot, Brand) aus dem linksliberalen Milieu mittlerweile eloquent auf die Seite der Kernenergiebefürworter. Möglicherweise gibt es halt doch auch gute Argumente dafür – im Sinne von mehreren Uebeln das geringste wählen. Mir kommt die Debatte hierzulande (Schweiz + Deutschland) manchmal etwas gar besserwisserisch und selbstgerecht daher. Ist es denkbar dass alle diese Leute selber denken können und nicht einfach “von der Atomindustrie” bestochen sind? Natürlich gibt es offenes und verdeckts Lobbying – überall – aber ich werde langsam der klandestinen Verschwörungstheorien müde. (Ich besitze KEINE Aktien aus der Energiebranche). Vielleicht muss man einfach mal deren Argumente ehr- und redlich prüfen.

  49. @ Jennifer Bach: Danke für die Hinweise zu Professor Schwalbach. Das haben wir bereits getan. Seine Begründungen und Argumentationen stellen wir heute ausführlich in der Printausgabe der taz dar.

  50. Ist das vorstellbar?

    “Guten Abend Schatz, wie war dein Tag?”

    “Sehr gut, habe erfolgreiche eine Veröffentlichung zu Kinderkrebs verzögert!”

  51. Millionen für eine Kampagne gegen das Leben – da ist es doch beeindruckend, wie groß dagegen das Engagement von zigtausenden Menschen gegen Atomenergie ist, und wie dieses Engagement zusammen mit relativ wenig Geld viel bewegt hat. Bürgerinitiativen und örtliche Gruppen, Organisationen wie BUND, .ausgestrahlt, Campact, Robin Wood und andere haben mit einigen 100.000 Euro (nicht aus Konzerngewinnen, sondern aus Spenden) total viel bewegt und letztlich dafür gesorgt, dass jetzt immerhin 8 AKW aus sind. Nur so ein Hinweis: Damit die anderen neun auch noch bald abgeschaltet werden, damit kein Atommüll in Gorleben versenkt wird, braucht es weiter Engagement – auch finanzielles Engagement. 100 Euro Spende von Dir und ein paar Leuten dazu, tolles ehrenamtliches Engagement von tausenden als Hebel – damit werden auch Millionen-Euro-Kampagnen von Lobbyisten ausgehebelt!

    !

  52. Ich hoffe dass die TAZ an dem Thema dranbleibt und zu allen zweifelhaften Punkten eine Stellungnahme der beteiligten Medien/Redaktionen/Journalisten und Firmen/Wissenschaftler/Privatpersonen anfordert!

    Was meinen wohl die “ehrbaren Journalisten” von FAZ und BILD zu ihren Lobbyisten-Artikel (und was sagt der liebe Herr Chefredakteur dazu, dass es verdächtig danach aussieht, als seien diese “unabhänigen Meinungsführer” käuflich)?

    Was sagt der über seine Frau bezahlte Prof. Joachim Schwalbach
    http://lehre.wiwi.hu-berlin.de/Professuren/bwl/management/team/schwalbach
    zum diesem Thema? Hier erwarte ich eine Stellungnahme von der Leitung der Humboldt-Universität Berlin, ebenso eine Aussage vom Berliner Bildunssenator, was er gedenkt zu unternehmen, um Lobbyarbeit durch vom Bürger und Steuerzahler finanzierte Insitute und Mitarbeiter in Zukunft zu unterbinden?

    P.S:
    Besonders witzig ist die Tatsache, dass der saubere Herr Professor ein Projekt mit dem Titel “Der Ehrbare Kaufmann” unterstützt: http://www.der-ehrbare-kaufmann.de/ueber-diese-initiative/das-institut-fuer-management/prof-dr-joachim-schwalbach/

    Fragt doch mal den Herrn Professor, ob es heutzutage zum “ehrbaren Kaufmann” zwingend dazugehört, sich für Lobbyarbeit von der Atomindustrie auf das Konto der Ehefrau (Astrid Drabant-Schwalbach) 135.000 Euro überweisen zu lassen? Allein die Tatsache, dass der Professor einen Auftrag annimmt, der auf das Privatkonto seiner Frau bezahlt wird, sollte bei der Leitung der Humboldt-Universität ein paar Fragen aufwerfen.

  53. Pingback: taz zur versuchten Privatisierung des Atomkraft-Diskurses : www.who-owns-the-world.org

  54. Also das finde ich schon mehr als “anrüchig”:

    Verschiebung der bereits geplanten Veröffentlichung weiterer Kinderkrebs-Studie durch Süddeutsche
    Zeitung auf Zeitpunkt nach Bundestagswahl erreicht

  55. Pingback: Taz dokumentiert “Die Geheimpapiere der Atomlobby” « visual robots

  56. Großartige Arbeit. Danke!

  57. Schön, hier mal den ganzen Instrumentenkasten vorgestellt zu sehen, mit dem die Atomlobby verzweifelt versuchte, ihre alte Technik grün zu waschen – und wie viel Zeit und Geld dafür verschwendet wurde. Denn letztlich hat die ganze Hochglanzaktion nichts gebracht, zumal Konzerne & Poltik mit ihren plumpen Tricks noch den letzten Rest Vertrauen verspielt haben. So zeigt sich wieder einmal: Grünwäsche hat kurze Beine!

  58. Pingback: Taz dokumentiert “Die Geheimpapiere der Atomlobby” » Von markus » netzpolitik.org