Dienstagabend in den Frankfurter Naxos-Hallen: Eine kleine Delegation des Waldcamps besucht eine Veranstaltung über die Startbahn-West-Proteste. Wolf Wetzel liest aus seinem kürzlich erschienenen Buch „Tödliche Schüsse“. Danach stellt Thomas Carlé seinen Dokumentarfilm “Fesseln spürt wer sich bewegt” (BRD 1982/ 60 Minuten) vor. Das Kino ist fast voll. Man duzt sich und viele der Besucher waren selbst bei den Protesten dabei. Erinnerungen werden durch die szenische Lesung und den Film geweckt. Selbst ich erkenne einige Personen wieder: Schwarz-Weiß-Bilder zeigen Klaus den Geiger, der vor einigen Tagen im Camp war. Er spielte auch vor den Ausbaugegnern in den 80er Jahren.
Im Film sieht man die Aufnahmen, die eigentlich keiner sehen möchte: Friedliche Demonstranten mit klaren Forderungen (zum Beispiel soll der Ausgang des Volksbegehrens abgewartet werden) und auf der anderen Seite Ketten mit hunderten Polizisten, erst starr und stumm wie eine Mauer, dann Wasserwerfer, Pfefferspray, Prügel mit dem Schlagstock und schließlich… weiter lesen