30.06.2006 von Heiko Werning
Wer sind die Gaucho-Kicker, gegen die die DFB-Auswahl heute antritt? Okay, sie spielen verdammt gut Fußball. Und Wissenswertes über sie gibt es auch zu erfahren. Einige ergänzende Beobachtungen aus aktuellem Anlass im Folgenden, notiert bei einer Expedition nach Hochgebirgsleguanen zum Jahreswechsel 2003/2004:
Wer glaubt, Deutschland sei ein Hort der Bürokratie und Weltmeister nutzloser, umständlicher Regularien, der soll doch mal nach Lateinamerika gehen und sein Weltbild ein wenig zurechtruckeln lassen.
Zum Beispiel Argentinien. Das sympathische Pampa-Land bietet mustergültigen Anschauungsunterricht dafür, was passiert, wenn man Wolfgang Schäuble einfach machen ließe und die Polizei nach seinen Vorstellungen ausbauen würde. Der bankrotte argentinische Staat unterhält einen Polizeiapparat in Armeestärke. Das ist einerseits schön, denn bei 30 % Arbeitslosigkeit ist es ja sehr zu begrüßen, wenn ein paar Leute von der Straße weg sind. Das allerdings sind die argentinischen Polizisten dann andererseits doch irgendwie nicht, wie der Besucher schnell feststellen wird. Denn Verbrechensbekämpfung ist den Uniformierten vermutlich zu gefährlich, und Beiträge zur Verkehrssicherheit gelten bei den Gauchos ohnehin als unfein. Da bleibt nur eines, was der Bedeutung des Berufsstandes auch wirklich gerecht wird: Kontrolle der Papiere.
Passstraße am Aconcagua
Wir überquerten die Anden auf der Suche nach Hochgebirgs- und Erdleguanen … weiter lesen
29.06.2006 von Heiko Werning
Achtung, dies ist eine offizielle Anordnung. Ab sofort werden Tiergeschichten, insbesondere über Bären, nur noch von mir verfasst. Denn sonst kommt ja doch nur debiles Gestottere dabei herum. Danke für die Aufmerksamkeit.
28.06.2006 von Heiko Werning
Diese ganzen Achtelfinale waren ja wirklich deprimierend. Aber irgendwer wird Zidane schon bei den Schenkelchen kriegen.
27.06.2006 von Heiko Werning
So, endlich ist Bayern vom Nimbus der No-go-area befreit, wahrscheinlich war es so, wie Spiegel-online schon vor Wochen in seinem interaktiven Abschussplan herbeigesehnt hat. Jetzt ist irgendwie auch die Luft raus aus dem wahnsinnig nützlichen (oder total lustigen?) Tagesschauquiz.

Im Ausland, also sagen wir: im südlichen Afrika, wo einem morgens die Elefanten in den Rabatten stehen, in den USA, wo man die Klapperschlange aus der Garage fegt, in Kanada, wo die Bären über die Campingplätze schnurren oder in Australien, wo quasi alles, was sich bewegt, beeindruckend giftig ist, wird man diese Nachricht sicher mit großer Erleichterung aufgenommen haben, und ein bisschen haben wir ja jetzt auch gezeigt, wie das gemeint ist mit der “Welt zu Gast bei Freunden”. Freund Bruno jedenfalls muss sich jetzt nicht mehr mit Tauben und Schafen herumärgern, der darf ins Museum. Aber damit ist ja nur ein Teil… weiter lesen
27.06.2006 von Heiko Werning
Ich hab es geschafft! *Er* hat mich freundlich in *seinem* Weblog erwähnt, mit allerdings berechtigter Kritik an der hiesigen Kommentarpraxis. Andererseits aber: Ich hänge ja eh ganztags am Rechner, da könnte ich Kommentare quasi in Echtzeit durchstellen.
25.06.2006 von Heiko Werning
Schlangen haben ja traditionell in vielen Kulturen einen mindestens ambivalenten, oft auch schlicht einen beschissenen Ruf. Wer beim Fahnenmeer im Leipziger Stadion beim Achtelfinale Mexiko : Argentinien etwas genauer hingeschaut hat, der fand ein Zeugnis davon. Denn was die relativ lang begeisterten mexikanischen Fans da durch die Luft schwenkten, ist eine aus Schlangensicht doch ziemlich martialische Szene: Ein Adler sitzt auf einer Opuntie, eine der Charakterkakteen Lateinamerikas, und hat eine Schlange im Schnabel, am Schwanz übrigens eindeutig als giftige Klapperschlange erkennbar. Dass es dieser nicht gut ergeht, ist offensichtlich.

Was hat es mit dem Staatswappen Mexikos, das das Zentrum der Flagge bildet, auf sich?
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24.06.2006 von Heiko Werning
Ein schlechter Abend für alle Amphibienfreunde: Frankreich ist eine Runde weiter.
22.06.2006 von Heiko Werning
Ich kenne Alexander Kupfer seit vielen Jahren, und der Mann hat es nicht leicht. Niemand hat es leicht, dessen Interessen- und Forschungsschwerpunkt ausgerechnet bei Blindwühlen liegt. Ein Schicksal, das allerdings auch kaum jemand teilt. Selbst unter hartgesottenen Freunden von Kriech- und Glibbertieren löst Begeisterung für diese Tiergruppe ein Stirnrunzeln aus.
Blindwühlen sind Amphibien, also verwandt mit Fröschen, Kröten und Salamandern. Neben den Frosch- und den Schwanzlurchen bilden sie eine eigene, dritte Amphibienordnung, deren Vertreter vornehmlich in den Tropen leben. Die Biester sehen für Normalsterbliche aus wie zu groß geratene Regenwürmer. Die Tiere leben unterirdisch, dementsprechend haben sie es nicht so mit dem Gucken, und gut aussehen muss man da unten auch nicht.
Vielleicht lag es daran, dass Alexander Kupfer bei Treffen der Lurchfreunde immer den Vortrag am ersten Tag morgens um 9 Uhr halten musste, jedenfalls ist er schließlich ins Exil gegangen, und zwar an das renommierte Londoner Naturhistorische Museum.… weiter lesen
22.06.2006 von Heiko Werning
Die meisten Europäer machen sich vollkommen falsche Vorstellungen vom tropischen Regenwald. Denn der ist keineswegs der undurchdringliche Dschungel, an den viele denken, eher im Gegenteil: Der stockwerkartige Aufbau des Waldes bedingt, dass die Baumriesen mit ihren gewaltigen Kronen den Großteil des Lichtes abfangen, sodass am Boden kaum etwas wachsen kann. In gesunden Primärwäldern spaziert man völlig ungehindert einfach zwischen den Stämmen hindurch, sofern man nicht gerade auf einen Buschmeister tritt. Aber, und das ist das zweite große Missverständnis, genau diese Giftschlange wird man normalerweise ebenso wenig antreffen wie all die anderen Vertreter der tausenden Arten, die die sagenumwobene Biodiversität ausmachen. Zwar bewohnt eine unerreichte Artenfülle die Wälder am Amazonas, doch ist es gut, wenn man ein ordentliches Bestimmungsbuch dabei hat, damit man die Tiere auch mal sieht – als Abbildung, immerhin. Denn der Durchschnittsregenwaldbewohner denkt gar nicht daran, sich dem Besucher zu zeigen. Er liegt gemütlich in irgendwelchen Höhlen, sitzt in Blattachseln oder Astlöchern, hangelt sich durch das Kronendach oder gammelt auf dem Grund schlammiger Wasserlöcher herum. Wohl dem, der sich für Botanik interessiert, die kann wenigstens nicht weglaufen. Trotzdem hofft man als Reptilienforscher immer wieder auf eine Begegnung. Viele Tiere kann man finden, wenn man nachts und bei Regen loszieht, oder man dreht Steine oder Totholz um und guckt, wer es sich darunter bequem gemacht hat. Frösche, Schlangen und Spinnen kann man auf diese Weise dann doch mal zu Gesicht bekommen.

Mich reizte aber ein ganz anderes Tier, nämlich der Dornschwanzleguan Uracentron azureum, eine etwa 15 cm lange, poppig neongrün-schwarz gestreifte Echse, die so platt gedrückt aussieht, als sei gerade ein Jaguar versehentlich draufgetreten, und die ein bizarres, heftig bedorntes Stummelschwänzchen aufweist.
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