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vonHeiko Werning 18.08.2006

Reptilienfonds

Heiko Werning über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Wie funktioniert eigentlich ein Medien-Hype? Zunächst einmal braucht es einen ordentlichen Nährboden. Nehmen wir mal Frank Schirrmacher mit seiner Bestseller-Forderung nach Rückbesinnung auf Familie, die Große Koalition mit Ursula von der Leyen als Neocon- Popstar und einen Familienbericht, den die Bild-Zeitung auf die Schlagzeile „Deutsche Mütter sind zu faul“ hochsext. Also brodelt plötzlich schon mal gewaltig so etwas wie eine Wertediskussion rund um die Kinderaufzucht. Und jetzt muss man nur wollen. Der Spiegel, natürlich, wollte. In der Zeitschrift Cicero fand sich ein Text von einer Eva Herman über die schlimmen Folgen der Emanzipation. Aber wen interessiert schon Cicero? Und who the fuck ist Eva Herman? Eine Wissenschaftlerin, die Studien ausgewertet hat? Eine Politikerin, die sich über Jahre mit dem Thema auseinandergesetzt hat? Ach was. Eva Herman ist Tagesschau-Sprecherin, Talkshow-Moderatorin, Ratgeber-Schreiberin und Mutter genau eines Kindes. Und damit also top qualifiziert, die Rolle der Frauen und Mütter in der deutschen Nachkriegsgesellschaft gründlich auszuleuchten.
Normalerweise würde das, völlig zu Recht, keine Sau interessieren und erst recht niemand lesen. Aber da war der Spiegel vor, der die Thesen, leicht süffisant kommentiert, als Top-Aufmacher auf seine Homepage setzte und gleichzeitig ein paar Autoren zu Stellunganhmen aufforderte, und ruckzuck, schon hatten wir eine große nationale Debatte, die durch die Feuilletons von taz bis FAZ tobte und in der unvermeidlichen Sabine Christiansen mündete: „Deutsche Frauen – zurück zu Herd und Wickeltisch?“
Frau Hermans Kernanalyse lautet: Die Frauen „sind im beruflichen Kampf gegen die Männer am Ende ihrer Kräfte und Ressourcen angelangt. Sie sind ausgelaugt, müde und haben wegen ihrer permanenten Überforderung nicht selten suizidale Fantasien.“ Oha. Echt? Da fragt man sich ja schon, wie es in der Tagesschau-Redaktion so zugeht. Der niedliche Jan Hofer. Hätte man dem ja gar nicht zugetraut. Und steht es um ihr Kind wirklich derart schlimm, dass sie zu dem Schluss kommt, dass die parallele Ausübung von Berufstätigkeit und Muttertum zu diesen Ergebnissen führt: „Bei beinahe der Hälfte aller Kinder in Deutschland werden anlässlich der vorschulischen Untersuchungen wegen fehlender Bemutterung deutliche Defizite wie motorische oder sprachliche Störungen, kognitive Enwicklungsbarrieren und verhaltensauffälliges Benehmen festgestellt“? Und warum das alles? Frau Herman weiß es genau: „Selbstgefälligkeit und Eitelkeit“ treibe die Frauen um, weshalb sie als Mütter berufstätig blieben, „im dünkelhaften Glauben an unsere nahezu übernatürlichen Kräfte, in Selbstüberschätzung und unreflektierter Emanzipationsgläubigkeit“.  Gut, dass das mal eine sagt. Dabei könnte alles doch so schön sein: „Es ist die Frau, die in der Wahrnehmung ihres Schöpfungsauftrages die Familie zusammenhalten kann.“ Schließlich sei sie „der empfindsamere, mitfühlende, reinere und mütterliche Teil“. Und dann kommt Frau Herman zu dem Schluss, dass nicht der heutige Versuch der Gleichberechtigung, sondern die klassische Rollenaufteilung in unserer Gesellschaft über Jahrhunderte funktioniert hätte. Die Werke der Weltliteratur legen beredtes Zeugnis davon ab ebenso wie der Erfahrungsschatz der Vor-68-Jahre. „Wenn sie“, also die Rollenaufteilung, „eingehalten wird, so hat das in aller Regel dauerhafte Harmonie und Frieden in den Familien zur Folge.“

Die Welt war also im Wesentlichen gut, bis die böse Emanzipation kam. Frau Herman: „Seit einigen Jahrzehnten verstoßen wir Frauen zunehmend gegen jene Gesetze, die das Überleben unserer menschlichen Spezies einst gesichert haben.“ Schlimm in diesem Zusammenhang auch, dass Fortpflanzung für Frauen zu „einer Option verkommen und keine Selbstverständlichkeit mehr“ sei. Ganz folgerichtig prophezeit sie Frauen, die sich gegen Kinder entschieden haben, dass „der Lebensabend in vielen Fällen eine Zeit des schmerzvollen Nachdenkens und der tiefen Reue“ werde.
Rückendeckung erhielt Eva Herman dafür von Franz Josef Wagner in der Bild. Der schrieb an die deutschen Mütter: „Laut neuem Familienbericht der Bundesregierung seid Ihr faul. 2 Stunden und 18 Minuten investiert Ihr in Hausarbeit – danach Café latte trinken, Schuhe kaufen, Unterhautfettgewebe wegtrainieren, in einem Body-Piercing-Katalog blättern, die Beine übereinanderschlagen, auf Single-Frau tun, einen 20jährigen verführen.“ Um dann noch einmal aus der Zeit zu berichten, als die Familie noch intakt, als die Frauen noch nicht gegen jene Gesetze verstießen, die das Überleben unserer menschlichen Spezies erst gesichert haben: „Ich bin glücklich, daß meine Mutter eine Trümmerfrau war. Wir schreiben das Jahr 1945. Sie war 24 Stunden um mich, ich war unterernährt, sie hatte keine Freizeit. Wenn sie Freizeit für sich gefordert hätte, dann würde ich heute nicht leben. Meine Mutter hatte keine rotlackierten Fingernägel. Meine Mutter hatte keinen Sex. Meine Mutter war eine Löwin.“
Löwinnen also. Löwinnen ohne lackierte Fingernägel, die keinen Sex haben. Das ist dann wohl das neue Frauenleitbild. Aber abgesehen davon, dass „kein Sex“ irgendwie nicht völlig konform geht mit dem Wunsch nach noch mehr Kindern, ist das bei Löwen mit dem Familienleben aber auch so eine Sache. Die bevorzugen nämlich das lockere Harem, und wenn ein neuer Löwe die Familie übernimmt, beißt der erst mal alle Vorgängerlöwchen tot, damit nicht sinnloses Erbgut mit durchgeschleppt werden muss.

Ein wenig fragt man sich nach alldem allerdings, warum Eva Herman auf ihrer Homepage angibt: „Das Leben ist bunt und mein Beruf ist es auch. Es ist wichtig, dass ich in unterschiedlichen Bereichen arbeiten kann.“ Interessant auch, was sie auf die Frage antwortet, was für sie anders wäre, wäre sie ein Mann: „Nicht viel. Ich wäre wohl größer und hätte etwas mehr am Körper herum (meistens)-hängen.“

Widerspricht sich das denn alles nicht etwas, diese wüsten Forderungen und Analysen und ihre doch recht umfangreiche Berufe-Sammlung samt Wichtigfinderei ihres Tuns? Dieser Tage erfahren wir, dass sie einen ihrer Jobs immerhin an den Nagel hängt. Ist Einsicht eingekehrt? Will sie sich endlich mehr um ihr Kind kümmern? Dessen motorische und sprachliche Störungen eindämmen? Nein, sie will nicht mehr die Tagesschau verlesen. Weil sie lieber noch mehr schreiben will. Einer der wenigen Fälle, wo man sich intensiv wünscht, so jemand würde einfach weiter reden. Und dann kommt demnächst ihr Buch auf den Markt, das sich, soviel kann man schon jetzt mühelos prognostizieren, sicher sehr ordentlich verkaufen wird. „Das Eva-Prinzip“ wird es heißen.
Wie auch immer dieses aussehen wird, das Eva-Herman-Prinzip jedenfalls kennen wir jetzt schon hinreichend. Wiederum auf ihrer Homepage behauptet Frau Herman: „Durch unterschiedliche Themen bei Veranstaltungen werde ich nicht dümmer.“ Das mag wohl sein. Wie sollte das denn auch gehen?

Obwohl: Ein weiser Gedanke findet sich dann doch noch in ihrem emanzipatorischen Manifest, dessen tiefer Einsicht man sich nur schwer entziehen kann: „Ein Mensch, der sich gegen Kinder entscheidet, wendet sich auch dagegen, Enkelkinder aufwachsen zu sehen.“ Wer wollte dem schon widersprechen?
 

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kommentare

  • Hallo,
    wenn mich eins sauer macht,dann ist es diese Angriffswut gegenüber Eva Herrmann.Kerner,Schreinemakers und wie diese selbsverliebten Schauspieler noch alle heißen,wollen sich nur selbst profilieren und der Welt zeigen,was sie doch für „tolle Leute“ sind.Die reinste Schmierenkomödie..
    Zu den Werten,wie sie Eva Herrmann beschreibt-dem ist wenig entgegen zu setzen,weil sie einfach recht hat.Natürlich muß es jeder Frau selbst überlassen bleiben,ob sie Kinder will,oder nicht.Aber wenn sie sich dafür entscheidet,dann sollte es möglich sein,daß sie(zumindest,solange,wie die Kinder noch schulpflichtig sind),zuhause bleiben,und sich um Haushalt,Kinder ,Mann(und sich selbst) kümmern.Davon würden alle Familienmitglieder profitieren.Das würde aber voraussetzen,daß die Männer ein anständiges Geld verdienen(,nicht so,wie es derzeit der Fall ist).Es würde sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannen,wenn Ehefrauen mit Kindern zuhause blieben.(Natürlich müßten alleinstehende Mütter auch in jeder Weise unterstützt werden).
    LGC

  • Eva Herman und die Deutsche Sprache – Konstruktivismus überall…

    Hm, ich habe beinahe mit Begeisterung gelesen, was sich alles so um die gute Eva Herman zugtragen hat. Am liebsten würde ich gleich noch ihre beiden Bücher lesen, um nachzuvollziehen, was sie wirklich schrieb und welche Informationen dazu im Netz, wi…

  • Hallo liebe Lesende („geschlechtergerechte“ Formulierung),

    ich bin hier zufällig reingerutscht und möchte nur sagen, daß ich den Kommentar von Renate Hackstein am besten finde. Es ist von viel größerer Bedeutung, WIE diverse Feministinnen, Ultraprogressive und unsachliche Zeitgenossen auf Eva Hermans Ansichten reagieren. Das sagt eigentlich alles. Unrichtiges kann man sachlich zurückweisen. Aber gerade das Richtige oder das, was in die richtige Richtung deutet, wird ausgelacht und geschmäht, wenn es den allgemeinen gesellschaftlichen Vorstellungen von „Fortschritt“, wenn es unseren „heiligen“ Normen zuwiderläuft. Die meisten Leute sind leider nicht in der Lage zu hinterfragen, was allgemein als gut und richtig betrachtet wird. Es ist viel einfacher sich auf die sichere Seite des „sogenannten Guten“ und des „Fortschritts“ zu schlagen, als dies einmal ganz konsequent zu hinterfragen. Ich finde es auch schade, daß Frau Herman manchmal etwas oberflächlich und polemisch analysiert, aber im Grunde hat sie meiner Meinung nach völlig recht. Jeder sollte sich mal das Buch anschauen, bevor er sich zu dieser Sache äußert. Ich freue mich sehr, daß Frau Herman die Ideologie des Geschlechtsrelativismus kritisiert. Wir sind frei in JEDE Richtung. Sowohl in Richtung Hausfrau als auch in Richtung Bundeskanzlerin. Im übrigen sagt Frau Herman, daß es sehr viele erfüllende Tätigkeiten für Mütter außerhalb des regulären Erwerbslebens gibt. Und das muß jede Frau selbst wissen. Unsere Freiheit dürfen wir uns weder von konservativen noch von PROGRESSIVEN Ideologen einschränken lassen. Früher (50er Jahre und davor) gab es einen Geschlechtsabsolutismus: Unsere typische Geschlechtlichkeit wurde verabsolutiert und unsere Freiheit eingeschränkt. Jetzt (bzw. seit den 60er Jahren) wird das inzwischen neurobiologisch bewiesene Vorhandensein von typischer Männlichkeit und Weiblichkeit geleugnet. Natürlich im Namen des Fortschritts!!! Warum dürfen wir eigentlich nicht so sein, wie wir sind? Warum lassen sich so viele Menschen von schwachsinnigen Ideologien jedweder Couleur verdummen und versklaven. Was gut für einen ist, kann man nur selbst wissen.

    Im übrigen ist es ein leichtes, sich ohne wissenschaftliche Kenntnisse zu vergegenwärtigen, wie sehr unsere typische Geschlechtlichkeit die Handschrift der Evolution trägt. Frauen kriegen Kinder. Also brauchen sie ein hohes Maß an psychischer Intelligenz, Beziehungsfähigkeit und emotionaler Sensibiltät. Männer müssen die Gruppe schützen und die Natur beherrschen, um das Überleben der Gemeinschaft zu sichern. Also brauchen sie ein hohes Maß an physischer Intelligenz. Männer sind besonders gut in der Lage, physische Zusammenhänge zu verstehen, weil sie vor allem mit der dinglichen Welt zu tun haben (sich abstrakt im Raum orientieren, Werkzeuge bauen, Natur beherrschen, Waffen und stabile Hütten bauen etc.). Wieso sind die bedeutendsten Naturwissenschaftler und Techniker eigentlich ausschließlich Männer. Wieso interessieren sich Frauen so sehr für menschlich-persönliche Zusammenhänge? Man muß schon bescheuert sein oder Hochschulprofessor oder Feministin, um diese einfachen Tatsachen und deren Schlüssigkeit zu übersehen. Wieso sind unsere Geschlechtsunterschiede angeblich kulturell bedingt, wenn diese existieren, SEIT es Kultur gibt, überall auf der Welt, durch alle Zeiten hindurch? Der erste Gedanke bei dieser Konstellation müßte lauten: Hierfür sind AUSSERKULTURELLE (evolutionsbiologische) Faktoren die wahrscheinlichste Erklärung. Das heißt nicht, daß dies auch so ist oder sein muß.
    Es ist nur wichtig, sich die gegenwärtige Genderhysterie und den Geschlechtsrelativismus angesichts dieser Sachlage anzuschauen…..

    Das ist nichts anderes als normative Wissenschaft, normative Verblödung – im Namen des Fortschritts!

    Das mußte ich einmal schreiben. Und ich hoffe, ich konnte damit möglichst viele „Lesende“ zum Hinterfragen des „sogenannten Guten“, der herrschenden Ideologie anregen.

    Als Lektüre sei noch empfohlen: Simon Baron-Cohen, „Vom ersten Tag an anders – über das männliche und weibliche Gehirn“

    Alles Gute und viel Spaß beim selbständigen Denken

    Sebastian Wiemann

  • […] Das ist nun wirklich süß. Schönen Gruß an dieser Stelle an Frau Pollmer. Wahrscheinlich kann sie einfach wirklich besser kochen als ihr ernährungswissenschaftlicher Gatte. Möglicherweise ist das ja genetisch bedingt? So wie auch diese vielbeschworene Geschlechtersolidarität unter Frauen, die hier mal zu einem wirklich hübschen und wohl unbewussten Brückenschlag geführt hat, von der EMMA zu Eva Herman, die ja verbreitet, Frauen seien viel eher in der Lage, Apfelkuchen zu backen. (Die Texte zu E.H. sind von H. Werning, deren Geschlecht noch strittig ist.) […]

  • Ich finde, Eva Herman hat im großen und ganzen Recht.
    Dass sie vielleicht manchmal etwas überspitzt formuliert hat, war nur der Sache dienlich – von wegen „Hype“!
    Schließlich sind in den letzten Jahren viele Bücher von gleichem oder ähnlichem Inhalt erschienen, deren Verfasser allerdings bei weitem nicht den Bekanntheitsgrad von Eva hatten, weshalb auch die Bücher natürlich nicht gleich bzw. gar nicht auf Platz 2 der Bestseller-Liste „schossen“.
    Ich habe den Eindruck, dass viele Frauen und Männer, die Evas Thesen jetzt so (zumeist unsachlich, manchmal auch geschmackslos) verreißen, keinerlei Ahnung haben, wie’s so wirklich zugeht im Alltag von Mittelschicht-Frauen, die zusätzlich zu ihrer Hausfrauen- und Muttertätigkeit auch noch einen zweiten Beruf ausüben wollen oder müssen.

    Dass ein solcher Hype möglich war und ist, sagt eigentlich schon alles, ebenfalls die Art der Reaktionen.

  • Liebe Leserinen und Leser,

    warum darf in unserem Land eigentlich keiner mehr nach seinen eigenen Vorstellungen glücklich werden.Wenn eine Frau gerne Karriere machen möchte bitte, hat sie die Möglichkeit bei uns,wenn sie gerne Kinder groß ziehen möchte und Hausfrau sein will bitte, wenn sie gerne beides möchte auch gut,es gibt ja viele qualifizierte Betreuungseinrichtungen.

    Also bitte schön, warum immer dieses sinnlose Gehacke unter Frauen, laßt uns doch zusammen halten, gewinnen können bei solchen Diskusionen „das Eva Prinzip“ doch wohl nur die Männer.Echt schade!!!!!!!!!!

    Und das Leben mit 5 Kindern ist im übrigen alles andere als stressfrei und gemütlich, auf welchem Stern lebt Frau Herrmann eigentlich, solche Äußerungen sind eine Unverschämtheit.

    Als Mutter von 4 Kindern und Heilpraktikerin für Psychotherapie, versuche ich meine Klientinen immer darin zu unterstützen auf ihre innere Stimme zu hören.

    Egal für welchen Weg „frau“ sich entscheidet,sowas wie das Eva Prinzip haben wir wohl nicht mehr nötig?

  • Dieser schöne Kommentar kam über die Brauseboys-Homepage herein, ich möchte ihn nicht vorenthalten (wär das nicht jemand für Sie, Frau Weber?):

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich finde den Kommentar von Herrn Heiko Werning zu den Thesen von Eva Herman´s Buch eine Katastrophe.
    Man(n) könnte ja fast denken, es steckt eine Frau hinter den Namen Heiko Werning – und zwar eine der überzeugtesten Emanzen überhaupt!
    Wür mich schon interessieren mit welchem oder welcher Möchte-gern-Wissenschaftler(in) man es hier zu tun hat -der/die auch Frau Herman jegliche Kompetenz aberkennt, und eine, meiner Meinung nach, völlig offensichtliche soziologische Entwicklung in Deutschland verleugnet!
    Herr oder Frau Werning sollte sich auch mal die Frage stellen, warum immer mehr deutsche Männer sich ihre Ehefrauen aus Osteuropa holen – wäre doch eine Überlegung wert! 😉

    Geschmeidige Grüße
    Frank O.

  • Remannzipation

    Ich bin glücklich darüber, dass diese Situation mal jemand anspricht. Ich habe vor einem Jahr einen Artikel über das heutige Verhältnis zwischen Männern und Frauen geschrieben und diesen an einige Zeitschriften verschickt, immer mit dem Feedback, dass dafür keine Verwendung gefunden wird. Natürlich… wie auch, wenn alle auf der Emanzipationswelle schwimmen und stolz darauf sind, sich emanzipiert schimpfen zu können…vor allem die Männer, die sich jetzt auch emanzipiert nennen…soll ich meinen Bauch festhalten oder einfach nur in Tränen ausbrechen, weil es einfach keine richtigen Männer mehr gibt!?

    Für mich ist die Emanzipation nicht die Befreiung der Frauen SONDERN die BEFREIUNG DER MÄNNER!!!!! Dank der Emanzipation dürfen diese jetzt mit dem Besen fröhlich durch die Wohnung springen, Weichei spielen und müssen ihrer Rolle als Mann nicht mehr gerecht werden, in dem sie für die Familie sorgen und einen gewissen Schutz geben. Klar können wir Frauen auch für uns selbst sorgen und ich halte nicht viel von naiven 16jährigen, die sofort schwanger werden, damit sie nicht selbst arbeiten müssen, aber wenn sie denken, dass sie in dem Alter schon reif sind und einen Partner gefunden haben, der das Geld nach Hause bringt, mein Gott, müssen sie selbst die Erfahrung machen…aber genau von solch frühen Bindungen habe ich einige Männer kennen gelernt, meistens um die 35 Jahre, die jetzt geschieden sind und Kinder haben und mir erzählten, dass die Frauen nur noch für die Kinder und das Zuhause da waren, was auf die Dauer ziemlich langweilig wurde…von diesen Männern (die auch noch verheiratet waren) wären 95% auf jeden Fall mit mir nach Hause für ein Abenteuer. Ich kann diese Männer auch verstehen, da die frühe Bindung nicht unbedingt eine persönliche Reife mitbringen konnte, da die Frau voll und ganz als Mutter und Hausfrau aufgeblüht ist und diese Rolle nimmer verlassen wollte, was für den Mann irgendwann zu einer Belastung wurde, da immer weniger gemeinsame Aktivitäten im Vordergrund standen.
    Aber mit meinen 27 Jahren kann ich nun sagen, dass ich mich sozusagen „ausgetobt“ habe und auf jeden Fall für eine Familie bereit wäre, nur lerne ich leider nur noch Männer kennen, die sich eine Frau wünschen, die ebenfalls arbeiten geht. Ich habe gewiss nicht vor eine langweilige Mutter oder Hausfrau zu werden, dafür bin ich viel zu kreativ, aber ich wünsche mir Kinder und würde diese auch gerne selbst erziehen und aufwachsen sehen.
    Da die Emanzipation nun leider die Männer von der eigentlichen Rolle vertrieben oder zum größten Teil befreit hat und sich viele Männer nicht im Stande sehen, für eine Familie zu sorgen, weil sie entweder nicht mal richtig für sich selbst sorgen können oder es eine Belastung als Alleinverdiener darstellen würde, mache ich mir ernsthaft Gedanken, ob ich noch den Mann finden werde, mit dem eine normale Familie noch möglich ist. Außerdem begegnet man auch immer mehr Gigolos, die gezielt nach einer Frau suchen, die das Geld nach Hause bringt, damit sie nicht arbeiten müssen…was gibt es Schöneres für einen Mann, wenn die Frau das Geld nach Hause bringt, während er sich zuhause eine Gurkenmaske auflegen kann!? Danach geht er mit den Kindern auf den Spielplatz, trifft sich dort mit der Nachbarin und verschwindet mal für 5 Minuten mit dieser hinter die nächste Hecke, danach geht es entspannt nach Hause, da er ja kochen und putzen darf und dabei voll in seinem Element aufgehen kann. Ich erinnere mich an dieser Stelle an eine Talkshow, in der sich ein Mann vor den anwesenden Frauen als Hausmann profilieren wollte und dafür auch noch kräftigen Applaus geerntet hat, obwohl jeder insgeheim dem Nachbarn auf den Schoß gekotzt hätte, weil die Vorstellung von solch einem ?Mann? wirklich nicht seinem ursprünglichen Status, bei dem man sich noch gut im Arm gefühlt hat, entspricht.
    Es ist für mich überhaupt keine Frage, dass Männer und Frauen gleichgestellt sind, was ihre Person betrifft und dass es immer noch Gehaltsunterschiede gibt ist ne Schande und auch nicht nachvollziehbar, ich rede hier allgemein von der Situation wie Männer mit dieser Befreiung umgehen und immer mehr zu devoten Kreaturen mutieren, die sich gern mal von einer Domina eins überziehen lassen, wenn ich solch ein Männlein vor mir stehen habe, würde ich auch am liebsten meinen Gürtel nehmen und mal abziehen, dzzzz…boom…aber eher aus Frust, da es immer weniger richtige Männer gibt. Ich kann an dieser Stelle nur hoffen, dass die Männer, die durch die Emanzipation irritiert sind, sich nicht beeinflussen lassen und trotzdem zu ihrem “Mann” stehen und nicht denken, sie müssten es den Frauen recht machen, indem sie den ganzen Haushalt erledigen, ihr müsst uns nichts recht machen, sondern einfach nur MANN sein, das reicht uns vollkommen und bitte auch nicht denken, dass eine Frau ständig mit Romantik, Kerzen und Blumen überhäuft werden muss, sonst fragt man sich als Frau, ob das ganze Geld anstatt der Blumen nicht in ein vibrierendes Hilfswerkzeug investiert werden sollte.
    Also bitte nur ein bisschen mehr Männlichkeit, damit wir Frauen uns auch wieder mal ein bisschen mehr “Frau” fühlen können, was euch zuguterletzt auch ganz gut kommen wird, in jeder Hinsicht 😉

  • Wie kann man so viel gequirllten Bockmist verzapfen, wie Frau Stahnke,Sorry Herman.Selbst Karrieregeil und darauf bedacht, durch ihre ach so qualifizierten Äußerungen im Mittelpunkt zustehen und Geld zu scheffeln. Liebe Frau Herman tragen sie ihren Herd im pinkfarbenen Kostüm? Wer kocht ihrem Sohn das Essen wenn „Mutti“ auf PR tour ist? Wer macht Hausaufgaben wenn „Mutti“ ihre Talkshows vorbereitet? Sorry habe ja vergessen es gibt ja noch 4 „Ehemänner“ und viel Geld! Seien sie weiter ein „so gutes“ Vorbild und leben ihre Thesen weiter so 100%ig vor. Schade!!

  • Einerseits muss man Frau Hermann gratulieren für ihre phänomenalen Aussagen, um sich doch mit einer beachtlichen Reichweite Gehör zu verschaffen. Was mir jedoch verborgen bleibt ist, warum sie ihre persönlichen Erfahrungen auf jede deutsche Frau projiziert? Ganz davon abgesehen, dass es sehr pikant ist, die Löcher in das eigene Boot zu stanzen. Ich bin wirklich verblüfft, dass eine Journalistin ihr wichtigstes Gut, neutrale Beiträge abzuliefern, einfach für sehr polemische und empirisch bewiesenermaßen falsche Thesen über den Haufen wirft?

    Wie sieht denn die Wirklichkeit aus…Ausbildung oder Studium beenden…Arbeiten bis man umkippt oder alternativ Arbeitslos…Rentenvorsorge, steigende Gesundheitskosten, Brutto-Netto-Lachkrampf, Eltern versorgen…Wochenendbeziehungen oder Single-Dasein…und ein Kind ist das Einzige was man dabei (Gott sei Danke!) selbst bestimmen darf! 🙂

  • Wie bedauerlich, dass eine so gebildete Frau so viel Stuss verzapfen kann. Mit ihrem Gerede vergrößert Eva Hermann uns Mütter, die arbeiten, unser Schuldgefühl nie allen und allem gerecht zu werden.
    Muss man nicht auch zwischen den Müttern unterscheiden, die arbeiten wollen und denen die arbeiten müssen? Und wenn man dort differenziert, ist dann die, die arbeiten will eine schlechtere Mutter als die, die arbeiten muss. Für Eva Hermann spielt es offensichtlich eine große Rolle, denn ihre Mutter hat gearbeitet-nein sie hat geschuftet. Aber Evi war ja immer dabei, dann is ja gut.
    Sind innere Bedürfnisse und äußere Gegebenheiten, die es erfordern als Mutter berufstätig zu sein nicht gleichermaßen legitim?
    Zu meinem großen Entsetzen muss ich feststellen, dass das nicht so ist. Derzeit werden in einschlägen Talkshows das Muttertum und die damit verbundenen Rechte, Pflichten und „Unrechte“ und „Unpflichten“ diskutiert. Demnach gibt man jedwedes Recht auf eine eigene Persönlichkeit und eigenen Interessen an der Kreissaaltür ab. Anderenfalls läuft man Gefahr als schlechte Mutter entlarvt zu werden. Man, da gibt es viele schlechte Mütter…und einige von ihnen sind das auch noch gerne 🙂
    In diesem Sinn, frohes Schaffen!

  • Ich bin froh, dass uns Eva Hermann mit ihrem süffisanten Bar-Lächeln wenigstens in der Tagesschau erspart bleibt. Selbst den NDR muss man schon vorsichtig anschalten, trotz guter – anderer – Talkshows, weil immer wieder „Schätzelchen 1“ mit „Schätzelchen2“ nervt.
    Dies von einer größtenteils alleinerziehenden Mutter, die es immerhin geschafft hat mit 2 verantwortungsvollen Jobs und einem Nebenjob pro Tag!!, ein gesundes, liebevolles und glückliches Mädchen ganz alleine groß zu kriegen, dem es nie an Liebe, Fürsorge oder sozialer Integration mangelte. Und sie hat ein Superstudium hingelegt. Warten wir erstmal ab, wieviele weitere Ehen und Scheidungen Frau Hermann noch hinter sich bringen wird, vorallem aber, wie ihr Sohn das alles verkraftet.
    Sie hat wirklich keine Ahnung davon, wie man sich als nicht-priviligierte Frau mit Kind(ern)in unserer Gesellschaft durchboxen muss und sehr hart arbeiten muss um Erfolg zu haben. Da reicht kein Lächeln, man ist Schlußlicht.
    Eine Frau MUSS die Option haben, sich für oder gegen Kinder entscheiden zu können. Wir sind, bei aller Liebe zu meinem eigenen Kind, nicht die Gebärmaschínen der Nation!!!!

  • Eva Herman geht (wohl nicht) aus Prinzip…

    Eva Herman, die mit ihrer umstrittenen These im Cicero, die Emanzipation sei ein Irrtum, einen neuen Kampf der Geschlechter auf die Tagesordnung gesetzt hat, ist nicht mehr Sprecherin bei der Tagesschau.

    Als Grund gibt Frau Herman an, dass im kommende…

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