24.10.2006 von Heiko Werning
ach, was waren das noch für Zeiten, als Tierfilme noch Tierfilme und keine Action-Splatter-Monster-Shows waren! Als das zu zeigende Geschöpf noch in aller Ruhe aus dem Hintergrund gefilmt wurde und nicht mit aller Kraft vor die Kamera gezerrt, so sehr es sich mit seinen Krallen, Schwimmhäuten oder Tarsen auch dagegen stemmt. Und höre ich das allgegenwärtige Geschrei in den heutigen Animal Presentations, denke ich sehnsuchtsvoll daran zurück, was für eine beruhigende Wohltat es war, wenn Sie mit sonorer, gleichtöniger Stimme in bezaubernder Langsamkeit die Protagonisten Ihrer Filme vorstellten. Da stimmt es mich fast ein bisschen versöhnlich mit der Welt, wenn es in der Pressemitteilung zu Ihrem Tod nun heißt: „Er entschlief ruhig und in Würde im Kreise seiner Familie“, denn genau so erging es uns als Kinder doch auch jeden Abend, wenn es wieder hieß: „Expeditionen ins Tierreich“.
Ruhen Sie wohl!
22.10.2006 von Heiko Werning
Ein Waranforscher berichtet mir am Telefon von seinem Kollegen, der in der US-Provinz von einem Polizisten angehalten und zum Ausziehen seines T-Shirts, ein Souvenir aus der nordaustralischen Stadt Darwin, aufgefordert wurde. “Warum das denn?”, fragte der fassungslose Zoologe und bekam mitgeteilt: “Weil da groß Darwin draufsteht. Damit kann ich hier für Ihre Sicherheit nicht garantieren.”
21.10.2006 von Heiko Werning
Wo der DGB doch heute wieder ordentlich Politkarneval betrieben hat und es damit erstaunlicherweise immer noch bis zur Topmeldung in der Tagesschau bringt, mal folgende kleine Anekdote:
Das Jugendbildungsreferat des Deutschen Gewerkschaftsbundes Hessen-Thüringen plant für die Landesjugendkonferenz am 17. März 2007 in Frankfurt (Main) das kulturelle Programm. Die LJK ist ein Treffen von ca. 100 gewerkschaftlich organisierten jungen Menschen, die sich an diesem Tag treffen, um sich über das Thema “Prekäre Beschäftigung” (Generation Praktikum, befristete Arbeitsverträge …) zu beraten und daraus ein politisches Programm zu verabschieden. Um diese Konferenz mit einem 20-minütigen “humorvollen Beitrag” zu eröffnen, fragte man die Reformbühne Heim & Welt aus Berlin an, der u. a. auch ich angehöre, um eben dafür nach Frankfurt zu reisen.
Nun waren wir dem nicht generell abgeneigt, dachten aber schon in den Bahnen der gewerkschaftlich empfohlenen Tarife für Lesungen und gewissen Stundenlohnansprüchen. Wären wir zu viert angereist, wären das neben der… weiter lesen
06.10.2006 von Heiko Werning
… war vor einiger Zeit Tagesspiegel-Reporter Thomas Loy. Und hat einen schönen Text über das Parterre-Wohnen im Allgemeinen und eben jene Reptilien- und Literaturproduktionsstätte im Wedding im Besonderen gemacht (erschienen am 1.10.06, Seite “Sonntag”). Letzterer Abschnitt sei hier zitiert:
Parterrebewohner sind soziale Wesen, dialogfähig, auch wenn vor der Haustür gerade ein Stadtstreicher sein Tütenlager aufgeschlagen hat.
Auf Heiko Werning trifft diese Charakterisierung nur zu, … weiter lesen