30.10.2007 von Heiko Werning
So, jetzt habe ich für den gestrigen Reformbühnenabend (eine kurze Zusammenfassung samt Gästebuch-Reaktionen habe ich hier nachgetragen) doch noch selbst was geschrieben zu Stein. Hat ein bisschen gedauert, anders als bei den Fernsehsendern liegen bei mir die Nachrufe nicht vorbereitet in der Schublade. Andererseits, wozu die Eile. Stein ist ja noch was länger tot.
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Einen Schritt weiter
Als ich 1991 aus dem westfälischen Münster zum Studieren nach Berlin zog, war ich 21 Jahre alt, und ich wurde nicht recht warm mit der neuen Stadt. Die Szene! Die Kultur! Ja, schön. Aber was nutzt die tollste Szene, wenn man merkt, dass man nicht dazu gehört? Und auch gar nicht dazu gehören will? Wozu die ganze Kultur, wenn man sich von Theatervorstellung zu Museumsbesuch mehr langweilt? … weiter lesen
26.10.2007 von Heiko Werning
Wir haben uns vorgenommen, die Welt mit Erinnerungen und Nachrufen zu pflastern. Man soll in zwanzig Jahren ruhig sagen: So einer wird nicht alt. Aber niemand soll sagen: So einen hat es nie gegeben. (Kabelsalbader v. 26.10.2007)
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Falko Hennig in der Berliner Zeitung
Dr. Seltsam in der jungen welt
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Weitere Blog- und Netz-Reaktionen:
Tristan Steinweg, Jochen Reinecke (Zeit), Ohrenflimmern, Wonderwoman Frida, Voland & Quist, Sax Royal, Don Dahlmann, Britti, Sprechblase, Konrad Endler, Hauptstadtblog, jugendfresse, Frank Sorge, Nullzeitgenerator, Sprechstation, Thilo Bock, Lt. Surf (BFC), Schröder & Kalender, Kapuziner (Stein-Fotoalbum) [Stand 30.10., 15.20 Uhr]
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Kabelsalbader v. 25.10.2007:
Liebe Leserin, lieber Leser,
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am Mittwoch ist Michael Stein in einem Krankenhaus in Zweibruecken gestorben.
Es ist schwer einzusehen, dass er auf einmal nicht mehr da sein soll.
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26.10.2007 von Heiko Werning
Langsam löst sich die erste Sprachlosigkeit:
Bov, Volker
Und schon wieder praktische Probleme, das hört ja mit dem Tod nicht auf. Stein liegt irgendwo da unten im Saarland. Das ist für viele Saarländer sicher ein guter Ort, aber Stein gehört, zumindest nach dem Wunsch der ihm Nächststehenden, nach Berlin. Das scheint ein finanzielles Problem zu sein, ein erhebliches wohl, und Stein hat offenbar wenig Sorgfalt darauf verwendet, für eine gesicherte Rückführungsfinanzierung zu sorgen. Die Reformbühne am kommenden Sonntag wird, wenn ich das gerade richtig einschätze, alle Einnahmen an Steins Nächste weiterleiten. Und wer möchte, kann auch noch auf das Salbader-Konto unter dem Stichwort “Stein” spenden, Andreas Scheffler leitet das Geld dann ebenfalls getreulich weiter.
Sonderkonto Scheffler und Winter
Stichwort: “Stein”
Postbank Berlin, Kto.-Nr. 451948-101, BLZ 10010010
25.10.2007 von Heiko Werning
Robert Weber, Mitglied der Surfpoeten, ist ein enger Freund von Michael Stein und hat ihn auch in seinen letzten Wochen begleitet. Er hat darüber einen Text geschrieben, den ich und viele andere, die Stein gut kannten, gut, würdig und angemessen fanden, der aber von anderen, die Stein auch nahe standen, abgelehnt wurde. Irgendwie ja fast passend, dass Stein auch im Ableben noch für Kontroversen sorgt, warum sollte es anders sein als im Leben zuvor? Auf jeden Fall wollen wir nicht, dass über seinen Tod nun nutzlos Verärgerung und Verstimmung ob eines unzweifelhaft als liebevoll gemeinten Textes entsteht, weshalb ich ihn in Abstimmung mit Robert Weber hier wieder herausgenommen habe.
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Texte von Stein hat der Salbader zusammengesucht.
25.10.2007 von Heiko Werning
Michael Stein, ehemaliger taz-Schreiber, Mitbegründer der Berliner Lesebühnenszene, Mitglied bei den “Surfpoeten” und mein Kollege bei der “Reformbühne Heim & Welt”, ist gestern gestorben. Angesichts der letzten Wochen müsste man eigentlich ein “endlich” einfügen. Schaff ich aber nicht.
24.10.2007 von Heiko Werning
So, nun ist es soweit: Heute abend stelle ich im Kaffee Burger mein neues rotes Buch In Bed with Buddha vor, das unter dem Label “episodischer Entwicklungsroman” eine Reihe Kurzgeschichten enthält, die eine lange Geschichte ergeben. Ich mache den “Vorlesebuddha” (T. Bock) und lese ein paar Geschichten daraus vor.
Und dazwischen gibt es Lieder von Manfred Maurenbrecher, Sebastian Krämer, Martingo, Jan Koch und Uli “hässlicher Vogel” Hannemann.
Eine schöne Rezension findet sich im aktuellen “tip” (immerhin – Urteil: lesenswert), eine noch schönere im Blog der Zeit.
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16.10.2007 von Heiko Werning
Wie Günter Grass mir meine Jugend versaut hat
Herr Borkholte hatte einen ausgeprägten Hang zum Sadismus. Er liebte es, seine Schüler zu quälen. Kurzum: Er war ein verbitterter Zyniker, ein Kinderhasser, ein echtes Arschloch. Vermutlich deshalb stand er so auf Grass.
Um das Hauptwerk, die Blechtrommel, wirklich erfassen zu können, so meinte er, müsse man sich erst einmal vorsichtig einlesen. So trug er uns im Leistungskurs Deutsch als vorbereitende Lektüre „Katz und Maus“ auf. Ich kannte noch nichts von Grass und ging deshalb zunächst aufgeschlossen an das Büchlein heran. Grass war alles andere als unumstritten im katholischen Münster der 80er-Jahre, immer wieder gab es Elternproteste gegen die Aufnahme in den Lehrplan, aber die Landescurricula ließen das durchaus zu, und Herr Borkholte pochte auf sein somit verbrieftes Grass-Recht. Diese Kontroverse machte die Sache für mich zunächst nur interessanter. Also begann ich neugierig, „Katz und Maus“ zu lesen. Doch schon nach den ersten Seiten geriet mein Elan merklich ins Stocken. Au weia, dachte ich nach dem ersten Kapitel, da steht uns ja noch einiges bevor, wenn das so weitergeht und wir danach auch noch die ganze dicke Blecktrommel lesen sollen. Aber ich war jung und ehrgeizig, und wenn es nur für die Allgemeinbildung ist, so dachte ich, man soll schließlich möglichst viel mal gelesen haben. Doch meine Zweifel wuchsen mit jeder Seite.
Da lagen also Mahlke und seine Kumpels nackt auf einem aus dem Wasser ragenden Wrack eines Kriegsschiffes und holten sich der Reihe nach einen runter, interessiert beobachtet von einem Mädchen, Tulla, und ich war etwas irritiert. Das ist also die ganz große Literatur? Als das Zeug endlich kam und auf den Rost klatschte, … weiter lesen
15.10.2007 von Heiko Werning
Mein Gott: Brauseboys-Kollege Nils Heinrich mit nacktem Oberkörper und laszivem Hauchen, der schreckt auch vor nichts zurück. Nicht mal vor 9live. Viel Spaß damit!
13.10.2007 von Heiko Werning
Ich kann leider nicht dabei sein, weil ich bei der Reformbühne lese, empfehle aber einen Abend, der einen interessanten Showdown verspricht:
