Tip & Zitty sourcen ihre Kernkompetenz aus

„tip Berlin“ und „zitty Berlin“ heißen die beiden Berliner Stadtmagazine, die in Konkurrenz zueinander stehen sollten. Beide leben in erster Linie davon, dass sie ein umfassendes Programm für Berlin veröffentlichen, von Kino über Konzerte bis Lesungen und Theater. Und egal, wie sehr man sich auch immer mal wieder ärgert, was da so empfohlen wird und vor allem was nicht, ist der Programmteil der beiden Magazine tonangebend in der Stadt. Eine Veranstaltung, die hier nicht auftaucht, hat es schwer.

Das haben sich wohl auch die Verantwortlichen von Zitty und Tip gedacht, von denen man ja guten Gewissens behaupten kann, dass sie zusammen ein Monopol innehaben.
Denn ein Heft zu machen, das viele Leute kaufen, um darin Veranstaltungshinweise zu finden, ist schön. Noch schöner aber ist es, wenn man ein Heft macht, sich aber nicht selbst mit den lästigen Veranstaltungshinweisen herumschlagen muss, weil das doch eine externe Firma, die das gleich für alle macht, viel billiger kann. Dann braucht man selbst keine Redakteure mehr beschäftigen, die Hunderte von Terminen in den Computer hacken, und kann trotzdem ein Heft auf den Markt bringen, das wegen seiner Termine gekauft wird. Und am allerschönsten ist es, wenn man ein Heft macht, das die Leser wegen der Termine kaufen, man selbst die Termine aber gar nicht mehr zusammenstellen muss, und dann aber noch die Veranstalter der Termine dafür zur Kasse bittet, dass man ihre Termine in das Heft aufnimmt, wegen denen das Heft überhaupt gekauft wird. Genial.

Dieses bemerkenswerte Geschäftsmodell haben die Geschäftsführer von Tip und Zitty nun per Massenbrief allen Berliner Veranstaltungsorten vorgestellt, mit Marketinggesabbel-Formulierungen, bei denen es einen schüttelt:

Liebe Veranstalter/Bühnenpartner, seit mehr als 30 Jahren veröffentlichen Tip und Zitty in Berlin Veranstaltungstermine und haben damit wesentlich das Kulturleben dieser pulsierenden Großstadt mitgeprägt.“ Nun ja, sicher. Dass allerdings das „Kulturleben dieser pulsierenden Großstadt“ die einzige Existenzberechtigung von Tip und Zitty ist, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls nicht in diesem Brief. Dort steht vielmehr: „Wir freuen uns, Ihnen auch in den nächsten Jahren weiterhin den Service anzubieten, kostenlos Veranstaltungshinweise zu veröffentlichen. Und nicht nur für unsere Magazine, sondern auch für den Berliner Verlag mit der Berliner Zeitung und dem Berliner Kurier sowie für den Tagesspiegel mit Beilagen und für [030]. Auch für die Webauftritte berlin.de, berlinonline.de, berlinticket.de, meinberlin.de, tagesspiegel.de, tip-berlin.de, zitty.de und berlin030.de werden Ihre Terminankündigungen erfasst. Das machen wir weiterhin gern.“ Juchu! Aber? „Aber wir werden die Digitalisierung der Daten zukünftig nicht mehr in unserem eigenen Unternehmen vornehmen können, sondern diese Dienstleistung ab dem 1. Januar 2008 von der Cine Marketing GmbH erbringen lassen.“ Und im Gegensatz zu Tip und Zitty früher immer, die ja bekanntlich komplett altruistisch wirkten, machen die das natürlich nicht nur für die gute Sache, nicht ganz jedenfalls: „Die Digitalisierung und Aufbereitung in deren Datenbank wird leider nicht mehr völlig kostenlos möglich sein. Aber keine Sorge, wir haben mit der Cine Marketing GmbH so niedrige Beträge ausgehandelt, dass niemand benachteiligt wird und die Veröffentlichung auch für kleine Orte und Verasntalter weiter möglich sein wird. Der Grundbetrag für die Einrichtung und die Erfassung von bis zu 20 Veranstaltungsterminen im Jahr wird nicht mehr als 30,- Euro pro Jahr betragen. Selbst bei mehr als 300 Veranstaltungsterminen kommen maximal weitere 30,- Euro im Monat hinzu.“ Was ja praktisch geschenkt ist für so eine tolle Dienstleistung wie die Digitalisierung der eigenen Veranstaltung. Denn was man darüberhinaus davon hat, ist ungewiss: „Hinzufügen möchten wir, dass wir natürlich die vollständigen digitalen Daten von der Cine Marketing GmbH annehmen werden, aber nach wie vor keine Veröffentlichungsgarantie für alle Medienhäuser abgeben können. Wir denken aber, die langjährige Partnerschaft zwischen Ihnen und uns zeigt, dass Tip und Zitty immer alles getan haben, um Sie bei der Präsentation Ihrer Projekte und Veranstaltungen zu unterstützen. Wir freuen uns auf die nächsten 30 Jahre Zusammenarbeit.

Letzteres zumindest glaubt man gerne, denn wer würde sich nicht darüber freuen, dass die Leute, von deren Leistung man selbst lebt, einen auch noch zusätzlich dafür bezahlen, dass man von ihrer Leistung lebt.

Ein paar Tage später dann meldete sich die Cine Marketing GmbH mit nicht minder herzergreifenden Worten:

Aufgrund der Vielzahl unserer Kunden ist es uns möglich, den Aufwand für die Digitalisierung der Veranstaltungsdaten auf viele Partner aufzuteilen. Den größten Teil unserer Kosten übernehmen die Medienhäuser und Online-Dineste. Jedoch kommen wir nicht umhin, auch Sie mit einem kleinen Betrag an unserem Aufwand zu beteiligen.“ Eine Aufwandsbeteiligung also. Das ist so, wie wenn jemand einkaufen geht und Bier für alle mitbringt, da wirft man auch zusammen und teilt dann alles brüderlich. „Für eine Grundpauschale von nur 30,- EUR jährlich werden wir Ihre Ankündigungen vollständig erfassen und bis zu 20 Verantaltungstermine pro Jahr in unsere Datenbank aufnehmen. Zusätzlich zu dieser sehr kostengünstigen Grundpauschale fällt bei mehr als 20 Terminankündigungen im Jahr je nach Zahl der zusätzlich von Ihnen gemeldeten Termine ein Betrag von 30,- bis max. 90,- EUR pro Quartal an.“ Wie ist das nur möglich? So billig! Wie machen die das bloß? Ach so: „Bitte haben Sie Verständnis, dass die für Sie sehr kostengünstige Aufbereitung, Weiterleitung und kurzfristige Aktualisierung für unsere Print- und Online-Partner nur möglich ist, wenn bei uns der buchhalterische Aufwand gering bleibt. Daher kann eine reibungslose Zusammenarbeit nur durch Ihre Teilnahme am Lastschriftverfahren und eine Online-Rechnungsverschickung erreicht werden. Wir bitten Sie, das beigefügte Auftragsformular und die Einzugsermächtigung auszufüllen und uns bis spätestens 1. Dezember 2007 zurück zu senden.

Fassen wir also mal kurz zusammen:

Zitty und Tip sind Programmzeitschriften, die eben wegen ihres Programmteils gekauft werden. Nun tut man sich mit einem Großteil der anderen Medien, die auch Berlin-Programme veröffentlichen, zusammen und bastelt nicht mehr ein Dutzend Programme, sondern eines, weshalb man viele sinnlose Leute freisetzen befreien kann. Von denen der ein oder andere vielleicht bei der Cine Marketing GmbH Unterschlupf findet, die dafür aber natürlich eine winzige kleine Aufwandsbeteiligung von höchstens vielleicht so 400 Euro netto (Eröffnungsangebot!) im Jahr geradezu verlangen muss.

Man könnte sich angesichts dieses Vorgangs einige Fragen stellen. Zum Beispiel diese hier:

– Wie sieht es denn eigentlich mit dem umfassenden Anspruch, womöglich gar in Sachen Subkultur, aus, wenn man nur Veranstaltungsorte in seine Datenbank digitalisiert bekommt, die Grundgebühren via Abbuchungsgenehmigung entrichten wollen?

– Was könnte denn eigentlich ab 2008 so in Tip und Zitty stehen, wenn sich jetzt doch mehr als nur der ein oder andere kleine Ort entscheidet, nicht mitzuspielen?

– Was genau könnten Begriffe wie „Kartell“ oder „Missbrauch einer Monopolstellung“ eigentlich im Rahmen der Presselandschaft Berlins so bedeuten?

– Und wenn man für die eigentlichen redaktionellen Nachrichten (= Termine) bezahlen muss, was ist denn dann noch Nachricht und was nur Werbung?

– Und welche Zeitung oder Zeitschrift sollte über dieses Geschehen vielleicht ein ganz kleines bisschen kritisch berichten? Die taz oder die Springer-Presse, die als Einzige nicht vom Datensegen der Cine Marketing GmbH profitieren, sondern gemeinsam eine andere outgesourcte Digitalisierungsagentur beauftragt haben?

– Und wann endlich lassen sich auch andere geschundene Unternehmen endlich wenigstens einen Teil ihres Aufwandes erstatten? Wann z. B. nehmen dpa, Spiegel & Co. gegen eine kleine Grundgebühr bis zu 20 Meldungen jährlich einer Partei oder eines Politikers in ihre Datenbanken auf, aus denen dann später die Artikel erstellt werden? Oder wann bekommen die Paparazzi endlich eine angemessene Aufwandsentschädigung von den Personen, denen sie mit hohem technischen Aufwand unter oft widrigen Bedingungen mühsam nachstellen müssen?

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Sollte irgendwer sich mit dem Gedanken getragen haben, mal ein wirklich alternatives Kultur- und Programmheft oder Internetportal für Berlin zu machen – dies wäre ein guter Zeitpunkt, scheint mir.

Kommentare (94)

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

  1. Was passiert eigentlich mit Kultur in Locations, die nur kurzfristig existieren oder normalerweise nicht als Kulturort? Z.B. die temporäre Kunstveranstaltung im vorübergehend genutzten leerstehenden Laden oder das Konzert im Heizhaus des Frauengefängnisses. Als Veranstalter kann man nämlich nach wie vor nicht seine VAs eintragen, sondern nur als Location- bzw. LogIn-Besitzer. Ergo: Erscheint nicht, weil gibt´s nicht.
    Oder Kultur, die sich nicht an den zumindest in den beiden Tageszeitungen Berliner Zeitung und Tagesspiegel gängigen Kategorien Bühne, Kabarett/Varieté, Klassik, Kinder, Literatur/Vortrag, Konzert, Party, Ballroom (?) einordnen lässt, weil sie meinetwegen eine Mischung aus Film, Talk, Comedy und Lesung ist? Dafür gibt es die Rubrik Dies&Das. D&D druckt aber niemand ab. Hier lässt sich auch nicht reden mit den Gralshütern der Kategorien bei Cine-Marketing. Trägt man es bei Comedy ein wird man wieder und wieder auf D&D zurückgesteckt. Und erscheint nicht, auch nicht, obwohl man seit Jahren erfolgreiche Veranstaltungen fährt, die sich an Innovation und Reputation vor nix zu verstecken müssen und obendrauf subventionsfrei auskommen. Wie übrigens alle kleinen Konzerte auch, aber das ist ein anderes Thema.
    Ich bin mittlerweile so am Kochen, weil Termine eigentlich grundsätzlich nicht erscheinen – trotz und wegen CineMarketing – , dass ich es notwendig fände, wenn man die Diskussion von Ende 2007 wieder aufnehmen und jetzt ein Résumé ziehen würde, oder haben sich alle anderen mit der unerträglichen Situation arrangiert und bin ich der Einzige, der sich nach wie vor aufregt und sich vorkommt wie K. in Kafkas Schloss.

  2. das problem ist dass hier der weg nur halb gegangen wurde. sobald sich ein dienst etabliert der wikipedia aehnlich die daten der allgemeinheit zur verfuegung stellt, naemlich moeglichst vielen lesern, ist das geschaeftsmodell geplatzt.

    es ist technisch durchaus sinnvoll auf standardisierung der eingabe zu setzen, dann aber durch kuenstliche verknappung allen moeglichen printanbietern die selben daten zur verfuegung zu stellen ist schon fast ein witz. glaubt man wirklich man koenne sich redaktionell mit tagestipps alleinstellungsmerkmale erarbeiten?

    es ist offensichtlich dass viele in der printscene wie auch diese kinoleute die zu datensammlern wurden, weiterhin die groessten schwierigkeiten haben sich im internet zurecht zu finden.

    die detailaufloesung mit der fuer den langjaehrigen „scenegaenger“ sich die kalender von zitty, tip, 030, debug magazin oder berlin.de sehr wohl erheblich unterscheiden, wird nivelliert. die kulturveranstalter selbst sind sauer, da ihnen neue arbeit aufgebuerdet wird, und sie nicht mal selbst die moeglichkeit haben die eigenen aufbereiteten daten auf die eigenen webseiten zu stellen. die user muessen weiterhin papierberge waelzen und hatten doch lieber einen ical feed fuer google kalender, handy usw.

    ein schildbuergerstreich der nur auf der verschwoerung der gemeinsamen internetinkompetenz basieren kann.

  3. lebe seit 7 jahren in berlin.
    lese seit 7 jahren zitty (wenn ich auch nie grenzenlos begeistert von dem magazin war…aber zumindest fühlte ich mich immer relativ gut informiert, was veranstaltungen anbelangte).
    bald wohl nicht mehr…und auch kein andres dieser schundlinge!

    ein hoch auf das theater, dessen sprecherin bereits boykott angekündigt hat!!! 🙂
    bleibt zu hoffen, dass diese einstellung kein monopol bleibt! 😉

    irgendein printmagazin mit unabhängigen veranstaltungstips UND tv-programm wäre schon toll…aber was solls…die gier des menschen ist eben unendlich… :(((

  4. „Sollte irgendwer sich mit dem Gedanken getragen haben, mal ein wirklich alternatives Kultur- und Programmheft oder Internetportal für Berlin zu machen – dies wäre ein guter Zeitpunkt, scheint mir.“

    Genau das machen wir mit church-of-noise.net. Wer heute noch solchen Printmagazinen vertraut, deren „redaktioneller Inhalt“, also so genannte (Leit)artikel, nur gekaufte und kaufgeschriebene Scheisse ist, ist selbst schuld. Bei uns erzählen Besucher, Veranstalter und Künstler selbst, wo sie gern hingehen :-). Und Künstler stellen ihre Shows in den Locations über Accounts ein. So entsteht nicht nur ein authentischer Blick in Szenen, sondern es entstehen auch ehrliche Tipps und Empfehlungen. Medien sind heutzutage im allgemeinen keinen Pfifferling mehr wert, schade, dass viel zu wenige dahintersteigen, wie das im Allgemeinen funktioniert.

  5. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. hat auf seiner
    Mitgliederversammlung am 03.03.2008 beschlossen, auf das Angebot der KulturservergGmbH einzugehen.

    Künftig wird damit die Möglichkeit geboten, über eine kostenfreie Software (die zudem offline als Veranstaltungsplanung dienen kann, bzw. das eigene Programm auf der eigenen Homepage darzustellen und zu aktualisieren) in die Datenbank die Veranstaltungstermine einzugeben – die dann allen Medien zur Verfügung steht – im Gegensatz zu der
    Online-Eingabe bei Cine-Marketing.

    Bislang haben wir gehofft, Zitty und TIP würden vielleicht noch einlenken, haben aber keine Kenntnis von einer Zurücknahme dieses Verfahrens – eher das Gegenteil, die einzelnen Programmredaktionen scheinen
    aufgelöst worden zu sein, die Onlinemaske wird nun definitiv bei der Cine Marketing eingeführt.
    Da die Online-Eingabe auf die Kulturveranstalter wohl zwangsläufig zukommt, wollen wir vermeiden, dass vom Veranstalter – ob nun kostenpflichtig oder nicht – zukünftig dutzende verschiedene Eingabemasken ausgefüllt werden müssen. Dieser Zeit- und Personalaufwand dürfte für viele einfach zu hoch sein.

    Da dem Kulturserver seit Jahren die Berliner Bühnen angeschlossen sind, die Schnittstellen zu den Medien funktionieren (die Veranstaltungsdaten werden von den Medien von dort direkt bezogen.), sollten dieses Verfahren mittlerweile fest etabiert und zudem sicher sein.

    Derzeit läuft eine Testphase bei 5 unserer Mitglieds-einrichtungen an, die April/Mai 2008 abgeschlossen sein sollte.
    Zur Distribution und Einführung der Technik werden wir sodann 15 weitere kostenfreie Tutorials anbieten (für bis max. 5 Einrichtungen bzw. Initiativen), deren Teilnehmer sich verpflichten, selbst Einführungen für mindestens 3 weitere (sozio-)kulturelle Einrichtungen kostenfrei durchzuführen.

    Dies gilt zunächst NUR für nichtkommerzielle bzw. gemeinnützige
    Einrichtungen und Initiativen.
    (Für Andere kann/muss das bei Bedarf geklärt werden)

    Wer Interesse hat, an diesem Verfahren zur Erfassung der Veranstalterdaten bei der Kulturserver gGmbH teilzunehmen, bitten wir um kurze Rückmeldung unter:
    info@soziokultur-berlin.de

    Mit freundlichen Grüßen

    Landesverband Soziokultur Berlin e.V.

  6. ….. so jetzt geht es los….
    mal sehen wer beim boykott noch dabei ist…..
    anbei die einladung der cinemedia gmbh zur schulung
    auf die heimarbeits mitmachmaske…..
    wer das nicht tut und nicht bezahlt
    fliegt dann wohl aus 90 % der berliner presse hinaus
    ….
    beste grüße
    t.torpedo/Bassy Club

    >>>>>>>>>>
    Lieber Veranstalter/Bühnenpartner,
    seit Januar dieses Jahres lassen die Berliner Stadtmagazine Tip und Zitty Veranstaltungshinweise von
    der gemeinsamen Tochterfirma Cine Marketing GmbH erfassen. Seit einigen Wochen werden nicht
    nur wir selbst, sondern auch weitere Kunden von CM beliefert.
    Dieser Schritt hatte im Vorfeld zu Missverständnissen und Irritationen geführt. Inzwischen zeigt sich
    jedoch, dass wir richtig entschieden haben: die zentrale Erfassung ermöglicht, die immer größer
    werdende Zahl an Veranstaltungshinweisen allen Medienpartnern in qualitativ hochwertiger Form zur
    Verfügung zu stellen. Trotz der gemeinsamen Datenbasis bleibt die individuelle Ausrichtung jedes
    Stadtmagazins und jeder Tageszeitung aufrechterhalten, da die jeweiligen Redaktionen weiterhin
    unabhängig voneinander über Auswahl und Abdruck der Veranstaltungshinweise entscheiden.
    Wie bereits Ende letzten Jahres angekündigt, haben wir zusätzlich eine Online-Erfassungsmaske
    entwickelt, mit der es möglich ist, eigenständig und kostenfrei Veranstaltungshinweise in die Event-
    Datenbank der Cine Marketing GmbH einzugeben. Wir möchten Ihnen diese erstmalig öffentlich
    vorstellen und laden Sie recht herzlich ein:
    Präsentation der neuen Online-Erfassungsmaske und der
    Arbeitsabläufe der Cine Marketing GmbH
    im Großen Saal des Verlagshauses des Berliner Verlages, 1. OG.
    Karl-Liebknecht-Straße 29, 10178 Berlin, direkt am Alexanderplatz
    am Mittwoch, dem 9. April 2008, um 15:00 Uhr,
    Veranstaltungsdauer ca. 1,5 Stunden
    Wir freuen uns, Ihnen die einfache Handhabung und weitere Vorteile der CM-Event-Datenbank
    persönlich vorzustellen. Zur Vorbereitung der Veranstaltung möchten wir Sie bitten, Ihre Teilnahme bis
    zum 2. April per E-Mail an info@veranstaltungen-in-berlin.de mitzuteilen. Sollten Sie zum Zeitpunkt
    der Präsentation verhindert sein, steht Ihnen auf der Website http://www.cine-marketing-gmbh.de ein
    Benutzerhandbuch zur Verfügung, das Ihnen die Anwendung der Online-Erfassungsmaske erklärt.
    >>>>>>>>>>>

  7. Folgendes ist festzustellen: die wichtigsten Berliner Clubs machen nicht mit und alle großen Berliner Bühnen machen nicht mit. Offensichtlich wird das eine einmalige Chance für titty und zipp unter Beweis zu stellen, wie interessiert ihre Leserschaft an den faszinierenden Artikeln zum Thema urbaner Leitkultur im postmodernen Zeitalter ist.
    Wenn jedoch das Programm einer Bühne oder eines Clubs in einem einzigen Outlet des Terminkartells gedruckt wird (z.B. der Tagesspiegel druckt das Programm der Deutschen Oper – wie abgefahren wäre das denn), dann kann jeder, dem die Cine Marketing Geld abknöpfen will, dagegen wegen Ungleichbehandlung klagen. Denn die Wichtigkeit der Veranstaltung wird ja gerade nicht als Kriterium aufgeführt, sondern die Kosten der Digitalisierung. Und warum soll der kleine Buchladen dafür Geld bezahlen, nicht jedoch die große Oper?
    Darüber freuen sich dann Verbraucherzentralen, Anwälte und der Presserat.

  8. Soeben erhielt der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. Kenntnis von nachfolgendem offenen Brief der Spielzeit AG.

    Herr Robert Rischke/ Herr Niels Mester
    c/o TIP & Zitty Verlag
    13. Dezember 2007
    Offener Brief in Sachen Veröffentlichung von Veranstaltungsdaten

    Sehr geehrter Herr Rischke,
    sehr geehrter Herr Mester,

    im November haben Sie den Berliner Veranstaltern in einem gemeinsamen Brief mitgeteilt, dass sie ab Januar 2008 die Cine Marketing GmbH mit der Eingabe aller Veranstaltungstermine für Tip und Zitty beauftragt haben. Die Daten werden zukünftig nur noch kostenpflichtig erfasst oder sollen von den Veranstaltern selbst in eine Online-Maske eingegeben werden.
    Wir, die in der Spielzeit AG zusammengeschlossenen Pressestellen der Berliner Bühnen, möchten die gewohnt gute Zusammenarbeit mit Ihren Magazinen gerne fortsetzen. Dies wollen auch die zahlreichen Bühnen, die nicht zu uns gehören, sich aber in den letzten Wochen an uns, an den Bühnenverein und an den “Rat für die Künste” gewandt haben.
    Gute Zusammenarbeit heißt: Veranstalter stellen ihre Informationen wie gehabt, also per Post, Fax, Email oder eigener Datenbankschnittstelle zur Verfügung. Im Falle der Spielzeit AG ist das die Datenbank von http://www.berlin, auf die Zitty schon seit längerem zugreift und deren
    Eingabefelder auf Kosten der Berliner Bühnen auf die Bedürfnisse der Programmredaktion von Zitty angepasst wurden. Sie veröffentlichen die Termine, Ihre Leser wiederum kaufen Tip oder Zitty, um sich umfassend über Berlins Freizeit- und Bildungsangebot zu informieren. Nicht umsonst hat sich das
    Anzeigenvolumen der Berliner Bühnen bei den Berliner Stadtmagazinen in den letzten Jahren permanent erhöht; weiter werden wir Ihnen nicht entgegenkommen. Im Übrigen stellen ja die Berliner Bühnen ihre Veranstaltungsdaten und Informationsmaterial auch anderen Medien kostenfrei zur Verfügung.
    Die Bühnen der Spielzeit AG werden Ihnen daher ihre Spielpläne in gewohnter Form übermitteln. Wir werden weder für die Digitalisierung der Daten bezahlen, noch Ihre Eingabemaske benutzen. Maßnahmen, die die Digitalisierung der Daten für uns personalintensiv verkomplizieren oder zu direkten Kosten führen, lehnen wir ab. Eher verzichten wir auf den Abdruck. Noch vorhandene
    Probleme mit unserer Datenschnittstelle werden wir nach und nach lösen.
    Mit freundlichen Grüßen

    Die Spielzeit AG Berlin:
    Admiralspalast arena Berlin, Bar jeder Vernunft, Berliner Ensemble, Berliner Festspiele, Berliner Kriminaltheater, BKA-Theater, Chamäleon, Deutsche Oper Berlin, Deutsches Theater Berlin, Distel, F40 English Theatre Berlin & Theater Thikwa, Friedrichstadtpalast, Grips Theater, Hans Otto Theater Potsdam, Hebbel am Ufer, Kleines Theater, Komische Oper Berlin, Konzerthaus Berlin, Maxim Gorki Theater, Neuköllner Oper, Renaissance-Theater, Schaubühne am Lehniner Platz, sophiensaele, Staatsballett Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Die Stachelschweine, Theater 89, Theater am Kurfürstendamm, Theater am Potsdamer Platz, Theater des Westens, Theater an der Parkaue, Theater im Palais, Tipi – Zelt am Kanzleramt, ufa fabrik, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Wintergarten Varieté Berlin

  9. Pingback: Die Zeit - Berlin-Journal » Was wären “tip” und “zitty” eigentlich ohne Programmhinweise?

  10. P R E S S E E R K L Ä R U N G

    Widerstand gegen das Terminkartell von ZITTY und TIP!

    Der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. hat auf der Mitgliederversammlung am 14.12.2007 einstimmig beschlossen, die Verlage von ZITTY und TIP umgehend aufzufordern, die bestehende Praxis zur Erfassung und redaktionellen Bearbeitung der Veranstaltungsdaten im Kulturbereich wie bisher beizubehalten.

    Wir verurteilen den Versuch auf das Schärfste, im Hauruck-Prinzip den Kulturveranstaltern Berlins ein Verfahren aufzuzwingen, das von Ihnen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand oder Gebühren abverlangt. Zugleich verhilft diese Verfahren ausgerechnet den marktbeherrschenden Stadtmagazinen einseitig zu Wettbewerbsvorteilen, da diese so erzeugte Veranstaltungsdatenbank im Eigentum der Cine Marketing GmbH liegt, somit für alle Print-, Medien- und Onlinedienste kaum frei zugänglich sein dürfte.

    Die ab Ende Januar 2008 geplante, zentrale Erfassung der Veranstaltungsdaten über eine Online-Eingabemaske bei der verlagseigenen Cine Marketing GmbH wird daher grundsätzlich abgelehnt, da der Vormachtstellung von ZITTY und TIP so einseitig Vorschub geleistet wird. Es ist nicht einzusehen, warum soziokulturelle Einrichtungen und Initiativen durch ihre Zu- und Vorarbeit in der Datenaufbereitung zu Kostenersparnissen der beiden großen Verlagshäuser beitragen sollen, zumal von anderen, kleineren Verlagen und Dienstleistern die übliche redaktionelle Bearbeitung auch weiterhin geleistet wird bzw. geleistet werden muss.

    Den bisherigen Rückmeldungen zufolge, an denen über 100 Berliner Einrichtungen und Initiativen der Soziokultur bereits im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Unterstützung eines Boykottes erkennen liessen, sowie die Kenntnis ähnlicher Proteste aus anderen Kulturbereichen, sollte ZITTY und TIP dazu bewegen, unverzüglich ihre Planungen zum Outsourcing ihrer Kernkompetenzen einzustellen:
    ZITTY und TIP scheinen völlig vergessen zu haben, dass ihre Existenz wesentlich darauf beruht, dass Kulturveranstalter ihre Termine bei Ihnen publizieren.
    Ohne diese Veranstaltungsdaten sinkt der Informationswert dieser Stadtmagazine beträchtlich.

    Aus Sicht der Landesverbandes Soziokultur Berlin e.V. ist es indes gut vorstellbar, eine mit allen Berliner Kulturveranstaltern, Verbänden und Netzwerken abgestimmte, zentrale Datenbank mit allen Veranstaltungsterminen zeitnah zu etablieren, um den modernen Informationsbedürfnissen einer Mediengesellschaft gerecht zu werden.
    Diese muss aber für alle! frei zugänglich und nutzbar, mitbestimmt und transparent sein, wie dies zur Zeit z.B. die Stiftung Kulturserver gGmbH (www.kulturserver.de) anbietet, aus deren Datenbank die Presse bzw. Medien die Veranstaltungsinformationen der Berliner Bühnen bereits seit längerem abrufen.

    Der Landesverband Soziokultur Berlin e.V. besteht seit etwa einem Jahr und ist noch in der Aufbauphase. Er ist entstanden aus regelmässigen Treffen der Kultureinrichtungen wie ACUD, Pfefferberg, RAW-Tempel, Tacheles, Kulturfabrik Moabit, Brotfabrik, Förderband, Regenbogenfabrik, u.a.

    V.i.S.P.
    Landesverband Soziokultur Berlin e.V.
    Geschäftsstelle
    Torstr. 150
    10119 Berlin
    fon +49.(0)30.24628661
    fax +49.(0)30.44340825
    Mail: info@soziokultur-berlin.de
    Net: http://www.soziokultur-berlin.de

    —————————————————————
    Wir bitten Euch, Euch dieser Erklärung anzuschliessen, in dem Ihr Eure Unterstützung uns bitte bis zum 17.12.2007, 20:00 Uhr unter: info@soziokultur-berlin.de mitteilt.

  11. Ich muß hier doch mal für Gemse eine Lanze brechen. Erstens war mein offener Brief ein Schnellschuß – die Clubcommission war schon viel weiter:

    „Liebe Freunde,

    sorry, dass wir euch nun fast im Stundentakt mit unseren Verlautbarungen bombardieren. Bei diesem wilden Thema ist das nicht zu vermeiden. Wir müssen schnell sein und Handlungsfähigkeit demonstrieren. Geradezu sensationell war das Tempo, in dem es gelungen ist, fast die gesamte Kulturszene Berlins zusammen zu bringen. Der Schwarm ist die Größe der vielen Kleinen. Diese Gewissheit unserer Stärke wird uns bei zukünftigen Aktionen helfen. Um unsere Kontakte zu bündeln, verfahren wir weiter damit, alle Adressaten im Cc zu veröffentlichen. Wenn jemand das nicht will, bitte mitteilen. Möglicherweise erhaltet ihr unsere Mails auch mehrfach, wir hatten keine Zeit einen einheitlichen Mailverteiler aufzubauen und schicken alles über 10 spontan gebaute Listen raus, in denen ihr wiederholt auftaucht. Wir ändern das, sobald Zeit dafür da ist und wir senden euch diesen Verteiler dann zu. Wir werden euch auch weiterhin über alle Ereignisse und Statements auf dem Laufenden halten.

    In diesem Sinne: nach ersten Abstimmungen empfiehlt die clubcommission berlin e.V. nun folgendes Prozedere:

    1. Den Boykott der Fa. Cine Marketing weiterführen, um den Druck aufrechtzuerhalten.
    2. Die einzelnen Medien, also Tip, Zitty,030 etc. weiter wie gehabt, also kostenfrei, mit Veranstaltungsdaten versorgen. Die Veröffentlichung dieser Daten wurde uns ja zugesichert. Uns interessiert euer Feedback dazu, bitte schickt es uns bis Montag, am Dienstag folgen neue Infos.

    Schöne Grüße von Gemse.“

    Außerdem müssen wir wissen, mit wem wir es hier zu tun haben: Die Verhandlungspartner, mit denen Gemse da an einem Tisch gesessen hat sind nicht gerade dafür bekannt, daß sie bei Verhandlungen klein bei geben. Im Gegenteil – die sind mit allen Wassern gewaschen, da kann man schon mal recht kleinlaut aus einer Beredung herausgehen.

    Folgendes hat uns Jürgen Halm vom Pulp Mansion Club zugesendet:

    Hier noch ein paar Infos zu dem Inhaber des TIP s (beim TIP stehen derzeit 2/3 der Mitarbeiter vor der Entlassung) , der CINE und weiterer Presse in Berlin:

    David Montgomerey ist als Chef der Private Equity Firma MECOM der Inhaber des Berliner Verlages, zu dem auch der TIP / die ZITTY /die Berliner Zeitung u. der Tagesspiegel gehören (wie auch internetportale berlinonline.de und berlin.de, sowie wohl anteilig auch die CINE Marketing).

    (WIKIPEDIA): David Montgomery studierte Politikwissenschaft und Geschichte an der Queen’s University in Belfast. Zwischen 1973 und 1976 arbeitete er als Redakteur für den Daily Mirror, wechselte 1976 zu The Sun, bei der er bis in die Chefredaktion aufstieg. 1980 verließ er das Boulevardblatt. Weitere Arbeitgeber waren Sunday People, News of the World (1982-1987) und Today (1987-1991). Neben seiner journalistischen Tätigkeit, nahm er auch immer mehr Aufgaben des Medienmanagements war. So war er Geschäftsführer der privaten Fernsehsender „Satellite Television PLC“ (1986-1991) und „London Live TV“ (1991/92).

    In den 1990er Jahren wurde er als Geschäftsführer der Mirror-Zeitungsgruppe (Daily Mirror) bekannt. Nachdem der Medienunternehmer und „Pressezar“ Robert Maxwell 1991 unter bis heute nicht vollständig geklärten Umständen ums Leben gekommen war, übernahm Montgomery 1992 die Leitung des britischen Pressehauses. Es gelang ihm trotz sinkender Auflage durch bei der Belegschaft unbeliebte Sparmaßnahmen und Entlassungen den Börsenwert des Unternehmens enorm zu steigern. Seine Geschäftsmethoden trugen ihm bei Kritikern den Spitznamen „Rommel“, nach dem Kriegsgegner seines berühmten Namensvetters, ein. 1999 musste er nach einem Streit mit dem Verwaltungsrat zurücktreten.

    Heute ist David Montgomery als Investor tätig und leitet das britische Beteiligungsunternehmen Mecom, das sich auf die Medienbranche spezialisiert hat. Er gilt, je nach politischer Sichtweise, als „knallharter Sanierer“ oder als Inbegriff der „Heuschrecke“; ein Investor, der die Rendite auf Kosten des Unternehmens erwirtschaftet und es anschließend wieder abstößt.

    Deshalb muß ich mich bei Gemse entschuldigen!

    Es hagelt übrigens z.Zt. Solidaritätsbekundungen von den Mitgliedern der Clubcommission – noch kein einziger hat Bereitschaft zu zahlen signalisiert. Ich denke, da braut sich ein massiver Widerstand zusammen.

    Mein Vorschlag:

    Wenn schon Eingabemaske, dann wenigstens nicht bei diesen Parasiten!.

    Die Idee mit dem öffentlich-rechtlichen Anbieter ist großartig. Leider ist die Gestaltung von kulturserver.de etwas hölzern – die Bundesadlerästhetik wird wahrscheinlich viele Veranstalter als auch Club-/Konzertgänger abschrecken – wünschenswerter wäre ein Betreiber, der nicht in erster Linie Teil des Auftretens unserer Bundesregierung ist. Öffentlich rechtliche TV-Sender tragen ja auch nicht den Bundesadler in ihrem Logo. Andernfalls wären wir vom Regen in der Traufe – denn es geht ja auch um die Attraktivität des Mediums für den Konsumenten.

    Die zweite Möglichkeit wäre, die kleinen, häufig profitfreien Portale, wie z.B. http://www.dorfdisco.de oder http://www.voiceofculture.de irgendwie zu bündeln. Das Problem daran ist, daß diese häufig sehr genreorientiert sind und der Suchende einen Wegweiser braucht um zu finden. Dafür haben diese Idealisten häufig die größte Kompetenz in ihren bevorzugten Genres/Bereichen und scheuen sich nicht vor dem Verriß [Bei kommerziellen Anbietern mutieren Kritiken ja allzu häufig zu Lobhudeleien für potente Anzeigenschalter].
    Als Anfang sollten z.B. Mitglieder der Clubcommission ein Verzeichnis der Kleinportale zusammentragen und diese der Öffentlichkeit zu Gemüte führen – auf ihren Websites und in ihren Newsgroups. Das könnte schon mal den Publikumsverkehr auf diesen kleinen Portalen ankurbeln und diese evtl. zur Kooperation animieren. Dann gibt es weitere zwei Möglichkeiten: entweder alle arbeiten mit, einen gemeinsamen Kalender zu pflegen oder eine Genre-Suchfunktion verlinkt direkt auf diese Portale. Genres, Tags, „Schubladen“ sind allerdings bei künstlerischer Arbeit ein Problem – meist versucht man ja dieser Klassifizierung zu entfliehen.

    Leider bin ich kein Spezialist in Fragen, was im Netz technisch möglich ist. Was ist denn z.B. mit dem RSS-Feed? Stimmt es wirklich daß es, wie Kläuschen aus dem schönen Franken steif und fest behauptet, eben nicht ausreiche, die Daten zum copy/paste zur Verfügung zu haben?

    [Nachzulesen unter http://www.hauptstadtblog.de/article/3977/das-berliner-terminkartell ]

  12. @Gaogao
    ahhh. kultursever.de… Muss der Bund ran, wenn Anbieter, die mit Ihren Veranstaltungen Geld verdienen (und das sind nun mal so gut wie alle Veranstalter hier) auf Kosten anderer werben (hoppla, informieren) wollen. Dann zahlen ja schon wieder die Gäste für die Veranstaltungsprogrammwerbung,…hoppla Kulturinformation.

    >>
    ohne Einschränkung den Zugang zu den Informationen gewährt (Vielleicht der http://www.kulturserver.de ?).
    >>

    Ich bin für freien Eintritt und Freibier in allen Kultureinrichtungen, Clubs und allen, die hier kopflos MUSS KOSTENLOS SEIN & BLEIBEN blöken. Was gibt es bei Euch denn alles Kostenloses, hm?

    Hosen runter! Gäste & Leser, solidarisiert Euch!

  13. Eigentor!

    Mehr als erfreulich: durch die PR-Glanzleistung der ZITTY und TIP erlebt die Berliner Kulturszene eine Solidarisierungswelle wie seit Jahren nicht mehr.
    Die Gebühreneinführung soll ja jetzt angeblich nur ein Missverständnis gewesen sein?
    So so….
    Als ob sich mit dieser Stellungnahme der Imageverlust begrenzen liesse, verbunden mit dem Angebot an die Veranstalter, dass eine kostenlose Online-Maske zur Eingabe der Daten zur Verfügung gestellt werden soll.
    Die zentrale Erfassung der Veranstaltungsdaten durch bei der Cine Marketing GmbH für die marktbeherrschenden Verlage scheint mir nachwievor fragwürdig, zumal die Nutzung und Zugangsmöglichkeiten (mir) noch völlig unklar sind.
    Mir würde es jedenfalls besser gefallen, gäbe es noch einen, in der Berliner Kulturszene gemeinsam verabredeten, öffentlich-rechtlichen Anbieter, der diese Daten erfasst und allen Interessierten ohne Einschränkung den Zugang zu den Informationen gewährt (Vielleicht der http://www.kulturserver.de ?).
    Das Thema darf nicht, es muss weiter diskutiert werden!

  14. Nachtrag: Die einzigsten, die derzeit doppelt zahlen, sind die Gäste (also Ihr Leser hier, die nicht Veranstalter sind). Ihr kauft ein Programmheft, subventioniert mit dem Kaufpris z.T. deren kostenlose Programmwerbung und anschliessend dürft Ihr Euch noch mit einem Eintrittspreis selbst gratulieren. Glückwunsch! Und dann müsst Ihr noch an denjenigen denken, dr noch kostenlose Online-Angebote boykottieren möchte.

  15. Lieber Gemse,
    du hast da gar nichts „erreicht“ – sondern fällst gerade auf ein Verteidigungsstückchen eines abgebrühten Hütchenspieler-Duos rein. Diese sogenannte „Option Onlinemaske“ zaubern der cholerische Despot und sein Gegenspieler der pomadige Untertan gerade aus dem Hut, weil Ihnen der Wind eiskalt ins das frech grinsende Gesicht bläst. Sie versuchen den Imageverlust – und zwar nur den eigenen, beruflichen – mit einer Illusion zu bereinigen. Wo ist denn die sogenannte Onlinemaske auf den Seiten von Cine Marketing, bei TIP oder bei ZITTY und warum war sie nicht von Anfang an im Mittelpunkt des Erfassungsdiskussion? Weil erst jetzt der Autrag zur Erstellung dieser Onlineeingabemaske erteilt worden ist… nachdem sich berlinweit Widerstand regt, der den Chefs der beiden Vordenker nicht verborgen bleibt.

    Und ich sage Dir auch warum die jetzt anfangen mir Dir überhaupt zu reden, lieber Gemse:

    Die beiden Stadtmagazine schreiben dieses Jahr tiefrote Zahlen, die es in ihren Vorschauen für das nächste Jahr so bestimmt nicht mehr geben wird – sonst wären die Manager ihren Job heute schon los. Also werden neben den Kostenverminderungen (Auslagerungen der Programmabteilungen) auch noch Gewinne erfunden (Cine Marketing soll mit Erfassung und Verbreitung von Termindaten Geld verdienen). Damit hat man eine schönere Vorschau 2008 kreirt und die eigenen Chefs angeschmiert. Und wenn 2008 auch wieder so mies wird, wie 2007, dann kann man ja 2009 eine bedauerliche Erhöhung der Erfassungskosten bei Cine Marketing einplanen und schon sind die schönen Gewinne wieder da 😉 …
    Und natürlich sind die Termindaten bei den Stadtmagazinen weiterhin kostenlos – da sie ja bei Cine Marketing erfasst werden müssen (man hat ja keine eigenen Erfasser mehr). Und bei Cine Marketing kostet Erfassung … Schlauer Trick! So einfach kann das Managerleben sein.

    Gemse – möchtest Du die beiden Stadtmagazine, die mit Deinen Terminen im Mutterheft und nun auch mit der Terminerfassung und -Verbreitung bei Cine Marketing Geld machen – jetzt auch noch mit Deiner Arbeit an der Onlinemaske subventionieren und damit den Job-Erhalt der beiden schlechtesten Medienmanager Deutschlands garantieren?

    Lasst die Stadtmagazine doch die Termine selber recherchieren und gebt das Anzeigengeld lieber für etwas Sinnvolleres aus. Dann ist schon bald Schluß mit Lustig für zwei zur Zeit noch grinsende Scharlatane.

  16. P.S: Was Dich jedoch noch rühmt ist, das Du wenigstens mit Deinem Namen zu Deiner Geisteshaltung weilst.

  17. @Beatneck (Christopher)
    Deine Hetzerei ist einfach widerlich. Man mag wirklich geteilter Meinung über das Für & Wider sein. Man mag das diskutieren, annehmen, ablehnen, alles o.k.

    DU als Unternehmer(!), der an Silvester 10 Ocken Eintritt nimmt, fordert offen Boykott und weitere Resulutionen. Wo lebst Du? Wer bist Du?

    Jetzt bekommst Du noch kostenfrei eine Werbeschnittstelle angeboten. Du bezeichnest das offen als Lüge?

    Ich fände es persönlich besser, wenn durch die Optmierung und Deine Zarbeit als Anbieter die Zitty vielleicht 10 Cent günstiger wäre – oder ich keine Veranstaltungshinweise mehr von Deinem Club lesen müsste, der als kommerzieller Anieter Kulturrecht einfordert.

    Aber vielleicht bist Du auch einfach nur eine komplette Fehlbesetzung für den Job der Öffentlichkeistarbeit Deines Clubs. Und wahrscheinlich hast Du auch keinen Arsch in der Hose, wenn Du zukünftig doch da Angebot annimmst.

    Nichts für ungut.

  18. BOYKOTT bis zur Rücknahme der Maßnahmen……………..!!!

    also ich sehe hier weit und breit keinen kompromiß…
    das angebot die daten selbst kostenlos einzupflegen bestand durch die cine marketing gmbh von Anfang an .
    ob diese arbeit jetzt an eine gmbh oder die veranstalter selber ausgelagert wird ist doch das gleiche…
    Fakt ist und bleibt das die Programmredaktionen entlassen werden………
    die veranstalter ihre Daten selbst verwalten müssen
    und das ganze sich dann „Stadtmagazin mit allen Terminen“ schimpft und verkauft wird…..

    Das natürlich niemand jemals plant kosten zu erhöhen versteht sich von selber……….
    hierzu der aktuell passende zitty titel („alles wird teurer“)…….

    kurzum ich finde die Hauptaufgabe eines Programm Stadtmagazines besteht darin
    – Veranstaltungsdaten zu erfassen
    – ebenjene vernünftig zu präsentieren… mit Foto etc.
    – und im idealfall durch eine programmredaktion zu ergänzen und bewertern

    ausserdem gibt es ja vielleicht auch mal was zu recherieren……..?

    für all das zahlt der leser dann auch gerne geld…………..

    Lasst uns weiter boykottieren bis dieser Unsinn zurückgenommen wird…
    letztendlich werden uns das auch die angestellten von zitty/tip/030 danken
    die genauso wie wir verlierer bei diesem spiel sein sollen .

    gruß
    tammi
    http://www.bassy-club.de

  19. Offener Brief an die Clubcommission

    Hallo Gemse, hallo Clubcommission,

    die Eingabe von Daten über die Eingabemaske ist für Viel-Veranstalter
    unnötig und zeitraubend. Unnötig vorallem deshalb, weil durch Abonnement
    des RSS Feeds, den viele Veranstalter und Locations schon auf ihren Websites
    installiert haben, ohne zusätzlichen Arbeits- und Zeitaufwand die Daten
    digitalisiert werden können. Zeitraubend: Schon mal versucht, die eigenen
    Veranstaltungen bei allen Portalen, die schon eine Eingabemaske haben
    einzupflegen? Die Eingabemasken sind teilweise sehr unterschiedlich gestaltet,
    oft muß man den Aufbau der Meldung völlig neu gestalten, oft kann man an
    den vorgefertigten Genreschubladen schier verzweifeln. Bei Viel-Veranstaltern
    kann das zu einer vollen neuen -ähm- Praktikantenstelle führen.

    Der Kompromiß ist gar keiner, denn an der Situation hat sich absolut nichts
    geändert. Wenn man seine Veranstaltungen sicher unter Dach und Fach
    bringen will wird man gezwungen sein, von dem kostenpflichtigen Service
    Gebrauch zu machen [obwohl selbst die kostenpflichtige Variante immernoch
    ihren Lotteriecharakter hat].

    Ich warne ausdrücklich davor, die Cine Marketing Aktion als „Angebot“ zu
    interpretieren, denn jede Verhandlung über den Preis würde die
    Rechtmäßigkeit der Festsetzung eines Preises eingestehen.

    Übrigens ist es ganz offensichtlich, daß es sich um eine schamlose LÜGE
    handelt, wenn ein wirtschaftliches Unternehmen von sich behauptet, es
    habe nicht die Absicht, in Zukunft die Preise zu erhöhen. Hallo? Ihr
    versucht als Clubs und Veranstalter doch auch wirtschaftlich zu arbeiten,
    ihr wißt vovon ich rede!!! Selbst Idealisten sind gezwungen hin- und
    wieder die Preise zu erhöhen – das gebietet allein schon die Inflation.
    Haltet ihr die Cine Marketing tatsächlich für so vertrauensvoll, daß sie
    auch nur versuchen werden die Inflation zu kompensieren?

    Ebenfalls gelogen ist die Aussage, es sei nicht die Absicht der Verlage,
    neue Einnahmequellen zu erschließen, sondern „gestiegene“ Kosten zu
    reduzieren. Die bestehenden Kosten werden WEGRATIONALISIERT und es wird
    ein völlig neues Ressort geschaffen, das von einem einzigen wirtschaftlich
    arbeitendem Unternehmen beackert wird, mit MONOPOL also. Da die Cine
    Marketing wieder indirekt den Verlagen gehört wird hier SEHR WOHL eine
    neue Einnahmequelle erschaffen.

    Wir sollten NICHT von dem Boykott absehen sondern stattdessen
    eine Geschmacksprobe der Macht unserer Newsgroups abgeben! Ich kann gar nicht
    glauben, daß ihr nach diesen paar leeren Worten schon dabei seid Einzulenken!

    Sollte die Stellungnahme und Emailaktion der Clubcommission etwa das gewesen
    sein, was ich von Anfang an befürchtet habe: reine Schaumschlägerei?

    Den kleineren Veranstaltern gebe ich Folgendes zu bedenken: Sollte die
    Cine Marketing sich durchsetzen werden die großen Veranstalter davon
    profitieren: Der kreative Underground, der sowohl Marktanteile als auch
    wertvolle Imageanteile hält wird weiter ausgeschaltet. Mehr Platz und
    vor allem weniger Imageprobleme für ihren Mainstreamschrott.

    Denkt lieber noch mal nach, bevor es zu spät ist!!!

    Christopher/Lovelite

    „Clubcommission“ schrieb am 07.12.2007 20:44:15:
    >
    >
    >
    > Zwischenerfolg: Kompromiss erzielt
    >
    >
    >
    >
    >
    > Es ist nicht die XXL Variante, aber ein wichtiger Schritt.
    > In Gesprächen mit den Verantwortlichen der beteiligten Verlage wurde von uns
    > die existenzielle Bedeutung der vielfältigen Kulturszene für den Standort
    > Berlin, aber auch für die hier agierenden Medienunternehmen deutlich gemacht.
    > Wir haben mitgeteilt, dass wir zwar möglicherweise wenig die Strategien von
    > großen Medienunternehmen verändern können, die Produkte dieser Unternehmen,
    > Stadt- und Szenemagazine wie Onlineportale, aber sehr wohl von ihrem Image in
    > unseren Szenen und der Stadt insgesamt abhängig sind. Darauf haben wir großen
    > Einfluss.
    >
    >
    >
    >
    >
    > Im Resultat unseres heutigen Gespräches mit Nils Mester,
    > Geschäftsführer der Zitty, wurde folgendes festgehalten:
    >
    >
    >
    > Die Aktion von Cine Marketing
    > GmbH ist kein Ultimatum mehr, sondern nur noch ein Angebot.
    > Daneben gibt es die
    > Möglichkeit, kostenfrei Veranstaltungsdaten online über eine Eingabemaske
    > in eine Datenbank einzutragen, von welcher aus die Daten dann zu diversen
    > Redaktion übermittelt werden.
    > Die nunmehr in ein Angebot
    > verwandelte Variante, Veranstaltungsdaten per Brief, Fax oder Mail an Cine
    > Marketing zu senden, um es dann von ihnen fehlerkorrigiert in eine
    > Datenbank einzustellen und an diverse Medien weiter leiten zu lassen,
    > besteht kostenpflichtig parallel weiter.
    > Es ist nicht geplant, die
    > Kosten dafür in Zukunft zu erhöhen. Das Ziel der beteiligten Verlage ist
    > es nicht es nicht, neue Einnahmequellen zu erschließen, sondern gestiegene
    > Kosten zu reduzieren, die aus der Verarbeitung der Daten resultieren.
    >
    > Der Weg, über welchen die
    > Daten transferiert werden – kostenfrei über Onlineeingabemaske oder
    > kostenpflichtig über Cine Marketing – hat keinerlei Auswirkung auf die
    > Veröffentlichung der Daten.
    > Bis zur Einführung und
    > Verbreitung der Onlineeingabemaske Anfang kommenden Jahres werden eure
    > Veranstaltungsdaten weiter wie gehabt kostenfrei veröffentlicht.
    >
    >
    >
    >
    >
    >
    > Das ist zunächst ein
    > Zwischenstand. Die recht konstruktive Atmosphäre unseres Gespräches lässt
    > darauf hoffen, dass weitere Punkte für alle Beteiligten positiv zu klären sind.
    > Aus unserer Sicht kann auf Basis dieses Standes zunächst von weiteren
    > Boykottmaßnahmen abgesehen werden. Eine Verschärfung des Konfliktes scheint uns
    > aufgrund der erzielten Lösung und der deutlich signalisierten Gesprächsbereitschaft
    > der beteiligten Medien zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sinnvoll.
    >
    >
    >
    >
    >
    > Bitte gebt uns ein kurzes Feedback, wie ihr den Kompromiss
    > einschätzt.
    >
    >
    >
    >
    >
    > Schöne Grüße von Gemse.
    >
    >
    >
    >
    >
    > Clubcommission
    > Berlin
    >

  20. Eine Sub(!)kultur(veranstaltung), die ein kommerzielles Medium per Resulution boykottiert, damit sie kommerziell-mediales Echo erfährt? Interessant. Was hat Subkultur mit Kommerz zu tun, damit es Tragweiten einer Resulution erfährt?? Lächerlich. Und die Clubcommision und der Rat der Künste schafft nichts eigenes als Angebot? Weniger demonstrieren, lamentieren, diskutieren, mehr machen, Jungs und Mädels. Stellt mal einen eigenen Kalender auf die Beine!

  21. Pingback: Berliner Stadtmagazine Zitty und Tip katapultieren sich ins Mittelalter und bitten zur Kasse | leitmedium.de

  22. Als Ausstellungort für Bildende Kunst haben wir wenig Besucher, die über die Veranstaltungsmagazine zu uns kommen. Einen zahlenden Kunden gab es darüber noch nie. Kostet nun der Hinweis Geld, macht es aus betriebswirtschaftlichen Gründen kein Sinn, es für diese Magazine auszugeben. Dafür gibt es für etablierte Galerien Branchenintern bessere Möglichkeiten. Ein grosser Teil der Galerien wird aus diesem Grund von Einträgen Abstand nehmen. Ich nehme an, dazu gehören fast alle jungen und alle Produzentengalerien. Es sind genau diese Galerien, die das einzigartige Profil der Stadt ausmachen.

    Da wir mit dem Schwerpunkt Kunst aus Afrika arbeiten, haben wir Einblick in periphere Veranstaltungen. Die meisten der afrikaorientierten Veranstaltungsmacher arbeiten auf niederstem finanziellen Niveau oft ohne jede Unterstützung von aussen. Auch die werden wohl in Zitty und Tip nicht mehr auftauchen. Bezogen auf Afrika ist Berlin im internationalen Vergleich bestenfalls provinziell. Jetzt wird es noch ärmer.

    Peter Herrmann. (Galerie Peter Herrmann)

  23. Veranstalter die was auf sich halten lehnen Tip,Zitty und 030 fast schon ab und mailen ihr Publikum entweder direkt an oder nutzen über-nacht online Kalender wie http://www.dorfdisco.de.

  24. Folgende Mail habe ich vom Vorstand der Clubkommission erhalten:

    Liebe Freunde,

    wir haben mega viele Nachrichten zum Thema Cine Marketing in den letzten Tagen erhalten. Eure Stellungnahmen sind absolut eindeutig: Boykott von Cine Marketing ! Wir können uns nicht erinnern, schon jemals eine solch branchen- und genreübergreifende Solidarisierungswelle erlebt zu haben. Wenn ihr diese Aktion unterstützt, setzt den folgenden Hinweis unter eure Veranstaltungsinformationen und Monatsprogramme und schickt dieses Statement über eure Presseverteiler raus. Wenn ihr das Monatsprogramm schon rausgeschickt habt, dann schickt noch eines mit dem Hinweis hinterher. Wir müssen deutlich machen, dass wir viele sind. Wir sind die Kultur!

    Stellungnahme

    Die Club- und Veranstalterszene der Stadt Berlin protestiert gegen den Versuch, Veranstaltungsdaten für die Magazine Zitty, Tip und 030 durch die Cine Marketing GmbH nur noch kostenpflichtig zu erfassen. Wir wehren uns gegen den Versuch, einen neuen Verwertungsmodus der großen Verlage zu etablieren, welcher die Kulturszene Berlins mit weiteren und willkürlich zu gestaltenden Kosten belastet. Die damit beauftragte Firma Cine Marketing GmbH wird von uns boykottiert. Wir schließen keine Verträge mit Cine Marketing ab und senden keine Veranstaltungsdaten an sie. Sollten die beteiligten Verlage diese Praxis nicht beenden, werden wir alternative Medien unterstützen bzw. solche entwickeln.

    Hinweis:

    Falls Sie Ihre Veranstaltungsdaten über die Cine Marketing GmbH erfassen, sehen wir von einer Veröffentlichung ab. Wir erteilen der Cine Marketing GmbH ausdrücklich keinen Auftrag.

    Ferner behalten wir uns vor, unser Werbebudget bei Firmen zu streichen, die über Cine Marketing GmbH Veranstaltungsdaten nur kostenpflichtig erfassen.

    Der Vorstand

    Clubcommission Berlin

  25. Das Team vom „Zimmer 16“ hat entschieden, das „Angebot“ von Cine Marketing zu boykottieren. Unser Zitty-Abo haben wir bereits gekündigt.

    Wenn sich andere Veranstalter anschließen haben wir eine Chance!

    Rainer Eigendorff
    „Zimmer 16“

  26. Schade, ich lese die Zitty seit 20 Jahren; seit einigen Jahren sogar im Abonnement. Mein besonderes Interesse galt immer dem Veranstaltungskalender. Das breite Spektrum der aufgeführten Veranstaltungen überzeugte. Ich habe gerade mein Abonnement gekündigt. Vielleicht zeigt soetwas mehr Wirkung als ein Boykott!?

  27. Pingback: Readers Edition » Berlin - Stadtmagazine tip & zitty kassieren ab

  28. Habe folgenden Text in den Kolumnenteil meines Newsletters gequetscht. Der informiert wöchentlich etwa 1000 Abonnenten über die aktuellen Veranstaltungen des Clubs LOVELITE. Ich bin sicher, daß diese Abonnentenliste zu den marginalen in der Newsletterlandschaft der berliner Veranstalter zählt. Wenn letztere meinem Beispiel folgen kann die Cine Marketing GmbH einpacken!

    Liebe Lovelite-User!

    Vielleicht hat der eine oder die andere von euch mitbekommen, daß in Berlin gerade die Blogs der Veranstalter und Kulturschaffenden heißlaufen. Grund: Die marktführenden Veranstaltungsportale in Print und web, allen voran Tip, Zitty und 030, haben beschlossen, ihre Veranstaltungskalender out-zu-sourcen und über ein zentrales Organ verwalten zu lassen. Dieses Organ, die Cine Marketing GmbH, erhebt für diesen Service eine Gebühr von den Veranstaltern, gibt dafür aber NICHT die Garantie, daß deren Veranstaltungen auch abgedruckt werden.

    In der Praxis bedeutet das für die Veranstalter, daß sie sich pro 20 Veranstaltungen im Jahr einen Lotterieschein à 30,- Euro kaufen und fortan darauf hoffen dürfen, daß einer ihrer Termine [natürlich überall mit dem selben von der Cine Marketing GmbH verursachten Druckfehler im Datum] VIELLEICHT den Weg in ein oder mehrere Print- und Onlinemedien findet. Gegen Aufpreis werden natürlich auch mehr als 20 ausgefüllte Spiele angenommen und mit der Superzahl bekommt man dann vielleicht einen Tagestipp…?

    Zu Recht rufen Veranstalterverbände wie die Clubcommission zum Sturm auf die Bastille, sprich: Boykott der bekannten Veranstaltungsmagazine auf. Denn was jene vorhaben ist schlichtweg absurd: Stellt euch mal vor, deutsche Bauern würden sich fortan zusammentun und durch ein zentrales Organ von jeder ihrer Kühe verlangen, fürs Gemolkenwerden einen Obulus, vielleicht in Form von etwas von der Weide mitgebrachtem Heu zu entrichten. Es ist ja schließlich nichts umsonst. – Die Kühe hättens schwer. Nicht weil sie zu doof sind um sich zu organisieren oder übern Elektrozaun zu hüpfen. Nicht weil die viele Milch im überzüchteten Euter irgendwann anfängt zu schmerzen. Nicht weil man als Kuh so seine Probleme haben dürfte, genügend Heu mit sich rumzutragen. – Sondern weil jeder verdammte Bauer jenseits des Elektrozauns, der über genügend technisches Know-How verfügt, bereits mitmacht!!!

    Die führenden Veranstaltungsmagazine verspüren seit dem Vormarsch der Onlinemedien Umsatzrückgänge. Sicher ist es auch zu anstrengend, alle paar Monate einen neuen unbezahlten Praktikanten ins Pflegen des Veranstaltungskalenders einzuarbeiten. Aber sind die kleinen Spartenblogger denn wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz? [also, Melker-Ede ist zwar ein feiner Kerl, als erklärter Idealist überträgt er bestimmt auch keine Krankheiten, aber seine alte Miele vom Baujahr 1963 zieht Nebenluft und läßt hinterher viel zu viel Milch im Euter…] Oder liegt es einfach an der gequirlten Scheiße, die zwischen diesen ganzen Anzeigen und den kompetenzfrei ausgewählten Highlights steht?

    Ich für meinen Teil habe schon lange nicht mehr in ein solches Magazin geschaut. Höchstens mal um zu sehen, ob meine eigene Veranstaltung bei der Ziehung der aktuellen Kleinveranstaltungen in die engere Wahl gekommen ist [der Lotteriecharakter besteht nämlich bereits]. Denn der Magazinteil hat mir nichts Interessantes mehr mitzuteilen. Der Journalismus fehlt! Wer befaßt sich denn hier noch mit den skurrilen Nischenexistenzen, den Querschlägern und den wunderschönen doch schnell vergänglichen Mauerblüten? Und was macht denn überhaupt das Attribut SEXY aus, das unsere Hauptstadt so gerne mit sich führt? Bald heißt es SEXY: STREICHEN! Armes Berlin.

  29. Hallo an alle,

    unsere kleine Spielstätte ist winzig aber fein, eben darum arm und was Besonderes.
    Wir liefern unsere Daten als Papier UND als digitalisierte Infos.
    Wir beschlossen, nicht darauf einzugehen – in der Hoffnung, nicht eín zugehen.
    Die Empörung tragen wir mit.
    Ohne unsere Veranstaltungen wären TIP und Zitty doch beliebige Magazine. Sie leben vom Verkauf der Informationen, die wir alle liefern. Wird NICHT vollständig informiert, kauft sie keiner mehr, oder?
    Es ist ein hartes Brot, unseres auch.

    🙁 S.

  30. Es gibt ja auch noch PRINZ!

  31. Hier der Text zum kopieren :
    >>>>>>>>>>>>>>>
    Hinweis:

    Falls Sie Ihre Veranstaltungsdaten über die Cine Marketing GmbH erfassen, sehen wir von einer Veröffentlichung ab. Wir erteilen der Cine Marketing GmbH ausdrücklich keinen Auftrag.

    Ferner behalten wir uns vor, unser Werbebudget bei Firmen zu streichen, die über Cine Marketing GmbH Veranstaltungsdaten nur kostenpflichtig erfassen.

  32. DER BOYKOTT BEGINNT…:
    …….. gesagt getan ..
    ab sofort werden wir (die Mitglieder der Clubkommission) unsere veranstaltungshinweise an die Medien mit folgendem zusatz (s.u.) versehen .
    jeder geneigte leser ist eingeladen sich diesen text zu kopieren und zu verwenden .
    das werden wir noch sehen wer hier am längeren hebel sitzt…
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Stellungnahme
    Die Club- und Veranstalterszene der Stadt Berlin protestiert gegen den Versuch, Veranstaltungsdaten für die Magazine Zitty, Tip und 030 durch die Cine Marketing GmbH nur noch kostenpflichtig zu erfassen. Wir wehren uns gegen den Versuch, einen neuen Verwertungsmodus der großen Verlage zu etablieren, welcher die Kulturszene Berlins mit weiteren und willkürlich zu gestaltenden Kosten belastet. Die damit beauftragte Firma Cine Marketing GmbH wird von uns boykottiert. Wir schließen keine Verträge mit Cine Marketing ab und senden keine Veranstaltungsdaten an sie. Sollten die beteiligten Verlage diese Praxis nicht beenden, werden wir alternative Medien unterstützen bzw. solche entwickeln.

  33. las ich grad im turi newsletter:

    Termin-Abzocke: „Zitty“ und „Tip“ rudern zurück.
    DieBerliner Stadtmagazine „Zitty“ (Holtzbrinck) und „Tip“ (BerlinerVerlag) reagieren auf das negative Echo von Kunden und Medien: Sieverlangen nun doch kein Geld von Veranstaltern, die mit ihren Termineaufgenommen werden wollen. Alles nur ein Missverständnis, heißt esgegenüber „w&v“: Wer die Termine in eine Online-Maske schreibt,muss auch künftig nix zahlen.
    „w&v“, turi2.de (Background)

  34. Was weiter oben steht, von wegen „weniger Sites= mehr Profit“ ist übrigens Unfug, denn es ist so: „mehr Sites-Mehr Profit, weil wegen mehr Platz für Werbung“.

  35. Wer braucht in Zeiten von Webblogs und Sites wie z.B. http://www.newskraft.de eigentlich noch lokale Programm-Zeitschriften? Die Community informiert sich sowieso ueber einschlaegige Newsletter und Mail-Verteiletlisten. oder?
    Mit der Zitty/Tip -Aktion wird erreicht, wovor Redakteure seit Web 2.0 Angst haben: Sie werden ueberfluessig. Ob das Absicht vom Verlag und den Heuschrecken ist, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

  36. Es ist längst Zeit für ein neues Magazin in dieser tollen Stadt, das unabhängig berichtet und sich nicht mit solch durchsichtigen Manövern noch mehr Kohle in die Tasche scheffeln will. Soviel ich weiß, sind auch die normalen Mitarbeiter und Redakteure bei zitty und tip ziemlich angefressen. In letzter Zeit haben da viele altgediente Leute aufgehört.

  37. Hi!das ist auch eine ziemlich blöde Rechnung mit den 30€uro im Jahr.In wievielen Clubs ist nicht jeden tag was los und wenn man die Anzahl der vielen veranstalter nimmt und diesen Läpperbetrag von 90€uro im Quartal nimmt,mein Gott,das ist eine immense Summe…wieviel war’n jetzt grad noch im Lotto-Jackpot?

  38. Der „Rat für die Künste“ hat am 3.12. wohl eine Boykott-Resolution verabschiedet die bald veröffentlicht wird. Die „größeren“ Theater und Opernhäuser der Stadt sind wohl auch beim Boykott dabei. Wenn nun auch noch die Clubcommssion mitzieht… Diese pfeifendumme Idee sollte doch wohl zu kippen sein! Ich leite die Pressearbeit für größere Festivals im Musik & Theaterbereich in Berlin und werde meinen Auftraggebern von dieser ausgefeilten Form der Erpressung dringend abraten.

  39. Hohn und Spott: Der akuelle Titelbeitrag der Zitty „Geld – Berlin wird teurer“ ist bei Lichte gesehen eine widerliche, verlogene, obeflächliche, zynische und gemeine Geschichte zum Thema hier. Insbesondere dann, wenn man geneigt ist die Diskussion in diesem Forum in die dort aufgeworfene Frage Gretchenfage „wieso alles teurer wird“ einzubeziehen. Was natürlich Zitty im Titel nicht macht. Berlin wird auch teurer, weil sich zwei unternehmerisch sehr sehr schlechte Medienmanager ausgedacht haben, Herstellungskosten den Leuten auzubürden, die das Produkt übehaupt erst (aus-)machen.

    Mal ein Beispiel:
    Der deutsche Automobil-Konzern AuWeh läßt sich einfallen: Für den Einbau des Tachos, der Sitze, der Reifen etc müssen die externen Hersteller jetzt leider, leider Einbaukosten an AuWeh zahlen. Man kann auf Grund der Kostensituation, vor allem dem „Wettbewerb“ mit Dorsche, diesen Einbau nicht mehr umsonst und gratis machen lassen. Natürlich kann AuWeh nicht garantieren, dass die externen Hersteller auch den Lohn für ihre Arbeit bekommen. Wenn die Zulieferer nicht für den Einbau bezahlen möchten, dann können sie ja an AuWehs Fertigungsstraße kommen und ihrer Teile selber einbauen.

    Was würde die Menschheit dazu sagen?

    So unehrlich wie der Zitty-Titel, so unehrlich ist das Geschäftsgebahren der beiden moralisch „bankrotten“ Medienmanager. Jetzt sprechen sie davon, dass alles nur ein Missverständnis war und man „nur“ bei Cinemarketing einen freundlichen kleinen Obulus für die Digitalisierung erheben muss. Und ausserdem können man da ja per Eingabemaske seine Termine selber einpflegen. Hallo?

    Dazu kann die Menscheit doch nur sagen: Macht es euch doch selbst! Von uns bekommt ihre keine Terminankündigungen und insbesondere keine bezahlten Anzeigen mehr!

  40. Pingback: Zitty und Tip gestalten Geschäft mit Veranstaltungshinweisen um at Informationsschaum

  41. Der Landsverband Soziokultur Berlin e.V. (Mitglied im Bundesverband soziokultueller Zentren e.V.)erarbeitet derzeit eine Pressemitteilung in der zahlreiche Kulturveranstalter diese Abzocke offen boykottieren, bzw. derzeit erwägen dies zu tun.

    Die Abstimmung zum Text unter den vielen, unterschiedlichen Einrichtungen und die Erfassung der Beteiligten ist etwas mühselig, sollte aber spätstens zum 14.12.2007 fertig sein.
    (Die Aufruf wird hier in Kürze erscheinen.)
    Weitere interessierte Einrichtungen bitten wir uns eine kurze Mail unter: info@soziokultur-berlin.de zu senden, damit wir sie in den Verteiler aufnehmen können.

  42. Pingback: tip und zitty sourcen ihre Kernkompetenz aus « Spreeufer

  43. Möglicherweise liegt es ja wirklich an den sinkenden Auflagen, dass diese Idee aufgekommen ist – unverschämte Halsabschneiderei ist sie trotzdem, und all diese merkwürdigen Zufälle wie gleiche Adressen, ähnliches Impressum etc. werden wohl auch keine geringe Rolle gespielt haben.

    Der Kulturbetrieb organisiert sich jetzt allmählich ernsthaft zum Widerstand, das merkt man deutlich. Aber es sind auch Ausweichtendenzen zu vermerken – Spartenkalender im Internet zum Beispiel werden jetzt plötzlich richtig interessant.

    Mein persönlicher Liebling ist an dieser Stelle http://www.literaturport.de, ein Literatur-Veranstaltungskalender für Berlin und Brandenburg. Na also, sagt man sich da, geht doch auch so. Kostet nix, muss man nur wissen – und es ist auch informativer aufbereitet als Zitty oder Tip. Und für andere Sparten wie etwa Theater, Kino, Museen etc. gibt es sowas natürlich auch.

    Im Prinzip haben sich Zitty und Tip bloß selbst ins Bein geschossen, weil sie den sowieso schon stark aufholenden Spartenkonkurrenten durch diese Aktion richtig Rückenwind gegeben haben. Richtig so. Wer derartig dreist und arrogant daherkommt, hat auch nichts Besseres verdient.

  44. Pingback: sax royal » Deutsche Presse!