Tip & Zitty sourcen ihre Kernkompetenz aus
von Heiko Werning“tip Berlin” und “zitty Berlin” heißen die beiden Berliner Stadtmagazine, die in Konkurrenz zueinander stehen sollten. Beide leben in erster Linie davon, dass sie ein umfassendes Programm für Berlin veröffentlichen, von Kino über Konzerte bis Lesungen und Theater. Und egal, wie sehr man sich auch immer mal wieder ärgert, was da so empfohlen wird und vor allem was nicht, ist der Programmteil der beiden Magazine tonangebend in der Stadt. Eine Veranstaltung, die hier nicht auftaucht, hat es schwer.
Das haben sich wohl auch die Verantwortlichen von Zitty und Tip gedacht, von denen man ja guten Gewissens behaupten kann, dass sie zusammen ein Monopol innehaben.
Denn ein Heft zu machen, das viele Leute kaufen, um darin Veranstaltungshinweise zu finden, ist schön. Noch schöner aber ist es, wenn man ein Heft macht, sich aber nicht selbst mit den lästigen Veranstaltungshinweisen herumschlagen muss, weil das doch eine externe Firma, die das gleich für alle macht, viel billiger kann. Dann braucht man selbst keine Redakteure mehr beschäftigen, die Hunderte von Terminen in den Computer hacken, und kann trotzdem ein Heft auf den Markt bringen, das wegen seiner Termine gekauft wird. Und am allerschönsten ist es, wenn man ein Heft macht, das die Leser wegen der Termine kaufen, man selbst die Termine aber gar nicht mehr zusammenstellen muss, und dann aber noch die Veranstalter der Termine dafür zur Kasse bittet, dass man ihre Termine in das Heft aufnimmt, wegen denen das Heft überhaupt gekauft wird. Genial.
Dieses bemerkenswerte Geschäftsmodell haben die Geschäftsführer von Tip und Zitty nun per Massenbrief allen Berliner Veranstaltungsorten vorgestellt, mit Marketinggesabbel-Formulierungen, bei denen es einen schüttelt:
“Liebe Veranstalter/Bühnenpartner, seit mehr als 30 Jahren veröffentlichen Tip und Zitty in Berlin Veranstaltungstermine und haben damit wesentlich das Kulturleben dieser pulsierenden Großstadt mitgeprägt.” Nun ja, sicher. Dass allerdings das “Kulturleben dieser pulsierenden Großstadt” die einzige Existenzberechtigung von Tip und Zitty ist, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls nicht in diesem Brief. Dort steht vielmehr: “Wir freuen uns, Ihnen auch in den nächsten Jahren weiterhin den Service anzubieten, kostenlos Veranstaltungshinweise zu veröffentlichen. Und nicht nur für unsere Magazine, sondern auch für den Berliner Verlag mit der Berliner Zeitung und dem Berliner Kurier sowie für den Tagesspiegel mit Beilagen und für [030]. Auch für die Webauftritte berlin.de, berlinonline.de, berlinticket.de, meinberlin.de, tagesspiegel.de, tip-berlin.de, zitty.de und berlin030.de werden Ihre Terminankündigungen erfasst. Das machen wir weiterhin gern.” Juchu! Aber? “Aber wir werden die Digitalisierung der Daten zukünftig nicht mehr in unserem eigenen Unternehmen vornehmen können, sondern diese Dienstleistung ab dem 1. Januar 2008 von der Cine Marketing GmbH erbringen lassen.” Und im Gegensatz zu Tip und Zitty früher immer, die ja bekanntlich komplett altruistisch wirkten, machen die das natürlich nicht nur für die gute Sache, nicht ganz jedenfalls: “Die Digitalisierung und Aufbereitung in deren Datenbank wird leider nicht mehr völlig kostenlos möglich sein. Aber keine Sorge, wir haben mit der Cine Marketing GmbH so niedrige Beträge ausgehandelt, dass niemand benachteiligt wird und die Veröffentlichung auch für kleine Orte und Verasntalter weiter möglich sein wird. Der Grundbetrag für die Einrichtung und die Erfassung von bis zu 20 Veranstaltungsterminen im Jahr wird nicht mehr als 30,- Euro pro Jahr betragen. Selbst bei mehr als 300 Veranstaltungsterminen kommen maximal weitere 30,- Euro im Monat hinzu.” Was ja praktisch geschenkt ist für so eine tolle Dienstleistung wie die Digitalisierung der eigenen Veranstaltung. Denn was man darüberhinaus davon hat, ist ungewiss: “Hinzufügen möchten wir, dass wir natürlich die vollständigen digitalen Daten von der Cine Marketing GmbH annehmen werden, aber nach wie vor keine Veröffentlichungsgarantie für alle Medienhäuser abgeben können. Wir denken aber, die langjährige Partnerschaft zwischen Ihnen und uns zeigt, dass Tip und Zitty immer alles getan haben, um Sie bei der Präsentation Ihrer Projekte und Veranstaltungen zu unterstützen. Wir freuen uns auf die nächsten 30 Jahre Zusammenarbeit.”
Letzteres zumindest glaubt man gerne, denn wer würde sich nicht darüber freuen, dass die Leute, von deren Leistung man selbst lebt, einen auch noch zusätzlich dafür bezahlen, dass man von ihrer Leistung lebt.
Ein paar Tage später dann meldete sich die Cine Marketing GmbH mit nicht minder herzergreifenden Worten:
“Aufgrund der Vielzahl unserer Kunden ist es uns möglich, den Aufwand für die Digitalisierung der Veranstaltungsdaten auf viele Partner aufzuteilen. Den größten Teil unserer Kosten übernehmen die Medienhäuser und Online-Dineste. Jedoch kommen wir nicht umhin, auch Sie mit einem kleinen Betrag an unserem Aufwand zu beteiligen.” Eine Aufwandsbeteiligung also. Das ist so, wie wenn jemand einkaufen geht und Bier für alle mitbringt, da wirft man auch zusammen und teilt dann alles brüderlich. “Für eine Grundpauschale von nur 30,- EUR jährlich werden wir Ihre Ankündigungen vollständig erfassen und bis zu 20 Verantaltungstermine pro Jahr in unsere Datenbank aufnehmen. Zusätzlich zu dieser sehr kostengünstigen Grundpauschale fällt bei mehr als 20 Terminankündigungen im Jahr je nach Zahl der zusätzlich von Ihnen gemeldeten Termine ein Betrag von 30,- bis max. 90,- EUR pro Quartal an.” Wie ist das nur möglich? So billig! Wie machen die das bloß? Ach so: “Bitte haben Sie Verständnis, dass die für Sie sehr kostengünstige Aufbereitung, Weiterleitung und kurzfristige Aktualisierung für unsere Print- und Online-Partner nur möglich ist, wenn bei uns der buchhalterische Aufwand gering bleibt. Daher kann eine reibungslose Zusammenarbeit nur durch Ihre Teilnahme am Lastschriftverfahren und eine Online-Rechnungsverschickung erreicht werden. Wir bitten Sie, das beigefügte Auftragsformular und die Einzugsermächtigung auszufüllen und uns bis spätestens 1. Dezember 2007 zurück zu senden.”
Fassen wir also mal kurz zusammen:
Zitty und Tip sind Programmzeitschriften, die eben wegen ihres Programmteils gekauft werden. Nun tut man sich mit einem Großteil der anderen Medien, die auch Berlin-Programme veröffentlichen, zusammen und bastelt nicht mehr ein Dutzend Programme, sondern eines, weshalb man viele sinnlose Leute freisetzen befreien kann. Von denen der ein oder andere vielleicht bei der Cine Marketing GmbH Unterschlupf findet, die dafür aber natürlich eine winzige kleine Aufwandsbeteiligung von höchstens vielleicht so 400 Euro netto (Eröffnungsangebot!) im Jahr geradezu verlangen muss.
Man könnte sich angesichts dieses Vorgangs einige Fragen stellen. Zum Beispiel diese hier:
- Wie sieht es denn eigentlich mit dem umfassenden Anspruch, womöglich gar in Sachen Subkultur, aus, wenn man nur Veranstaltungsorte in seine Datenbank digitalisiert bekommt, die Grundgebühren via Abbuchungsgenehmigung entrichten wollen?
- Was könnte denn eigentlich ab 2008 so in Tip und Zitty stehen, wenn sich jetzt doch mehr als nur der ein oder andere kleine Ort entscheidet, nicht mitzuspielen?
- Was genau könnten Begriffe wie “Kartell” oder “Missbrauch einer Monopolstellung” eigentlich im Rahmen der Presselandschaft Berlins so bedeuten?
- Und wenn man für die eigentlichen redaktionellen Nachrichten (= Termine) bezahlen muss, was ist denn dann noch Nachricht und was nur Werbung?
- Und welche Zeitung oder Zeitschrift sollte über dieses Geschehen vielleicht ein ganz kleines bisschen kritisch berichten? Die taz oder die Springer-Presse, die als Einzige nicht vom Datensegen der Cine Marketing GmbH profitieren, sondern gemeinsam eine andere outgesourcte Digitalisierungsagentur beauftragt haben?
- Und wann endlich lassen sich auch andere geschundene Unternehmen endlich wenigstens einen Teil ihres Aufwandes erstatten? Wann z. B. nehmen dpa, Spiegel & Co. gegen eine kleine Grundgebühr bis zu 20 Meldungen jährlich einer Partei oder eines Politikers in ihre Datenbanken auf, aus denen dann später die Artikel erstellt werden? Oder wann bekommen die Paparazzi endlich eine angemessene Aufwandsentschädigung von den Personen, denen sie mit hohem technischen Aufwand unter oft widrigen Bedingungen mühsam nachstellen müssen?
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Sollte irgendwer sich mit dem Gedanken getragen haben, mal ein wirklich alternatives Kultur- und Programmheft oder Internetportal für Berlin zu machen – dies wäre ein guter Zeitpunkt, scheint mir.
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Zunächst: der Berliner Verlag, damit tip, gehört nicht mehr Holtzbrinck, sondern einem gefrässigen Wanderinsekt – wie ja der Presse (auch euch) vor ein paar Monaten zu entnehmen war.
?
Dann: ein Monopol für Eventdaten gibt es, dank 030 und anderen, sowie vielen, vielen – teils spezialisierten – Internetanbietern nicht. Das macht diese Maßnahme ja so grotten dämlich. Denn TIP und ZITTY sind auf die Veranstaltungsdaten angewiesen – die Terminübersicht sind ihr Kerngeschäft. Wenn nun die Veranstalter entdecken, dass man mit den genannten Alternativen auskommt … und dort noch Werbung parkt …
Zuletzt: Wem gehört wohl die Cine Markting
Abschliessend: Blöder geht nimmer, möcht man wohl denken. Aber was die Verantwortlichen von TIP und ZITTY dahingehend schon alles geleistet haben… Gut für die beiden, dass es in Deutschland keinen investigativen Journalismus mehr gibt – auch bei euch nicht mehr – denn sonst würden jetzt noch ganz andere Leichen ihre Gerüche verbreiten und gewisse Herrn könnten sich nicht weiter hinter ihren Schreibtischen verstecken.
hallo heiko.
dieses alternative kultur- oder programmheft passt doch perfekt in dein eigenes beuteschema. verlag vorhanden, ideen zum bessermachen ebenfalls – da kann es doch quasi direkt losgehen…
sei gegrüßt, thorsten.
Hallo Smirgul: Jau, `tschuldigung, völlig richtig: habe das oben korrigiert, da habe ich gestern Nacht schon ein bisschen gepennt, der Herr Montgomery hat ja den ganzen Laden übernommen. Vielen Dank für den Hinweis. Aber im übrigen: Ich bin nicht “wir”, mithin: ich blogge hier ganz frei und unabhängig und bin ansonsten gar nicht bei der taz. Und: [030] ist in dem Fall allerdings kein Gegenargument gegen das “Monopol von Eventdaten” – die sind ja gerade mit dabei. Und dann wird’s nämlich schon etwas dünn, da bleiben nämlich nur noch tazplan und Berliner Morgenpost als von Cine Marketing unabhängig.
Hallo Thorsten: Ach, lass mal, ich habe schon genug Zeitschriften an den Hacken … Aber Zeit für eine Alternative wäre es wirklich, mal sehen, man hört ja manchmal so was raunen. Herzliche Grüße,
Heiko
Hallo Heiko,
es bleibt der tazblog, nicht wahr? Obwohl du hier fleissig, frei und alleine blogst, kann es ja sein, dass ein taz-Redakteur mal reinliest und sich für das Thema interssiert. Ich ja kein unwichtiges.
Trotzdem muss ich Dir bei dem Monopol widersprechen. Ein Flyer ist schnell wieder in der Bahn – die Zeit schreit danach – andere Give Aways gibt es schon, oder werden bestärkt wieder in die Spur zu kommen. Das Internet ist voll mit Termindaten und große Terminportale sind am Start. Es gibt sogar Initiativen von Veranstaltern (siehe http://www.berlin-buehnen.de/), die Termindaten kostenlos zur Verfügung stellen … Du siehst also hier das ganze Ausmass der Hirnrissigkeit dieser Idee.
Die Gretchen-Frage bleibt und erklärt vieles:
Wem gehört die Cine Marketing?
Frag doch mal die taz
Noch nicht fündig geworden?
Dies ist die halbe Wahrheit
http://service.zitty.de/impressum.html
Und nun stellt man sich die Frage: Wer spielt vor dem Vorgesetzten das Argument “Monopolstellung”, wer muss Geld im Etat bilanzieren, weil
- er zuviel Kohle in fragwürdige Aktionen steckte,
- er eine dunkelrote Bilanz schönen muss …
…
Die Antwort findet sich leicht. Da, wo es diese Antwort gibt, sind noch mehr Leichen im Keller. Happy diggin’ sage ich da nur.
Smirgul zieht sich zurück. Seinen Schatz hat er schon längst verloren…
das ist so ein blödsinn, den du da schreibst – unfassbar.
1. mit holtzbrinck hat das alles gar nichts zu tun. recherche kann auch VOR dem blog schreiben sinnvoll sein.
2. es handelt sich hier um kommerzielle magazine, die sich nicht dem investigativen, reinen journalismus verschrieben haben, die ihn nicht versprechen und die auch nicht deswegen gekauft werden.
3. auch bei den eventveranstaltern handelt es sich in der regel nicht um karitative organisationen, sondern um kommerzielle unternehmer, die mit ihren veranstaltungen geld verdienen wollen.
4. die gebühr, die für eine aufnahme anfällt, ist in der tat so niedrig, dass man wohl kaum von monopol oder ausgrenzung reden kann. das kann sogar eine kita oder ein altenverein bezahlen.
5. wer das nicht will, der hat tatsächlich massenhaft möglichkeiten, kostenlosim internet zu publizieren. wie (miss)erfolgreich zum beispiel mobile.de damit war, geld von den inserenten einzusammeln, zeigt sich darin, dass sie genau das jetzt wieder aufgegeben haben. wennalso die stadtmagazine meinen, sie müssten den gleichen fehler machen, lass sie doch. dann passiert doch genau das, was du willst: nämlich dass die angebliche monopolstellung, die du so heftig attackierst, zu ende ist.
lange rede – kurzer sinn: vor dem schreiben das hirn einzuschalten, ist manchmal wirklich eine gute idee.
Na, na, na, mal nicht gleich unverschämt werden, Sie Topchecker.
1. Ich habe nirgends behauptet, dass es etwas mit Holtzbrinck zu tun hat, ich habe darauf hingewiesen, dass es mit der Konkurrenzsituation zwischen Tip und Zitty so weit nun auch wieder nicht her ist, wenn beide immerhin mal indirekt zum selben Laden gehörten. Und weil das so wahnsinnig wichtig nicht ist, habe ich es rausgenommen und den Fehler des späteren Verkaufs korrigiert, so what?
2-4: Kann sich jeder selbst zu eine Meinung bilden, ich habe mich in erster Linie gewundert.
5: Wenn ein Konglomerat von Zitty, Tip, Tagesspiegel, 030, Berliner Zeitung, Berliner Kurier plus zugehörige Internetportale nicht so etwas wie eine Monopolstellung hat, was dann? Sie argumentieren vollkommen realitätsfremd.
“2. es handelt sich hier um kommerzielle magazine, die sich nicht dem investigativen, reinen journalismus verschrieben haben, die ihn nicht versprechen und die auch nicht deswegen gekauft werden.”
Was ist denn das für eine dämliche Argumentation? Jede Tagszeitung, jede Wochenzeitung, jedes Nachrichtenmagazin kostet Geld am Kiosk; alle deswegen “unjournalistisch”, weil kommerziell?
Wer ein Magazin, und sei es ein Stadtmagazin herausgibt, muss den Grundregeln journalistischen Anstands gehorchen. Keine Diskussion.
Mal kurz zum Nachlesen. Folgende Magazine und Onlineportale machen mit:
- Zitty
- TIP
- [030]
- Berliner Zeitung
- Der Tagesspiegel
- Potsdamer Neueste Nachrichten
- Berliner Abendblatt
- Berliner Kurier
- Berlin030.de
- berlinonline.de
- berlinien.de
- meinberlin.de
- tip-berlin.de
- zitty.de
Macht zusammen:
1,021 Millionen Leser ab 14 Jahren, 10,0001 Millionen Visits laut IVW (Angaben aus dem Cine-Marketing-Brief).
Pardon, wenn das kein Ausnutzen einer Monopolstellung ist, was dann?
Ich bestreite übrigens gar nicht, dass eine Kita oder ein Altenverein das ggf. bezahlen kann. Aber wieso sollte man etwas bezahlen, das a) bislang immer kostenlos war und b) zum selbsternannten Grundauftrag von Programm-Magazinen gehört?
Wohin soll das noch führen? Es gibt schon jetzt Städtmagazine in Deutschland, da kann man sich bebilderten Tagestipps kaufen. Wollen wir dahin in Berlin?
Kann sich das auch noch jede Kita, jeder Altenverein leisten…?
“merhits”
Tatsache ist doch, dass sich hier jemand eine prima Geschäftsidee ausgedacht hat. Geld abzuzocken kann man gut finden, muss man aber nicht. Macht das die Welt besser? Ausserdem: Wer sagt denn, dass es bei den ach so niedrigen Unkostenbeitrag, nennen wir es mal so, bleibt, wenn tatsächlich alle Veranstalter – und das sind eine ganze Menge – widerspruchslos mitmachen? Wäre ich der geniale Geschäftsmann, würde ich mir überlegen, jedes Jahr aufgrund irgendwelcher Gründe die Beiträge zu erhöhen. Führt man so ein Bezahlsystem erst ein mal ein und wird es aktzeptiert, dann ist Polen offen. Ist zwar keine Nettikette aber Du ist einfach ein blöder Wixer.
Robert
Mit dem Begriff Monopol wäre ich da auch vorsichtig. Marktbeherrschende Stellung trifft den Kern eher. Ansonsten erlaube ich mir, voll zuzustimmen.
Es ist ganz einfach: Es werden dann jetzt kluge Leute auf die Idee kommen, sowas im Internet zu machen, werbefinanziert, kostenlos, zum Selbereintragen, mit offener API und RSS und dem ganzen Schnickschnack, den tip und zitty nicht machen (wollen). Und Einbindung von Google Maps und Tagging und klugen Ideen.
Und tip und zitty werden sich das irgendwie anders überlegen müssen, weil sie es sich wirklich gar nicht leisten können, die Termine nicht zu veröffentlichen. Und Holtzbrinck und Berliner Verlag es sich nicht leisten können, kein Terminblatt/Stadtmagazin zu haben.
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Eine überfällige und begrüßenswerte Entwicklung. Wo liegt das Problem? Das ist doch mehr als günstig für eine gute Veranstaltungswerbung.
Der “niedrige” Unkostenbeitrag beläuft sich, wenn man das Glück hat, im Quartal satte 90,- Euro zu berappen, auf jährlich dann insgesamt 390,- Euro, wenn ich richtig gerechnet habe.
Das macht also monatlich 32,50 Euro.
Eine Menge Holz dafür, dass man lediglich hoffen darf, dass der Veranstaltungstipp abgedruckt wird.
Ein Premiere-Abo ist günstiger.
Ab wieviel Veranstaltungen im Monat hat man eigentlich das Glück, 90,- Euro zu bezahlen?
Jedenfalls ist das ein großer Schritt, die Rendite zumindest des Berliner Verlags auf 21 Prozent zu steigern!
(http://www.netzeitung.de/medien/373531.html)
Herzlichen Glückwunsch für diese geniale Geschäftsidee, Herr Montgomery. Ich hoffe, Ihnen fällt nicht irgendwann mal dummerweise ein Fön in den Whirlpool.
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@RRHO: hoffen wir mal nicht auf die KlonBrüder (altrada, jamba, …). Du denkst an ein Deutsches upcoming.org – ja. Glaub ich auch. Und dann kauft Holtzbrinck den Laden… Oder wie? Good Luck!
Ich fürchte, ich muss meinem Vorredner da widersprechen. Nicht Monty ist der Initiator dieser Schwachsinns-Aktion. Ich kann mir sogar denken, dass er gar nicht so begeistert darüber wäre, wenn er “übersetzt” bekäme, dass die beiden Verantwortlichen ein Geschäft gefährden, mit dem er gutes Geld verdienen kann: Termindaten. Nein, dieser Blödsinn ist alleine auf dem Mist zweier Medienmanager gewachsen, die ihre Unternehmen bis an den Rand des Ruins geführt haben. Weil ihnen das Wasser jetzt bis zum Hals, es kurz vor dem Aus durch die Vorgesetzen steht, es 5 nach 12 ist, greifen die Beiden nach den letzten Strohhalmen und nehmen in einem Raubzug sondergleichen einfach mal alle Veranstalter Berlins gefangen um ihnen ein Lösegeld abzupressen. Monopol hin oder her, der Skandal ist:
- das man die Beiden solange hat gewähren lassen
- das auch jetzt noch die direkten Vorgesetzten (Chef Tagesspiegel, Chef Berliner Verlag) wegschauen, in der Hoffnung irgendwie noch Geld zu machen – und dass, obwohl sie genaus wissen, wie kontraproduktiv dieser Blödsinn ist!
- das man in Berlin Veranstalter einfach so erpressen kann, ohne dass die Öffentlichkeit Sturm läuft
- das zwei gesunde Medienhäuser hirnlos kaputtgemangt wurden, ohne dass es irgend jemanden interessiert hätte
- das die Kultur in Berlin immer noch keine Lobby hat, Kulurschaffende den hohlen wirtschaftlichen Interessen zweier Manager wehrlos ausgesetzt sind!!!
…
Hier die Auflösung des Rätsels vom Vortag. Cine Marketing gehört ZITTY und TIP zu gleichen Teilen!!!
Es gibt in Berlin eine Marketingrunde der größeren Veranstalter (Theater, Oper etc.). Die werden sich – wenn sie nicht zu blöde sind – auf eine Linie einschwören und nicht mitmachen.
UND
sie würden das hoffentlich aus Solidarität den kleineren mitteilen, so dass dann vielleicht 50 % der Veranstalter die Aktion boykottieren.
Damit wäre die ganze Sache einfach auszuhebeln.
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Was soll die ganze Aufregung … ist doch eine schöne Gelegenjeit was eigenes aufzuziehen:
http://www.hauptstadt-kalender.de
Eventkalender für alle ohne Geld – bald Online
Lieber Smirgul,
das haben Sie sehr schön geschrieben.
(Sorry, konnte mich mit der Rätselaufgabe nicht befassen. Und wundere mich immer noch, dass kein “richtiger” Journalist die Sache mal aufgreift. Es ist ein Jammer.)
1) *kicher* kann mal jemand nachgucken, von welcher domain der klaus das schrub?
2) Ich finds OK. Meine Prognose lautet auch: Das wird den Mainstream vom Rest trennen. Und der Rest wird davon profitieren. Und es wird Alternativen geben. Und zwar bald.
3) Vor allem Tip+Zitty+030 werden das sehr schnell sehen, was passiert: Jeder Veranstalter, der sowas budgetieren kann, wird diese Summe 1:1 aus dem Anzeigenbudget aufbringen. Wieviel weniger Stopper-Anzeigen es geben wird, kann man sich ausrechnen. Und die ganz kleinen Veranstalter sind zwar keine Wohltätigkeitsunternehmen, haben aber zB mit der GEMA schon genug Probleme, als dass sie sowas mitmachen würden. Und deswegen wird etwas passieren. Genau aus so einer Situation heraus haben sich Hobo und Tip gegründet.
Das war schon lange nötig, aber solange alle dachten, es war schon immer so, warum soll sich da was ändern, ändert sich eben auch nix.
Deswegen: Ich finds gut! Tschüss! Und Danke für den Fisch!
Die Cine Marketing GmbH residiert übrigens unter derselben Postanschrift wie die Zitty. Ein Schelm, wer böses dabei denkt…
@ HCL: Ja, kann ich. Jemand aus der Provinz, der dort ein Bezahl-Veranstaltungshinweise-Modell fährt.
Hallo Heiko,
Ja, komisch nicht? Ich glaube es ist einfach Gleichgültigkeit der Journalisten – es geht hier ja nur um die Berliner Kulturszene, um Künstler, Theater, Orte, Veranstalter… und um zwei ordinäre Stadtmagazine. Wenn so ein Blödsinn einem anderen Magazin, nehmen wir mal an dem Spiegel, dem Stern oder der Autobild einfiele, gar Tageszeitung sich verbandeln würden um die Kundschaft auszupressen – das Geschreibe wäre groß. Aber hier: ist doch egal – die Kultur in Berlin ist ja eh nicht berichtenswert… oder?
Dabei wäre es für den interessierten Journalisten so einfach. Es gibt aus den meisten Verlagshäusern gute Verbindungen in die Redaktionen der beiden Berliner Stadtmagazine. Auch bei der taz. Ein Anruf würde genügen und die nunmehr extem stinkenden Leichen würden ans Tageslicht kommen.
Diesen Anruf macht nur keiner!
Toller Artikel, lieber Heiko, sehr gute Ergänzungen von Volker, smirgul, Nils. Hab nichts hinzuzufügen, nur zu bekräftigen. Ich selbst jedenfalls werde nicht bezahlen und kann auch nicht bezahlen für meine Veranstaltungen (wenn Kitas und Kindergärten können, umso schöner, aber dort spiel ich derzeit nicht).
Im Grunde gibt´s das Phänomen im Verdeckten schon lang, da Zitty und mehr noch tip schon vor Jahren ihren Totalitätsanspruch aufgegeben haben und Veranstaltungen wegließen; der Veranstalungskalender-Raum wurde nie im selben Maße erweitert wie sich die Anzahlen von Veranstaltungen in Gesamtberlin weiteten.
Aus der Sicht der Zittys und Tips selbst kann ich verstehen, daß der Kalender ihnen unliebsam ist: Das ist dröge Kybernetikerarbeit, wieviel kreativer ist´s da doch, schöne szenige Titelbilder zu redaktionskonferieren und Aufmacherthemen zu erbrainstormen (z.B. aktuell: Neuer Kirchenboom in Prenzlberg – dolle Sache das!). Klaro wollen die buntgescheckten Ideenfrauen und -männlein der Redaktionen ihre topwertvoll überqualifizierte Energie nicht in trister Kalenderfensterchennebeneinanderklebe-Layoutmühsal ersticken lassen. Indessen, so wie halt unsereins auch sein Geld immer mit dem langweiligsten Teil des Arbeitstages verdient und bei den phantasievolleren Partien eher draufzahlt, so gilt´s halt auch bei diesen Regenbogenblättlein, die zu selbstverliebt sind zur nüchternen Selbsterkenntnis: derzufolge nämlich Zitty und Tip e i n z i g wegen des Kalenders (und im frommen Glauben an dessen Totalität) gekauft werden und nicht wegen der neuen Glaubensmoden im Prenzelberg respektive des sie behauptenden Aufmacherleins.
Pingback: </br> » Blog Archiv » Tip und Zitty - programmatisch outgesourct…
der wiederstand beginnt schliesslich haben auch wir eine lobby mit der Clubkommission………anbei das schreiben
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hallo gemse…….
ungeachtet der tatsache dass zitty/tip sowieso immer schlechter werden und nur noch veranstaltungen aus dem immergleichen indie und technobrei gepostet werden weil der hansi den peter ja so gut kennt und der ralf auch ein freund ist finden wir das dieses angehängte thema (siehe link) ein grund für einen kollektiven protest aller clubkommissions mitglieder sein sollte .
Kosten von 400 € / Jahr spotten jeglichem noch so versteckten pseudo kulturauftrag seitens der medien und anstatt eben jene reich zu machen durch doppelte bzw. dreifache rückvergütung sollten wir (die clubs) uns kollektiv verweigern .
Ausserdem führt das zu einer zumindest öffentlich/informativen verödung der berliner kulturlandschaft da in zukunft der preis bestimmt wer genannt wird……….. oder sollen wir warten bis man sich die Tagestips selber kaufen kann…..?
ab 10 stück /jahr wird es dann billiger………..
an dieser stelle sagen wir nein und bitten um eine demonstration gemeinsamer stärke…
gruß tammi BASSY Club http://www.bassy-club.de
Vielleicht läuft das ja doch nicht ganz so glatt durch. Die Clubkommission könnte da schon ein interessanter Machtfaktor sein. Auch die Lesebühnen scheinen sich komplett verweigern zu wollen; die Brauseboys machen jedenfalls nicht mit, und andere Bühnen erwägen, darauf zu drängen, nicht mehr in Zittytip angekündigt zu werden, selbst wenn ihre Läden die “Aufwandsbeteiligung” entrichten. Der Plan von Lt. Surf, der Newsletter der Surfpoeten, war jedenfalls schon mal hinreichend deutlich. Und die Resonanz in doch recht zahlreichen Blogs, die mir bislang aufgefallen sind, ist kurz zusammengefasst: verheerend für Tipzitty.
Womöglich komme ich zu spät mit meiner bahnbrechenden Idee, der ganzen Bagage vorzuschlagen, demnächst zwar auch weiterhin kostenlos Rezensionen von Büchern, Theatervorstellungen und CDs anzubieten, jedoch bei der Erfassung mal ein bisschen Wirtschaftlichkeit an den Tag zu legen. All diese Rezensionsexemplare, die da aus der Post gefischt und verteilt und dann wieder bei ebay reingestellt werden müssen! Da wäre eine kleine Annahmegebühr doch nur recht und am Anfang bestimmt auch ganz billig.
Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr Recht Du hast – mit den Dingen, die Du mit Deinem Beitrag ansprichst, lieber Martin. Vor allem die falschen Prioritäten sind richtig beschrieben.
Schau nur mal nach Treptow. Da regiert ein cholerischer Despot mit Wut und Willkür seit Jahren eines der wichtigsten Kulturblätter Berlins. Dieses Magazin nannte vormals einen mit Veranstaltungen prallgefüllten Terminkalender – um den es von vielen regelrecht beneidetet worden war, sein eigen. Diesem Mann ist es in der Vergangenheit eingefallen Leute aus einem cholerischen Anfall zu entlassen, um sie am nächsten Tag wieder einzustellen. Du denkst, das gibt es nur in Putins Russland oder in jungen afrikanischen “Demokratien”? Nein – das gibt es hier in Deutschland, in Berlin!!! Nun hat er – der Vordenker- in den letzten Monaten den Bogen weit überspannt. Nicht nur, dass er seinen Laden gerade in diesem Jahr an die Wand gefahren hat- mit ziemlich überflüssigen Werbe-Maßnahmen, die nur Geld gekostet, aber nichts gebracht haben. Jetzt endlich hat er sich auch seiner “teuren” Kalender-Redaktion entledigt, die allesamt geschlossen und ohne zu murren zur eigenen Tochter rübermaschieren mussten, sonst wären sie ihren Job losgeworden. Natürlich was das nicht des cholerischen Schelms letzter Streich… Bei der Tochter hängt seit einigen Tagen der Haussegen schief. Seitdem nämlich Pat in Treptow und Patachon in Mitte beschlossen haben, nicht nur die eigenen Kalenderleute einzusparen, sondern zum Dank dafür auch noch Lösegeldforderungen an die, in vermeintlich schlauem Raubzug kassierte, Kultur zu stellen, kriegen kluge Köpfe hüben und auch drüben nur noch die Krätze.
Nun meine Preisfrage für diesen Tag: wann werden diese Komiker endlich verstehen, dass sie Termindaten verkaufen, dass genau das ihre Ware ist, nichts anderes? Wann werden die “Vordenker” verstehen, dass man sein Produkt verbessert, pflegt, es lieb hat und gut an den Mann bringt, zum Wohle eines dann klingenden Geldbeutels, aber das man sein Kerngeschäft bestimmt nicht outsourct?
Die Antwort, Martin weiss das wie ich, ist einfach. Und nur noch traurig!
Aha:
http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/veranstalter-sollen-eintritt-zahlen/?src=MT&cHash=d9ee59723e
auch ganz interessant:
http://publizistik-in-berlin.de/index.php/2007/11/28/berliner_stadtmagazine_lassen_sich_schmi
http://www.hauptstadtblog.de/article/3977/das-berliner-terminkartell#c018556
http://avi.antville.org/stories/1727762/
http://turi-2.blog.de/2007/11/29/heut2_google_plazes_com_zitty~3368328
Das Geständnis:
Tip und Zitty machen’s am liebsten in Monopolstellung.
Weitere Resonanzen:
“Die Gier treibt die Haie an Land”
Bov Bjerg: http://bov.antville.org/stories/1727246/
“Atmen weiterhin umsonst, der Sauerstoff kostenpflichtig. Das ist eine Abkehr vom seriösen Journalismus, das ist Heuschrecken-Publizismus.”
Volker Surmann: http://browserboy.blog.de/2007/11/28/zitty_und_tip_und_das_schweinesystem~3360365
“Sich die Füße abschneiden ist gut für das Geschäft?”
wirres.net, Felix Schwenzel: http://wirres.net/article/articleview/4673/1/6/
“Die eine Zeitschrift heisst wie die Billigmarke eines Lebensmitteldiscounters und die andere wie ein Wort, dass man vielleicht benutzen würde, um sich über Berliner lustig zu machen, die kein Hochdeutsch können. Und jetzt wollen sie auch noch die Veranstalter verarschen.”
Holgi, stackenblochen: http://holgi.blogger.de/stories/979755/
Um mal ein Beispiel zu geben, da ja hier soviel um die Finanzierbarkeit geredet wird. Ich selbst veranstalte mit ein paar Freunden seit Jahren ein Kurzfilmevent. Alles ehrenamtlich versteht sich. Wir nehmen am Abend max. 400€ ein und geben 200€ an den Veranstaltungsort ab. Der Rest bleibt für Technik und Flyer. Da war der kostenlose “Eintrag” bei Zitty und Tip immer hilfreich. Da wir Kurzfilme präsentieren, kommen wir schlecht bis gar nicht in reine Eventportale(Internet) rein. Was nun? Geld für weitere Marketingmaßnahemn haben wir nicht.
Ganz einfach, Maria – so will Dir der Vordenker in Treptow Glauben machen (siehe Taz-Artikel)
- entweder Du schickst Deine Termine an die Redaktionen und die tragen sie dann vielleicht ein
- oder Du trägst Deine Daten per Online-Maske selber ein…
dann musst Du nichts bezahlen.
Aber: Erstes können die Redaktionen gar nicht mehr machen, weil TIP und Zitty ihre Termin-Redaktionen zerschlagen haben und nun Cine Marketing die Datenerfassung, für die Du dann bekanntlich bezahlen sollst, zuständig ist. Ist also Augenwischerei!
Zweites geht auch nicht, da es eine solche Online-Maske weder bei TIP, noch bei ZITTY, noch bei Cine Marketing gibt. Und bis es die gibt – falls sie jemals in Auftrag gegeben wird – werden vermutlich viele viele Monate vergehen. Dann wirst Du wahrscheinlich doch bezahlen müssen, so wünscht es sich der Raubritter, egal woher du das Lösegeld bekommst. Nimm doch Dein Vesper-Geld oder das Deiner Kinder.
Unglaublich! Kulturschaffende, die sowie schon wenig bis keine Unterstützung von der Stadt, vom Land, vom Staat oder von Sponsoren bekommen, die auf ein bisschen Unterstützung von den Stadtmagazinen angewiesen sind, müssen sich nun mit dieser idiotischen Idee zweier kopfloser Medienmanager herumschlagen! Die sorgen jetzt mit einer zynischen Kurzsichtigkeit und niedrigen wirtschaftlichen Erwägungen dafür, dass es die Enthusiasten dieser Stadt, die eh nur von “Ruhm und Ehre” zehren, noch schwerer haben.
Einmal mehr: Was wäre Berlin ohne seine Kulturszene? Was wären die Stadtmagazine ohne die Berliner Kulturszene?
ich möchte darauf hinweisen, dass in den redaktionen der stadtmagazine ebensolche ungläubigen blicke ausgetauscht werden, wie es die veranstalter sicherlich beim lesen der mail der herren tipzitty-geschäftsführer taten. unglaublich. du hast recht. die anzeigenpreise eine winzigkeit zu erhöhen wäre da sicherlich noch ein vertretbarer weg gewesen.
Ist doch noch ein weiteres Geschäft mit verbunden: Da die kleinen Veranstalter wegen der Kosten künftig rausfallen, kann man die Seitenzahl reduzieren und schon wieder steigt der Profit.
Der nächste Schritt ist die Zusammenlegung zu TipZitty.
Aber das ist doch alles nichts neues. Berlin.de hat seinerzeit kostenlose Mailadressen beworden. Dann wurde das ganze an Berlin-online verkauft und kostet seither Gebühren. Im Gegenzug wurde die Qualität schlechter. Die Webseiten der Stadtbezirke unter Berlin.de sind oft stundenlang nicht erreichbar. Und Mails liegen schon mal drei Tage bis sie ankommen.
Besonders herrlich finde ich dieses verlogene Rumgesülze:
“… wir haben mit der Cine Marketing GmbH so niedrige Beträge ausgehandelt, dass niemand benachteiligt wird und die Veröffentlichung auch für kleine Orte und Verasntalter weiter möglich sein wird.”
Das ist der gleiche Duktus, den Politiker anwenden, um eine böse Nachricht so zu tarnen, dass sie als unwichtiges Geplätscher daherkommt. Tarnen, täuschen, abkassieren, und hoffen, dass es keiner merkt.
“Ich habe mit meiner rechten Hand vereinbart, dass sie mir beim Waschen der linken Hand helfen wird.”
Ihr jungen Leute da draußen, die ihr “irgendwas mit Medien” machen wollt: wenn euch jemand einen Job bei den Medien anbietet, rennt ganz schnell raus, ruft euch ein Taxi und fahrt ganz, ganz weit weg!
… mal ganz einfach gedacht. Solche Magazine finnanzieren sich doch durch Werbung. Und ein Großteil der Annoncen werden durch Veranstalter geschalten. Hätte man da nicht ein Druckmittel gegenzusteuern? Theoretisch ja, aber ich denke, die, die als erstes zahlen werden, sind die Großveranstalter, die an der Werbung nicht zwingend sparen müssen… Schade eigentlich, so könnte man eine marktbeherrschende Vormachtstellung mit einer anderen bekämpfen,…
@ Heiko Werning
Na, sag doch mal, wer alles von den Veranstaltern boykottieren wird. Oder ist das hier nur eine Schelte und ein wenig Gedöns? Vor 25 Jahren hätte ich solche Kommentare verstanden wenn sie aus Ost-berlin gekommen wären….aber heute???? In 2008?
Die Mitarbeiter-Sense, aktiv und passiv, der beiden Magazine aus der jüngeren Vergangenheit zeigt hier bei den Beiträgen ja schöne stimmige Interna-Stilblüten… Und wenn bald nach dem Tabakwerbeverbot noch der Alkohol kommt…wo wird dann eingespart und refinanziert?
Frage: Wie kommt denn das Ganze bei den Veranstaltern an?
Was ist wenn die nicht mitmachen, konzertiert, und andere Wege suchen, die es gibt? Wennn in zitty und tip kaum noch Programm drinsteht, 2,70 bzw. 2,90 für nur noch 130 statt 270 Seiten ausgegeben werden und vor allem der Kaufgrund Programm nicht befriedigt wird. Kaufen dann ganz bald nur noch 3.567 Kinokritiken- und Kleinanzeigen-Leser die Blätter?
@martin
Na dann guck doch einfach noch mal oben unter @t.tornado, und wer alles in de Clubcommission drinhängt. Dann schlackern dir Augen und Ohren. (Und Tippy erstmal…)
Das allgemeine Unverständnis gegenüber diesem Geschäftsgebaren kann ich nur teilen. Große, ausschließlich kommerziell ausgerichtete Clubs und Veranstalter werden diese zusätzlichen Kosten sicherlich locker wegstecken können – für viele kleine Betreiber, die aus Idealismus und Liebe zur Musik agieren und froh sind, am Ende bei Null rauszukommen, sind diese Gebühren schlichtweg nicht tragbar. Leider sind dies oftmals genau die Veranstaltungen, welche die viel gerühmte kulturelle Vielfalt der Stadt ausmachen.
Doch bei all der Suche nach möglichen alternativen Multiplikatoren muss ich jetzt auch einmal in eigener Sache sprechen, denn mit dem STADTKIND existiert nun seit über einem Jahr genau diese Alternative.
Wir haben diese Kernkompetenz “Veranstaltungsredaktion” im Haus und dies wird auch so bleiben. Aus all den Terminen, die uns ein jeder Veranstalter natürlich ohne weitere Kosten zusendet, erstellen wir unsere Termindatenbank und die zugehörigen redaktionellen Tagestipps für Print und unseren Onlineauftritt http://www.stadtkind.de selbst. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern!
In der zitty und im tip werden doch auch die Fernsehprogramme abgedruckt. Zahlen die Sender auch dafür? Und wie wird das berechnet? Eine Sendung ist ein Eintrag?
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Ich habe unter http://terminkartell.wordpress.com/ ein Weblog eröffnet, mit dem ich hoffe, viele Leute zum Protest dieser Praktiken zu animieren! Entwickelt kreative Ideen. Wir müssen uns das nicht gefallen lassen!
Anfang der 1970er … Per Jörg Meschkat kommt auf die Idee, ein kostenloses ‘Stadtmagazin’ herauszugeben, das sich aus Anzeigen finanziert und zweiwöchentlich alle aktuellen Veranstaltungen präsentiert. Seine Freundin Chris tippt nächtelang die Termine und Tips ein – und ich kümmere mich um die Aquise und den Vertrieb. Die HOBO ist geboren – das erste Stadtmagazin in Deutschland.
Eine Woche später erscheint der ebenfalls zweiwöchige TIP. Per rastet schier aus und behauptet, seine Idee sei ihm geklaut worden. Ich wende ein, daß diese schon in London umgesetzte Idee einfach ‘in der Luft lag’ und versuche beide Redaktionen zur Zusammenarbeit zu bewegen. Wozu braucht Berlin auch ZWEI derartige Hefte? Doch ich habe keine Chance – und die Realität beweist, daß die Stadt es gut verkraftet hat – vielleicht war der Wettbewerb ja sogar qualitätssteigernd…
Nach wenigen Jahren putscht die inzwischen vielköpfige HOBO-Redaktion – und kurz darauf ist die ZITTY am Kiosk (die ihre ‘stadtstreicherische’ Vergangenheit am liebsten ganz weit verdrängt). Ich bin da schon lange weg.
Und nun? Nach weit ÜBER 30 Jahren – richtig gerechnet – sind sie doch miteinander im Bett gelandet. Wunder über Wunder! Oder: Die Globalisierung im Stadtformat.
Apropos: Hat jemand mal die Auflagen-Entwicklung der letzten paar Jahre bei den beiden Magazinen parat?