Archive for Juli, 2008

25.07.2008 von Heiko Werning
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Obama was here!

von Heiko Werning

[9.55] Die Maschine mit Barack Obama landet auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel. Von Tegel aus fährt Obama ins Kanzleramt, wo er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft.

Obama kommt! Uiuiuiui, Obama kommt! Wer hätte das je für möglich gehalten? Wer hätte das gedacht? Ich meine, wer hätte je gedacht, dass ein Wahlwerbebesuch eines Präsidentschaftskandidaten aus den USA jemals irgendwen interessieren würde? Was soll denn das, um Himmels Willen? Nichts gegen Herrn Obama, ich hoffe sehr, er möge die Wahl gewinnen, aber was ist denn jetzt los? Bis vor einem halben Jahr kannte den Mann praktisch niemand, und obschon ich die Nachrichtenlage recht gewissenhaft verfolge, hat er seither auch mit nichts wirklich von sich Reden gemacht, außer dass er Hillary besiegte und damit die USA immerhin etwas vom Ruch einer Bananenrepublik befreit hat, wo das Präsidentenamt mal eben von Vater zu Sohn oder von Mann zu Frau geschoben wird. Aber was ist denn los, dass jetzt Zehntausende zur Siegessäule strömen, um den Mann zu sehen?

[11.06] Merkel empfängt Obama im Kanzleramt. Die Regierungschefin trifft den designierten Kandidaten in der Skylobby. Sie geben sich die Hand, klopfen einander auf die Schulter. Die Kanzlerin zeigt Obama rasch die Aussicht auf den Reichstag.

Wobei schon die Sache mit dem Brandenburger Tor ja wirklich etwas albern war. Nur gewählte Präsidenten sollen dort reden, hat Angela Merkel verkündet, wegen der Würde. Dabei haben vor dem Tor schon Bushido, der Dalai Lama und Friedbert Pflüger rumgestanden, wer will denn da noch von Würde reden?

[11.07] Beim Auftritt mit der Kanzlerin sorgt Obama kurzzeitig für Empörung. … weiter lesen

23.07.2008 von Heiko Werning
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von Heiko Werning

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23.07.2008 von Heiko Werning
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Termine, gewesen

von Heiko Werning

An dieser Stelle gibt es zukünftig – wahrscheinlich bis vielleicht – eine Art Tour-Tagebuch. Mich hat dasjenige des Kollegen Nils Heinrich im Jahr ca. 2005 immer sehr fasziniert, und ich wollte das auch. Hoffnungslos selbstreferenziell, von unerträglicher Eitelkeit, Nabelschau pur. Ja! Das will ich! Also, so waren die Auftritte, die gestern noch harmlos im Terminkalender standen:

Termine, gewesen (das geheime Tagebuch): … weiter lesen

22.07.2008 von Heiko Werning
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Spektakuläre Bilder: Leopard erbeutet Nilkrokodil

von Heiko Werning

Dramatische Ereignisse im Kruger-Nationalpark in Südafrika: Als der amerikanische Naturfotograf Hal Brindley gerade auf Fotopirsch nach Flusspferden war und ein mittelgroßes Nilkrokodil vorbeischwamm, stürzte sich plötzlich aus dem Gebüsch am Ufer ein ausgewachsener Leopard, zerrte die erheblich längere Panzerechse an Land und lieferte sich einen blutigen Kampf mit dem Reptil, an dessen Ende er das Krokodil zur Strecke brachte.

Brindley konnte diesen „Kampf der Giganten“ in spektakulären Bildern festhalten, die die britische Zeitung „Telegraph“ auf ihrer Homepage veröffentlichte und die es sich unbedingt zu betrachten lohnt.

21.07.2008 von Heiko Werning
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Risikogesellschaft

von Heiko Werning

Die drei Ereignisse haben zunächst nichts miteinander gemeinsam, es sind nicht mal im wirklichen Sinne drei Ereignisse. Das Rauchverbot in öffentlichen Räumen, genauer gesagt: in öffentlich zugänglichen Räumen, was ein wichtiger Unterschied ist, ist endgültig in Kraft getreten. Bei Extrembergtouren gab es Tote. Und verschiedene Bundesländer wollen die private Haltung von Giftschlangen verbieten.

Mit allen drei Geschehnissen habe ich zunächst herzlich wenig zu tun: Auf Berge steige ich nur ungern und auch nur dann, wenn man auf angemessener Höhe gut parken kann. Die Zahl der Zigaretten, die ich in meinem Leben gepafft habe, kann ich mit nur wenig Untertreibung an zwei Händen abzählen, und Giftschlangen halte ich nicht, dafür bin ich viel zu ängstlich und zu wenig diszipliniert.

In allen drei Punkten geht es um Sicherheit, um Schutz von Menschenleben. Rauchen ist erwiesenermaßen ungesund. Nur die allerteerköpfigsten Raucher bestreiten das. Wer raucht, weiß in aller Regel um die Gefahren. Er geht mit seiner Rauchtätigkeit ein erhöhtes Risiko ein. Bergsteigen ist zwar nicht im engeren Sinne ungesund, im Gegenteil, es wird viel Geld in grenzdebile Kampagnen gesteckt, um die Bevölkerung in die Wälder, auf den Sportplatz oder eben auch auf Berge zu jagen, aber natürlich doch nur im vernünftigen Rahmen, solange es einem gut tut und man kein Risiko eingeht. Den Extrembergsteiger, so fern mir diese Sorte Mensch auch in jeder Beziehung ist, dürfte kaum in erster Linie … weiter lesen

15.07.2008 von Heiko Werning
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Was macht eigentlich … Zittytip?

von Heiko Werning

Ein gutes halbes Jahr ist es her, dass die Ankündigung des Berliner Stadtmagazinkonglomerats Zittytip030usw in schönster Monopolistenmanier verkündete, von nun an Geld dafür zu verlangen, wenn man in einen der Terminkalender in irgendeiner Programmzeitschrift dieser Stadt aufgenommen werden möchte. Was für ein Clou! Man spart all die Redakteurs- bzw. Praktikantenstellen, die bislang die Veranstaltungshinweise in Form gebracht haben, indem man das zentral über eine Firma – nämlich die Cine Marketing GmbH – erledigen lässt, kassiert dann auch noch die Kulturveranstalter ab, damit ihre Veranstaltungen überhaupt angekündigt werden (“Wenn Sie bei uns nicht zahlen wollen, dann lassen Sie Ihre Hinweise doch woanders veröffentlichen, haha!”) und verkauft das Ganze dann wiederum an die Kunden, die “und natürlich das ganze Programm für zwei Wochen” oder wie das in der Werbung immer heißt haben wollen.

Das war – trotz der geballten Medienmacht dahinter – sogar der Berliner Kulturszene eine Nummer zu dreist, es gab allerlei Protest, und plötzlich sollte so alles nicht gemeint gewesen sein (schön in den Kommentaren hier im Reptilienfonds nachzuverfolgen). Für alle, die ihre Termine in eine Internet-Maske eingeben, sollte auch weiterhin die Aufnahme in den Terminkalender umsonst sein. Von der Internet-Maske fehlte damals jede Spur, dann war es ein halbes Jahr still um die Angelegenheit. Die meisten beschickten ganz normal weiter die Redaktionen mit ihren Veranstaltungshinweisen wie bislang auch und wurden berücksichtigt oder nicht wie bislang auch.

Nun ist es aber wohl so weit. Die Eingabe-Internetmaske ist online, ein 12-seitiges Benutzerhandbuch klärt über die notwendigsten Handgriffe auf – na ja, aber besonders kompliziert zu bedienen ist das Ding nicht. Wer allerdings mehr als ein paar Veranstaltungen hier und da einzugeben hätte, der dürfte schon ordentlich fluchen bzw. einen Praktikanten damit beauftragen (oder bezahlt eben doch die Cine Marketing dafür, das zu übernehmen).

Man kann sich einfach bei einer E-Mail-Adresse bei der Cine Marketing anmelden, angeben, für welche Orte man Veranstaltungen eingeben möchte – und bekommt umgehend die Freischaltung dafür. Ohne jede Prüfung der Person, also ob es diesen Veranstalter überhaupt gibt oder er ob er was mit den Orten, für die er sich meldet, zu tun hat. Und dann kann also der Freigeschaltete direkt in der Datenbank herumsausen und löschen und ergänzen, was er möchte. Die Redaktion der Cine Marketing bearbeitet die Einträge zwar, und danach sind sie für weitere Bearbeitungen gesperrt, aber Uhrzeit und Datum kann man als gemeldeter Veranstalter auch danach noch ändern. Und man kann natürlich bestehende Einträge, die noch nicht redaktionell gesperrt sind, nach Belieben ändern, also z. B. löschen und gegen was anderes ersetzen.

Mit anderen Worten: Jeder kann sich für Veranstaltungsorte seiner Wahl anmelden und auf diese Weise dem Programm, nun ja, sagen wir: einige interessante Wendungen geben.

(Natürlich konnte man auch früher einfach gefälschte Programme an die Redaktionen schicken. Aber: Ich nehme an, die Chance, dass diese bemerkt worden wären, wäre erheblich größer gewesen, wenn der Redakteur über zwei Meldungen für denselben Ort zur selben Zeit gestolpert wäre.)

Fassen wir also zusammen: Nach wie vor findet Zittytip es offenkundig ganz normal, dass die Leute, von denen es lebt und denen es seine Existenzberechtigung verdankt, dafür bezahlen, dass sie in den Terminkalender aufgenommen werden, wegen dem Zittytip überhaupt gekauft wird. Und wenn sie schon nicht bezahlen, dann sollen sie wenigstens die Arbeit für Zittytip erledigen, damit Zittytip dann diese Fremdarbeit gegen Geld verkauft. … weiter lesen

08.07.2008 von Heiko Werning
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Kinky Friedman: Blowin’ Smoke

von Heiko Werning

Auf Deutsch exklusiv bei Songwriter Danny Dziuk: Kinky Friedman über Zigarren. Sehr schön.

Ich für meinen Teil rauche nicht weniger als 12 Zigarren täglich mit der Erwartung, ewig zu leben. Selbstverständlich inhaliere ich nicht. Ich blase meinen Rauch nur in Richtung kleiner Kinder, zartblühender Pflanzen und jedem, der gerade zufällig an mir vorbeijoggt.

 

Ich selbst bin ja Nichtraucher. Und ganz allmählich beginnt mir das peinlich zu werden. Man will ja auf keinen Fall mit diesem genussfeindlichen, humorresistenten, hysterischen, gesundheitsfanatischen und minderheitenunterdrückenwollenden Mob, der hier zunehmend das Sagen hat, etwas gemein haben, und sei es nur wegen der Verwechslungsgefahr.

05.07.2008 von Heiko Werning
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Freunde auf Eis

von Heiko Werning

Eines der irgendwie ganz und gar unglaublichsten Geschehnisse rund um die Berliner Lesebühnenszene findet gerade irgendwo im hohen Norden statt, und deshalb glaube ich auch, dass es sich um eine Neuauflage von “Unternehmen Capricorn” handelt. Aber warum betreiben Volker Strübing und Kirsten Fuchs diesen Aufwand, nur um mich und ein paar andere Glauben zu machen, sie würden ein paar Wochen durch die Arktis schippern? Auf einem Forschungsschiff? Mit einem Filmteam, das dann für 3sat eine Art Nordpol-Autoren-Big-Brother daraus bastelt? Und um ein Buch darüber zu schreiben? Absurd!

Aber sie geben sich Mühe mit ihrer kleinen Illusisonsshow. Sie bloggen darüber. Und sie haben eigens eine Homepage dafür ins Leben gerufen. Sie wollen unbedingt, dass wir ihnen glauben. Pah! Da würde ich ja eher annehmen, es seien tatsächlich Menschen auf dem Mond gelandet oder Terroristen hätten das World Trade Center mit Flugzeugen kaputt gemacht oder die Erde wäre eine Kugel!

(Und falls… weiter lesen