Freunde auf Eis
von Heiko WerningEines der irgendwie ganz und gar unglaublichsten Geschehnisse rund um die Berliner Lesebühnenszene findet gerade irgendwo im hohen Norden statt, und deshalb glaube ich auch, dass es sich um eine Neuauflage von “Unternehmen Capricorn” handelt. Aber warum betreiben Volker Strübing und Kirsten Fuchs diesen Aufwand, nur um mich und ein paar andere Glauben zu machen, sie würden ein paar Wochen durch die Arktis schippern? Auf einem Forschungsschiff? Mit einem Filmteam, das dann für 3sat eine Art Nordpol-Autoren-Big-Brother daraus bastelt? Und um ein Buch darüber zu schreiben? Absurd!
Aber sie geben sich Mühe mit ihrer kleinen Illusisonsshow. Sie bloggen darüber. Und sie haben eigens eine Homepage dafür ins Leben gerufen. Sie wollen unbedingt, dass wir ihnen glauben. Pah! Da würde ich ja eher annehmen, es seien tatsächlich Menschen auf dem Mond gelandet oder Terroristen hätten das World Trade Center mit Flugzeugen kaputt gemacht oder die Erde wäre eine Kugel!
(Und falls das doch alles stimmt – dann freue ich mich sehr für die beiden. Und auf das, was dabei rauskommt. Und bin neidisch – in Maßen, sagen wir mal. Denn eines haben sie bei all dem nicht bedacht: Es gibt kein einziges verdammtes Reptil da oben.
Wenn aber ein anderes Fernsehformat, sagen wir: “Mona Lisa” oder “TV total” oder “Das Wort zum Sonntag”, mal einen Schriftsteller und Reptilienforscher mit einem Forschungsschiff in die Karibik schicken wollte, um alle Inseln abzufahren, auf denen Wirtelschwanz- und Glattkopfleguane vorkommen: Hier! Hier! Hier! Mensch, DAS wäre doch mal ‘ne Story. Buch und Blog sind dann auch kein Problem! Angebote bitte an: blogs.taz.de/reptilienfonds.)
P.S.: Sehe gerade: Walrösser! Sie werden Walrösser sehen! Jetzt bin ich doch noch neidisch.
Kommentar schreiben