Archive for September, 2008

30.09.2008 von Heiko Werning
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Sätze für die Ewigkeit (6)

von Heiko Werning

“Zunächst einmal müssen für eine erfolgreiche Paarung ohne Verlust eines der beiden Sexualpartner einige Vorkehrungen getroffen werden.”

(Aus dem Buch “Der Fünfstreifen-Skorpion” – aber gilt das im übertragenen Sinne nicht letztlich für uns alle?)

30.09.2008 von Heiko Werning
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Gift-Anakonda ausgestorben?

von Heiko Werning

Ach, guck mal – plötzlich ist er verschwunden, der lustige Exoten-Irrsinn-Artikel der Hamburger Morgenpost. Sollte sich da so etwas wie Einsicht zeigen?

Dann fragt sich allerdings, wieso der ebenso kenntnisfreie Ausgangsartikel noch da ist.

29.09.2008 von Heiko Werning
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Paul Bokowski über die Newsletter-Pest

von Heiko Werning

Nachdem ich am Wochenende praktisch genau das mit dem finetunes-Newsletter erlebt habe, veröffentliche ich hiermit einen reizenden Text des Kollegen Paul Bokowski, den er kürzlich bei den Brauseboys vorgelesen hat, über die ungeahnten Möglichkeiten von Newslettern (beim Kabelsalbader gibt es so etwas natürlich nicht! [[hoffe ich]]).

Der Newsletter

von Paul Bokowski

Seit etwa drei Jahren bekomme ich alle 4 Wochen einen Newsletter. Den Newsletter eines Theaters um genau zu sein – der Schaubühne am Lehniner Platz. Man hatte mich damit geködert, dass jeder Newsletter ein kleines Gewinnspiel enthält. Alle 4 Wochen konnte man somit Freikarten für die verschiedenen Inszenierungen der Schaubühne gewinnen. Das ist schon lange nicht mehr so. Der Andrang oder der Aufwand mögen zu groß gewesen sein, aber vor einem Jahr schon wurde das Gewinnspiel wegrationalisiert. Seitdem habe ich auch aufgehört den Newsletter zu lesen. Tatsächlich ärgere ich mich mittlerweile, dass ich ihn überhaupt noch bekomme. Denn schon vor Monaten habe ich erfolglos versucht … weiter lesen

28.09.2008 von Heiko Werning
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Der Reptilienfonds bei Fritz Eckenga und beim WDR

von Heiko Werning

Also: genau genommen nicht der Reptilienfonds als solcher, sondern sein Autor Heiko Werning. Zu Gast bei Fritz Eckengas “Mitteilungen für interessierte Dorfbewohner”. Live am heutigen Sonntag um erstaunliche 12 Uhr in Dortmund im Hardenberg City Center oder so, angeblich direkt am Hauptbahnhof, weshalb ich zu noch erstaunlicheren Zeiten aufbrechen muss, um auch rechtzeitig dort zu sein. Und für alle, die noch viel erstaunlicherweise nicht eigens nach Dortmund anreisen deswegen: Abends nach den 20-Uhr-Nachrichten, also zeitgleich zur Berliner Reformbühne Heim & Welt, wo ich dann hoffentlich rechtzeitig wieder zum Live-Vorlesen bin, kann man das Ganze auch im Radio hören. Und womöglich auch irgendwie im Internet, da kenne ich mich nicht so aus mit. Auf jeden Fall gibt es 2 x 15 Minuten Geschichten von mir und wahrscheinlich 2 Lieder am Flügel, den kleine Ruhrgebietskinder extra für mich aus dem benachbarten Bochum dorthin schleppen werden. Wie schön.

28.09.2008 von Heiko Werning
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Finanzkrise: Wohin jetzt mit Ihrer ganzen Kohle?

von Heiko Werning

Praktische jede Zeitschrift, jede Zeitung gibt ihren Lesern jetzt gute Tipps, wie man sich richtig im Angesicht der globalen Finanzkrise verhält. Mit richtig tollen Experten. Die allertollsten Experten hat fraglos die jungle world gewonnen. Mich nämlich, zum Beispiel. Also lesen Sie dort, wie Sie unbeschadet durch das globale Pleitedickicht kommen.

25.09.2008 von Heiko Werning
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Exoten-Angriff!

von Heiko Werning

Wir waren ja gewarnt – jetzt ist es doch passiert:

Und das Grauen nimmt kein Ende – so sah es fünf Minuten später aus:

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23.09.2008 von Heiko Werning
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Jürgen Witte über das Finanzdebakel und David Foster Wallace

von Heiko Werning

Das ist ja das Schöne an Lesebühnen. Zwar kann so ein Abend jederzeit auch komplett absaufen, so wie die Reformbühne Heim & Welt am Sonntag vor einer Woche, und eine Woche später kann sie zu Höhenflügen ansetzen, so wie die Reformbühne Heim & Welt am vergangenen Sonntag. Dort las Jürgen Witte, Wirtschaftstheoretiker aus Leidenschaft, folgenden klugen Text vor, den er mir für den Reptilienfonds zur Verfügung gestellt hat:

Wie sang schon Bob Dylan? He was anly a hobo, but one more is gone

© Jürgen Witte 2008

Ich lobe nicht oft, und wenn, dann fällt mein Lob meist so aus, dass es viele Leute als solches gar nicht erkennen. Höchstes Lob für einen Schriftsteller, zum Beispiel, das klingt dann aus meinem Munde etwa so: »Wenn ich von dem ein neues Buch sehe, das ich noch nicht habe, dann kauf ich das.« Das ist schon ein Extra-Spitzen-Super-Lob.

Die Liste derer, auf die dieser Ausspruch zutrifft, ist in meinem Kopf nicht sonderlich lang und letzte Woche ist sie leider schon wieder um einen Kopf kürzer geworden. David Foster Wallace hat sich aufgehängt. Mehr weiß ich nicht. Dieser Buchkritiker des NDR, der grinsende Depp, der sich gerne mal ein lustiges Hütchen aufsetzt, damit wir besser auf das besprochene Buch eingestimmt werden, der hat dazu nicht mehr gesagt. Aufgehängt hat er sich, der David Foster Wallace, und wir sollen doch alle sein 1000seitiges Buch „Infinite Jest“ lesen. Gibt’s aber nicht auf Deutsch. Sagte er verschmitzt dazu.

Dass alle diese die Bücher-nicht-gelesen-habenden Blitzkritiker immer meinen, das dickste Buch eines Autors müsse, weil es doch massenhaft Schweiß und Druckerschwärze gekostet hat, auch sein Bestes sein? Ich weiß es nicht. Denn um die etwas weniger als 1000 Seiten von „Infinite Jest“ habe ich mich bisher gedrückt. Aber alles Andere habe ich von David Foster Wallace gelesen, und es hat sich jedesmal gelohnt.

Kann sein, dass der Mann auf der anderen Seite des Atlantiks sich exakt zu der Zeit aufgehängt hat, als ich eines seiner Essays von 2005 las. Ein faktenreicher Bericht über Billig-Radio-Stationen, die auf Mittelwelle senden, hauptsächlich ging es um die dort täglich tobenden reaktionären Radioplauderer. Bei mir war’s, als ich es las, nach Mitternacht und in den USA also mitten am Tag. Hängt man sich eigentlich eher morgens oder abends auf? Gibt es es dazu Untersuchungen, womöglich eine verlässliche Statistik? Vielleicht tat er es gerade in dem Moment, als ich leise kicherte, weil er in seinem Text von vor drei Jahren gerade rhetorisch gefragt hatte, warum es wohl soviele Werbung im Radio für Hypothekenkredite geben muss? Was denn das für eine neue Mode sei? Den Leuten Geld wie Sauerbier oder Waschmittel anzudienen? Ich lag auf meinem Sofa und dachte, David Foster Wallace, seit einigen Wochen wirst du dir auch das Phänomen endlich erklären können.

David Foster Wallace wird also keinen klugen Bericht über den Zusam­menbruch der Banken dieser Welt mehr verfassen. Ob er das alles hätte wirklich erklären können? Der sogenannte „freie Markt“ begeht seit ei­ner Woche endlich seinen längst angekündigten Selbstmord, und Geor­ge W. Bush will den Siechenden ums Verrecken nicht sterben lassen. Koste es was es wolle. 700.000.000.000 (eine 7 mit 11 Nullen hinten dran) soll es ganz exakt kosten. Und, so wie es aussieht, dürfen in nächster Zeit alle Steuerzahler dieser Welt ihr kleines Scherflein dazu beitragen.

Seit Freitagmorgen gibt es nun eine neue Regel auf dem „freien Markt“. Es darf ungehindert weiter spekuliert werden, aber nur noch auf stei­gende Kurse. … weiter lesen

23.09.2008 von Heiko Werning
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Hamburger Morgenpost entdeckt weltexklusiv Gift-Anakondas!

von Heiko Werning

Dümmer geht immer – Stephanie Lamprecht ist offenbar wild entschlossen, das zumindest für sich selbst eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Schon gestern hat sie für die Hamburger Morgenpost ihre Ahnungslosigkeit unter Beweis gestellt und offenbar Gefallen daran gefunden. „Exoten Irrsinn! Die können Sie alle kaufen!“ heißt (natürlich mit original fehlendem Bindestrich) ihre Suada. Die Dame war offenbar erstmals in ihrem Leben in einem Zoogeschäft, das nicht nur Hundefutter anbietet, und hat dort die merkwürdigsten Kreaturen angetroffen. Beispielsweise Chamäleons aus Südamerika (die es dort gar nicht gibt). Oder die „gigantische und hochgiftige Grüne Anakonda aus dem Amazonas“. Dabei könnte sie heute doch vermutlich jeder zweite Fünfjährige darüber aufklären, dass Anakondas gar nicht giftig sind. So eine Falschaussage wäre ja sogar der Bild-Zeitung zu doof. Da macht es auch fast schon nichts mehr, dass sie von eben dieser Grünen Anakonda auch gleich noch behauptet, sie könne „unkontrolliert in Hamburger Terrarien landen“,… weiter lesen

22.09.2008 von Heiko Werning
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Schon wieder eine Reptilien-Invasion

von Heiko Werning

Scheint ja gerade Saison zu sein: Nachdem SPIEGEL-online schon letzte Woche mit einem aus Falschaussagen und frei erfundenen Elementen zusammengeschusterten Artikel zum angeblichen „Exotenboom“ gezeigt hat, was man dort von Recherche hält, wollte die Hamburger Morgenpost die Sache offenbar nicht auf sich sitzen lassen und beweisen, dass sie es auch nicht kann. Hier wurde eine Stephanie Lamprecht an die Tastatur gesetzt, die ihr journalistisches Unvermögen heute demonstrieren durfte.

„Immer mehr Exoten – Experten warnen“ heißt das schlampig wie kenntnisfrei zusammengeschluderte Stück. Zu Beginn muss diesmal ein Grüner Leguan herhalten, der aus dem Fenster gefallen ist und daher von der Feuerwehr aus einem Baum gefischt werden musste. Vergleichbare Einsätze mit Katzen führen eher selten zu „Expertenwarnungen“, hier aber wird der Unfall zum Anlass, darüber zu berichten, dass „Tierschützer seit Jahren ein Haltungsverbot für Schlangen und Co. fordern“. Denn: „Alle paar Monate kommt die Meldung, dass eine Giftschlange oder eine… weiter lesen

22.09.2008 von Heiko Werning
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Sätze für die Ewigkeit (5)

von Heiko Werning

Viele Arten besitzen spezialisierte Füßchen. Die reinen Lauffüßchen der Seesterne sind bei ihnen nicht vorhanden, doch neben kräftigen Haltefüßchen besitzen sie Tastfüßchen mit sensiblen Enden, und bei irregulären Seeigeln gibt es Kiemenfüßchen mit dünner Wand und vergrößerter Oberfläche. Einige besitzen sogar Tupffüßchen zum Aufnehmen der Nahrung und Kittfüßchen, die Schleim zum Verfestigen der Wohnröhrenwand liefern.

(Aus einem Buch über Seeigel – sind ja doch niedlicher als man denkt, die Tierchen.)