Hamburger Morgenpost entdeckt weltexklusiv Gift-Anakondas!
von Heiko WerningDümmer geht immer – Stephanie Lamprecht ist offenbar wild entschlossen, das zumindest für sich selbst eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Schon gestern hat sie für die Hamburger Morgenpost ihre Ahnungslosigkeit unter Beweis gestellt und offenbar Gefallen daran gefunden. „Exoten Irrsinn! Die können Sie alle kaufen!“ heißt (natürlich mit original fehlendem Bindestrich) ihre Suada. Die Dame war offenbar erstmals in ihrem Leben in einem Zoogeschäft, das nicht nur Hundefutter anbietet, und hat dort die merkwürdigsten Kreaturen angetroffen. Beispielsweise Chamäleons aus Südamerika (die es dort gar nicht gibt). Oder die „gigantische und hochgiftige Grüne Anakonda aus dem Amazonas“. Dabei könnte sie heute doch vermutlich jeder zweite Fünfjährige darüber aufklären, dass Anakondas gar nicht giftig sind. So eine Falschaussage wäre ja sogar der Bild-Zeitung zu doof. Da macht es auch fast schon nichts mehr, dass sie von eben dieser Grünen Anakonda auch gleich noch behauptet, sie könne „unkontrolliert in Hamburger Terrarien landen“, weil sie „nicht geschützt“ sei. Auch das ist Unsinn – Grüne Anakondas sind über das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt, ihre Einfuhr und Haltung muss daher gemeldet und kann jederzeit von den Behörden überprüft werden (wozu es praktisch allerdings kaum kommt, weil die etwas unhandlichen Tiere extrem selten gehalten werden). Dann erklärt Frau Lamprecht Kobras und Grüne Mambas zu „Riesenschlangen“, was ebenso Quatsch ist, denn weder sind sie besonders riesig, und erst recht nicht gehören sie zur systematischen Gruppe der Riesenschlangen. Ihre Halter müssen lt. Fr. Lamprecht „nur nachweisen, dass sie ihre gefährlichen Mitbewohner legal erworben haben.“ Nö, müssen sie nicht, aber das habe ich gestern ja schon vergeblich erklärt. „Ob sie in der Lage sind, die Riesenviecher zu kontrollieren, interessiert nicht.“ Au weia, da ist ja wirklich Hopfen und Malz verloren.
Warum ich mich mit diesem „Exoten-Irrsinn“ trotzdem noch abgebe? Einzig deshalb: Damit sie beim zukünftigen Ego-Googlen immer den folgenden Satz auf dem Bildschirm liest: Stephanie Lamprecht ist eine schlechte Lohnschreiberin, die die einfachsten Sachverhalte nicht richtig zusammenkriegt und deswegen lieber einen ordentlichen Beruf erlernen sollte. Vielleicht Tierpflegerin.
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Lieber Heiko,
das ist aber ein bisschen boese der Dame den Tierpflegerberuf anzutragen nur weil da gerade eine Stelle frei wurde.
Oh, jetzt habe ich es auch verstanden, die Nachrichten-Lage hatte ich gestern Nacht noch nicht gecheckt. Das ist ja traurig. Aber andererseits bekommt mein Stellenvorschlag damit ja nur eine noch konstruktivere Komponente. Wenn sie alle zwei Stunden Bärchen mit Fläschchen versorgen und dazwischen Schlaflieder für sie singen muss, kann sie wenigstens keinen Unfug mehr schreiben und tut auch noch Gutes.
Dein Artikel ist tatsächlich schon auf Google Platz 8, fein
Hihi, ich habe zunächst versehentlich gelesen: „unkontrolliert in Hamburger Terrinen landen“…
Hallo Heiko,
danke für Deinen seriösen Beitrag, welcher mir gut gefallen hat.
Es ist einfach wichtig, dass die Öffentlichkeit auch mal die Kehrseite erfährt und nicht nur durch viele Falschaussagen negativ beeinflusst und irregeführt wird.
Ich sehe die Darstellung von Frau Lamprecht als einseitige und eindeutige Stimmungsmache an. Dies darf auch keinesfalls unkommentiert bleiben.
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