Karibik-Tagebuch (1): Mit Richard Wagner (FAS) und Oxazepam (B I) nach Puerto Rico

von Heiko Werning

Sonntag, 2.11.2008

Ich Idiot. Jahrelang plage ich mich mit meiner Flugangst rum, dabei reichen doch ein paar Tabletten, und alles ist gar nicht mehr so schrecklich. Der Flug nach San Juan, Puerto Rico, nicht, und die Lektüre der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung auch nicht. „Lauter Blogwarte“ sieht Richard Wagner, für ihn sind Blogger Flöhe im Pelz des Hundes, Journalisten, bei denen es zu einer Anstellung nicht gereicht hat. Lustig. Der hält es offenbar wirklich für ein Privileg, fest bei der FAS zu sein. Und nichts deutet darauf hin, dass seine Polemik satirisch gemeint sein könnte. Wenn sie doch wenigstens ein Fitzelchen Humor aufwiese! Dann wäre ich ja durchaus einverstanden, ich halte ja ohnehin nahezu jeden für einen Vollhonk, natürlich auch praktisch alle Blogger, also nur immer schön druff. Aber die Verbissenheit des Textes lässt nur das Bild eines Schreiberlings entstehen, dem der Arsch ordentlich auf Grundeis geht. Das Rassisten-Blog „Politically Incorrect“ als Beleg gegen das Blogwesen im Allgemeinen anzuführen ist so intelligent, wie die Existenz der „National-Zeitung“ zum Beweis für die Untauglichkeit von Zeitungen zu erklären. Und putzig, ausgerechnet von einem Zeitungsjournalisten beklagt zu hören, die Blog-Inhalte seien von „keiner Instanz geprüft“. Wenn man von einem Thema ein bisschen mehr versteht, lernt man ja rasch, die Prüf-Instanzen der Qualitätsmedien einzuschätzen. Und ich nehme mal nicht an, dass dieses großflächige Versagen nur Reptilien betrifft. Aber was soll’s. Gepriesen sei Oxazepam!


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