Ist der Papst am Ende auch noch gegen den Teufel?
von Heiko WerningGroße Aufregung, weil der Papst Kondome disst. Darüber habe ich mir heute in einem Kommentar für die taz so meine Gedanken gemacht.
Große Aufregung, weil der Papst Kondome disst. Darüber habe ich mir heute in einem Kommentar für die taz so meine Gedanken gemacht.
Dem Papst erschließt sich die Nützlichkeit der Kondome nicht. Immer, wenn er eines überstreifen will, zerreißt es.
Da ist es nur logisch, dass er die Dinger niemand drittem empfiehlt.
Man sollte also erst einmal ein Papakondom fertigen (erweiterte Funktionalität getreu des Papamobils), ihm andienen und dann ….
wer weiß?
Kondomverbot? Logisch, jedes derart erzeugte Kind ist doch ein potentieller Arbeiter, Dienstleister oder Soldat und potentieller Kirchensteuerzahler, worauf selbstverständlich auch Religionselite angwiesen ist, und, das hat doch Tradition; (früher wurden die so genannten weisen Frauen, also Frauen mit traditionellem Wissen über natürliche Geburtenverhütungsmethoden, planmässig ausradiert bzw. es wurde ihnen der Hexenprozess, mit dem Urteil: Verbrennen auf dem Scheiterhaufen, gemacht. Dieser “Schutz des ungeborenen
Menschenlebens” ist eine der grössten Heucheleien und ein vor die verborgenen aber eigentlichen Absichten geschobenes Argument ! Ich schlage vor, dass man den Papst und seine “Offiziere” öffentlich bekennen lässt, dass sie in ihrem ganzen Leben nie sexuell tätig gewesen sind. Soweit sie dem Folge leisten würden, kann mit Sicherheit gefolgert werden, dass das zu mindestens 95 Prozent gelogen ist! Daher ist Verlogenheit in der römisch-katholischen Kirche schlicht systemimmanent! Leider lassen sich durch geistiges Training in einer frühkindlichen Prägungsphase immer noch viele auf völlig idiotische und absurde Inhalte, d.h. Aussagen über die angeblichen Gottesabsichten abrichten ! Ihnen rufe ich zu, wacht endlich auf! Anschlussfrage, weshalb wurde und hat sich Monogamie durchgesetzt? Weil das entsprechender göttlicher Absicht folgt? Nein, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen!
Es ist für mich immer wieder erstaunlich, dass in Gesellschaften und deren Presseorganen, die sich demokratisch verstehen bei der Betrachtung einer hierarchisch organisierten Institution wie es die katholische Kirche zumindest ihrer Amtsstruktur nach ist, mit schöner Regelmäßigkeit auch nur auf die Äußerungen der Spitze, also des Papstes gehört wird. Dass die Kondomfrage im Leben der Kirche faktisch kein Problem darstellt, wird auch in diesem Fall geflissentlich übersehen. Seit 12 Jahren bin ich in der kirchlichen Jugendarbeit tätig und habe es noch nie erlebt, dass ein Pfarrer, Pastoral- oder Gemeindereferent oder ein Ehrenamtlicher den Jugendlichen verboten hat, Kondome zu verwenden oder die Pille – eher im Gegenteil. Auch viele katholische AIDS-Hilfsorganisationen in Afrika verteilen Kondome und betreiben Aufklärung. Den Teil der Papstäußerung, der besagt, Kondome seien nicht das Allheilmittel gegen AIDS insbesondere in Afrika, weil die Lage einfach viel komplexer ist, ist zu begrüßen, weil er gern verdrängt wird. Den zweiten Teil, dass sie die Krise verschlimmern, kann man selbstverständlich nicht gut heißen und er zeugt vor allem von mangelnder Sachkenntnis des römischen Bischofs.